Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Gliederung: 24 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 65.000 Adresse desDekanatamtes: In den Ziegeläckern 871332 Waiblingen Dekan: Ulrich Erhardt Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Waiblingen innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg

Der Evangelische Kirchenbezirk Waiblingen ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem evangelischen Dekanat Waiblingen.

Geografie Der Kirchenbezirk Waiblingen liegt in der Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Westen des Rems-Murr-Kreises, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Berglen, Fellbach, Kernen im Remstal, Korb, Leutenbach, Rudersberg (nur Ortsteil Necklinsberg), Schwaikheim, Waiblingen, Weinstadt (nur die Stadtteile Endersbach, Großheppach und Strümpfelbach) und Winnenden.

Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Waiblingen grenzt an folgende Kirchenbezirke (beginnend im Nordosten) Backnang und Schorndorf (beide Prälatur Heilbronn) sowie Kirchenkreis Stuttgart (ehem. Kirchenbezirke Bad Cannstatt und Zuffenhausen), Ludwigsburg und Marbach am Neckar (alle Prälatur Stuttgart).

Geschichte Das Gebiet des heutigen Dekanats bzw. Kirchenbezirks Waiblingen gehört zum alten Kernland Württembergs, das ab 1534 die Reformation einführte, so dass das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt ist. Lediglich der Fellbacher Stadtteil Oeffingen ist von alters her katholisch geblieben. Waiblingen wurde 1547 Sitze eines Dekanats, damals Specialsuperintendenz. Zunächst gehörte es zum Generalat Lorch, ab 1577 zu Adelberg, ab 1810 zu Urach und ab 1823 zu Ludwigsburg. Nach Auflösung des Generalats Ludwigsburg 1913 kam es zum Generalat Heilbronn, aus der 1924 die heutige Prälatur Heilbronn hervorging, zu der es heute noch gehört. Lediglich zwischen 1992 und 2003 gehörte es zur Prälatur Ludwigsburg.

Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinden Hochberg, Hochdorf und Neckarrems in den Kirchenbezirk Ludwigsburg umgegliedert. Im Gegenzug erhielt der Kirchenbezirk Waiblingen vom Kirchenbezirk Bad Cannstatt die Kirchengemeinden Rommelshausen und Stetten im Remstal. Mit Wirkung vom 1. Januar 1990 wurden auch die Kirchengemeinden der Stadt Fellbach (einschließlich Oeffingen und Schmiden) vom Kirchenbezirk Bad Cannstatt in den Kirchenbezirk Waiblingen umgegliedert. Im Oktober 2025 beschloss die Bezirkssynode die Fusion der drei Kirchenbezirke Schorndorf, Backnang und Waiblingen zum Kirchenbezirk Rems-Murr zum 1. Januar 2028. Der Sitz des geschäftsführenden Dekans wird Waiblingen werden.Zeitenwende in evangelischer Kirche - ab 2028 kein Dekanat mehr in Schorndorf Waiblinger Kreiszeitung online, 19. Oktober 2025

Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan.

Dekane des Kirchenbezirks Waiblingen seit 1796 (Quelle: https://www.wkgo.de/personen/personensuche)

1796–1823 Philipp Friedrich Jäger (1751–1823) 1824–1835 Johann Jakob Baur (1762–1837) 1835–1856 Christoph Gottlieb Werner (1779–1860) 1856–1886 Gottlob Friedrich Bührer (1801–1894) 1887–1900 Christian Theodor Gess (1829–1905) 1901–1913 Gotthilf Herzog (1858–1923) 1914–1939 Friedrich Buck (1868–1939) 1939–1953 Hermann Konrad Zeller (1883–1953) 1953–1964 Immanuel Mann (1898–?) 1964–1978 Walther Küenzlen (1913–1999) 1978–1994 Richard Hudelmayer (1930–2023) 1994–2013 Eberhard Gröner (* 1947) 2013–2023 Timmo Hertneck (* 1959) seit 2023 Ulrich Erhardt (* 1964)

Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Waiblingen gibt es insgesamt 24 Kirchengemeinden. Davon haben sich 14 Kirchengemeinden zu insgesamt fünf Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.

Das Gebiet des Kirchenbezirks Waiblingen ist überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt daher fast in jedem Dorf auch eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In den meisten Orten (außer Waiblingen) zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Lediglich Oeffingen ist katholisch geprägt.

Kirchengemeinde Berglen Die Kirchengemeinde BerglenWebsite der Kirchengemeinde. ist aus dem Zusammenschluss der Kirchengemeinden Oppelsbohm, Hößlinswart und Steinach hervorgegangen. Sie umfasst die Gemeinde Berglen sowie den Ortsteil Necklinsberg der Gemeinde Rudersberg.

mini|links|120px|Mauritiuskirche in Oppelsbohm Oppelsbohm gehörte wie seine Nachbarorte Bretzenacker, Ödenhardt, Öschelbronn, Rettersburg und Vorderweißbuch sowie deren zugehörige Weiler kirchlich ursprünglich zu Buoch. Doch wurde 1440 in Oppelsbohm mit dem Bau einer eigenen Kirche begonnen, die ab 1525 St. Mauritiuskirche genannt wurde. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde sie zur Pfarrkirche erhoben, dessen Sprengel seither die Orte Bretzenacker, Ödenhardt (ohne den Erlenhof, der durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Juli 1954 in die Kirchengemeinde Steinach, Kirchenbezirk Schorndorf, umgegliedert wurde), Öschelbronn, Rettersburg und Vorderweißbuch umfasst. Kirchen gibt es in diesen Orten nicht. Bis ins 19. Jahrhundert gehörten auch noch Asperglen mit den zugehörigen Weilern Krehwinkel und Necklinsberg zur Pfarrei Oppelsbohm, bevor die Orte Asperglen und Krehwinkel zur Pfarrei Rudersberg-Steinenberg kamen. Lediglich Necklinsberg blieb bis heute bei der Kirchengemeinde Oppelsbohm.

Die Pfarrkirche in Oppelsbohm hat einen spätgotischen Westturm und einen netzrippengewölbten Chor. Der Turm aus dem 16. Jahrhundert wurde 1779 mit einem Fachwerkaufsatz versehen.

Seit 1978 gehören auch die Evangelischen des Stöckenhofs (Gemeinde Berglen) zur Kirchengemeinde Oppelsbohm. Durch Verfügung des Oberkirchenrats vom 2. November 1978 wurden sie von der Kirchengemeinde Bürg hierher umgegliedert.

mini|120px|Evangelische Kirche Hößlinswart Hößlinswart und Steinach bildeten bis 2019 eine eigenständige Kirchengemeinde im Kirchenbezirk Schorndorf. Kirchlich gehörten beide zunächst ebenfalls zu Buoch. 1847 erhielt Hößlinswart eine ständige Pfarrverweserei und 1864 eine eigene Pfarrei. Als Ersatz einer Kirche aus dem 17. Jahrhundert wurde im 20. Jahrhundert eine neue Kirche gebaut, die im Jahre 2003 mit einem Anbau erweitert wurde.

In Steinach ist eine Kapelle zum Heiligen Bernhard 1540 erstmals bezeugt. 1847 wurde Steinach der neu errichteten ständigen Pfarrverweserei und 1864 der Pfarrei Hößlinswart zugeordnet. Steinach hat die kapellenartige Filialkirche St. Bernhard.

Gesamtkirchengemeinde Birkmannsweiler/Höfen-Baach Die Gesamtkirchengemeinde Birkmannsweiler/Höfen-Baach (ca. 2.600) umfasst die Stadtteile Birkmannsweiler, Höfen und Baach der Stadt Winnenden. Sie besteht aus den beiden Kirchengemeinden Birkmannsweiler und Höfen-Baach.

Kirchengemeinde Birkmannsweiler mini|links|120px|Evangelische Kirche Birkmannsweiler Die Kirchengemeinde Birkmannsweiler umfasst den Stadtteil Birkmannsweiler der Stadt Winnenden. Kirchlich gehörte Birkmannsweiler zunächst zu Winnenden. 1840 wurde eine eigene Pfarrei errichtet, der durch Bekanntmachung des Konsistoriums vom 21. Januar 1910 auch die beiden Filialkirchengemeinden Höfen und Baach, die bis dahin zu Winnenden gehörten, zugeordnet wurden. Die evangelische Pfarrkirche Birkmannsweiler ist die ehemalige Ulrichskapelle, die erstmals 1524 bezeugt ist. Im 19. Jahrhundert wurde sie umgebaut. Die Holzkanzel stammt noch aus der Zeit um 1520/30.

Kirchengemeinde Höfen-Baach Die Kirchengemeinde Höfen-Baach umfasst die Stadtteile Höfen und Baach der Stadt Winnenden. Kirchlich gehörten beide Orte zunächst zu Winnenden. Durch Bekanntmachung des Konsistoriums vom 21. Januar 1910 wurden beide Orte bzw. Filialkirchengemeinden dem Pfarramt bzw. der Kirchengemeinde Birkmannsweiler zugeordnet, mit der sie seither eine Gesamtkirchengemeinde bilden. Baach hat keine Kirche, jedoch Birkmannsweiler und Höfen haben je eine eigene Kirche. Die Friedenskirche Höfen wurde 1912 erbaut.

Mit Wirkung vom 1. Juli 1987 wurde auch der Weiler Ruitzenmühle der Kirchengemeinde Höfen-Baach zugeordnet, nachdem dieser bis dahin zur Stadtkirchengemeinde Winnenden gehörte.

Kirchengemeinde Bittenfeld mini|hochkant|Rathaus und Evang. Kirche Waiblingen-Bittenfeld Die Kirchengemeinde Bittenfeld (ca. 2.100) umfasst den Stadtteil Bittenfeld der Stadt Waiblingen. Eine Kirche wurde in Bittenfeld 1225 erstmals genannt. Die später wohl auch als Ulrichskapelle bezeichnete Kirche war Filiale der Martinskirche in Siegelhausen (heute zur Stadt Marbach am Neckar gehörig), die im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. 1406 wurde die Pfarrei von Siegelhausen nach Bittenfeld verlegt. Das Patronat stand dem Stift Backnang zu und gelangte dann an Württemberg. Die Kirche in Bittenfeld ist eine frühgotische Chorturmanlage, der Turm wurde um 1300 erbaut und später verändert. Die Ausstattung stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Kirchengemeinde Breuningsweiler Die Kirchengemeinde Breuningsweiler umfasst den Stadtteil Breuningsweiler der Stadt Winnenden. Kirchlich gehörte Breuningsweiler zunächst zur Pfarrei Winnenden. 1922 wurde eine eigene Kirche erbaut und auch eine eigene Filialkirchengemeinde errichtet. Mit Wirkung vom 4. Dezember 1977 wurde das Filialverhältnis zur Kirchengemeinde Winnenden gelöst und die Kirchengemeinde Breuningsweiler als selbständige Kirchengemeinde errichtet.

1973 wurde die Kirche in Breuningsweiler neu erbaut und 1995/96 innen renoviert. Heute wird die Kirchengemeinde Breuningsweiler vom Pfarramt Buoch betreut.

Kirchengemeinde Endersbach mini|hochkant|Evang. Kirche Weinstadt-Endersbach Die Kirchengemeinde Endersbach (ca. 3.100) umfasst den Stadtteil Endersbach der Stadt Weinstadt. Kirchlich gehörte Endersbach zunächst zu Waiblingen. Die Kapelle St. Agatha in Endersbach wurde 1462 zur Pfarrkirche erhoben. Das Patronat hatte Württemberg, das die Reformation einführte. Die Kirche St. Agatha ist eine spätgotische Chorturmanlage mit Schiff, das um 1730 barock umgebaut wurde. Die Kirchengemeinde hat auch ein Gemeindehaus in der Schulstraße. In der Kirchengemeinde gibt es einen Kirchenchor und einen Posaunenchor, die beide bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet wurden. Seit 1999 gibt es noch den „Chor Creation“, einen Gospelchor für jüngere Gemeindeglieder, der inzwischen auch von der Kirchengemeinde Großheppach unterstützt wird. Die Kirchengemeinde Endersbach ist auch an der Sozial- und Diakoniestation Weinstadt beteiligt.Internetauftritt der Kirchengemeinde Endersbach

Kirchengemeinde Fellbach