Die Laiqon AG (Eigenschreibweise LAIQON, ehemals Lloyd Fonds AG) ist ein börsennotiertes Finanzhaus mit Sitz in Hamburg. Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit liegen seit der Neustrukturierung ab dem Jahr 2018 auf Vermögensverwaltung, einer Publikumsfonds-Linie und digitalem Portfoliomanagement. In der Vergangenheit war die ehemalige Lloyd Fonds als Emissionshaus für geschlossene Schiffsfonds tätig.

Geschichte Übersicht Die Gründung der „Lloyd Fonds Gesellschaft für Unternehmensbeteiligungen mbH & Co. KG“ erfolgte 1995. 2001 wurde das Unternehmen in die eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Seit Oktober 2005 ist die Gesellschaft an der Börse notiert. Der Börsengang erfolgte unter Begleitung der DZ Bank.Rolf Zamponirz: "Hamburger Lloyds geht an die Börse", in: Hamburger Abendblatt vom 29. September 2005, abgerufen am 18. Januar 2023. Im Oktober 2012 wechselte der Konzern in den Entry Standard. Ab März 2017 erfolgte ein Wechsel in das neue Scale-Segment der Deutschen Börse.

Seit Januar 2023 firmiert die Lloyd Fonds AG unter dem neuen Namen Laiqon."Lloyd benennt sich in 'Laiqon' um", in: Börsen-Zeitung vom 22. Juli 2022, abgerufen am 17. Januar 2023.

1995 bis 2018: Emissionshaus für geschlossene Fonds 1995 bis 2011: Von der Etablierung als Schiffahrtsfinanzierer zur Finanzkrise Ab 1995 konzipierte und vertrieb das Unternehmen Schiffsfonds. 1999 wurde das Anlagespektrum um Immobilien erweitert, 2002 folgte der erste Windenergiefonds. Für 2003 konnte die Gesellschaft ein starkes Wachstum verzeichnen, wobei sich das emittierte Eigenkapital auf 141,4 Millionen Euro annähernd verdreifachte. Hieraus finanzierte das Unternehmen 17 Schiffsbeteiligungen und zwei Dachfonds mit stillen Beteiligungen."Lloyd Fonds AG, Hamburg", in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 31. Januar 2004, abgerufen am 18. Januar 2023. Der Markteinstieg in den Bereich der britischen Kapitallebensversicherungen erfolgte 2004."Lloyd Fonds kauft gebrauchte Policen", in: Handelsblatt vom 19. August 2004, abgerufen am 18. Januar 2023. Für das Jahr 2005 kündigte der Konzern an, zukünftig das Wachstum durch eine Erweiterung der auf Schiffsfonds fokussierten Produktpaletten zu fördern.Michael Schneider: "Lloyd Fonds will die Produktpalette stark verbreitern", in: Die Welt vom 21. Januar 2005, abgerufen am 18. Januar 2023. Im Dezember 2005 startete das Unternehmen eine internetbasierte Handelsplattform für eigene und fremde Beteiligungsmodelle."Lloyd Fonds startet Zweitmarkthandel", in: Börsen-Zeitung vom 10. Dezember 2005, abgerufen am 18. Januar 2023. 2006 platzierte die Gesellschaft zusammen mit einem anderen Emissionshaus einen Private-Equity-Fonds. Mit der Gründung der Tochtergesellschaft TradeOn in der zweiten Jahreshälfte 2007 stieg der Konzern in den Zweitmarkt für geschlossene Beteiligungen ein."Lloyd Fonds gründet Zweitmarkttochter", in Financial Times Deutschland vom 11. September 2007, abgerufen am 18. Januar 2023. Im selben Jahr wurden der erste Hotelimmobilienfonds des Unternehmens"Lloyd Fonds. Sylter Hotel gekauft", in: Hamburger Abendblatt vom 14. April 2007, abgerufen am 18. Januar 2023. und das erste Flugzeuginvestment aufgelegt."Lloyd startet mit Flugzeug-Fonds", in: Börsen-Zeitung vom 13. Januar 2007, abgerufen am 18. Januar 2023.

Aufgrund der Weltfinanzkrise ab 2007 verzeichnete der Konzern hohe Verluste. Die Schifffahrtskrise führte zu einem Vertrauensverlust der Anleger. 2009 musste der Konzern acht Schiffe mit einem Bestellvolumen von rund 459 Millionen Dollar abbestellen.Stephan Maaß: "Lloyd Fonds bestellt acht Schiffe ab. Zehn Prozent Preisnachlass bei übriger Flotte - Erholung schneller als erwartet", in: Die Welt vom 30. September 2009, abgerufen am 18. Januar 2023. 2010 einigte sich der Konzern mit seinen Banken auf ein Sanierungskonzept, sodass Garantien und Bürgschaften in Höhe von 230 Millionen Euro erlassen wurden."Schiffsfondsanbieter. Sanierungskonzept für Lloyd Fonds steht", in: Handelsblatt online vom 22. April 2010, abgerufen am 18. Januar 2023.

2011 bis 2018: Neuer Hauptaktionär und Strategiewechsel Im Jahr 2011 stärkte das Unternehmen die Eigenkapitalbasis durch eine Kapitalerhöhung über die Ausgabe neuer Aktien. Den überwiegenden Teil der Aktien erwarb der von dem amerikanischen Investor AMA Capital Partners aufgelegte Fond ACP Fund V LCC. Mit einem Kapitalanteil von 49,9 Prozent wurde AMA zum Hauptinvestor des Konzerns. Für das zweite Quartal 2011 kündigte der Konzern erneut eine Investition in Wind- und Solarfonds an.Sophia Seiderer: "Lloyd Fonds investiert auch in Windkraft"; in: Die Welt Hamburg vom 16. Februar 2011, abgerufen am 18. Januar 2023.

Aufgrund der Schifffahrtskrise fehlte es zahlreichen Schiffsfonds an den Mitteln, um beispielsweise die Betriebskosten decken zu können. Daher bot das Unternehmen 2012 den Anlegern von einzelnen Schifffahrtsgesellschaften an, diese in einer Auffanggesellschaft namens Ocean 16 zusammenzuführen und zu betreiben.Olaf Preuß, Rolf Zamponi: "Alles oder nichts. 6000 Anleger bangen um ihr Geld", in: Hamburger Abendblatt vom 10. Juli 2012, abgerufen am 18. Januar 2023."Lloyd Fonds wirft Anlegern einen Rettungsring zu. 'Ocean 16' als Notgemeinschaft für Problemfonds", in: Börsen-Zeitung vom 10. Juli 2012, abgerufen am 13. März 2023. 2015 verkündete das Unternehmen einen Strategiewechsel. Zukünftig sollte sich von geschlossenen Fonds zurückgezogen werden und die Lloyd Fonds als börsennotiertes, international tätiges Schifffahrtsunternehmen agieren.Carsten Steevens: "Lloyd Fonds gibt sich neues Geschäftsmodell. Vorstandschef: Emissionshaus beendet Geschäft mit geschlossenen Fonds - Wandel zur Schifffahrts-AG mit Kurs auf Prime Standard", in: Börsen-Zeitung vom 7. Februar 2015, abgerufen am 18. Januar 2023.

Ab Januar 2018 löste Klaus M. Pinter den seit 2001 eingesetzten Vorstand Torsten Teichert als Alleinvorstand und späterer Finanzvorstand der Gesellschaft ab."Klaus Pinter führt als Alleinvorstand Lloyd Fonds", in: Börsen-Zeitung vom 3. Januar 2018, abgerufen am 18. Januar 2023. Vom 1. Juli 2018 bis Ende 2019 war Jochen Sturtzkopf Vertriebsvorstand der Lloyd Fonds. 2018 übernahm die Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG (DEWB), Jena im Rahmen eines außerbörslichen Aktienkaufvertrages knapp mehr als die Hälfte der Aktien des Unternehmens AMA Capital Partners. Die restlichen von AMA Capital Partners an der Lloyd Fonds AG gehaltenen Lloyd Fonds-Aktien wurden an von dem Portfolioverwalter SPSW Capital GmbH gemanagte Investmentfonds veräußert (2019 von Lloyd Fonds übernommen). Eine erneute, 10-prozentige Kapitalerhöhung auf dem Weg der Privatplatzierung neuer Aktien wurde im Juni 2018 vorgenommen."Emissionshaus Lloyds Fonds startet Kapitalerhöhung", in: Hamburger Abendblatt online vom 6. Juni 2018, abgerufen am 18. Januar 2023. Es erfolgte ein weiterer Strategiewechsel.Carsten Steevens: Lloyd Fonds geht Neuausrichtung an, in: Börsen-Zeitung vom 17. August 2018, abgerufen am 24. Februar 2023. Als bankenunabhängiger, börsengelisteter Vermögensverwalter wollte sich der Konzern zukünftig auf aktiv gemanagte, liquide Publikumsfonds konzentrieren. Für die Verbesserung der individuellen Vermögensverwaltung plante die Gesellschaft eine eigene Kapitalverwaltungsgesellschaft."Lloyd Fonds richtet sich als Assetmanager neu aus", in: Börsen-Zeitung vom 27. Juni 2018, abgerufen am 18. Januar 2023. Des Weiteren sollte ein digitales Portfoliomanagement, basierend auf einer künstlichen Intelligenz, Bestandteil der neuen Strategie sein.Klaus M. Pinter: "Sich immer wieder neu erfinden. Der Umbruch in der Schifffahrt erfordert Veränderung", in: Börsen-Zeitung vom 18. Oktober 2019, abgerufen am 24. Februar 2023.

Ab 2019: Vermögensverwaltung, Publikumsfonds und digitales Portfoliomanagement Seit dem zweiten Quartal 2019 liegen die Schwerpunkte der Konzernaktivitäten auf einer eigenen Publikumsfonds-Linie, digitalem Portfolio-Management und individueller Vermögensverwaltung. Seit April 2019 bot das Unternehmen offene Investmentfonds an. Im Rahmen Neuausrichtung des Konzerns konnte die Laiqon AG Ende 2019 die Ausrichtung auf aktiv gemanagte Publikumsfonds weiter ausbauen."Lloyd Fonds vor Übernahme von Investmentfirma SPSW", in: Börsen-Zeitung vom 18. Dezember 2019, abgerufen am 24. Februar 2023. Im Zuge der Neuausrichtung übernahm die Gesellschaft 2019 jeweils 90 Prozent der Anteile an der Hamburger Vermögensverwaltung Lange Assets & Consulting GmbH und an der SPSW Capital GmbH.Uli Kühn: "Wir haben umgebaut, jetzt starten wir durch", in: TIAM - Trends im Asset Management vom 12. Dezember 2019, Finanzen Verlag GmbH, abgerufen am 19. Januar 2023. Im Zuge der Integration der SPSW Capital GmbH legte Achim Plate sein Aufsichtsratsmandat nieder. Er ist seit Januar 2020 Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft.

Für das digitale Angebot von Lloyd Fonds wurde 2019 die LAIC Vermögensverwaltung GmbH gegründet. Nach Erhalt der Banklinzenz der BaFin Ende März 2020 nahm die Gesellschaft im April des Jahres die Tätigkeit als digitaler Vermögensverwalter auf, zunächst mit dem Angebot eines durch den LAIC Advisor gesteuerten Individualdepots.

Im November 2021 beteiligte sich die Laiqon mit zunächst 17,75 Prozent an dem Berliner Fintech-Unternehmen growney GmbH. Die Beteiligung wurde am 13. Dezember 2022 auf 75 Prozent erhöht."Lloyd Fonds steigt bei Growney ein", in: Börsen-Zeitung vom 12. November 2021, abgerufen am 17. Januar 2023.

Mit Wirkung zum 5. Oktober 2022 wurde die Übernahme der BV Holding AG (Bayerische Vermögen-Gruppe) durch Laiqon abgeschlossen."Hinweis auf eine bevorstehende Verschmelzung im Zusammenhang mit einem verschmelzungsrechtlichen Squeeze-out nach § 62 Abs. 5 Sätze 1 und 8 i. V. m. §§ 327a ff. AktG", veröffentlicht im Bundesanzeiger am 17. Juni 2022, abgerufen am 17. Januar 2023."Lloyd Fonds stockt bei Fintech auf", Börsen-Zeitung vom 28. Mai 2022, abgerufen am 17. Januar 2023. Die BV Holding AG war die Holdinggesellschaft einer unabhängigen Gruppe von Vermögensverwaltungen in Süddeutschland und alleinige Gesellschafterin der BV Bayerische Vermögen GmbH, der MFI Asset Management GmbH und der m+c Asset Allocation GmbH.BV Holding AG, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 04.06.2018 bis zum 31.12.2018, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 12. Juni 2019, abgerufen am 17. Januar 2023.MFI Asset Management GmbH, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 2. Juli 2018, abgerufen am 17. Januar 2023.

Unternehmensdaten Der Sitz des Konzerns befindet sich in Hamburg. Seit November 2018 hat Laiqon eine Niederlassung in München, seit April 2019 in Frankfurt.

+UmsatzentwicklungJahr2006200720082009201020112012201320142015201620172018201920202021Umsatz in Mio. Euro72,090,148,120,019,314,313,713,211,412,611,98,28,78,227,726,1Mitarbeiter1011551561081137870555243443436686980

Quelle: BundesanzeigerLloyd Fonds AG, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 10. Mai 2012, abgerufen am 18. Januar 2023.Lloyd Fonds AG, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 6. Juli 2015, abgerufen am 18. Januar 2023.Lloyd Fonds AG, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 10. August 2016, abgerufen am 18. Januar 2023.Lloyd Fonds AG, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 1. Oktober 2018, abgerufen am 18. Januar 2023.Lloyd Fonds AG, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 6. August 2020, ergänzt am 22. Januar 2021, abgerufen am 18. Januar 2023.Lloyd Fonds AG, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 27. Juli 2022, abgerufen am 18. Januar 2023.

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