Dutenhofen ist der östlichste Stadtteil von Wetzlar im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Der Ort hat etwa 3.169 Einwohner (Stand Januar 2024).
Geografie Der Stadtteil liegt an und über einem Nordhang des Lahntals und zählt zum Hüttenberger Land. Dutenhofen erstreckt sich südlich oberhalb der Lahn am Hang und auf einer Hochfläche, die es sich mit dem Nachbarort Münchholzhausen teilt. Am östlichen Ortsrand fließt der Welschbach, im Westen der Stehbach. Nahe Dutenhofen mündet der Kleebach in die Lahn.
Geschichte Historische Namensformen In erhaltenen Urkunden wurde Dutenhofen unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Dǒdenhouen, de (1150) [Fälschung Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3, Nr. 1336, S. 311–313] Dudenhoben, de (1246) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, S. 13 Nr. 45] Dudenhoven, de (1265) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, S. 43 Nr. 116]
Ortsgeschichte Bereits 769 (Dudari) und 770 (Duda marca) wird ein solcher Ortsname im Lahngau in Urkunden des Lorscher Codex zu Schenkungen an das Kloster Lorsch erwähnt. Allerdings sind diese nicht eindeutig Dutenhofen zuzuordnen. Als Dodenhoven wird der Ort dann eindeutig im Jahr 1150 in einer Urkunde des Klosters Schiffenberg erwähnt.wetzlar.de:
Im Jahr 1333 fiel die Westhälfte der ehemaligen Grafschaft Gleiberg mit Dutenhofen an die Grafen von Nassau-Weilburg. Mit der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen im Jahre 1866 kam Dutenhofen an Preußen.
Gebietsreform in Hessen (1970–1977) Dutenhofen war bis 1976 eine eigenständige Gemeinde. Diese wurde zum 1. Januar 1977 im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die neu gebildete Stadt Lahn eingegliedert. Nach deren Auflösung wurde Dutenhofen am 1. August 1979 zu einem Wetzlarer Stadtteil. Für Dutenhofen wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Dutenhofen angehört(e):
ab 14. Jahrhundert: Heiliges Römisches Reich, Amt Hüttenberg (Kondominium: Grafschaft Nassau und Landgrafschaft Hessen) ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Amt Hüttenberg (Kondominium: Grafschaft Nassau und Landgrafschaft Hessen-Marburg)Die Zugehörigkeit des Amtes Hüttenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: hessischer Anteil strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Amt Hüttenberg (Kondominium: Grafschaft Nassau und Landgrafschaft Hessen-Darmstadt) ab 1703: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Weilburg (durch Teilungsvertrag), Oberamt Atzbach, Amt Hütten- und Stoppelberg ab 1806: Herzogtum Nassau,Infolge der Rheinbundakte. Herzogtum Nassau, Amt Hüttenberg ab 1816: Königreich Preußen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis WetzlarAbtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Atzbach). ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar1849: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung. ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Stadt Lahn ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Wetzlar ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Wetzlar
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Dutenhofen 3030 Einwohner. Darunter waren 135 (4,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 507 Einwohner unter 18 Jahren, 1392 zwischen 18 und 49, 588 zwischen 50 und 64 und 540 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1335 Haushalten. Davon waren 465 Singlehaushalte, 336 Paare ohne Kinder und 393 Paare mit Kindern, sowie 117 Alleinerziehende und 24 Wohngemeinschaften. In 252 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 933 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Religionszugehörigkeit • 1961: 2459 evangelische (= 79,75 %) und 455 katholische (= 18,50 %) Einwohner • 2017: 1669 evangelische (= 53,5 %), 444 katholische (= 14,2 %), 1006 konfessionslose und sonstige (= 32,3 %) Einwohner
Staatsangehörigkeit Quelle: Stadt Wetzlar • 2005: 2953 Deutsche, 135 Nichtdeutsche (2,4 %) davon 61 Frauen und 74 Männer • 2012: 2935 Deutsche, 158 Nichtdeutsche (5,1 %) davon 67 Frauen und 91 Männer • 2015: 2911 Deutsche, 210 Nichtdeutsche (6,7 %) davon 83 Frauen und 127 Männer • 2017: 2897 Deutsche, 222 Nichtdeutsche (7,1 %) davon 83 Frauen und 139 Männer
Politik Ortsbeirat Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 gab es für den Ortsbeirat Dutenhofen die folgenden Ergebnisse. Zum Vergleich die Wahlergebnisse der vorhergehenden Wahlperioden.Ortsbeirat Dutenhofen, Stadt Wetzlar. Abgerufen am 30. Dezember 2022.Ergebnis Ortsbeiratswahl Dutenhofen 2016, abgerufen am 30. Dezember 2022.Ergebnis Ortsbeiratswahl Dutenhofen 2021, abgerufen am 30. Dezember 2022.
Parteien und Wählergemeinschaften %2021 Sitze2021 %2016 Sitze2016 %2011 Sitze2011 %2006 Sitze2006 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,8 3 44,7 3 51,8 4 53,6 4 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 44,8 3 34,2 2 36,8 2 32,3 2 FW Freie Wähler 19,4 1 21,1 2 11,4 1 14,1 1 Gesamt 100,0 7 100,0 7 100,0 7 100,0 7 Wahlbeteiligung in % 52,0 47,3 44,2
Ortsvorsteher Ortsvorsteher ist Andreas Altenheimer (CDU). Er löste am 4. Mai 2021 den bisherigen Ortsvorsteher Ulrich Loh (SPD) ab, der seit der Eingliederung Dutenhofens zu Wetzlar im Zuge der Auflösung der Stadt Lahn im August 1979 als Ortsvorsteher tätig war.Niederschrift der Sitzung der Ortsbeirats Dutenhofen vom 4. Mai 2021, abgerufen am 30. Dezember 2022.Uli Loh: Eine Ära geht zu Ende, Mitteilung auf der Website der SPD Wetzlar, abgerufen am 30. Dezember 2022. Stellvertretende Ortsvorsteherin ist Sigrid Schmitt (SPD).
Kultur und Sehenswürdigkeiten Vereine Dutenhofen ist die Heimat des Handball-Vereins HSG Dutenhofen-Münchholzhausen, aus dem der Bundesligist HSG Wetzlar hervorging. Die 1750 Zuschauer fassende Sporthalle Dutenhofen diente jahrelang als Spielstätte des Bundesliga-Teams und wird auch heute noch für Pokalspiele sowie für Jugend- und Reservemannschaften genutzt. Eine Reihe weiterer Sportvereine decken verschiedene Angebote im Breitensport ab, darunter der Tennisclub TC Dutenhofen und der Fußballverein SC 07 Münchholzhausen-Dutenhofen. Das Chorwesen ist in Dutenhofen durch mehrere Vereine und Gruppierungen vertreten, die aufgrund der unterschiedlichen Ansätze eine stilistisch breite Abdeckung der kulturellen Arbeit bieten. Dies sind der 1877 gegründete Männergesangverein Dutenhofen 1877 e. V. mit seinem Traditionschor und dem aus einem Projektchor hervorgegangene Chor „VocalSound“Website des MGV Dutenhofen, abgerufen am 3. Januar 2023., der als Männerchor auftretende, 1924 gegründete Gesangverein „Harmonie“ Dutenhofen e. V.Website des Gesangvereins „Harmonie“ Dutenhofen e. V., abgerufen am 3. Januar 2023., der von der Evangelischen Kirchengemeinde Dutenhofen/Münchholzhausen getragene Kirchenchor „Jubilate“Website des Kirchenchores, abgerufen am 3. Januar 2023. (gegründet im Jahr 1929)Bericht über das Jubiläumskonzert zum 90jährigen Bestehen, abgerufen am 3. Januar 2023 sowie der 1970 gegründete Chor Camerata vocale DutenhofenWebsite des Chores Camerata vocale, abgerufen am 3. Januar 2023.. Im Tal des Stehbachs befindet sich, neben Sport- und Tennisplätzen, der Festplatz, wo die Burschenschaft Dutenhofen „siccus non immo“ e. V. jährlich die Zeltkirmes ausrichtet.
Kulturdenkmäler Liste der Kulturdenkmäler in Dutenhofen
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Ortschaft ist über die Bundesautobahn 45 an der Anschlussstelle Wetzlar-Süd zu erreichen. Im Ort mündet die L 3285 aus Richtung Lahnau-Dorlar kommend auf die L 3451 (Wetzlar–Gießen). Außerdem zweigt die K 355 nach Münchholzhausen ab. Geplant ist des Weiteren eine eigene Anschlussstelle an die vierstreifige Bundesstraße 49, die nördlich an Dutenhofen vorbeiführt.
Unmittelbar nördlich des Ortes verläuft die Lahntalbahn. Der Stadtteil verfügt mit dem Bahnhof Dutenhofen (Kr Wetzlar) über eine eigene Bahnstation, an der die Regionalbahnen Dillenburg–Frankfurt und Limburg–Fulda im Stundentakt halten. Dutenhofen ist durch die Stadtbuslinie 11 in Richtung Gießen bzw. Wetzlar an das Wetzlarer Stadtbusnetz angebunden.
Öffentliche Einrichtungen Im Ort existieren eine 1933 gegründete Freiwillige Feuerwehr, eine 1912 erbaute und 1954/55 erweiterte Grundschule, zwei Kindertagesstätten, ein Stadtteilbüro, ein Gemeindezentrum und eine Sporthalle.
Dutenhofen verfügt sowohl über eine evangelische als auch eine katholische Kirche.
Freizeit In Dutenhofen befindet sich der Dutenhofener See, ein Badesee mit Campingplatz.
Industrie und Handel Im Osten des Stadtteils befindet sich ein Gewerbegebiet mit großflächigem Einzelhandel, im Ortszentrum ist zudem der Optikgerätehersteller Oculus Optikgeräte ansässig.
In Dutenhofen befinden sich Geschäftsstellen der Volksbank Mittelhessen sowie der Sparkasse Wetzlar. Außerdem ist eine Postagentur vorhanden.
Persönlichkeiten Ria Deeg (1907–2000), Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus Manfred Landfester (1937–2024), Klassischer Philologe, ab 1980 ordentlicher Professor für Griechische Philologie in Gießen (wohnte in Dutenhofen) Wolfgang Klimpke (* 1967), Handballspieler (aufgewachsen in Dutenhofen) Till Klimpke (* 1998), Handballspieler (aufgewachsen in Dutenhofen)
Literatur Reinhold Schneider, Martina Weißenmayer: Kulturdenkmäler in Hessen: Stadt Wetzlar. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1900-1, S. 371–386.
Weblinks
Stadt Wetzlar: Stadtteile: Dutenhofen
Fußnoten Anmerkungen
Einzelnachweise Webauftritt der Stadt Wetzlar (aus webarchiv): 2005; 2006; 2009; 2012; 2015; 2017 Abgerufen im Januar 2019.
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