Schönfels ist ein Dorf zwischen dem sächsischen Vogtland und dem Erzgebirge. Es gehört als Ortsteil zur Gemeinde Lichtentanne im Landkreis Zwickau. Hauptsehenswürdigkeit ist die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaute Burg Schönfels. Am 1. Januar 1996 wurde Schönfels in die Gemeinde Lichtentanne eingegliedert.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996 Der Ortsteil hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Geographie Lage Das Haufendorf liegt etwa 8 Kilometer westlich von Zwickau. Es wird vom Schönfelser Bach durchflossen, welcher 2 km weiter in den Neumarker Bach mündet. Dieser wiederum ist ein Zufluss der Pleiße. Schönfels liegt im Vorerzgebirge, ca. 90 km südlich von Leipzig. Im westlich des Ortes gelegenen Werdauer Wald befindet sich die Landesgrenze zu Thüringen.
Gliederung des Ortsteils Schönfels unterteilt sich in die drei Gebiete Altschönfels mit Burg und Gondelteich, Neuschönfels mit Einfamilienhäusern in der Waldnähe und Altrottmannsdorf (landwirtschaftliche Siedlung).
Nachbarorte + Die Nachbargemeinden von Schönfels Gospersgrün Thanhof Lichtentanne Erlmühle 100px Stenn Altrottmannsdorf Hauptmannsgrün Ebersbrunn
Gewässer mini|Gaststätte am Gondelteich in Schönfels
In und um Schönfels gibt es zahlreiche Teiche: Burgteich (südlich des Ortes am Waldrand) Gondelteich (in der Ortsmitte mit Gaststätte, Spielplatz, Bootsverleih und Blick zur Burg, im Winter als Eislauffläche genutzt) Talmühlteich (am Ende der Grundstraße in Richtung Gospersgrün) Zwirnteich (nordöstlich der Burg nahe dem Liebberg) Bassin (im Schönfelser Wald) Keiner dieser Teiche ist derzeit als Badeteich ausgewiesen.
In früheren Zeiten befanden sich auf der Hofwiese zwischen Neu- und Altschönfels eine ganze Reihe von Teichen (Schöpfteich, Brunnenteich, Erlenteich, unterer, mittlerer und oberer Neuschönfelser Teich), die durch breite Dämme voneinander getrennt waren.
Der Burgteichbach kommt aus Südosten vom Schönfelser Wald und durchfließt Röhren- und Burgteich. Im Gondelteich trifft er auf den Schönfelser Bach, welcher aus Südwesten von Neuschönfels und dem Schönfelser Wald kommt. Der Schönfelser Bach verlässt den Gondelteich durch einen Überlauf am Damm in westlicher Richtung und führt dann zum Plexgrund, wo er den Talmühlteich mit Wasser versorgt. Weiter talabwärts vorbei am Sportplatz geht es bis zum Zusammenfluss mit dem Neumarker Bach auf Gospersgrüner Flur. Kurz darauf, in Steinpleis, wird die Pleiße erreicht. Diese führt über die Weiße Elster zur Saale und weiter über die Elbe zur Nordsee.
Der Name Plexgrund, hergeleitet von Plexe bzw. Pleiße, lässt vermuten, dass früher der heutige Schönfelser Bach als Ursprung der Pleiße galt. Ein dementsprechender Streit wurde aber anders entschieden. Am 3. Mai 1915 bestimmte das Ministerium des Innern, dass der in Ebersbrunn entspringende Bach den Namen Pleiße zu führen habe.
Berge Schönfels wird dominiert vom mitten im Ort befindlichen Burgberg, welcher hoch ist. Westlich davon befindet sich in Richtung Gospersgrün der Neuschönfelser Schafberg (368 m ü. NN). Hier finden alljährlich am 30. April Walpurgis-Feiern statt. Im südlich des Ortes gelegenen Schönfelser Wald werden Höhen bis 431 m ü. NN erreicht. Nördlich von Schönfels in Richtung Thanhof ist der 389 m hohe Liebberg zu finden.Höhenangaben aus OpenStreetMap
Geschichte Historische Ortsnamen mini|Friedhof und Kirche von Schönfels Jahr Ortsname 1225 de Schoninvels (adliger PN) 1323 Schonenfels (PN) 1326 Schonfels (PN) 1350 Schonenfelz (LBFS 2) 1359 Schonenvels 1445 Schonfels 1791 Schoͤnfels, Altschoͤnfelß, Neu Schoͤnfels 1875 Schönfels (Alt- und Neu-)
Bis zum 19. Jahrhundert mini|Hochbehälter in Neuschönfels
Schönfels wurde 1225 gemeinsam mit dem 8 km entfernten vogtländischen Neumark erstmals urkundlich erwähnt.
Die ältesten Herren von Schönfels waren die Vögte von Weida und ihre jüngere Linie, die Vögte von Plauen. Mehrfach wechselten die Besitzer. Im Jahr 1494 ging die Burg und Herrschaft an das Weißbach’sche Geschlecht. Wolf von Weißbach starb 1535. Er hinterließ 4 Söhne und es gab Erbschaftsstreit. Daher teilten die Gebrüder von Weißbach 1548 das Erbe und die Gerichtsbarkeit in Alt- und Neuschönfels. Es entstanden zwei Rittergüter. Zum Rittergut Altschönfels gehörten der größte Teil des Pfarrdorfes Schönfels, das Pfarrdorf Stenn (exklusive sechs zu Ruppertsgrün gehörender Häuser), ein Anteil des großen Pfarrdorfes Lichtentanne, ein Anteil des Dorfes Gospersgrün und ein Anteil des Pfarrdorfes Beiersdorf. Zu dem Rittergut Neuschönfels gehörten ein kleinerer Teil von Schönfels, das ganze Pfarrdorf Ebersbrunn, ein Anteil des Dorfes Altrottmannsdorf und der größte Teil des Dorfes Unterneumark.Archiv für die sächsische Geschichte, vierter Band, Seite 22
Die Gemeinderechnungen des Jahres 1553 weisen Ausgaben für das Röhrwasser aus. Schönfels war schon früh durch eine Wasserleitung mit Trinkwasser versorgt. Die alten Holzröhren aus dem Mittelalter wurden 1891 durch eiserne ersetzt, die alten Wasserkästen wichen neuen Druckständern. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort 1618 verwüstet und es gab außerdem viele Pestopfer. Die Einweihung der Kirche St. Martin, die in schwerer Zeit errichtet wurde, erfolgte 1628. Hiob von Milkau verkaufte 1649 Altschönfels an Georg Karl von Carlowitz. Die Carlowitze regierten die Bauern mit harter Hand. Als 1682 in Zwickau die Pest wütete, wurden die Zwickauer Kornmärkte in Schönfels abgehalten.
Geheimrat Gottfried Graf Bose übernahm 1686 den Besitz von Neuschönfels. Georg Heinrich von Bärenstein erwarb 1725 die Burg Schönfels. 1770 gingen Burg und Besitz von Altschönfels bis 1945 an das Geschlecht der Herren von Römer über. 1831 ging der Besitz von Neuschönfels an die Familie Hempel. 1899 übernahm die Familie Uhlig den Besitz von Neuschönfels bis 1945. Schönfels gehörte bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Zwickau im Erzgebirgischen Kreis.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 64 f. 1856 wurde Schönfels im Gegensatz zum heutigen Gemeindeteil Altrottmannsdorf nicht dem Gerichtsamt Reichenbach, sondern dem Gerichtsamt Zwickau und somit 1875 der Amtshauptmannschaft Zwickau angegliedert, während Altrottmannsdorf zur Amtshauptmannschaft Plauen kam.
Ab dem 20. Jahrhundert mini|Ehemaliges Schulgebäude von Schönfels aus dem 20. Jahrhundert Im Jahr 1905 wurde die Schule neu gebaut. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr erfolgte 1925. Die erste Buslinie nach Zwickau fuhr 1928. Im gleichen Jahr wurden Wasserwerk und Wasserleitung sowie die Straßenbeleuchtung gebaut. Zwischen 1932 und 1935 erfolgte der Bau der Ortsumgehung der damaligen Reichsstraße 2 (heutigen ) zur Entlastung des Ortskernes. Der Dorfteich wurde 1934 und auch noch mal 1986 geschlämmt. Im Jahr 1920 wurden Schönfels und Altrottmannsdorf der Amtshauptmannschaft Werdau zugeordnet. Durch die Auflösung des Verwaltungsbezirks kamen beide Orte im Jahr 1933 an die Amtshauptmannschaft Zwickau, die ab 1939 Landkreis Zwickau genannt wurde.
mini|Getreideernte der ehemaligen LPG Pflanzenproduktion Schönfels Im Zuge der Bodenreform in Deutschland wurden 1945 die beiden Rittergüter aufgelöst. In der Burg und den Gebäuden der Rittergüter wurde Wohnraum für Umsiedlerfamilien geschaffen. Es entstanden 22 Neubauernstellen.
Am 1. Januar 1949 wurde Altrottmannsdorf nach Schönfels eingemeindet. Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Schönfels im Jahr 1952 zum Kreis Zwickau-Land im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Zwickau fortgeführt wurde und am 1994 im Landkreis Zwickauer Land aufging. Die LPG wurde 1953 gegründet. Ab 1960 war Schönfels ein vollgenossenschaftliches Dorf. Danach erfolgte der Zusammenschluss der LPG Schönfels und Altrottmannsdorf. Durch das Zusammengehen mit Genossenschaften anderer Gemeinden entstand eine leistungsstarke Landwirtschaftliche Genossenschaft für Tier- und Pflanzenproduktion. Die Schulturnhalle wurde 1961 gebaut. Ab 1970 erfolgte der Bau der Eigenheimsiedlungen Burgstraße und Siedlerstraße. 1973 begann die Sanierung der Burg, der Ausbau des Museums und der Gaststätte. Zwei Jahre später, 1975, erfolgte die Eröffnung der restaurierten und modernisierten Burg.
1993 begann die Erschließung und die Bebauung des Wohngebietes Am Burgblick. 1995/1996 wurde Schönfels an das Erdgasverbundnetz angeschlossen. Die Inbetriebnahme des Seniorenpflegeheimes fand 1996 statt, es wurde später um den Bereich betreutes Wohnen erweitert. Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Lichtentanne, Schönfels und Stenn wurde Schönfels mit Altrottmannsdorf am 1. Januar 1996 ein Ortsteil der Gemeinde Lichtentanne. Von 2000 bis 2001 wurde die Verbindungsstraße – neue Waldstraße – gebaut.Zeittafel der Webseite der Gemeinde Lichtentanne Am 1. April 2008 wurde Altrottmannsdorf als Gemeindeteil von Lichtentanne gestrichen. Kurz darauf kam Schönfels im Zuge der sächsischen Kreisreform am 1. August 2008 mit der Gemeinde Lichtentanne zum Landkreis Zwickau.
Verwaltungszugehörigkeit Jahr Verwaltungszugehörigkeit 1445 Pflege Zwickau 1606 Amt Zwickau 1764 Amt Zwickau 1816 Amt Zwickau mit Wildenfels 1843 Amt Zwickau 1856 Gerichtsamt Zwickau 1875 Amtshauptmannschaft Zwickau 1952 Kreis Zwickau-Land 1994 Landkreis Zwickauer Land 2008 Landkreis Zwickau
Entwicklung der Einwohnerzahl mini|Ortsteil Neuschönfels Jahr EinwohnerzahlFestschrift zum Burg- und Heimatfest in Schönfels am 26., 27. u. 28. Juni 1954, Herausgeber Rat der Gemeinde Schönfels, Verfasser Kurt Singer Bebauung1551 43 besessene(r) Mann, 18 InwohnerDigitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen 1600 300 1670 48 Bauerngüter, 3 Mieteinheiten1750 500 100 HäuserDietmann (Chursächsische Priesterschaft)1764 43 besessene(r) Mann, 9 Häusler 7¼ Hufen je 24 Scheffel (AltScheffel), 2½ Hufen (NeuScheffel)1827 113 HäuserSchumanns Lexikon von Sachsen1834 790 1840 850 134 Häuser, 30 MieteinheitenPfarrer Braun1852 928 1871 1310 1890 1357 1900 1357 1910 1463 1925 1414 1928 1427 1939 1459 1946 1564 1950 1780 1954 1610 1964 1642 1990 1202 2001 1369 2011 1160Zensus 2011 365 Wohngebäude2016 1298Homepage der Gemeinde Lichtentanne Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung betrug im Jahr 2011 zum Zensus 47,9 Jahre.
Politik Ortschaftsrat
Seit der Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 verteilen sich die 6 Sitze des Ortschaftsrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen (in Klammer die Veränderungen zu 2014): CDU: 4 Sitze (−1) FW: 1 Sitz (+1) LINKE: 1 Sitz (±0)
Gewählt wurden (in alphabetischer Reihenfolge): Glaubitz, Stev Loos, Denis Müller, Falk (Ortsvorsteher) Stiller, Denny Vogel, Andreas Volkmer, Jens
Bürgermeister Schönfels hatte bis zur Eingemeindung nach Lichtentanne am 1. Januar 1996 einen eigenen Gemeinderat und einen Bürgermeister. Letzter Bürgermeister bis zum 31. Dezember 1995 war Johannes Konitzer (CDU).
Verkehr Straßen mini|Weg von Neuschönfels nach Altrottmannsdorf
Durch Schönfels verläuft die Bundesstraße . In östlicher Richtung gelangt man nach 10 km nach Zwickau und in westlicher Richtung in gleicher Entfernung nach Reichenbach im Vogtland. Über die Staatsstraße erreicht man nach 3 km den Nachbarort Ebersbrunn und in 5 km die Anschlussstelle Zwickau-West der Bundesautobahn . Die Kreisstraße K9351 führt zum Nachbarort Thanhof, und die K9304 kommt vom Nachbarort Stenn und zweigt im Ortsteil Altrottmannsdorf nach Gospersgrün ab.
Schönfels liegt an der Linie 181 des Regionalverkehrs Westsachsen von Zwickau nach Reichenbach. Es gibt mehrere Bushaltestellen im Ort: Schönfels, Abzw Am Liebberg Schönfels, Abzw Werdau Schönfels, Anger Schönfels, Abzw Gemeindeverwaltung Schönfels, AltrottmannsdorfFahrplan Regionalverkehr Westsachsen
Liste der Straßennamen von Schönfels: