Gasen ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Weiz im österreichischen Bundesland Steiermark.

Geografie Die Naturparkgemeinde Gasen liegt in der Region Almenland Teichalm-Sommeralm in der Oststeiermark. Das Gemeindegebiet umfasst das obere Tal des Gasenbaches, einem rechten Nebenfluss der Feistritz. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt im Osten auf 730 Meter Meereshöhe. Die Grenze im Süden verläuft über Streberkogel (1447 m) und Zechnerschlag/Rohregg (1434 m) zur 1150 Meter hohen Wasserscheide zum Breitenauer Bach im Westen. Den Norden begrenzen Reschenkogel (1350 m), Feichtkogel (1443 m), Aibelhöhe (1449 m) und die höchste Erhebung der Gemeinde, der Sauernkogel (1451 m).

Die Gemeinde hat eine Fläche von 34 Quadratkilometer. Davon sind 58 Prozent bewaldet, 34 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und vier Prozent sind Almen.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Amassegg () Gasen () Mitterbach () Sonnleitberg ()

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Amassegg, Gasen, Mitterbach und Sonnleitberg.

Nachbargemeinden

Geschichte

Das früheste Schriftzeugnis ist von 1324 und lautet „Gezen“. Der Name geht auf slawisch jesen (Esche) zurück. Eine römerzeitliche Straße deutet jedoch auf eine weit frühere Besiedlung hin.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Gäsen (Gasen) 1406 im Zehentbuch des Bischofs von Seckau. Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurden Gold, Silber und Magneteisen abgebaut.

Im April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Pfarrer Johann Grahsl verschleppt. Der Verschollene wurde 1948 für tot erklärt. 1959 wurde ihm von der Ortsgemeinde eine Gedenktafel außen an der Kirche errichtet, am 6. April 2025 ein Stolperstein vor dem Pfarrhof für ihn verlegt.

Bevölkerungsentwicklung

mini|hochkant|Pfarrkirche hl. Oswald mini|Stoani, Haus der Musik.2026 lebten nur noch 829 Menschen in Gasen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke Katholische Pfarrkirche Gasen hl. Oswald Sensenhammer Gasen

Musik Gasen ist Heimatort der Stoakogler, einer ehemaligen österreichischen volkstümlichen Musikgruppe. Das Stoani Haus der Musik beinhaltet eine Ausstellung, in der die Geschichte der Stoakogler im Speziellen und die Entwicklung der volkstümlichen Unterhaltungsmusik im Allgemeinen dargestellt werden.

Sport und Freizeitaktivitäten Am örtlichen Sportplatz finden regelmäßig Hobby-Fußballturniere statt. Alle 2 Jahre organisiert der Musikverein Gasen das Landesfußballturnier für Blasmusikanten, bei dem stets ca. 30 Herren- und 10 Damenmannschaften aus allen Teilen der Steiermark teilnehmen.

Am alljährlichen „Stoanilauf“ nehmen zahlreiche Amateursportler aus Nah- und Fern teil.

Im Winter organisiert der Sportverein Stocksportturniere sowie Schi- und Biathlon-Rennen.

Der Stoakogler Heimatwanderweg ist ein ca. 12 km langer Rundwanderweg entlang der Gehöfte der 3 Brüder Willingshofer.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 104 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 36 im Haupterwerb geführt. Diese bewirtschafteten 56 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor waren 51 der 53 Erwerbstätigen im Bereich Herstellung von Waren beschäftigt. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (44), Handel (19), Beherbergung und Gastronomie (17) und freiberufliche Dienstleistungen (16 Mitarbeiter). Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige202120112001202120112001Land- und Forstwirtschaft 1)58104106779390Produktion13631015334Dienstleistung33402212210884 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Ansässige Unternehmen Neben Gastronomiebetrieben, Klein- und Einzelunternehmen sind in Gasen beheimatet: Willingshofer GmbH (Stahlbau, Maschinenbau, Lohnfertigung, Landmaschinen) Step GmbH (Elektrotechnik und erneuerbare Energie)

Tourismusverband Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Fladnitz an der Teichalm, Breitenau am Hochlantsch, Passail, Pernegg an der Mur und St. Kathrein am Offenegg den Tourismusverband „Naturpark Almenland Teichalm-Sommeralm“. Dessen Sitz ist die Gemeinde Fladnitz an der Teichalm.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 313. S. 628.

Bildung

Stoanineum (Musikschule für Erwachsene) mini|Gemeindeamt Gasen

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich nach den Wahlen von 2020 wie folgt zusammen: 7 ÖVP, 2 SPÖ: Partei20202015ProzentMandate%MandateÖVP70,65769,446SPÖ29,35230,563 Bürgermeister Bürgermeister seit der Zusammenlegung der Katastralgemeinden im Jahre 1952: Patritz Köberl (ÖVP) 1952–1955 Peter Zierler (SPÖ) 1955–1970 Johann Reiter (ÖVP) 1970–1998 Erwin Gruber (ÖVP) seit 1998 Wappen Das Wappen der Gemeinde Gasen wurde am 8. Mai 1989 verliehen. Es zeigt auf grünem Grund drei silberne Eschenblätter über zwei wachsenden Berghacken, Öhr an Öhr, seitlich an die Schildränder stoßend. Die Einbindung der Eschen begründet sich im slawischen Ortsnamen „Jasen“ (Eschenbach). Die Berghacken symbolisieren die Bergbauvergangenheit des Ortes, während der grüne Grund auf den einstigen landesfürstlichen steirischen Besitz in Gasen deutet.

Persönlichkeiten Ehrenbürger 1936: Johann Grahsl (1887–1945), Pfarrer von Gasen, zuvor bereits seit 1931 Ehrenbürger der Gemeinde Mitterbach 1977: Alfred Schlacher (1907–1979), Oberschulrat, Volksschuldirektor i. R., Autor der Gasen-Bücher 1993: Die Stoakogler (Reinhold, Hans und Fritz Willingshofer) 2008: Johann Reiter, Bürgermeister von Gasen 1970–1998 2015: Hermann Schützenhöfer (* 1952), Landeshauptmann der Steiermark

Söhne und Töchter der Gemeinde Friedrich Fenz (1892–1943), SA-Führer

Literatur Die Reihe „In der Gasen I und II“ von OSR Alfred Schlacher beschäftigt sich intensiv und sehr detailgetreu mit der Geschichte des Bergbauerndorfes, insbesondere der großen Bergbaugeschichte (Arsen, Silber und Eisen Abbau). Mit dem Band „In der Gasen III“ wurde das Werk im Jubiläumsjahr 2006 (600 Jahre Gasen) um viele aktuelle Daten ergänzt. Weiters sind die beiden ersten Bände seit 2006 in einem Sammelband erhältlich. Weitere Literatur: Gasen in alten Ansichten (1993), Gasen erzählt und singt (1999)

Weblinks

Gemeinde Gasen

Einzelnachweise

Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Weiz Kategorie:Grazer Bergland Kategorie:Fischbacher Alpen Kategorie:Ersterwähnung 1406 Kategorie:Almenland