Wilhelm Dieck (* 12. Januar 1867 in Würzburg; † 28. Februar 1935 in Berlin) war ein deutscher Zahnmediziner, der sich vor allem um die Einführung der Röntgentechnik in die Zahnmedizin verdient gemacht hat.
Lebenslauf
Wilhelm Dieck wurde am 12. Januar 1867 in Würzburg12. Januar. In: Tageskalender des Luisenstädtischen Bildungsvereins (nach einer anderen Quelle in der Nähe von EssenNachruf auf Dieck im , S. 374 f.) geboren. Nach dem Abitur studierte er ab 1885 Zahnmedizin in Berlin. Hier legte er 1887 die Prüfung ab und arbeitete danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter unter Friedrich Carl Ferdinand Busch und Willoughby D. Miller. 1896 promovierte er in Würzburg. 1907 wurde er als außerordentlicher Professor Leiter des Konservierenden Abteilung des Zahnärztlichen Institutes der Universität Berlin und damit Nachfolger von Miller. Von 1924 bis zu seinem Tode war er Geschäftsführender Direktor des Zahnärztlichen Institutes. 1929 wurde er Mitglied der „International Association For Dental Research“ (IADR).Protokoll des achten „General Meeting“ der IADR. (PDF) jdr.iadrjournals.org, S. 421. 1933 trat er der Einheitsfront der Zahnärzte bei, um sich dem nationalsozialistischen „Führerprinzip“ zu verpflichten, einem fundamentalen Prinzip des Faschismus der Zwischenkriegszeit und seiner Führerparteien.
Wilhelm Dieck starb 1935 im Alter von 68 Jahren in Berlin und wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt. Das Grab ist nicht erhalten.Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 579.
Wissenschaftliche Bedeutung Gemeinsam mit Otto Walkhoff betrieb Dieck die Integration der Röntgentechnik in die Zahnheilkunde. Die ihm oft zugeschriebene Halbwinkeltechnik hat er allerdings erst 1911 in seinem Lehrbuch veröffentlicht. Sie war zuvor bereits 1907 von dem damals in München arbeitenden polnischen Zahnmediziner Antoni Cieszyński beschrieben worden.
Eine große Rolle spielte Dieck bei der Rehabilitierung des Amalgams im Zuge der Amalgamkontroverse in den 1920er Jahren.Ingrid Müller-Schneemayer: Die Amalgamkontroverse in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. d-nb.info
Veröffentlichungen W. Dieck: Anatomie und Pathologie der Zähne und Kiefer im Röntgenbilde mit besonderer Berücksichtigung der Aufnahmetechnik. Lucas Gräfe & Sillem, Hamburg 1911. W. Dieck: Über den Stand der Frage: Quecksilberintoxikation durch Amalgamfüllungen. In: Dtsch. Mschr. Zahnhk., 45, 1927, S. 833–856.
Einzelnachweise
Kategorie:Zahnarzt Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Humboldt-Universität zu Berlin) Kategorie:Geschichte der Zahnmedizin Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1867 Kategorie:Gestorben 1935 Kategorie:Mann