Semriach ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) an der Nordseite des Schöckls im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark.
Geografie Geografische Lage Semriach liegt ca. 25 km nördlich der Landeshauptstadt Graz auf einem Hochplateau, dem Semriacher Becken im Grazer Bergland in der Oststeiermark. Im Gemeindegebiet befinden sich mit Schöckl (), Niederschöckl (), Hochtrötsch (), Fragnerberg (), Windhofkogel (), Rinnweberkogel () und Rechbergkogel () sieben Berge über Höhe.
Ausdehnung des Gemeindegebiets Semriach ist eine der größten Gemeinden im Bezirk Graz-Umgebung. Sie reicht vom Rechberg im Norden bis zum Schöckl im Süden über 9 km sowie vom Tanneben im Westen bis zur Bezirksgrenze zum Bezirk Weiz im Osten über 7 km.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Markterviertl () samt Bach, Hub, Kogel, Mitteregg und Taschen Präbichl () samt Augraben und Hitzendorf Rechberg () samt Graben, Kampegg, Karner, Rechbergdorf, Schitterdorf und Waxenegg Schönegg () samt Anger, Boden, Dreihöfen, Greith, Hollegg, Kogel, Mitterdorf am Trötsch, Pöllau und Trötsch Semriach () samt Bach, Haaranger, Hitzendorf, Lur, Meierhöfen, Neudorf und Reitzengraben Thoneben () samt Hiening, Jostensiedlung, Rötschgraben und Schachen Windhof () samt Glett, Hochstraße, Oberrötschbach, Oberwindhof, Präbichl, Schöckl, Ulrichsbrunn und Unterwindhof
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Markterviertl, Rechberg, Schönegg, Semriach und Windhof.
Nachbargemeinden
Geschichte Steinbeile und Topfscherben aus der Badl- bzw. Repolusthöhle sind die ältesten Nachweise menschlicher Besiedelung in der Steiermark und wurden in die Jüngere Steinzeit und Hallstattzeit datiert.
Auch die Römerzeit hinterließ Zeugnisse in größerer Zahl. Besonders zu erwähnen ist das 1962 entdeckte römische Hügelgrab am Krienzerkogel, aber auch an der Südwand der Pfarrkirche sind römische Inschriften-Steine zu sehen.
Von der darauf folgenden Völkerwanderungszeit legen nur mehr einige slawische Namen Zeugnis ab.
Um das Jahr 1050 entstand an der Stelle der heutigen Pfarrkirche ein romanischer Vorgängerbau. 1505 bis 1543 wurde diese Kirche durch eine spätgotische Hallenkirche mit einer Länge von 44,2 Metern ersetzt.
Die erste urkundliche Erwähnung des Marktes stammt aus dem Jahre 1320. Die Gründung des Marktes ist auf den mittelalterlichen Silberbergbau zurückzuführen, bei dem silberhaltiges Blei gefördert wurde. Nach dem Niedergang des Bergbaues versank der Ort zu einem rein landwirtschaftlichen Gemeinwesen. Vom Fernhandel wurde er nur bei einer Unpassierbarkeit des Murtales berührt.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen Die Kunsthalle K2 wurde vom Semriacher Künstler Christian Eisenberger errichtet. In regelmäßigen Abständen gibt es hier Ausstellungen. Im neuen Feuerwehrhaus wurde ein Feuerwehr-Museum eingerichtet, das zahlreiche Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr Semriach seit 1891 zeigt.
mini|Pfarrkirche von Semriach mini|links|Römergrab
Bauwerke Die Pfarrkirche Semriach wurde von 1505 bis 1515 errichtet. Sie befindet sich an der gleichen Stelle wie der um 1100 erbaute romanische Vorgängerbau, der Ende des 15. Jahrhunderts abgetragen worden ist. Die Kirche ist im Barockstil angelegt und wurde zuletzt 1987 renoviert. Der barocke Altar musste 1896 durch einen neugotischen Hochaltar ersetzt werden Am Krienzerkogel kann man ein 1962 freigelegtes, römerzeitliches Hügelgrab besichtigen. Es ist das einzige erhaltene Römergrab Österreichs. Auf dem sog. Hausberg südwestlich der Kesselfallklamm befinden sich die spärlichen Reste der Burg Luginsland, auch Ruine Luegg genannt. Die Burg war im Mittelalter Besitz der Grafen von Pfannberg.
Naturdenkmäler Lurgrotte, größte Tropfsteinhöhle Österreichs mit dem größten freihängenden Tropfstein der Welt. Kesselfallklamm: Durch die Klamm führen Brücken, Leitern und Stege zu den zahlreichen Wasserfällen. Neben der Klamm existiert ein Durchbruch, der aufgrund seiner Form Steintor genannt wird.
Sport Die Gegend um Semriach bietet zahlreiche Sportmöglichkeiten in der Natur: Wandern, Nordic Walking, Reiten, Bogenschießen in freier Natur.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 235 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 95 im Haupterwerb geführt. Diese bewirtschafteten 58 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 103 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft und 88 im Bereich Herstellung von Waren. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (115), Handel (87), Beherbergung und Gastronomie (84) und Verkehr (74 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige202120112001202120112001Land- und Forstwirtschaft 1)136235279191192158Produktion433223272191171Dienstleistung16014173479405354 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Verkehr Semriach liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen, allerdings hat der Verkehr durch Semriach als Alternativroute zum Rechberg-Pass zugenommen. Die Pyhrn Autobahn (A9) ist ca. 10 km entfernt und über den Knoten Deutschfeistritz-Peggau (165) zu erreichen. Die Rechberg Straße (B 64) von Frohnleiten nach Weiz führt durch das nördliche Gemeindegebiet und ist vom Gemeindezentrum ca. 7 km entfernt.
In Semriach befindet sich kein Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof ist Stübing an der Südbahn; er bietet stündliche Regionalzug-Verbindungen nach Graz und Bruck an der Mur. Die Buslinie 140 fährt täglich sechs Mal (an Sonn- und Feiertagen drei Mal) von Graz über Gratkorn nach Semriach.
Der Flughafen Graz ist ca. 40 km entfernt.
Öffentliche Einrichtungen In Semriach befindet sich eine Einsatzstelle der Bergwacht. Der Einsatzbereich der Freiwilligen Feuerwehr Semriach und des Löschzuges Rechberg umfasst das gesamte Gemeindegebiet sowie die umliegenden Ortschaften.
Politik Bürgermeister Bürgermeister ist Gottfried Rieger.
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2025 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen: 14 ÖVP, 6 FPÖ und 1 SPÖ.
Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse: Partei20252020 2015 2010Stimmen%MandateSti. %M. Sti. % M. Sti. % M. ÖVP1301521412296816 1222 61 13 1229 58 13 SPÖ12461225122 308 15 3 512 24 5 FPÖ613296297163 475 24 5 278 13 3NEOS4520nicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiert BZÖnicht kandidiertnicht kandidiert nicht kandidiert 90 4 0 Wahlbeteiligung69 % 76 % 81 %
Wappen Das Wappen von Semriach stellt einen in zwei Hälften gespaltenen Schild dar. In der linken (heraldisch: rechten) Schildhälfte ragt auf rotem Hintergrund aus der Mittelkuppe eines grünen Dreiberges ein nach rechts gewendeter, an der Brust von einem silberfarbenen Pfeil getroffener Hirsch empor. Die andere Schildhälfte zeigt auf blauem Hintergrund einen auf einem grünen Berg aus silberfarbenen Quadern erbauten, oben von drei nebeneinander gestellten Fenstern, unten von einem durch zwei Schussöffnungen beseiteten Tor mit halbaufgezogenem goldenem Fallgitter durchbrochenen Rundturm mit rotem, golden beknauftem Dach.
Der verwundete Hirsch im linken Feld nimmt auf die Legende des heiligen Ägidius, des Kirchenpatrons von Semriach, Bezug. Der silberne Wehrturm steht für die einstigen Burgen Luginsland und Forchtenberg sowie für den ehemaligen Silberbergbau in Semriach.Gemeinde-Homepage
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1972: Emmy Hiesleitner-Singer (1884–1980), Graphikerin und Malerin 1975: Franz Wegart (1918–2009), steirischer Landespolitiker, unter anderem Landeshauptmann-Stellvertreter und Landtagspräsident 2015: Jakob Taibinger (* 1945), Bürgermeister von 1990–2015
Söhne und Töchter der Gemeinde Christian Eisenberger (* 1978), Künstler, lebt und arbeitet in Wien Marlena Martinelli (* 1979), SchlagersängerinChristoph Marek: Pop/Schlager. Eine Analyse der Entstehungsprozesse populärer Musik im US-amerikanischen und deutschsprachigen Raum, Lit Verlag, Wien 2006, ISBN 3-8258-9456-8, S. 68. Hans Rinner (1963–2018), Unternehmer und Ex-Präsident von Sturm Graz Josef Trattner (* 1955), Künstler und Mitglied der Wiener Secession; lebt und arbeitet in Wien Martin Wabl (* 1945), Politiker und Jurist Personen in Verbindung mit Semriach Aramis (1950–2010), eigentlich Hans Peter Sagmüller, Künstler und Autor; lebte in Semriach Hans Gsellmann (* 1929; † 4. Juli 2011), steirische Legende des Bergsteigens, Skifahrens und Fotografierens; lebte in Semriach„Kleine Zeitung“ vom 8. Juli 2011, S. 75. Johann Karlon, Künstler und Mitglied der Künstlerfamilie Carlone; lebte in Semriach Franz Parz, Instrumentenbauer der Steirischen Harmonika; lebt in Semriach Martina Schenk (* 1972), 2008 bis 2013 Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat für das BZÖ, wechselte 2013 zum Team Stronach, seit 2017 FLÖ
Weblinks
Semriach Lurgrotte Semriach Luginsland/Luegg Im Ochsenhimmelreich, Dokumentation einer Viehversteigerung aus dem Jahr 1994 im Onlinearchiv der Österreichischen Mediathek
Einzelnachweise
Kategorie:Grazer Bergland Kategorie:Ersterwähnung 1320 Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Rötschbach