Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Gliederung: 24 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 50.000 Adresse desDekanatamtes: Burgstr. 4273614 Schorndorf Dekanin: Juliane Baur Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Schorndorf innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Schorndorf ist einer der derzeit (2026) 35 Kirchenbezirke bzw. Kirchenkreise der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Schorndorf.
Geografie Der Kirchenbezirk Schorndorf liegt in der Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Osten des Rems-Murr-Kreises, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Alfdorf, Kaisersbach, Plüderhausen, Remshalden, Rudersberg (ohne Ortsteil Necklinsberg), Schorndorf, Urbach, Weinstadt (nur die Stadtteile Beutelsbach und Schnait), Welzheim und Winterbach sowie den zur Gemeinde Gschwend (Ostalbkreis) gehörigen Wohnplatz Hundsberg.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Schorndorf grenzt an folgende Kirchenbezirke (beginnend im Osten) Ostalb, Geislingen-Göppingen (beide Prälatur Ulm), Kirchheim unter Teck und Esslingen (beide Prälatur Stuttgart) sowie Waiblingen und Backnang (beide Prälatur Heilbronn).
Geschichte mini|hochkant|Evangelische Stadtkirche Schorndorf Das Gebiet des heutigen Dekanats bzw. Kirchenbezirks Schorndorf gehört zum alten Kernland Württembergs, das ab 1534 die Reformation einführte, so dass das Gebiet fast ganz evangelisch geprägt ist. Alfdorf wurde erst ab 1619 endgültig evangelisch. Schorndorf wurde bald nach Einführung der Reformation Sitz eines Dekanats, damals Superintendenz. Zum Dekan wurde der Stadtpfarrer von Schorndorf ernannt. Zunächst gehörte es zum Generalat Lorch, dann zum Generalat Adelberg, ab 1810 zum Generalat Urach und ab 1823 zum Generalat Hall. Nach dessen Auflösung 1913 kam es zum Generalat Heilbronn, aus dem die heutige Prälatur Heilbronn hervorging und zu der es bis heute gehört. Lediglich zwischen 1992 und 2003 war es der Prälatur Ludwigsburg zugeordnet.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1978 wurde der Kirchenbezirk Welzheim aufgelöst. Dadurch wurde der Kirchenbezirk Schorndorf um die Kirchengemeinden Alfdorf (mit der 1977 aufgelösten Filialgemeinde Pfahlbronn), Hellershof, Kaisersbach, Plüderhausen, Rienharz, Rudersberg, Schlechtbach und Welzheim vergrößert. Die anderen Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Welzheim wurden den Kirchenbezirken Backnang (Kirchengemeinde Kirchenkirnberg) und Schwäbisch Gmünd (Kirchengemeinden Großdeinbach, Lorch, Waldhausen und Weitmars) zugeordnet.
Bis 1978 gehörte auch die Kirchengemeinde Lichtenwald und bis 1981 die Kirchengemeinden Baltmannsweiler und Hohengehren zum Kirchenbezirk Schorndorf. Mit Wirkung vom 1. Januar 1979 wurde die Kirchengemeinde Lichtenwald und mit Wirkung vom 1. Januar 1982 die Kirchengemeinden Baltmannsweiler und Hohengehren in den Kirchenbezirk Esslingen umgegliedert. Ebenso gehörte bis 1992 auch die Kirchengemeinde Adelberg zum Kirchenbezirk Schorndorf. Mit Wirkung vom 1. Januar 1993 wurde diese in den Kirchenbezirk Göppingen umgegliedert.
Die Kirchengemeinde Baiereck im Stadtteil Baiereck (mit dem Weiler Unterhütt) der Stadt Uhingen, Landkreis Göppingen, die Teil des Kirchenbezirks Schorndorf war, wurde zum 1. Januar 2016 mit der Kirchengemeinde Uhingen fusioniert und damit Teil des Kirchenbezirks Göppingen.
Zum 1. Januar 2020 wurde die Kirchengemeinde Hößlinswart und Steinach Teil der Kirchengemeinde Berglen im Kirchenbezirk Waiblingen.
2021 wechselte die Kirchengemeinde Buoch vom Kirchenbezirk Waiblingen zum Kirchenbezirk Schorndorf. Im Oktober 2025 beschloss die Bezirkssynode die Fusion der drei Kirchenbezirke Schorndorf, Backnang und Waiblingen zum Kirchenbezirk Rems-Murr zum 1. Januar 2028. Der Sitz des geschäftsführenden Dekans wird Waiblingen werden.Zeitenwende in evangelischer Kirche - ab 2028 kein Dekanat mehr in Schorndorf, Waiblinger Kreiszeitung online, 19. Oktober 2025
Leitung Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan.
Dekane seit 1802 1802–1817: Daniel Friedrich Hauff 1817–1823: Sixt Jakob von Kapff 1824–1841: Christian David Heermann 1841–1866: Friedrich August Baur 1866–1871: Friedrich von Brackenhammer (1810–1889) 1872–1877: Theodor Pressel 1877–1893: Gustav Ulrich Finckh (1825–1897) 1893–1902: Karl Heinrich Adolf Hoffman (1844–1912) 1902–1918: Eduard Gmelin 1918–1922: Ludwig Friedrich Vöhringer (1872–1949) 1923–1932: Paul Gölz 1932–1936: Otto Rieder 1936–1948: Johannes Josenhans 1949–1956: Paul Lutz (1900–1980) 1956–1958: Johannes Esslinger (* 1907) 1959–1970: Rudolf Brezger (1904–1999) 1970–1974: Peter Spambalg (1926–1974) 1975–1989: Rolf Scheffbuch (1931–2012) 1989–2005: Waldemar Junt (* 1940) 2005–2016: Volker Teich (1951–2024) 2017–: Juliane Baur (* 1968)
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Schorndorf gibt es insgesamt 24 Kirchengemeinden. Davon haben sich 5 Kirchengemeinden zu den Gesamtkirchengemeinden Schorndorf und Rudersberg-Schlechtbach zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Das Gebiet des Kirchenbezirks Schorndorf ist überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt daher fast in jedem Dorf auch eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In den meisten Orten (außer Schorndorf) zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.
Kirchengemeinde Beutelsbach mini|links|120px|Stiftskirche Beutelsbach Die Kirchengemeinde Beutelsbach (ca. 3.700) umfasst den Stadtteil Beutelsbach sowie den Saffrichhof der Stadt Weinstadt. Die Kirche in Beutelsbach, wohl zum Heiligen Kreuz genannt, wurde 1247 erstmals erwähnt. Wohl im 11. Jahrhundert war ein weltliches Chorherrenstift gegründet worden., das von Graf Ulrich I. von Württemberg erneuert und erweitert wurde. Die Stiftskirche wurde Grablege des Hauses Württemberg, bis das Stift 1320/21 zerstört und dann nach Stuttgart verlegt wurde. Die heutige Kirche wurde um 1500 erbaut, hat aber noch Reste der Vorgängerkirche.
Der zu Schnait gehörige Saffrichhof wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 24. Juni 1970 von der Kirchengemeinde Schnait in die Kirchengemeinde Beutelsbach umgegliedert. Im Gegenzug gab die Kirchengemeinde Beutelsbach einige Bewohner in der Tobelstraße in Schnait an die Kirchengemeinde Schnait ab.
Kirchengemeinde Buoch mini|120px|St. Sebastian-Kirche in Buoch Die Kirchengemeinde Buoch umfasst den Ortsteil Buoch der Gemeinde Remshalden und den Ortsteil Reichenbach bei Winnenden der Gemeinde Berglen. Bis ins 15. Jahrhundert gehörten auch die heutigen Ortsteile der Gemeinde Berglen (Bretzenacker, Hößlinswart, Ödenhardt, Öschelbronn, Rettersburg und Vorderweißbuch) zum Sprengel der Pfarrei Buoch, wurden dann aber der neu errichteten Pfarrei Oppelsbohm zugeordnet. Lediglich Reichenbach bei Winnenden blieb bis heute bei Buoch. In Reichenbach gibt es aber keine Kirche.
Die Kirche in Buoch wurde 1270 von den Herren von Neuffen dem Kloster Lorch überlassen. Vermutlich gab es jedoch bereits im 7. und 8. Jahrhundert eine Kirche in Buoch, die Mutterkirche für die meisten Nachbarorte war. Das Kloster Lorch übergab die Kirche dem Domkapitel in Konstanz. Um 1440 wurde die Pfarrei Oppelsbohm abgetrennt und der Sprengel von Buoch erheblich verkleinert. Die heutige Kirche in Buoch stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. 1999 wurde sie innen renoviert. Sie besitzt Glasbilder von Hans Gottfried von Stockhausen.
Bis 2021 gehörte die Kirchengemeinde Buoch zum Kirchenbezirk Waiblingen.
Kirchengemeinde Geradstetten mini|120px|Konradskirche Geradstetten Die Kirchengemeinde Geradstetten (ca. 2.400) umfasst den Ortsteil Geradstetten der Gemeinde Remshalden. Kirchlich gehörte Geradstetten zunächst zu Winterbach, ab 1359 zu Schorndorf, als in Geradstetten jedoch bereits eine Kapelle bestand. 1414 wurde in Geradstetten eine eigene Pfarrei errichtet. Die Konradskirche wurde im 14. Jahrhundert als Chorturmanlage erbaut und ab 1491 spätgotisch umgebaut. Sie hat einen netzrippengewölbten Chor und einen über 55 Meter hohen Turm mit achteckigem Aufbau und steilem Helm. Die Kirchengemeinde hat auch ein Gemeindehaus Kelter, in dem u. a. der Kirchenchor und der 1958 gegründete, innerhalb des CVJM organisierte Posaunenchor seine Proben abhält. Die Kirchengemeinde Geradstetten ist auch Träger eines Kindergartens. Seit den 1980er Jahren unterhält sie eine Partnerschaft mit der Evangelischen Kirchengemeinde Großkröbitz in Thüringen.Internetauftritt der Kirchengemeinde Geradstetten
Kirchengemeinde Grunbach mini|links|120px|Dionysiuskirche Grunbach Die Kirchengemeinde Grunbach (ca. 3.100) umfasst den Ortsteil Grunbach der Gemeinde Remshalden. Ein Pleban wurde in Grunbach bereits 1238 erwähnt. 1451 wird die Kirche mit St. Dionysius, 1537 St. Veranus genannt. Das Patronatsrecht hatte Württemberg inne. Die Kirche liegt hoch in einem mit Stützmauern versehenen Kirchhof. Die mehrfach erneuerte Chorseitenturmanlage besitzt eine Steinkanzel aus dem Jahr 1600 und ein spätgotisches Kruzifix. 1981 erbaute sich die Kirchengemeinde das Paul-Gerhardt-Haus mit mehreren Räumen für die verschiedenen Gruppen und Kreise, darunter ein Kirchenchor und ein Posaunenchor. Die Kirchengemeinde in Grunbach ist Trägerin zweier Kindergärten, einen in der Blumenstraße und einen in der Ernst-Heinkel-Straße.Internetauftritt der Kirchengemeinde Grunbach
Kirchengemeinde Haubersbronn mini|120px|Wendelinskirche Haubersbronn Die Kirchengemeinde Haubersbronn (ca. 1.700) umfasst den Stadtteil Haubersbronn der Stadt Schorndorf. Kirchlich war Haubersbronn früher geteilt, westlich der Wieslauf gehörte der Ort zur Pfarrei Buoch, östlich der Wieslauf zur Pfarrei Lorch, später Oberurbach. 1447 wurde erstmals eine Kapelle erwähnt, die ab 1470 den Heiligen Petrus, Nikolaus, Wendel und Katharina zugeschrieben wurde. Zwischen 1470 und 1480 wurde an der Stelle der Kapelle die heutige evangelische Wendelinskirche errichtet. Das Patronat hatte das Kloster Elchingen. 1565 wurde Haubersbronn eigene Pfarrei.
Kirchengemeinde Hebsack-Rohrbronn mini|links|120px|Kreuzkirche Hebsack Die Kirchengemeinde Hebsack-Rohrbronn (ca. 1.100) umfasst die Ortsteile Hebsack und Rohrbronn der Gemeinde Remshalden. Beide Orte gehörten kirchlich zunächst zu Winterbach. 1537 wurde in Hebsack eine Kapelle St. Wendel erwähnt. Nach der Reformation wurde diese von der Pfarrei Geradstetten betreut. Die spätgotische Chorturmkirche in Hebsack wurde 1938 abgebrochen, weil sie dem Verkehr im Wege stand. Dafür wurde an anderer Stelle ab 1939 die neue Kreuzkirche erbaut. Dabei wurden Teile der alten Kirche wiederverwendet. Die Fertigstellung war 1947. Der Schnitz- und Flügelaltar stammt von 1520, die Kanzel um das Jahr 1500. 1948 wurde in Hebsack zusammen mit Rohrbronn, das zunächst keine Kirche hatte, ein selbständiges Vikariat eingerichtet, das dann zu einer ständigen Pfarrverweserei und schließlich zu einer eigenen Pfarrei erhoben wurde.
Die Kirchengemeinde für beide Orte hieß zunächst nur Kirchengemeinde Hebsack. In Rohrbronn wurde dann 1964 eine eigene Kirche, die Christuskirche, gebaut, so dass die Kirchengemeinde heute zwei Predigtstellen hat. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 22. Februar 1988 wurde die Kirchengemeinde dann in Kirchengemeinde Hebsack-Rohrbronn umbenannt.
Kirchengemeinde Hellershof mini|120px|Evangelische Kirche Hellershof