Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 16. Wiener Gemeindebezirks Ottakring
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A mini|Carl Ferdinand von Arlt Abelegasse (Ottakring), 1856 benannt nach dem Gastwirt Thomas Abele (1798–1869), Gemeinderat. Hieß um 1783 Feldweg und ab 1835 Untere Hauptstraße. Adolf-Czettel-Gasse (Ottakring), 1998 benannt nach dem Politiker Adolf Czettel (1924–1988), Präsident der Arbeiterkammer Wien (1976–1988). Er war Mitglied des Wiener Landtags und Gemeinderats (1969–1976, SPÖ) und Abgeordneter zum Nationalrat (1979–1988); 1984 wurde er zum Präsidenten des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger gewählt. Im Historikerbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ aus dem Jahr 2013 ist die Straße Gruppe C (demokratiepolitisch relevante biographische Lücken) zugeordnet. Agricolagasse (Ottakring), 1936 benannt nach dem Maler und Kupferstecher Karl Agricola (1779–1852); er übersiedelte als 14-Jähriger 1793 von Karlsruhe nach Wien und blieb hier sein Leben lang. Sein künstlerischer Schwerpunkt lag auf Portraitminiaturen in Aquarell und Öl. Er zählte nicht zu den führenden Meistern seiner Zeit, war aber bei Kaiserhof, Adel und Bürgertum sehr beliebt und viel beschäftigt. Albrechtskreithgasse (Ottakring), 1888 benannt nach einem Flurnamen. Der Name Albertsgeräut wurde bereits 1267 urkundlich erwähnt; vermutlich wurde die Gegend einst von einem Albrecht gerodet. Am Predigtstuhl (Ottakring), 1971 benannt nach dem Flurnamen. Der Stadtplan bezeichnete schon 1912 die dortige Anhöhe nordöstlich des Schlosses Wilhelminenberg bis zur Wilhelminenstraße, am östlichen Hang des Gallitzinberges (volkstümlich: Wilhelminenberg) gelegen, als Predigtstuhl. Ameisbachzeile (Ottakring), 1925 benannt nach dem Ameisbach; er entspringt am Steinhof und mündet in den Wienfluss. 1908 wurde der Bach großteils eingewölbt. Ammerweg (Ottakring), 1953 benannt nach der mit den Finken verwandten Vogelfamilie der Ammern. An der Scheibenwiese (Ottakring), 1905 benannt nach einer alten Ortsbezeichnung. Die Gegend diente einst als Holzlagerstätte der Bauern. Anton-Geiger-Weg (Ottakring), 2001 benannt nach dem Beamten Anton Geiger (1882–1970), Leiter des Arbeitsamtes Ottakring, Gewerkschafter (SPÖ); vorher nichtamtlich. Arltgasse (Ottakring), 1887 benannt nach dem Chirurgen und Ophthalmologen Ferdinand von Arlt (1812–1887), Professor für Augenheilkunde an der Universität Wien (1856–1883), Leiter der Augenklinik. Durch Anwendung der Pathologie, Physiologie und Histologie auf die Augenheilkunde wurde er einer der Begründer dieses Fachs als eigenständige Wissenschaft. Sein Lehrbuch „Die Krankheiten des Auges für practische Ärzte“ (3 Bände, 1851–1856) fand weltweite Verbreitung. Arnethgasse (Ottakring), 1894 benannt nach dem Archäologen und Numismatiker Joseph von Arneth (1791–1863), Direktor des Münz- und Antikenkabinetts (ab 1840), Professor der Numismatik und Altertumskunde an der Universität Wien (ab 1841). Er wurde durch zahlreiche Schriften über Numismatik, Archäologie und Kunstgeschichte bekannt. Die Gasse hieß davor Wagnergasse. Auf der Schottenwiese (Ottakring), 1923 benannt nach einem Flurnamen.
B mini|Bernhard Baumeister mini|Brunnengasse mit Brunnenmarkt Bachgasse (Ottakring), 1864 benannt nach dem Ottakringerbach, der am Gallitzinberg entspringt und in den Wienfluss mündet. 1847 wurde er teilweise, 1881 so gut wie ganz eingewölbt. Die Gasse hieß davor Am Liebhartsgraben. Baldiagasse (Ottakring), 1893 benannt nach dem Baumeister Ferdinand Baldia (1818–1869), Gemeinderat in Ottakring. Baumeistergasse (Ottakring), 1920 benannt nach dem Burgschauspieler Bernhard Baumeister (eigentlich Bernhard Baumüller, 1827–1917); er kam 1852 von Hannover und Oldenburg an das Wiener Hofburgtheater und wurde auf Lebzeiten engagiert. Anfangs spielte er Naturburschen und Bonvivants, später übernahm er meist ältere humoristische Rollen (Falstaff, Götz, Petruchio etc.) Insgesamt hatte er 6.299 Auftritte in 494 verschiedenen Rollen. Die Gasse hieß davor Roterdstraße. Beringgasse (Ottakring), 1904 benannt nach dem Geistlichen Gottfried Bering (1700–1777), Pfarrer von Hernals. Bertoligasse (Neulerchenfeld), 1883 benannt nach Franz Basilius [Francesco Basilio] Bertoli (1782–?) aus venezianischer Familie, Seidenfabrikant auf dem Schottenfeld. Nach dem Einmarsch der französischen Armee 1809 erhob sie von den Gemeinden eine „Kontribution“, eine Kriegssteuer zum Unterhalt der französischen Truppen. Bertoli borgte der Gemeinde Neulerchenfeld den Betrag und verhinderte dadurch die Plünderung des Ortes durch die Franzosen (Fassadenmalerei am Haus Nr. 3). Die Gasse hieß davor Krebsgasse. Blumberggasse (Ottakring), ca. 1850 benannt nach der Schneiderfamilie Blumberg, die seit 1839 den „Blumberghof“ auf Nr. 13 besaß. Blümelhubergasse (Ottakring), 1936 benannt nach dem Bildhauer und Stahlschneider Michael Blümelhuber; er gründete 1910 in Steyr ein Meisteratelier und brachte die Technik des Stahlschnitts auf künstlerische Höhe. Seine Arbeiten wurden auf der Weltausstellung Paris 1900 international beachtet. Der Stahlschnitt – auch Stahlgravur genannt – ist eine Weiterentwicklung der Handgravurtechnik. Das Hauptaugenmerk liegt auf der plastischen, dreidimensionalen Gestaltung des Stahls. Diese Arbeitstechnik hatte ihren Ursprung in der Entwicklung der Werkzeugstahltechnologie im 17. Jahrhundert. Zu Beginn wurden mit dieser Technik Gebrauchsgegenstände und Waffen gefertigt und veredelt. Erst Blümelhuber fertigte in dieser Technik auch Kunstgegenstände an.Michael Blümelhuber in Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00742-9, S. 404 Brestelgasse (Ottakring), 1883 benannt nach dem Mathematiker und Politiker Rudolf Brestel (1816–1881), Assistent an der Wiener Sternwarte, Lektor der Mathematik an der Universität Wien; er setzte sich in der Revolution von 1848/1849 im Kaisertum Österreich für freiheitliche Ideale ein, wurde des Amts enthoben und schlug eine journalistische und politische Laufbahn ein. 1861 wurde er in den Landtag von Niederösterreich gewählt und war Abgeordneter zum österreichischen Reichsrat (1864–1881). Von 1867 bis 1870 war er k.k. Finanzminister im sogenannten Bürgerministerium, das anfangs von Karl von Auersperg geleitet wurde. Brunnengasse (Neulerchenfeld, Ottakring), 1873 benannt nach einem ehemaligen Brunnen in dieser Gasse. Kaiser Joseph II. bewilligte der Gemeinde Neulerchenfeld die Benützung der Hofwasserleitung zur Versorgung des Ortes mit Trinkwasser. Ecke Brunnengasse und Neulerchenfelder Straße wurde ein öffentlicher Auslaufbrunnen errichtet („Monumentalbrunnen“), der von 1786 bis 1871 bestand. Das Bassin wurde aus Platzgründen 1871 in die Grundsteingasse verlegt; der Obelisk mit Reliefbild des Kaisers stand 1880–1918 auf dem Hofferplatz. Die Gasse hieß davor Untere Zwerchgasse und Elisabethgasse. Brüßlgasse (Ottakring), 1883 benannt nach Franziska Brüssel (auch Brüßl, 1793–1855); sie vermachte der Pfarre Neuottakring testamentarisch 18.000 Gulden. Mit diesem Geld wurde der Ottakringer Kirchenbaufonds gegründet, der nach Eingang weiterer Spenden den Bau der Neuottakringer Kirche (1894–1898) ermöglichte.Franziska Brüssel auf www.neuottakring.at, abgerufen am 23. Mai 2010
C Chlumberggasse (Ottakring), 1959 benannt nach dem Schriftsteller Hans Chlumberg (1897–1930); seine Dramen sind zwischen Naturalismus und bürgerlichem Theater angesiedelt. Für das pazifistisch ausgerichtete Stück „Wunder um Verdun“' diente der Erste Weltkrieg als Stoffvorlage. Im Jahr 1930 starb er im Alter von 33 Jahren, nachdem er bei einer Theaterprobe in den Orchestergraben gestürzt war.
D mini|Richard Dehmel Dampfbadgasse (Ottakring), 1894 benannt nach dem Katharinenbad, einem vom Industriellen Johann Schuberth 1884 als Volksbad errichteten Dampfbad. Die Gasse hieß davor Schubertgasse. Degengasse (Ottakring), 1868 benannt nach der altansässigen Familie Degen; Ferdinand Degen (1831–1889) war Gemeinderat und gründete die Ottakringer Feuerwehr. Dehmelgasse (Ottakring), 1930 benannt nach dem deutschen Schriftsteller Richard Dehmel (1863–1920); er galt in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker. Berühmte Komponisten wie Richard Strauss, Max Reger, Arnold Schönberg, Heinrich Kaspar Schmid und Kurt Weill vertonten seine Gedichte oder wurden durch diese zu Kompositionen angeregt. Deinhardsteingasse (Ottakring), 1894 benannt nach dem Hofburgtheater-Vizedirektor, Schriftsteller, Literaturkritiker und Dramaturgen Johann Ludwig Deinhardstein (1790–1859); schriftstellerisch trat er vor allem als Dramatiker hervor, der elegante, heitere Stücke mit geschichtlichem Hintergrund schuf. Seine Dramen gewannen durchaus den Applaus des Publikums, waren aber hinsichtlich ihres literarischen Wertes massiver Kritik ausgesetzt. Die Gasse hieß ursprünglich Auf der Schanze und ab 1853 Rittergasse. Demuthgasse (Ottakring), 1936 benannt nach dem Opernsänger Leopold Demuth (1861–1910); er wirkte als Bariton an der Wiener Hofoper. Er feierte insbesondere in Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi und Richard Wagner Erfolge. Zahlreiche Gastspiele führten ihn unter anderem 1889 zu den Bayreuther Festspielen. Zwischen 1902 und 1909 nahm Demuth zahlreiche Schallplatten auf. Siehe auch Dustmannweg, Maternaweg, Richard-Wagner-Platz, Scariaweg und Schmedesweg. Die Gasse hieß von 1938 bis 1945 Strigelgasse. Dettergasse (Ottakring), 1884 benannt nach dem Baumeister Leopold Detter (1821–1867), Gemeinderat in Ottakring; er erbaute 1852 das Schulhaus beim Weißen Kreuz und 1856 das Armenhaus. Dinsfüßlweg (Ottakring), 1970 benannt nach Hans Dinsfüßl (Lebensdaten unbekannt); er war um 1550 der erste Schulmeister in Ottakring. Dustmannweg (Ottakring), 1936 benannt nach der deutschen Opernsängerin Louise Dustmann-Meyer (1831–1899); sie wirkte von 1857 bis 1881 als Sopran an der Wiener Hofoper. Neben den Opern von Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadeus Mozart und Carl Maria von Weber sang sie immer wieder in denen von Richard Wagner; sie wurde vor allem als Interpretin von Wagner-Opern bekannt. Siehe auch Demuthgasse, Maternaweg, Richard-Wagner-Platz, Scariaweg und Schmedesweg.
E Eckmüllnergasse (Ottakring), 1894 benannt nach Lorenz Eckmüllner († 1663), Ortsrichter von Ottakring (1650–1655). In der Eckmüllnergasse befand sich bis 1900 das Amtshaus des 16. Bezirks. Die Gasse hieß davor Krongasse. Eduard-Hanslick-Gasse (Ottakring), 1932 benannt nach dem Musikhistoriker und Musikkritiker Eduard Hanslick (1825–1904); Professor für Ästhetik an der Universität Wien (ab 1862), Inhaber des ersten Lehrstuhls für Geschichte der Musik. Hanslick war einer der einflussreichsten Musikkritiker seiner Zeit. Er betrachtete die Musik der Wiener Klassik, etwa die Mozarts und Beethovens, als Höhepunkt der musikalischen Entwicklung und sah in Robert Schumann und Johannes Brahms würdige Nachfolger. Der so genannten Neudeutschen Schule um Franz Liszt und Richard Wagner stand er kritisch gegenüber. Effingergasse (Ottakring), 1888 benannt nach Pauline Baronin von Effinger-Wildegg (geb. Feronce von Rothenkreutz, 1808–1905), Erzieherin der Fürstin Wilhelmine Montlèart-Sachsen-Curland, nach der der Wilhelminenberg, das Schloss Wilhelminenberg, das Wilhelminenspital, die Wilhelminenstraße, die Montleartstraße und die Curlandgasse in Ottakring bzw. Hernals benannt sind. Nach Pauline von Effinger-Wildegg ist auch der Paulinensteig in Ottakring und die Paulinengasse in Währing benannt. Die Gasse hieß vorher Montléartgasse. Eisnergasse (Ottakring), 1894 benannt nach dem Gastwirt Georg Eisner (1803–1858), Ortsrichter und Bürgermeister von Ottakring. Die Gasse hieß davor Leopoldigasse.