mini|hochkant|Martin Johann Jenisch der Jüngere (Aquarellskizze von Carl Julius Milde, 1834) Martin Johann Jenisch (* 12. April 1793 in Hamburg; † 7. März 1857 in Vevey, Schweiz) war ein deutscher Kaufmann und einflussreicher Senator in Hamburg.

Leben Geboren als Sohn des gleichnamigen Hamburger Kaufmanns und Senators Martin Johann Jenisch erbte Jenisch ein bedeutendes Vermögen, das er durch den Kauf umfangreichen Grundbesitzes in Hamburg und Holstein nachhaltig absicherte.

Besondere Verdienste erwarb sich Jenisch als „Herr des Rathes“, wie ein Senator vor 1860 genannt wurde. Jenisch wurde am 5. Februar 1827 als Mitglied der Erbgesessenen Bürgerschaft in den „Rath“ gewählt und begann seine Arbeit in der Deputation für den Marstall und als Thor- und Baumherr.18. Marstall und 30. Thore und Bäume. In: Hamburgischer Staat. Im Jahre 1828. VIII. Raths- und bürgerliche Deputationes und sonstige öffentliche Behörden, nebst den vorzüglichsten Officianten bey denselben. [Hamburger Staatskalender für das Jahr 1828], S. 72 und 75. 1829 wurde er in das Obergericht berufen.2. Das Obergericht. In: Hamburgischer Staat. Im Jahre 1829. VI. Justiz-Verwaltung in der Stadt und deren Gebiet. [Hamburgischer Staats-Kalender für das Jahr 1829], S. 62. 1834 wechselte er als Vertreter des „Rathes“ in die Deputationen für Accise (1.), Mühlen (13.), Zollangelegenheiten (33.) und die Brotordnung (8.) und wurde Mitglied im Großen Armenkollegium.Hamburgischer Staat. Im Jahre 1834. VIII. Raths- und bürgerliche Deputationes und sonstige öffentliche Behörden, nebst den vorzüglichsten Officianten bey denselben. [Hamburger Staatskalender für das Jahr 1834], S. 72 ff. 1836 wurde er Kirchspielherr zu St. Petri und zuständig für die Bauordnung im Kirchspiel. Nach dem Hamburger Brand im Mai 1842, der ein knappes Drittel der Hamburger Innenstadt zerstörte, wurde Jenisch Mitglied der Deputation für den Wiederaufbau und ein Jahr später auch Präses der Baudeputation.Hamburger Staatskalender für das Jahr 1842, S. 78. Er war maßgeblich am Wiederaufbau Hamburgs beteiligt. 1848 gab er den Vorsitz ab und wurde zusammen mit dem Senator August Christian Meier Patron der Vorstädte St. Georg und St. Pauli und übernahm auch das Patronat der Hl. Dreieinigkeitskirche in St. Georg.Hamburger Staatskalender für das Jahr 1848, S. 76. 1854 wurde er zudem zum Weddeherrn berufenHamburger Staatskalender für das Jahr 1854, S. 76. und 1855 zum Mitglied des Kollegiums der Scholarchen.Hamburger Staatskalender für das Jahr 1855, S. 68. In diesen Funktionen blieb er bis zu seinem Tod 1857.

1828 erwarb er den umfangreichen Grundbesitz von Caspar Voght in Klein Flottbek, damals eine Landgemeinde westlich der Stadt Altona, ferner die holsteinischen Güter Blumendorf und FresenburgFresenburg. In: Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Holstein, des Fürstenthums Lübeck und der freien Städte Hamburg und Lübeck. Oldenburg i. H. 1841, Band 1: A–H, S. 196. bei Bad Oldesloe und die Herrschaft Kalø in Jütland. Auf seinem elbnahen Besitz in Klein Flottbek, dem heutigen Jenischpark, ließ er 1831–1834 durch den Architekten Franz Gustav Forsmann oberhalb von Teufelsbrück das Jenisch-Haus errichten, das heute eine Außenstelle des Altonaer Museums beherbergt.

Jenisch heiratete am 15. April 1820 Fanny Henriette geb. Roeck (1801–1881), eine Tochter des Lübecker Kaufmanns Ludwig Hermann Roeck (1731–1797). Als seine Witwe ermöglichte sie mit einer Schenkung an die Gemeinde Vevey die Finanzierung des Musée Jenisch, das 1897 eröffnet wurde.

Einzelnachweise

Weblinks Hamburger Familien: Die Jenisch, Stiftung Historische Museen Hamburg Der Traum vom Süden. Die Sammlungen des Senators Martin Johan Jenisch

Martin Johann Der Jungere Kategorie:Hamburger Ratsherr (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1793 Kategorie:Gestorben 1857 Kategorie:Mann