Elkerhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Weinbach im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.
Geographische Lage Elkerhausen liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus. Nachbarorte sind Blessenbach (südöstlich), und Weinbach (nördlich).
Geschichte Ersterwähnung Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Elkerhausen erfolgte unter dem Namen Elkerhusen im Jahr 1191.
Schloss Elkerhausen mini|Wappen derer von El(c)ker(s)hausen genannt Klüppel, um 1707 rahmenlos|rechts
1191 werden die Herren von Elkerhausen erstmals urkundlich erwähnt. Die aus einer Turmburg hervorgegangene und im 14. Jahrhundert für uneinnehmbar geltende Burg Elkerhausen mit Vorburg wird im 16. Jahrhundert zu einem Wasserschloss mit fünftürmigem, polygonalen Bering und Wirtschaftshof umgestaltet. Das einflussreiche, mit viel Streubesitz in zahlreichen Bundesländern begüterte Geschlecht der Ritter und späteren Freiherren von Elkerhausen legte sich ab 1420 den Beinamen genannt Klüppel zu. Der Letzte des Geschlechtes, Philipp Franz Damian Freiherr von Elkerhausen genannt Klüppel, verkaufte 1718 den Stammsitz Elkerhausen mit allem Zubehör und Rechten an die Grafen von Nassau-Weilburg. Das Renaissanceschloss Elkerhausen befindet sich seit 1979 in Privatbesitz und beherbergte u. a. das 1980 gegründete private Kunstmuseum Dr. Krupp mit einer Sammlung internationaler Kunst der Gegenwart sowie das Atelier des akademischen Kunstmalers Hermann Krupp (1926–2019).Kulturamt Stadt Frankfurt am Main: Krupp, Hermann (Abgerufen am 28. April 2019.)
Kirche Unweit ihres Anwesens haben die Herren von Elkerhausen eine Eigenkirche errichtet. 1278 erteilte ihnen der Erzbischof von Trier die Erlaubnis, auf ihrem eigenen Grund und ihre eigenen Kosten eine neue Kirche zu erbauen. Nachdem der Vorgängerbau aus dem 17. Jahrhundert im April 1911 wegen Baufälligkeit niedergelegt worden war, wurde im Juni 1911 der Grundstein für das heutige Kirchengebäude gelegt. Im Oktober 1912 wurde schließlich die evangelische Pfarrkirche feierlich ihrer Bestimmung übergeben.
Gebietsreform Zum 1. Juli 1974 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständige Gemeinde Elkerhausen kraft Landesgesetz in die 1970 neu gebildete Gemeinde Weinbach eingegliedert. Für die eingegliederten Gemeinden sowie für die Kerngemeinde wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Elkerhausen angehört(e):
vor 1806 Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Weilburg, Amt Weilburg ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz (Justizamt Weilburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Weilburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Oberlahnkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis am 1. Juli 1974 wurde Elkerhausen als Ortsteil der Gemeinde Weinbach eingegliedert. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg
Einwohnerentwicklung Einwohnerzahlen
Einwohnerstruktur Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Elkerhausen 672 Einwohner. Darunter waren 15 (2,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 108 Einwohner unter 18 Jahren, 249 zwischen 18 und 49, 162 zwischen 50 und 64 und 153 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 294 Haushalten. Davon waren 84 Singlehaushalte, 97 Paare ohne Kinder und 93 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 72 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 183 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Religionszugehörigkeit • 1885: 560 evangelische (= 98,25 %), 10 katholische (= 1,75 %) Einwohner • 1961: 617 evangelische (= 83,27 %), 115 katholische (= 15,52 %) Einwohner
Kultur und Sehenswürdigkeiten Vereine Neben der im Jahr 1934 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Elkerhausen e. V. (einschließlich Jugendfeuerwehr seit 2. August 1975 und Kinderfeuerwehr seit 11. März 2011) existieren in Elkerhausen noch mehrere Sport-, Freizeit- und Kulturvereine.
Bauwerke Vom ehemaligen Wasserschloss Elkerhausen sind Teile der Ringmauer, des Wirtschaftshofs und die beiden Haupthäuser erhalten.
Einrichtungen Seit dem Jahr 1934 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Elkerhausen (ab 2. August 1975 mit Jugendfeuerwehr und seit 11. März 2011 mit Kinderfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Ort. Es bestehen in Elkerhausen ein Dorfgemeinschaftshaus in der Pfarrstraße, ein Rasensportplatz am Lindig, Kinderspielplätze und Wanderwege.
Persönlichkeiten Margit Bach (* 1951), Journalistin und ehemalige Sportlerin, lebt seit 1989 auf einem Bauernhof in Elkerhausen.
Literatur Ingrid Krupp, Auskauf pro Immedietät. Klüppel contra Nassau. Mitteilungen aus Reichskammergerichts- und Reichshofratsakten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Elkerhäuser Schriften Band 3, (Selbstverlag Dr. Ingrid Krupp M.A.) Weinbach-Elkerhausen 2010 mit Quellenanhang, Register und Bibliographie u. a. zu denen von Elkerhausen Ingrid Krupp, Schloss Elkerhausen. Schloss- und Museumsführer. Elkerhäuser Schriften Band 1, (Selbstverlag Dr. Ingrid Krupp M.A.) Weinbach-Elkerhausen 2005 Ingrid Krupp: Elkerhausen 1191–1991. Eine historische Einführung in die 800-jährige Geschichte von Elkerhausen. in: Elkerhausen 800 Jahre. Gestern und Heute. Weinbach 1991, S. 13–31 Ingrid Krupp, Burgen und Schlösser in Nassau. Würzburg 1987 (Elkerhausen S. 86–97) Ingrid Krupp, Die Geschichte der Herren von Elkerhausen und ihrer Burgen. in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen. Bd. 67 Gießen 1982, S. 9–94 PDF Ingrid Krupp, Burg Elkerhausen. in: Nassauische Annalen 93, 1982, S. 213–224 Ingrid Krupp, Burg Elkerhausen, in: Jahrbuch für Hausforschung, Bd. 32, Detmold 1982, S. 321 ff Ingrid Krupp, Die Geschichte der Herren von Elkerhausen und ihrer Burgen, in: das münster, Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft, Heft 3, München/Zürich, 1982, S. 250 ff Ingrid Krupp, Die Stammburg der Herren von Elkerhausen genannt Klüppel, in: Burgen und Schlösser, Heft II, Braubach am Rhein, 1982, S. 111 ff F. A. Schmidt, Geschichte der Elkerhäuser Burgen. In: Nassauische Annalen 46/1, 1920/25, S. 57–80.
Weblinks Ortsteil Elkerhausen im Internetauftritt der Gemeinde Weinbach.
Fußnoten Anmerkungen
Einzelnachweise Einwohnerzahlen aus Webarchiv
Kategorie:Ort im Landkreis Limburg-Weilburg Kategorie:Geographie (Weinbach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Limburg-Weilburg) Kategorie:Ersterwähnung 1191 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974