Lucius Papirius Cursor war ein Politiker und Feldherr der römischen Republik. Er war der Sohn des fünfmaligen Konsuls und Diktators, Lucius Papirius Cursor. Anders als sein Vater bekleidete er das Konsulat nur zweimal, 293 und 272 v. Chr.; in beiden Fällen war Spurius Carvilius Maximus sein Amtskollege. Für beide Konsulate sind Triumphe überliefert.
Vor seinem ersten Konsulat war Papirius möglicherweise 299 v. Chr. kurulischer Ädil. Im Jahr 293 v. Chr. führte er als Konsul gemeinsam mit Carvilius Maximus den Krieg gegen die Samniten.Titus Livius, Ab Urbe Condita 10,39,1. Papirius eroberte unter anderem Duronia und errang bei Aquilonia einen bedeutenden Sieg. Anschließend nahm er Saepinum ein und feierte einen Triumph über die Samniten. Die ausführliche Darstellung des Livius enthält allerdings zahlreiche anekdotische und literarisch ausgeschmückte Elemente, sodass die Einzelheiten des Feldzuges historisch nur schwer zu beurteilen sind.
Nach seinem Konsulat wurde Papirius für 292 v. Chr. zum Prätor gewählt. Im Jahr 272 v. Chr. war er erneut Konsul, wiederum mit Carvilius Maximus. In diesem Jahr kämpfte er gegen die Tarentiner, Lukaner, Bruttier und Samniten. Nach dem Rückzug des Pyrrhos aus Italien führte Papirius Verhandlungen mit Milon, dem von Pyrrhos in Tarent zurückgelassenen Befehlshaber, und spielte eine wichtige Rolle bei der Einnahme der Stadt. Dafür feierte er einen besonders prächtigen Triumph.T. Robert S. Broughton: The Magistrates Of The Roman Republic. Vol. 1: 509 B.C. – 100 B.C. Case Western Reserve University Press, Cleveland, Ohio 1951. Unveränderter Nachdruck 1968. (Philological Monographs. Hrsg. von der American Philological Association. Bd. 15, Teil 1), S. 197 f.; zum Konsulat 293 v. Chr. siehe S. 180 f.
Papirius Cursor soll außerdem als Erster in Rom eine öffentlich aufgestellte Sonnenuhr eingerichtet haben, die beim Tempel des Quirinus stand.Plinius der Ältere, Naturalis historia 7,213. Die Überlieferung ist jedoch problematisch, da spätere Annalisten Nachrichten über Papirius Cursor und seinen gleichnamigen Vater miteinander vermischten.
Die Berichte über Papirius sind teilweise von späteren Anekdoten und der annalistischen Geschichtsschreibung geprägt. Mehrere Erzählungen wurden offenbar zwischen Papirius und seinem Vater vertauscht oder beiden zugeschrieben. Auch die geografischen Angaben zu den Feldzügen von 293 v. Chr. sind teilweise widersprüchlich, sodass sich die Einzelheiten der militärischen Ereignisse nicht zuverlässig rekonstruieren lassen. Die grundlegende Bedeutung seiner militärischen Erfolge für den Abschluss der römischen Eroberung Samniums gilt dagegen als unbestritten.
Papirius Cursor gilt als der letzte bedeutende Vertreter seines Zweiges der Familie. Nach seinem Tod scheint die Familie ihre politische Bedeutung verloren zu haben und möglicherweise ausgestorben zu sein.
Quellen Titus Livius: Römische Geschichte, Buch VII–X. Fragmente der zweiten Dekade, hrsg. v. Hans Jürgen Hillen, Darmstadt 1994.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Konsul (Römische Republik) Cursor, Lucius Papirius #(Konsul 293 v. Chr.) Kategorie:Geboren im 4. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 3. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann