Waffenstudent ist die traditionelle Bezeichnung für das Mitglied einer Studentenverbindung, die zur Mensur mit studentischen Fechtwaffen steht.
Entstehung des Begriffs Die Tradition entwickelte sich im 18. Jahrhundert an deutschen Universitäten. Sie wurzelte im Duellwesen, das im 19. Jahrhundert bei Offizieren, im Adel und im Bürgertum verbreitet war. Der Begriff ist heute nur in der Studentensprache gebräuchlich und wird auch unter Studentenverbindungen nicht einheitlich gebraucht und teilweise abgelehnt. Da das Fechten die Waffenstudenten verbindet, ist es bei einigen Korporationsverbänden üblich, andere Waffenstudenten als „Waffenbruder“ anzureden. Bei den Corps ist diese Anrede verpönt.
Viele Studentenverbindungen verlangten vor dem Zweiten Weltkrieg von ihren Mitgliedern keine Pflichtmensuren, gaben aber unbedingte Satisfaktion. Auch sie wurden zu den Waffenstudenten gezählt. Von 1941 bis 1944 war Würzburg die Hochburg des Waffenstudententums.
Bedeutung Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wollten die österreichischen Waffenstudenten in der Akademischen Legion (1914) gemeinsam für die alldeutsche Sache kämpfen.
Literatur Rudolf Beglinger: Die Waffen der Studenten vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Einst und Jetzt, Bd. 50 (2005), S. 61–70. Rainer Assmann: Studentische Waffen 1849 – Acten betreffend ... konfiszierter Gegenstände. Einst und Jetzt, Bd. 42 (1997), S. 87–89. Georg Objartel: Akademikersprache im 19. Jahrhundert. Auch als Beitrag zur Erforschung von Vereinssprachen, in: D. Cherubim, K. J. Mattheier (Hg.): Voraussetzungen und Grundlagen der Gegenwartssprache. Verlag Walter de Gruyter, Berlin–New York 1989, S. 197–228, ISBN 3-11-011349-X. Digitalisat
Kategorie:Mensur Kategorie:Korporierter (Bezeichnung)