Pionerski (), (), ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) in der russischen Oblast Kaliningrad. Die Stadt bildet einen eigenen Stadtkreis.

Geographie Pionerski liegt an der Ostsee auf der Halbinsel Samland, zwischen den Badeorten Selenogradsk (Cranz) und Swetlogorsk (Rauschen) etwa 35 Kilometer nördlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg).

Geschichte Das Dorf Neukuhren ist seit 1254 bekannt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte es sich zu einem der Badeorte an der Nordküste der Halbinsel Samland, stand jedoch im Schatten der benachbarten Cranz und Rauschen.

Am 13. Juni 1874 wurde Neukuhren Amtsdorf und namensgebend für einen neu errichteten AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Neukuhren. Er gehörte zum Landkreis Fischhausen, von 1939 bis 1945 zum Landkreis Samland im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Am 30. September 1928 wurde der benachbarte Gutsbezirk Wangenkrug an der Ostsee in die Landgemeinde Neukuhren eingegliedert.

Während des Zweiten Weltkrieges waren in Neukuhren Truppenteile der Wehrmacht stationiert: das Luftwaffen-Feld-Regiment Neukuhren, das Flieger-Ausbildungs-Regiment 10 und die Flugzeugführerschulen A 125 und A/B 125.

Nach dem Krieg kam der Ort zur sowjetischen Oblast Kaliningrad, erhielt am 17. Juni 1947 den Status einer Kurortsiedlung innerhalb des Rajons Primorsk und wurde gleichzeitig in Pionerski umbenannt;Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г. «Об образовании сельских Советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad) abgeleitet von russisch pioner für Pionier, ein Mitglied der Pionierorganisation „W. I. Lenin“. Am 26. Dezember 1952 bekam die Siedlung die Stadtrechte. Nach der Auflösung des Rajons Primorsk wurde die Stadt Pionerski am 1. Februar 1963 dem Stadtsowjet von Selenogradsk unterstellt. Am 12. Januar 1965 wurde Pionerski in die sog. Swetlogorsker Kurort-Industrie-Zone eingegliedert, die von Swetlogorsk aus verwaltet wurde. Am 22. März 1993 wurde Pionerski aus diesem Verband ausgegliedert und zu einer Stadt mit Oblastbedeutung bestimmt. Am 31. März 2004 erhielt die Stadt als kommunale Selbstverwaltungseinheit zusätzlich den Status eines Stadtkreises.Durch das Закон Калининградской области от 31 марта 2004 г. № 374 «О наделении муниципального образования "город Пионерский" статусом городского округа» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 31. März 2004, Nr. 374: Über das Ausstatten der munizipalen Bildung "Stadt Pionerski" mit dem Status eines Stadtkreises) Im Jahr 2011 wurde in Pionerski eine Residenz für den Präsidenten der Russischen Föderation fertiggestellt.

Eingemeindungen Nach Neukuhren bzw. Pionerski wurden folgende drei Orte eingemeindet: russischer Name deutscher Name Zeitpunktder Eingemeindung Bemerkungen - Wangenkrug 1928 Dobroje (Доброе) Preußisch Battau 1993 ? Per Erlass von 1950 wurde Preußisch Battau in Dobroje umbenannt und dem Siedlungssowjet von Pionerski unterstellt. Laut der Verwaltungsliste von 1975 war Dobroje ein Ortsteil der Stadt Swetlogorsk. Rybnoje (Рыбное) Loppöhnen 1993 ? Per Erlass von 1950 wurde Loppöhnen in Rybnoje umbenannt und in den Dorfsowjet Romanowski selski Sowet eingeordnet. Laut den Verwaltungslisten von 1975 und 1989 war Rybnoje ein eigenständiger Ort, der dem Stadtsowjet von Pionerski unterstellt war.

Bürgermeister/Vorsitzende des Stadtkreises (seit 1992) mini|Fischereihafen mini|Residenz des Präsidenten der Russischen Föderation 1992–2000: Pawel Wassiljewitsch Doronin (Павел Васильевич Доронин) 2000–2014: Rimma Alexandrowna Sagajewa (Римма Александровна Сагаева) 2014–2017: Alexei Olegowitsch Presnjakow (Алексей Олегович Пресняков) 2017–2019: Jelena Sergejewna Schirotschenko (Елена Сергеевна Широченко) seit 2019: Pawel Witaljewitsch Polischtschuk (Павел Витальевич Полищук)

Verwaltungschefs des Stadtkreises 2014–2016: Witali Anatoljewitsch Beljajew (Виталий Анатольевич Беляев) 2016–2017: Oleg Nikolajewitsch Kossenkow (Олег Николаевич Косенков) (i. V.) 2017–2018: Jewgeni Nikolajewitsch Micheikin (Евгений Николаевич Михейкин) 2018: Alexei Jurjewitsch Semenzow (Алексей Юрьевич Семенцов) 2018–2019: Galina Wiktorowna Repikowa (Галина Викторовна Репикова) (i. V.) seit 2019: Leonid Sergejewitsch Schibajew (Леонид Сергеевич Шибаев)

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1910 339 1933 1.168 1939 4.820 1959 7.637 1970 9.226 1979 10.132 1989 11.635 2002 11.816 2010 11.017 2021 12.794 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Amtsbezirk Neukuhren (1874–1945) Zwischen 1874 und 1945 war Neukuhren Sitz des gleichnamigen Amtsbezirks, zu dem anfangs 13 Landgemeinden bzw. Gutsbezirke gehörten: Deutscher Name Russischer Name Bemerkungen Landgemeinden: Battaubis 1898: Deutsch Battau Bobrowka Kobjeiten Selski 1901 in die Landgemeinde Rauschen eingegliedert Lixeiden Obuchowo 1928 in die Landgemeinde Schlakalken eingegliedert Loppöhnen Rybnoje Neukuhren Pionerski Preußisch Battauvor 1910: Klein Battau Dobroje 1928 in die Landgemeinde Battau eingegliedert Rauschen Swetlogorsk 1910 Bildung eines eigenen Amtsbezirks RauschenRolf Jehke, Amtsbezirk Rauschen Sassau 1901 in die Landgemeinde Rauschen eingegliedert Schlakalken Jaroslawskoje Tenkieten Ljotnoje 1928 in die Landgemeinden Schlakalken eingegliedert ab 1910: Alknicken Pribreschnoje 1928 in die Landgemeinde Rantau eingegliedert Rantau Saostrowje Gutsbezirke: Herrenwalde 1893 in die Landgemeinde Loppöhnen eingegliedert Kohnkenhof 1893 in die Landgemeinde Preußisch Battau eingegliedert Schönwalde Wangenkrug zu Pionerski 1928 in die Landgemeinde Neukuhren eingegliedert Aufgrund der Umstrukturierungen gehörten am 1. Januar 1945 nur noch fünf Gemeinden zum Amtsbezirk Neukuhren: Battau, Loppöhnen, Neukuhren, Rantau und Schlakalken.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Historisch-Archäologisches Museum „Rantawa“ in der uliza Armeiskaja 6 Naturdenkmal Borstenstein (Kamen Lschi)

Wirtschaft und Infrastruktur Bereits in den 1890er Jahren hatte Neukuhren ein Kurhaus, das zu den schönsten Gebäuden im Samland gezählt wurde.Pionerskij – Neukuhren (ostpreussen.net) Noch heute ist Pionerski ein Badeort und der einzige Fischereihafen zwischen Baltijsk und Klaipėda. Die Elektritschka fährt zum Bahnhof Kaliningrad Sewerny und in die Nachbarorte Swetlogorsk und Selenogradsk. Die Bahnstation der Stadt heißt Pionerski Kurort.

Kirchen Neukuhren hatte vor 1945 keine eigene evangelische Kirche, sondern gehörte zum Kirchspiel der Pfarrkirche in Sankt Lorenz (heute russisch: Salskoje). Dieses war in den Kirchenkreis Fischhausen (Primorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert. Heute liegt Pionerski im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Selenogradsk (Cranz), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg), zugehörig zur Propstei Kaliningrad (russisch/deutsch) der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland.

In Neukuhren gab es vor 1945 eine römisch-katholische Kirche aus Backstein.

Seit 2013 gibt es in Pionerski eine russisch-orthodoxe Kirche, welche der Muttergottes-Ikone von Tichwin geweiht ist. Fotos der Kirche auf https://www.prussia39.ru/

Siehe auch Liste der Städte in der Oblast Kaliningrad

Literatur Neukuhren, klimatischer Kurort und Seebad an der Ostsee, Kreis Fischhausen, Regierungsbezirk Königsberg, Ostpreußen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Neukuhren (meyersgaz.org). Urich Tolksdorf: Fischerei und Fischerkultur in Ostpreußen, 1991 (PDF).

Weblinks

Amtsbezirk Neukuhren (Territorial.de) Pionerski und Umgebung (deutsch) Pionerski auf mojgorod.ru (russisch) Der Stadtkreis auf dem Regierungsportal der Oblast Kaliningrad (russisch) Website des Historisch-Archäologischen Museums „Rantawa“

Einzelnachweise

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