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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Halle (Saale) wieder.

Am 30. Juni 2022 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ von Halle (Saale) nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt 241.246 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Am 30. Juni 2022 betrug die Amtliche Einwohnerzahl 241.246. Die Stadt Halle (Saale) selbst gab ihre Einwohnerzahl in Opposition zu den Angaben des Landesamtes zum selben Stichtag mit 243.259 an. Vom 31. Dezember 2014 zum 31. Dezember 2017 stieg sie sprunghaft von 233.552 auf 241.093 an.halle.de: Der Bevölkerungszuwachs im Jahr 2014 und der sprunghafte Anstieg 2015 sind hauptsächlich durch eine Erhöhung des Ausländeranteils zustande gekommen.

Bevölkerungsentwicklung

Die folgenden tabellarischen Übersichten zeigen die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1800 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1944), der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik (1945 bis 1989) und des Statistischen Landesamtes (ab 1990). Die Angaben beziehen sich ab 1834 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1834 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 1300 bis 1900 Halle hatte im Spätmittelalter zwischen 4.000 und 7.000 Einwohner. Bis 1600 stieg die Bevölkerungszahl auf 10.000. Durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges sank diese bis 1682 auf nur noch 4.000. Nach dem Edikt von Potsdam 1685 erlebte die Stadt einen starken Bevölkerungszuwachs durch Einwanderer. Die Einwohnerzahl stieg bis 1751 auf über 13.000. Mit dem Beginn der Industrialisierung beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1800 erst 15.000 Menschen in Halle, so überschritt die Einwohnerzahl der Stadt schon 1890 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

(jeweiliger Gebietsstand) Jahr/Datum Einwohner1300 4.0001500 7.000–8.0001600 10.0001682 4.0001751 13.4601756 16.0401772 12.8661780 14.4791790 15.7541800 15.1591810 15.2011816 19.7941819 23.9381822 23.6711825 23.3821826 25.9821831 25.7591834 25.9821837 27.275 Datum Einwohner1840 28.9781843 30.6011846 33.0721849 33.8481852 35.8201855 36.4201858 39.1701861 42.9761864 45.9721867 48.9461871 52.6151875 60.5031880 71.4841885 81.9821890 101.4011895 116.3041900 156.6091905 169.916

Angaben bis 1810 nach Deutsches StädtebuchAngaben ab 1816 nach Preussens Städte.

Von 1905 bis 1940 Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung weiter kontinuierlich zu und übersprang 1927 erstmals die Marke von 200.000 Menschen. 1939 wurde mit 220.000 Einwohnern ein vorläufiger Höhepunkt erreicht. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs ging in Halle wie auch in allen anderen deutschen Städten die Bevölkerung deutlich zurück.

(jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Dezember 1905 ¹ 169.899 1. Dezember 1910 ¹ 180.843 1. Dezember 1916 ¹ 169.395 5. Dezember 1917 ¹ 168.842 8. Oktober 1919 ¹ 182.326 31. Dezember 1919 191.603 31. Dezember 1920 193.461 31. Dezember 1921 194.920 31. Dezember 1922 195.951 31. Dezember 1923 195.123 31. Dezember 1924 197.021 16. Juni 1925 ¹ 194.575 31. Dezember 1925 195.484 31. Dezember 1926 196.920 31. Dezember 1927 200.141 Datum Einwohner 31. Dezember 1928 201.728 31. Dezember 1929 202.056 31. Dezember 1930 203.829 31. Dezember 1931 203.682 31. Dezember 1932 202.543 16. Juni 1933 ¹ 209.169 31. Dezember 1933 208.720 31. Dezember 1934 207.977 31. Dezember 1935 209.330 31. Dezember 1936 211.435 31. Dezember 1937 214.067 31. Dezember 1938 220.600 17. Mai 1939 ¹ 220.092 31. Dezember 1940 216.600 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Stadt Halle (Saale)

SBZ und DDR Durch die Aufnahme von Vertriebenen sowie durch die Eingemeindung der Stadt Ammendorf und weiterer Orte am 1. Juli 1950 wuchs die Bevölkerungszahl auf 289.000. Westlich der Saale entstand in den 1960er Jahren die Wohnvorstadt Halle-Neustadt, die 1967 aus Halle ausgegliedert und als eigenständiger Stadtkreis geführt wurde. Während Halle-Neustadt erblühte und die dortige Einwohnerzahl von 51.600 im Jahr 1972 auf 93.000 im Jahr 1981 zunahm, sank die Bevölkerungszahl in Halle bis 1977 auf 231.000. Weite Teile der Altstadt waren bis in die 1980er Jahre dem Verfall ausgesetzt und verödeten. Durch Abriss historischer Bausubstanz und Errichtung von Neubauten auch in der Innenstadt konnte der Bevölkerungsrückgang erst kurz vor der Wende zunächst gestoppt werden: Im Jahre 1988 lebten in Halle – ohne Neustadt – wieder 236.044 Menschen. Allein das Wendejahr 1989 sorgte dann aber für einen sprunghaften Bevölkerungsschwund von über zwei Prozent, so dass die Bevölkerungszahl am 31. Dezember 1989 bei nur noch 230.728 lag.

(jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Dezember 1945 ¹ 212.382 29. Oktober 1946 ¹ 222.505 31. August 1950 ¹ 289.119 31. Dezember 1952 293.113 31. Dezember 1955 289.680 31. Dezember 1956 284.748 31. Dezember 1957 280.614 31. Dezember 1958 278.828 31. Dezember 1959 278.700 31. Dezember 1960 277.855 31. Dezember 1961 276.191 31. Dezember 1962 278.049 31. Dezember 1963 278.729 Datum Einwohner 31. Dezember 1964 ¹ 273.987 31. Dezember 1965 276.421 31. Dezember 1966 276.009 31. Dezember 1967 265.987 31. Dezember 1968 262.749 31. Dezember 1969 259.957 31. Dezember 1970 ¹ 257.261 31. Dezember 1971 254.452 31. Dezember 1972 250.845 31. Dezember 1973 245.681 31. Dezember 1974 241.425 31. Dezember 1975 237.349 31. Dezember 1976 234.261 Datum Einwohner 31. Dezember 1977 231.480 31. Dezember 1978 232.543 31. Dezember 1979 232.297 31. Dezember 1980 232.294 31. Dezember 1981 ¹ 232.622 31. Dezember 1982 235.007 31. Dezember 1983 236.139 31. Dezember 1984 235.169 31. Dezember 1985 236.456 31. Dezember 1986 236.148 31. Dezember 1987 235.421 31. Dezember 1988 236.044 31. Dezember 1989 230.728 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Staatliche Zentralverwaltung für Statistik

Nach der Wende

mini|400px|Vergleich der Einwohnerzahlen nach Werten der Stadt und des Landes von 1990 bis 2018 (siehe Tabelle)

Am 6. Mai 1990 wurde Halle mit Halle-Neustadt vereinigt. Die Bevölkerungszahl erreichte daraufhin am 30. Juni 1990 mit 316.776 rechnerisch ihren historischen Höchststand. Tatsächlich aber setzte sich die bereits im Wendejahr 1989 eingeleitete Entwicklung immer stärker fort und bereits Ende des Jahres 1990 waren im Vergleich zum Höchststand 7000 Einwohner weg. Aufgrund von Abwanderung, Suburbanisierung und Geburtenrückgang verlor die Stadt in den 1990ern jedes Jahr weitere 5000–7000 Einwohner und somit bis 2009 etwa ein Viertel der Bevölkerung im Vergleich zum Rekordjahr 1990. Nachdem sich der Bevölkerungsrückgang erst in den 2000er Jahren verlangsamte, wurde 2009 mit 230.377 Einwohnern nicht nur der vorerst niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung, sondern – trotz der zur Wendezeit erfolgten Vereinigung mit Halle-Neustadt – gleichzeitig auch der niedrigste Stand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht. Anschließend stieg die Einwohnerzahl jedes Jahr zunächst leicht um einige Hundert, 2015 sprunghaft um etwa 5000 auf 238.321 Personen an.

Der Bevölkerungszuwachs der Jahre 2013, 2014 und der sprunghafte Anstieg 2015 beruhen hauptsächlich auf einer Erhöhung des Ausländeranteils. Andernfalls hätte die Bevölkerung in diesen Jahren insgesamt um rund 2000 Personen abgenommen und 2015 einen neuen historischen Tiefstand erreicht. Tatsächlich ist sie von 2012 bis 2015 um etwa 5700 gestiegen. Der Ausländeranteil, der 2000 bei 3,1 % und seit 2003 relativ konstant bei etwa vier Prozent gelegen hatte, legte 2014 auf 5,2 % und 2015 auf 7,3 % zu und verdoppelte sich damit innerhalb weniger Jahre.halle.de:

Die verschiedenen Stadtbezirke entwickelten sich seit der Wende sehr unterschiedlich, was am stärksten in der Zeit um die Jahrtausendwende deutlich wird. Während in den Bezirken Mitte, Nord und Ost der Tiefpunkt bereits Mitte der 1990er Jahre erreicht war und die Bevölkerung seitdem wieder zunahm, setzte sich der Bevölkerungsrückgang in den Bezirken West (mit Neustadt) und Süd noch bis zuletzt fort. 2014 war das erste Jahr seit der Wiedervereinigung, in dem gleichzeitig in allen fünf Stadtbezirken die Bevölkerungszahl zunahm. Zentral gelegene Stadtteile wie Altstadt, Nördliche und Südliche Innenstadt oder Paulusviertel haben allein von 2000 bis 2015 einen Bevölkerungszuwachs von etwa 30 bis 40 Prozent verzeichnet. Im gleichen Zeitraum verloren Stadtteile wie Silberhöhe oder Westliche Neustadt trotz der bereits in den 1990ern erfolgten erheblichen Abwanderung noch einmal über 40 Prozent ihrer Einwohner.

Die Angaben der Stadt Halle (Saale) und des Statistischen Landesamtes weichen aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden jeweils gering voneinander ab. Während die Angaben des Landesamtes bis 2011 fast immer leicht über den Zahlen der Stadt Halle lagen, sind sie 2011 im Zuge der Ergebnisse des Zensus nach unten korrigiert worden und liegen seitdem unter den Werten der Stadt. Eine ähnliche Entwicklung hat es in ganz Deutschland gegeben, die seitdem Gegenstand von Streitigkeiten über die „wahre“ Bevölkerungszahl ist.

Jahr Einwohner lt. Stadt Halle Amtliche Einwohnerzahl 1990 309.406 310.234 1991 305.451 303.019 1992 300.536 299.884 1993 295.741 295.372 1994 289.909 290.051 1995 282.349 282.784 1996 275.604 276.624 1997 267.776 268.365 1998 259.925 260.838 1999 253.224 254.360 2000 246.450 247.736 2001 241.710 243.045 Jahr Einwohner lt. Stadt Halle Amtliche Einwohnerzahl 2002 237.951 239.355 2003 238.078 240.119 2004 237.093 238.497 2005 235.959 237.198 2006 233.874 235.720 2007 232.267 234.295 2008 230.900 233.013 2009 230.377 232.323 2010 230.831 232.963 2011 231.639 233.705 2012 232.535 231.440 ¹ 2013 232.705 231.565 Jahr Einwohner lt. Stadt Halle Amtliche Einwohnerzahl 2014 233.552 232.470 2015 238.321 236.991 2016 239.738 238.005 2017 241.093 239.173 2018 241.333 239.257 2019 240.931 238.762 2020 239.870 237.865 2021 240.116 238.061 2022 244.099 227.416 ² 2023 244.501 227.639 2024 243.452 226.767 2025 242.832 226.186 ¹ Rückgang aufgrund Korrektur anlässlich des Zensus 2011² Rückgang aufgrund Korrektur anlässlich des Zensus 2022

Quellen: Stadt Halle (Saale)https://halsis.halle.de:8443/halsis/; Statistisches LandesamtBevölkerungsbewegungen

Bevölkerungsprognosen

mini|400px|Drei Prognosen im Vergleich zur realen Entwicklung von 1990 bis 2018

Für die Zukunft sagen alle vier bekannten Bevölkerungsprognosen Bevölkerungsrückgang oder Stagnation voraus. Allerdings scheinen sich die zwei Prognosen aus den Jahren 2006 und 2010, die einen relativ starken Rückgang voraussagten, bislang nicht zu erfüllen. So prognostizierte das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt einen Rückgang der Bevölkerung von 231.135 (Prognose 2010) auf 222.268 (Prognose 2015) Einwohner. Tatsächlich lag die Bevölkerungszahl schon im Veröffentlichungsjahr 2010 über der Prognose und nahm bis 2022 auf 244.099 zu, anstatt zurückzugehen.

Prognose der Bertelsmann-Stiftung

In ihrem 2006 publizierten „Wegweiser Demographischer Wandel 2020“, in dem die Bertelsmann Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2.959 Kommunen in Deutschland liefert, wurde für Halle ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 16,7 Prozent (40.055 Personen) vorausgesagt. Allerdings hat sich die Prognose für 2005 und 2010 als deutlich falsch erwiesen, wie obige Zahlen zeigen.

Absolute Bevölkerungsentwicklung 2012–2030 – Prognose für Halle (Hauptwohnsitze):Bertelsmann Stiftung: Bevölkerungsprognose Prognosejahr Prognostizierte Einwohnerzahl 2012 231.390 2020 230.670 2025 227.420 2030 222.790 Quelle: Bertelsmann Stiftung

Prognose des Statistischen Landesamtes