mini|150px|Das Logo von Windows Vista mini|Der neue Installationsvorgang von Windows Vista
Das Betriebssystem Windows Vista (in romanischen Sprachen für „Aussicht, Ausblick“, ursprünglich vom Lateinischen videre, „sehen“) ist der Nachfolger von Windows XP und der Vorgänger von Windows 7. Windows Vista wurde am 8. November 2006 von Microsoft zunächst nur für Geschäftskunden veröffentlicht und war schließlich ab dem 30. Januar 2007 auch für Privatkunden erhältlich. Der Support durch Microsoft wurde am 11. April 2017 eingestellt.
Entwicklungsgeschichte Windows Vista wurde als Nachfolger von Windows XP mit der Versionsnummer NT 6.0 entwickelt. Es wurde als erstes Microsoft-Betriebssystem vollständig nach Microsofts Security Development Lifecycle produziert. Erstmals wurde Windows Longhorn (der interne Arbeitsname von Windows Vista), noch vor der Veröffentlichung von Windows XP, von Microsoft im Sommer 2001 angekündigt. Damals war es als Zwischenschritt zwischen XP und der übernächsten Version (damals Blackcomb) gedacht und sollte bereits Ende 2003 erscheinen. Dies verzögerte sich jedoch immer weiter, sodass die Entwicklungsarbeit an der Version für Unternehmen am 8. November 2006 abgeschlossen wurde, während die Entwicklung der Version für Privatanwender noch einige Wochen weiter lief. Verfügbar wurde Windows Vista im November 2006 für Unternehmen und Entwickler bzw. am 30. Januar 2007 für Privatkunden.
Aufgrund der Verzögerungen hatte Microsoft kurzfristig auch Shorthorn in Planung, eine Zwischenversion zwischen Windows XP und Longhorn. Diese Zwischenversion wurde dann aber verworfen, um Longhorn schneller fertigzustellen. Einige Eigenschaften von Shorthorn wurden in das Service Pack 2 für Windows XP, andere in Vista integriert.
Einer der Gründe für die Verzögerungen sind viele Funktionen, die ursprünglich erst für Blackcomb geplant waren, jedoch schon in Vista implementiert wurden. Andererseits fielen zunächst vorgesehene Funktionen und Neuerungen weg, so wurde die eigentlich für Vista geplante assoziative Dateiverwaltung WinFS erst auf einen Zeitpunkt nach Veröffentlichung von Vista verschoben, um, so Microsoft, die Entwicklung von Vista in einer „vernünftigen Zeitspanne“ abzuschließen, später dann aber ganz aufgegeben. Auch war ursprünglich geplant, unter dem Namen Next-Generation Secure Computing Base in Windows Vista eine Trusted-Computing-Umgebung einzuführen. Als Folge von Entwicklungsproblemen und massivem Protest wurde dieser Plan jedoch wieder verworfen.
Vom 30. August 2005 an veröffentlichte Microsoft monatliche „Community Technical Previews“ für MSDN-Abonnenten und ausgewählte Betatester, die am 8. Juni 2006 durch einen öffentlichen Betatest, genannt „Customer Preview Program“, abgelöst wurden, bei dem ein DownloadZuvor gab es auch öffentliche Betatests (etwa bei Windows 2000). Jedoch nicht als Download. der Entwicklungsversion 2 von Windows Vista möglich war. Am 1. Juli 2006 wurde die Downloadmöglichkeit wieder eingestellt, da laut Microsoft die Anzahl an „Testern“ (= Registrierungen) groß genug war. Auch der erste Release Candidate (RC1) von Windows Vista war ab dem 6. September 2006 öffentlich verfügbar. Insbesondere waren Neuerungen im Bereich der Sicherheit zu finden, außerdem wurden Fehler bereinigt. Am 7. Oktober 2006 folgte der „Release Candidate 2“ (RC2, Build 5744) als letzte öffentliche Version.
Weitere Versionen wurden hauptsächlich intern getestet. Bekannt ist insbesondere noch der Build 5808, der am 22. Oktober 2006 an einige Tester verteilt wurde. Der Versionssprung könnte durch das Hinzufügen der letzten unveröffentlichten Funktionen (Systemtöne, Startlogo etc.) zu erklären sein.
Am 8. November 2006 wurde die endgültige Version für Unternehmen erstellt. Sie trägt, wie die Version für Privatkunden, die Buildnummer 6000.
Nach einer Schätzung des amerikanischen Wirtschaftsmagazins BusinessWeek hatte Microsoft fünf Jahre lang rund 10.000 Angestellte für das Projekt eingesetzt und etwa 10 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung investiert.Dean Takahashi: „Why Vista might be the last of its kind“, Seattle Times, 4. Dezember 2006 Microsoft selbst beziffert die Kosten für die Entwicklung auf 6 Milliarden Dollar.
Die Washington Post berichtete 2007, dass Microsoft – ähnlich wie Apple bei der Entwicklung von Mac OS X – mit zahlreichen US-Behörden, darunter auch mit der NSA, und internationalen Einrichtungen zusammengearbeitet hat, die als Microsoft-Großkunden an Test und Entwicklung des neuen Betriebssystems mitwirken wollten."Microsoft also has sought the security expertise of other U.S. government and international entities" - For Windows Vista Security, Microsoft Called in Pros - 9. Januar 2007. Die Springer-Presse machte daraus die Schlagzeile "US-Geheimdienst kontrolliert Windows Vista" (Lars Winckler, 10. Jan. 2007)
Editionen Windows Vista war in sechs verschiedenen Editionen erhältlich, die sich in Produktumfang und Preis unterschieden: als Starter (lediglich für Schwellenländer), Home Basic (für Wachstumsmärkte und Netbooks), Home Premium (inklusive Media Center – für den breiten Markt gedacht), Business (für mittlere und kleinere Unternehmen konzipiert), Enterprise (Volumenlizenzen für Geschäftskunden) und als Ultimate (vereint alle Funktionen der anderen Versionen, ausgen. Starter).
Alle Versionen befinden sich auf derselben DVD und die Installationsroutine erkennt anhand des Produktschlüssels, welche Version installiert werden soll.
EditionBeschreibungSicherheitskrit.Updates bisMicrosoft: Informationen zu SupportlaufzeitenWindows Vista StarterÄhnlich wie die Windows XP Starter Edition ist diese Version stark eingeschränkt. Vista Starter ist vor allem für Entwicklungsländer konzipiert und soll illegalen Kopien vorbeugen. Wie schon beim Vorläufer ist es nur möglich, drei Programme gleichzeitig zu starten; sie ist auch die einzige Version, die nur eine 32-Bit-Unterstützung enthält.11. April 2017Windows Vista Home BasicVista Home Basic stellt eine abgespeckte Version für den Hausgebrauch dar. Der erweiterte Grafikmodus Aero Glass zählt nicht zum Funktionsumfang der Home-Basic-Version. Sie bietet Basisfunktionen und ist nicht für einen erweiterten Multimediagebrauch gedacht.11. April 2017Windows Vista Home PremiumDiese erweiterte Version von Vista Home Basic ist für den privaten Markt konzipiert. Sie hat einige zusätzliche Funktionen wie zum Beispiel die Unterstützung von HDTV und das Schreiben von DVDs. Außerdem weist Microsoft darauf hin, dass die Premium-Edition eine Xbox 360 als Windows-XP-Media-Center-Edition-Extender nutzen kann. Diese Version ist also vergleichbar mit Windows XP Media Center Edition 2005, ihr fehlt aber zum Beispiel die Möglichkeit, einer Domain beizutreten.11. April 2017Windows Vista BusinessÄhnlich wie Windows XP Professional zielt diese Version auf den Unternehmensbereich. Sie unterstützt Windows Server Domains und ist mit einer neuen Version des Webservers IIS ausgestattet.11. April 2017Windows Vista EnterpriseDiese auf Vista Business basierende Version ist vor allem für Großkunden gedacht und bietet zusätzlich unter anderem die Festplattenverschlüsselung BitLocker, den PC-Emulator Virtual PC Express sowie ein Subsystem, mit dem Unix-Programme (unverändert) unter Vista laufen. Diese Version wird in einer sogenannten Volumenlizenz an Großkunden verkauft. Im Gegensatz zu Windows XP müssen Vistas Volumenlizenzen auch aktiviert werden. Um den Administrationsaufwand zu verringern, stellt Microsoft einen eigenen Aktivierungsserver für Unternehmensnetzwerke zur Verfügung.11. April 2017Windows Vista UltimateVista Ultimate vereinigt die Funktionen der anderen Versionen und richtet sich laut Microsoft an Kleinunternehmer, die ihren PC privat und geschäftlich nutzen, sowie an Privatanwender, die ihren Rechner sowohl zu Hause als auch im Unternehmensnetzwerk betreiben. Diese Ausbaustufe ermöglicht dem Anwender, die Systemsprache frei zu ändern. Dies ist auch nachträglich, das heißt nach dem „Upgrade“ auf diese Version, möglich.11. April 2017
Der Mainstream-Support endete am 10. April 2012. Ursprünglich sollten nur die für den Unternehmenseinsatz gedachten Business- und Enterprise-Versionen den dann folgenden Extended Support erhalten, bei dem Microsoft weiterhin Sicherheitsupdates bietet. Am 20. Februar 2012 gab Microsoft jedoch bekannt, dass alle Windows Vista-Versionen diesen Extended Support bis zum 11. April 2017 erhalten.
Bis auf Windows Vista Starter (ehemals „Windows Starter 2007“) sind alle Versionen in einer 32-Bit- und einer 64-Bit-Version erhältlich. Windows Vista besitzt im Gegensatz zu Windows XP x64, das nur eine rudimentäre 64-Bit-Version als Zwischenlösung besaß, eine verbesserte x64-Unterstützung.
Bei Versionen für den europäischen Markt unterscheidet Microsoft (wie schon bei Windows XP) noch die „normale Edition“ und die „N-Edition“. Die EU-Wettbewerbskommission hatte Microsoft vorgeschrieben, auf eine Bündelung des Betriebssystems mit dem Windows Media Player zu verzichten, um Konkurrenten im Multimediabereich nicht zu benachteiligen.
Neuerungen Die Benutzeroberfläche Aero
Die wohl populärste Neuerung in Vista ist Aero, die neue vektorbasierte Benutzeroberfläche von Windows. Der Name leitet sich ab vom griechischen Begriff für „Luft“, und soll ein Backronym für „authentisch, energetisch, reflexiv, offen“ sein.The Sounds of Windows Vista (Microsoft blog) Im sogenannten Aero-Glass-Modus bietet die Oberfläche dem Benutzer Anwendungsfenster mit Schattenwurf, halbtransparenten Rahmen sowie flüssige Animationen beim Minimieren, Wiederherstellen, Schließen und Öffnen. Diese Oberfläche ist ab der Home-Premium-Edition enthalten. Um die Funktionen optimal nutzen zu können, muss ein sogenannter „WDDM“ (Windows Display Driver Model)-Treiber für die entsprechende Hardware installiert werden. Der Mauszeiger wurde auch verändert: Bei Hintergrundaktivität oder Auslastung wird nun (statt der Sanduhr) ein animierter „Kringel“ angezeigt. Der Zeiger wurde allgemein etwas kürzer.
Mit dem Mauszeiger lassen sich auf der Anwendungsleiste Vorschaufenster der Anwendungen zeigen. (englisch)
Mit Flip 3D kann man in Windows Vista zwischen mehreren Fenstern in einer 3D-Ansicht wechseln. Diese kann via Taskleiste oder mit + aufgerufen werden.
Integration einer Sidebar
Neu sind Microsofts Minianwendungen. Dies sind kleine spezialisierte Dienstanwendungen, die in einer Sidebar auf dem Desktop eingebunden werden können und beispielsweise Informationen über Nachrichten, das Wetter und Ähnliches anzeigen. Die Sidebar ist in der Voreinstellung aktiviert. Im Vista-Nachfolger Windows 7 wurde die Funktion leicht verändert beibehalten. Die Sidebar wurde deaktiviert, jedoch lassen sich die Minianwendungen (Gadgets) über die Systemsteuerung einzeln an beliebiger Stelle auf dem Desktop platzieren. Später (2012) erklärte Microsoft aus Sicherheitsgründen eine Abkehr von diesem Konzept und empfahl die völlige Deaktivierung von Sidebar und Gadgets.
Windows-Kontakte Das aus XP bekannte Programm Adressbuch wurde überarbeitet und in „Windows-Kontakte“ umbenannt.
Windows Mail
mini|Windows Mail
Das E-Mail-Programm Windows Mail kommt als Nachfolger von Outlook Express zum Einsatz und ersetzt dieses. Windows Mail enthält einen integrierten Spamfilter, welcher ohne Voreinstellung selbstständig Spamnachrichten ausfiltern kann und monatlich über Microsoft Update aktualisiert wird.
Windows Kalender In Windows Vista wurde ein Programm namens Windows Kalender eingeführt. Mit diesem kann man mehrere Kalender erstellen und in diese Termine eintragen.
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