Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 23. Wiener Gemeindebezirks, Liesing. Das Areal wurde, damals als 25. Bezirk, 1938 in die Stadt Wien eingemeindet.
Historische Straßennamen – Literatur – Weblinks rechts|rahmenlos|210px
A mini|Anton-Baumgartner-Straße vor dem Wohnpark Alt-Erlaa mini|Wohnhäuser für Angestellte der Sarg-Werke,Dehio-Handbuch Wien, Band 3: X. bis XIX und XXI bis XXIII. Bezirk. Verlag Schroll, Wien 1996. ISBN 3-7031-0693-X. Seite 706. Alois-Dachs-Gasse Nr. 6 und 8. Achtergasse (Liesing), benannt (Datum unbekannt) nach dem Lehrer Lorenz Achter (1834–1904), Schuldirektor; er gründete die Freiwillige Feuerwehr Liesing. Adamovichgasse (Inzersdorf), 1982 benannt nach dem Juristen Dr. Ludwig Adamovich senior (1890–1955), Universitätsprofessor in Prag, Graz und Wien, Justizminister (1938); in der NS-Zeit war er zwangspensioniert, danach war er Rektor der Universität Wien (1945–1947) und Präsident des österreichischen Verfassungsgerichtshofes (1946–1955). Sein Sohn Ludwig Adamovich junior war später ebenfalls Präsident des Verfassungsgerichtshofes (1984–2002). Aidagasse (Inzersdorf), 1960 benannt nach der Oper Aida von Giuseppe Verdi. Sie wurde 1871 – zwei Jahre nach Eröffnung des Suezkanals – uraufgeführt; die österreichische Erstaufführung fand 1874 in der Hofoper statt. Akaziengasse (Siebenhirten), 1952 benannt nach der Pflanzengattung der Robinien, die fälschlicherweise oft auch Akazien genannt werden. Der erste Akazienbaum in Europa wurde von Kaiser Karl VI. in der Favorita gepflanzt. Alfons-Petzold-Gasse (Mauer), 1925 benannt nach dem Schriftsteller Alfons Petzold (1882–1923); sein erfolgreichstes Buch, eine stilisierte Schilderung seiner schweren Kindheit und Jugend, erschien 1920 unter dem Titel „Das rauhe Leben“. Petzold galt mit seinem Werk, in dem er auf eigenwillige Art soziale Thematik und religiöse Sichtweisen bis hin zu Mystik und Pantheismus verband, zu Lebzeiten als bedeutender Arbeiterdichter. Die Petzoldgasse im 11. Bezirk Simmering ist ebenfalls nach ihm benannt. Alma-König-Weg (Atzgersdorf, Mauer), 1977 benannt nach der Schriftstellerin Alma Johanna Koenig (sic! 1887–1942), verheiratet Alma Johanna Freifrau von Ehrenfels, Pseudonym „Johannes Herdan“. Sie schrieb Romane („Der heilige Palast“ 1922, „Die Geschichte von Half, dem Weibe“ 1924, „Leidenschaft in Algier“ 1932), weiters Erzählungen und Gedichte. 1942 wurde sie als Jüdin ermordet. Alma-Seidler-Weg (Erlaa), 2000 benannt nach der Kammerschauspielerin Alma Seidler (1899–1977); sie war ab 1918 am Burgtheater tätig (Ehrenmitglied 1960), und spielte auch in zahlreichen Filmen. Verheiratet war sie mit dem Regisseur Karl Eidlitz. Nach ihrem Tod wurde 1978 der Alma-Seidler-Ring als Auszeichnung für die bedeutendste Bühnenkünstlerin des deutschen Sprachraums gestiftet. Alois-Dachs-Gasse (Liesing), 1957 benannt nach Alois Dachs (1890–1952), Gemeinderat in Liesing. Die Gasse hieß davor Arbeitergasse. Altmannsdorfer Straße (Inzersdorf, Erlaa, Siebenhirten), 1894 benannt nach dem ehemaligen Vorort Altmannsdorf, dessen Name sich auf den Bischof und Heiligen Altmann von Passau bezieht. Die Straße hieß um 1742 Laxenburger Allee und danach Laxenburger Straße. Bis 1954 hieß ein Abschnitt Hofalleestraße. Altomontegasse (Inzersdorf), 1936 benannt nach dem Barockmaler Martino Altomonte (eigentlich Martin Hohenberg, 1657–1745); er schuf vor allem Altarbilder („Heilung des Lahmen durch Petrus und Johannes“ in der Peterskirche, „Erweckung des Jüngling von Naïn“ in der Karlskirche, „Hl. Januarius“ im Stephansdom), sowie Deckenfresken im Unteren Belvedere. Altwirthgasse (Inzersdorf), 1955 benannt nach Erika Altwirth (1866–1927), Gemeinderätin in Inzersdorf. Die Gasse hieß davor Ferdinandgasse. Alvarsgasse (Atzgersdorf), 1954 benannt nach dem englischen Harfenvirtuosen und Komponisten Elias Parish Alvars (eigentlich Eli Parish, 1804–1849); er setzte Maßstäbe bei der Entwicklung der modernen Spieltechnik auf der Harfe und komponierte Werke für dieses Instrument. Er übersiedelte 1836 nach Wien, wo er Freundschaft mit Carl Czerny schloss und Kompositionsstudien bei Simon Sechter betrieb. Am Badfeld (Rodaun), benannt (Datum unbekannt) nach einer ehemaligen Wiese und einem Sommerbad beim Gasthaus Stelzer. Siehe An der Au. Am Hasensprung (Mauer), 1914 benannt nach einem Flurnamen. Am Rosenberg (Mauer), 1965 benannt nach einem Flurnamen, der auch für die heutige Katastralgemeinde Rosenberg namensgebend war. Am Rosenhügel (Atzgersdorf), 1922 benannt nach dem 258 m hohen Rosenhügel. Er hat seinen Namen von ausgedehnten Rosenkulturen, die sich früher an dieser Stelle befanden. Die Verbauung des Hügels ging mit dessen stückweise erfolgter Eingemeindung zu Wien einher. Am Spiegeln (Mauer), 1912 benannt nach dem historischen Riednamen „Spiegeln“. Die Gasse hieß vorher Kant-Gasse. Ambrosweg (Rodaun), 1954 benannt nach dem Musikhistoriker und Komponisten August Wilhelm Ambros (1816–1876); er lebte in Prag und Wien und verfasste eine fünfbändige „Geschichte der Musik“ (1862–1882, posthum vollendet). Weiters komponierte er Lieder und Kammermusik sowie zahlreiche nie publizierte Opern. Die Gasse hieß davor Jägerweg. Amstergasse (Atzgersdorf), 1967 benannt nach dem Kaufmann Samuel Amster (1868–1942); er betrieb ein Möbelgeschäft und Geldverleih;Heide Liebhart: Zur mahnenden Erinnerung durch Straßenbenennungen in Wien 23, in: david.juden.at, abgerufen am 19. September 2019 1942 wurde er im KZ Riga ermordet. An den Steinfeldern (Liesing), 1942 benannt nach einem Flurnamen, der sich auf mit Steinen durchsetzte Felder bezieht. An der Au (Rodaun), benannt (Datum unbekannt) nach dem ehemaligen Schwimmbad „An der Au“, das zum Gasthaus Stelzer gehörte. Siehe Am Badfeld. An der Liesing (Rodaun), 1947 benannt nach der Lage der Gasse entlang des Liesingbachs. Die Liesing entsteht im Gebiet von Rodaun aus dem Zusammenfluss der Dürren Liesing und der Reichen Liesing; sie mündet nach circa 30 Kilometer langem Lauf in die Schwechat. An der Schloßmauer (Erlaa), benannt (Datum unbekannt) nach der Lage der Gasse entlang der alten Mauer des Schlosses Alterlaa. Anreitergasse (Inzersdorf), 1956 benannt nach dem Maler Alois von Anreiter (1803–1882), geboren in Bozen in ärmlichen Verhältnissen. Er wurde in Wien ein bekannter Porträtmaler und malte z. B. Kardinal Rauscher sowie Mitglieder des Hochadels; er schuf weiters Aquarelle und Miniaturen.Kurzbiografie Alois von Anreiter (PDF; 177 kB) Anreiter betätigte sich in den 1860er-Jahren auch als Atelierfotograf und schrieb Aufsätze über Architektur. Anton-Baumgartner-Straße (Atzgersdorf, Erlaa, Inzersdorf), spätestens 1934 benannt nach Anton Baumgartner (1858–1932), Gemeinderat in Erlaa. Die Straße hieß davor Steinhofstraße. Anton-Freunschlag-Gasse (Siebenhirten), benannt (Jahr unbekannt) nach dem Fuhrwerksbesitzer Anton Freunschlag (1851–1907), Bürgermeister von Siebenhirten (1890–1907). Anton-Heger-Platz (Atzgersdorf), benannt (Datum unbekannt) nach dem Gastwirt Anton Heger (1821–1899), Bürgermeister von Atzgersdorf. Anton-Krieger-Gasse (Mauer), 1909 benannt nach dem Kaufmann Josef Anton Krieger (1828–1905), Bürgermeister von Mauer (1882–1885 und 1888–1891). Ein Teil der Gasse hieß 1926–1934 Dreiständegasse (siehe dort), 1934–1938 Carl-Vaugoin-Gasse und 1938–1957 wieder Dreiständegasse. Der westlichste, höchstgelegene Teil bis zur Kalksburger Straße hieß noch in der NS-Zeit Alleegasse und ein weiterer Teil Hasnergasse. Die Verlängerung der Gasse, heute ein Wiesenweg, entlang der Mauer der ab 1938 errichteten Kaserne der Luftnachrichtentruppe auf dem Georgenberg hieß Elisabethpromenade. Anton-Ochsenhofer-Gasse (Inzersdorf, Kleingartensiedlung „Liesingtal“), 1958 benannt nach Anton Ochsenhofer (1889–1958), Gemeinderat von Inzersdorf (1922–1934), Obmann des Fürsorgerats (1945–1958). Anton-Strutzenberger-Weg (Mauer, Kleingartenanlage „Mauer–Heudörfel“), (nicht amtlich) benannt nach Anton Strutzenberger (1866–1951). Strutzenberger war Kirchenvater und Gemeinderat in Mauer sowie Mitbegründer des Kleingartenvereins „Mauer–Heudörfel“. Arabellagasse (Liesing), 1959 benannt nach der Oper Arabella (uraufgeführt 1933) von Richard Strauss, die in einem operettenhaften Milieu im Wien der 1860er Jahre spielt. Aschbachgasse (Mauer), 1961 benannt nach dem deutschen Historiker Joseph Aschbach (1801–1882), Professor für Geschichte an der Universität Bonn (1842–1853) und an der Universität Wien (1853–1872), Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1856); er verfasste u. a. das „Allgemeine Kirchenlexikon“ (4 Bände, 1946–1850) und die „Geschichte der Wiener Universität“ (3 Bände, 1865–1872). Atzgersdorfer Platz (Atzgersdorf), 1990 benannt nach dem ehemaligen Vorort und heutigen Liesinger Bezirksteil Atzgersdorf, der bereits 1130 als „Azichinstorf“ urkundlich erwähnt wurde. Der Name Atzgersdorf ist eine Kombination aus dem Personennamen „Atzichî“ und dem Wort Dorf. Atzgersdorfer Straße (Atzgersdorf), 1918 benannt; siehe Atzgersdorfer Platz. Atzlergasse (Siebenhirten), 1954 benannt nach Alois Atzler (1860–1930), Gemeinderat in Siebenhirten. Die Gasse hieß davor Moritz-Zander-Gasse. Auer-Welsbach-Straße (Atzgersdorf), benannt (vor 1956 als -Gasse, Datum unbekannt) nach dem Chemiker und Unternehmer Carl Auer von Welsbach (1858–1929); er erwarb sich Verdienste als Entdecker der chemischen Elemente Neodym, Praseodym, Ytterbium und Lutetium und als Erfinder des Glühstrumpfs im Gaslicht, der Metallfadenlampe und des Zündsteins im Feuerzeug. Er errichtete 1887 nahe der Straße an der Liesing eine Fabrik, die ab 1902 Osram-Werke hieß; das Areal zählt heute zum Wohnpark Alterlaa. Auf der Schanz (Siebenhirten), benannt (Datum unbekannt) nach den 1645 während des Dreißigjährigen Kriegs aus Furcht vor einem schwedischen Angriff errichteten Schanzen. Siehe auch die Wolfsschanzengasse in Floridsdorf. August-Greiml-Weg (Mauer, Kleingartenanlage „Mauer–Heudörfel“), (nicht amtlich) benannt nach August Greiml (1867–1950), Kleingartenvereinsfunktionär. Aumühlstraße (Rodaun), benannt (Datum unbekannt) nach einer einst an dieser Stelle bestandenen Aumühle. Autofabrikstraße (Atzgersdorf), 1954 benannt nach der ehemaligen Autofabrik Automobilfabrik Perl AG; das Unternehmen begann 1922 in Liesing mit der Produktion von Automobilen, vor allem Klein- und Kleinstwagen. 1929 wurde die Produktion nach der Fusion mit Gräf & Stift vorübergehend und 1954 endgültig eingestellt. Die Straße hieß davor Siebenhirtenstraße.
B mini|Breitenfurter Straße bei Kalksburg-Kirchenplatz Barakgasse (Liesing), 1959 bekannt nach einer Figur aus der Oper Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss, die 1919 in Wien uraufgeführt wurde. Basler Gasse (Siebenhirten), 1957 benannt nach der Schweizer Stadt Basel. Mit Hilfe von Spenden durch die Stadt Basel konnte nach dem Zweiten Weltkrieg in dieser Gasse die Volksschule Basler Gasse errichtet werden. Die Gasse hieß davor Josef-Weichselbaum-Gasse. Batschegasse (Atzgersdorf), 1954 benannt nach dem Graveur Anton Batsche (1826–1897). Er wurde 1861 Mitglied des Künstlerhauses; 1864 schuf er vier gravierte Tafeln für die Eingangshalle des Krankenhauses Rudolfstiftung. Die Gasse hieß vorher Quergasse; ein Teil der Gasse hieß bis 1958 Höpfergasse. Beduzziweg (Atzgersdorf), 1955 benannt nach dem Theateringenieur, Dekorationsmaler und Architekten Antonio Maria Niccolò Beduzzi (1675–1735); er errichtete 1708 das Theater am Kärntnertor und 1710–1730 das Schloss auf dem Leopoldsberg. Die Fresken im Großen Saal des Palais Niederösterreich gelten als sein Hauptwerk. Der Weg hieß davor Adalbert-Stifter-Weg.