Lilo Grahn (* 21. Februar 1943 in Waltershausen; † 14. März 2007 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Leben und Karriere Nach Kindheit und Schulzeit in Friedrichroda absolvierte Grahn von 1961 bis 1964 ein Schauspielstudium an der Staatlichen Hochschule in Potsdam-Babelsberg, ehe sie in Schwerin als Theaterschauspielerin debütierte. Nach einer mehrjährigen Bühnentätigkeit in Wittenberg wurde sie freischaffende Schauspielerin.

Bekanntheit erlangte sie vor allem 1967 für ihre Darstellung des Siedlermädchen Judith Hutter in Groschopps DEFA-Indianerfilm Chingachgook, die große Schlange nach James Fenimore Cooper. Zu ihren weiteren Filmen zählen u. a. die Stanislaw-Lem-Verfilmung Der getreue Roboter, die Historienkomödie Hauptmann Florian von der Mühle (mit Manfred Krug), das Drama Januskopf (mit Armin Mueller-Stahl) sowie mehrere Filme der Krimireihe Polizeiruf 110.

mini|Grabstätte Daneben arbeitete Lilo Grahn auch als Synchronsprecherin und lieh ihre Stimme u. a. Jana Štěpánková in der Fernsehserie Das Krankenhaus am Rande der Stadt, Joyce Blair im Mehrteiler Die letzten Tage vom Pompeji und Delores Hall in deren Seriendauerrolle in Diagnose: Mord. Außerdem wirkte sie bei zahlreichen Hörspielen mit, u. a. Der Mantel (1976) und Der verschollene Krieger (1974).

Lilo Grahn war seit 1981 in dritter Ehe mit dem Grafiker Herbert Sandberg verheiratet. Sie ist auf dem Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden in Berlin-Mitte neben Herbert Sandberg bestattet.

Filmografie (Auswahl) 1964: Mir nach, Canaillen! als Bauernmädchen 1964: Engel, Sünden und Verkehr (Stacheltier-Kurzfilm) 1965: Arabische Nächte (unveröffentlichter Fernsehfilm) 1966: Zeugen (Fernsehspiel) als Mrs. Mercer 1967: Chingachgook, die große Schlange als Judith Hutter 1967: Geheimkommando Ciupaga (Fernsehfilm) als Joanna 1967: Hochzeitsnacht im Regen als Sekretärin 1967: Geheimcode B/13 (Fernseh-Vierteiler) als Chefsekretärin 1968: Hauptmann Florian von der Mühle als Resi 1968: Mord am Montag als Gitte Moosbauer 1969: Wie heiratet man einen König? als Heide 1971: Januskopf als Hebamme 1971: Dornröschen (1971) als Edelfrau 1971: Husaren in Berlin als Frau Splitgerber 1976: Polizeiruf 110: Vorurteil? (Fernsehreihe) als Gerda Fenner 1977: Der Hasenhüter (Fernsehfilm) als 2. Hofdame 1977: Der getreue Roboter (Fernsehfilm) 1978: Polizeiruf 110: In Maske und Kostüm (Fernsehreihe) als Sybille 1980: Grenadier Wordelmann als Dritte Plörösenmieze 1981: Die Erbschaft (Fernsehfilm) als Madame Torchebeuf 1984: Schauspielereien (2 Episoden)

Hörspiele 1968: Emmanuel Roblès: Männerarbeit – Regie: Edgar Kaufmann (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1974: Giorgio Bandini: Der verschollene Krieger (Frau im Zug) – Regie: Peter Groeger (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1974: Hans-Jürgen Bloch: Nicht nur tausendjährige Eichen (Serviererin) – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1976: Roald Dahl: Der Mantel (Miss Pulteney) – Regie: Joachim Staritz (Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR) 1981: Richard von Volkmann: Pechvogel und Glückskind – Regie: Christa Kowalski (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR)

Literatur Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8, S. 117.

Weblinks

Lilo Grahn in der Deutschen Synchronkartei

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