Langenwang ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Gerichtsbezirk Mürzzuschlag und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag in der Steiermark.

Geografie Langenwang liegt im Nordosten des österreichischen Bundeslandes Steiermark. Höchster Punkt ist die nach dem Polarforscher Roald Amundsen benannte Amundsenhöhe () im Südosten des Gemeindegebietes.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Feistritzberg () Hönigsberg () Langenwang () Langenwang-Schwöbing () Lechen () Mitterberg () Pretul () Traibach ()

Die Gemeinde besteht aus den gleichlautenden 8 Katastralgemeinden Feistritzberg, Hönigsberg, Langenwang, Langenwang-Schwöbing, Lechen, Mitterberg, Pretul und Traibach.

Nachbargemeinden

Geschichte Langenwang wurde im Jahr 1232 erstmals urkundlich erwähnt. Die sich über den Talboden erhebende Festung Hohenwang hat nachweislich schon um 1122 bestanden und wird 1222 erstmals urkundlich erwähnt. Hohenwang war administratives Zentrum des Gebiets. Die Kirche St. Andreas stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde Schloss Neu-Hohenwang im Tal errichtet. Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 war die Gemeinde Teil des Reichsgaues Steiermark, 1945 bis 1955 Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

1940 wurde der Ortsteil Hönigsberg, in dem sich die stahlverarbeitende Industrie befand – auch heute gibt es in Hönigsberg noch viele Industrieunternehmen – mit etwa 1500 Bewohnern von der Gemeinde Langenwang abgetrennt und der Bezirksstadt (damals Kreisstadt) Mürzzuschlag angeschlossen.

1951 ereignete sich in Langenwang ein schweres Zugsunglück mit 21 Toten, das in ganz Österreich Aufsehen erregte.

Mit Wirkung vom 1. Jänner 1972 wurde Langenwang von der Steiermärkischen Landesregierung das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“ verliehen.Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 14. September 1971 Landesgesetzblatt für das Land Steiermark 141/1971 mini|250px|Langenwang und Umgebung um das Jahr 1876 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Einwohnerentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Feistritz mini|Pfarrkirche Langenwang

Burgruine Hohenwang: Die Ruine befindet sich auf einem steilen nach Südwesten fast senkrecht abfallenden Felsberg. Schloss Feistritz Katholische Pfarrkirche Langenwang hl. Andreas: Aus der romanischen Bauperiode des 13. Jahrhunderts stammt die Grundform des Kirchturmes und aus dem 14. Jahrhundert der frühgotische Chor.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)69115 1248187 79Produktion4853 41478472 442Dienstleistung200181 112634555 522 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Tourismus Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Krieglach und Mürzzuschlag den Tourismusverband „Waldheimat-Steirischer Semmering“. Dessen Sitz ist die Gemeinde Mürzzuschlag.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 326. S. 631–632.

Verkehr An der Südbahn liegt die Haltestelle Langenwang. Es halten zahlreiche Regionalzüge die grundsätzlich in Richtung Bruck an der Mur bzw. Mürzzuschlag fahren. Doch oft werden die Züge nach Leoben, Friesach, Neumarkt, Unzmarkt, Graz und Spielfeld-Straß verlängert. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde im November 2018 der neue Bahnhof Langenwang feierlich eröffnet. Rund 11,5 Millionen Euro wurden von den ÖBB, dem Land Steiermark und der Marktgemeinde Langenwang in den barrierefreien Umbau des alten Bahnhofs investiert. Wegen der geringen Tagesfrequenz von 300 Fahrgästen wurde seitens der ÖBB und mangels Budget auch seitens der Gemeinde keine Toilettanlage errichtet.Ein neuer Bahnhof – aber kein WC orf.at, 24. Oktober 2018, abgerufen am 24. Oktober 2018.

Politik mini|Rathaus von Langenwang Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder. Jahr Mandate je Partei ÖVP SPÖ FPÖ Grüne 1970 8 13 n.k. n.k. 1975 9 12 n.k. n.k. 1980 10 11 n.k. n.k. 1985 11 10 n.k. n.k. 1990 15 6 n.k. n.k. 1995 14 7 n.k. n.k. 2000 14 6 1 – 2005 12 8 1 n.k. 2010 12 7 2 n.k. 2015 12 4 5 n.k. 2020 14 3 4 n.k.20251038n.k. „n.k.“ = nicht kandidiert

Bürgermeister von/bis Name Partei Funktion(wenn nicht Bürgermeister)Kaisertum Österreich (1804–1867) 1850–? Josef Panhofer – Österreich-Ungarn (1867–1919) 1898–1919 Franz Schrittwieser – Erste Republik Österreich (1919–1933) 1919–1929 Josef Schöggl SDAP (jetzt SPÖ) 1929–1934 Andreas Magerl SDAP Zeit des Ständestaats – Bundesstaat Österreich (1933–1938) 1934–1935 Josef Pink – Regierungskommissär 1935–1938 Josef Pink – Zeit des Nationalsozialismus – Deutsches Reich (1938–1945) 1938–1939 Alfred Wessely NSDAP Amtswalter 1939–1945 Alfred Wessely NSDAP Besatzungszeit in der britischen Zone (1945–1955) 8. – 27. Mai 1945 Florian Gschaider SPÖ 27. Mai – 16. Oktober 1945 Franz Preitler KPÖ 16. Oktober – November 1945 Josef Paar ÖVP 1945–1959 Florian Gschaider SPÖ Republik Österreich (seit 1955) 1959–1966 Friedrich Majeron SPÖ 1966–1978 Max Sommer SPÖ 1978–1985 Johann Ledolter SPÖ 1985 – 30. November 2006 Hans Kraus ÖVP 7. Dezember 2006 – 31. Oktober 2011Kleine Zeitung vom 2. November 2011 Maximilian Haberl ÖVP ab 22. November 2011Kleine Zeitung vom 23. November 2011 Rudolf Hofbauer ÖVP Bei der Gemeinderatswahl 2025 verlor die ÖVP die absolute Mehrheit. Nach Koalitionsverhandlungen einigte sich die ÖVP auf eine Zusammenarbeit mit der SPÖ. So wurde Rudolf Hofbauer (ÖVP) bei der konstituierenden Sitzung mit 13 von 21 Stimmen als Bürgermeister wiedergewählt. Zudem wurden Gabriele Schmid (ÖVP) als 1. Vizebürgermeisterin, Landtagsabgeordneter Philipp Könighofer (FPÖ) als 2. Vizebürgermeister, Otto Wurzwallner (ÖVP) als Gemeindekassier sowie Oliver Brunnhofer (FPÖ) als weiteres Mitglied in den fünfköpfigen Gemeindevorstand gewählt.

Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juni 1961. Wappenbeschreibung: „In einem von Blau und Gold im Zinnenschnitt geteilten Schild eine goldene Krone im oberen und ein blaues Andreaskreuz im unteren Felde.“Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 12, 1962, S. 33Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 8. Mai 1961 Landesgesetzblatt für das Land Steiermark 53/1961

Gemeindepartnerschaften

Partnergemeinde ist der Markt Nittendorf im Landkreis Regensburg in Bayern. Die Partnerschaft besteht seit 1982. Partnerschaftliche Kontakte gibt es auch zur bayrischen Gemeinde Fischen im Allgäu (Landkreis Oberallgäu) mit dem Ortsteil Langenwang.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Johann Karl Leopold von Scherffenberg (1749–1771), Weihbischof von Olmütz Sepp Rosegger (1874–1948), Arzt und Komponist, Sohn des Schriftstellers Peter Rosegger Hans Menzl (1894–1951), „Spanienkämpfer“, Politiker und Mitglied des Bundesrates Karl Panzenbeck (1899–1967), Lehrer und Humorist Peter Hirsch (1915–1989), Politiker Walter Zitzenbacher (1928–1996), Dramaturg, Verlagslektor, Schriftsteller, Theaterautor, Hörspielautor und Hochschullehrer bzw. -dozent Franz Schöggl (1930–1982), Musiker und Komponist, war von 1951 bis 1967 Kapellmeister und ab 1965 Leiter des Kirchenchores in Langenwang Winfried Seidinger (1931–2009), Politiker Christian Berger (* 1945), Drehbuchautor, Filmproduzent, Kameramann, Regisseur und Hochschullehrer Christine Fröhlich (1948–2015), Politikerin Friedrich Anderhuber (1950–2018), Anatomieprofessor Kurt Russ (* 1964), Fußball-Nationalteamspieler und -trainer, Einsatz bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien Wolfgang Geisler (* 1978), Radrennfahrer, mehrere Teilnahmen an der Österreich-Rundfahrt Karin Blaser (* 1979), Skirennläuferin (Alpin), Juniorenweltmeisterin und Europacupsiegerin

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Gisela Laferl, verheiratete Wozniczak (1884–1968), Politikerin, Hotelfachfrau, Gründungsobfrau des 1911 gegründeten „Verbundes der weiblichen und männlichen Hausangestellten Österreichs“ „Einigkeit“. Franz Preitler (* 1963), Autor, Mundartdichter und Heimatforscher Josef Straßberger (* 1946), Politiker Robert Winkler (* 1991), Skirennläufer (Skicross), Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking

Literatur Othmar Pickl, Gerhard Wresounig: Die Geschichte der Marktgemeinde Langenwang. Langenwang 1997.

Weblinks

Einzelnachweise

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