Norbert Riedel (* 1. April 1912 in Jägerndorf, Österreich-Ungarn; † 24. Februar 1963 in Zürs am Arlberg, Österreich) war ein Ingenieur und Unternehmer.
Leben und Werke Norbert Riedel hatte Maschinenbau studiert. Bei einem Lawinenunglück in Zürs am Arlberg verunglückte er am 24. Februar 1963 tödlich. Sein Sohn Eberhardt aus der Ehe mit Eva Riedel wurde gerettet.Schwietzer 2008, , bma-Magazin, Ausgabe Mai 2008, S. 36–39
Riedel arbeitete ab 1934 bei Ardie als technischer Zeichner,Steffen Riedel: Norbert Riedel. Geschichte der 'Imme' und anderer Konstruktionen. Podszun Motorbücher, Brilon 2012. ISBN 978-3-86133-639-6. S. 11. seit April 1938 als Leiter der Abteilungen Konstruktion und VersuchSteffen Riedel: Norbert Riedel. Geschichte der 'Imme' und anderer Konstruktionen. Podszun Motorbücher, Brilon 2012. ISBN 978-3-86133-639-6. S. 17. und später bei Victoria. Während des Zweiten Weltkrieges entwickelte er einen AnlassermotorNach Rauch/Rönicke, S. 156, entwickelte Riedel diesen Anlasser für Flugturbinentriebwerke „noch bei Ardie nach Plänen des Konstrukteurs-Kollegen Allemayer“. „Der Anlasser, den er unter anderem mit Victor Söllner und Otto Linder zur Serienreife brachte, sollte in einer Versuchsanstalt in Muggendorf (fränkische Schweiz) erprobt und serientauglich gemacht werden. Dies gelang auch, und die Fertigung wurde an Victoria, NSU und Junkers gegeben“. für die ersten deutschen Strahltriebwerke. Der Zweizylinder-Zweitakt-Boxermotor hatte einen Hubraum von 270 cm³ und eine Leistung von bei 7150 min−1. Er war als extremer Kurzhuber (Bohrung × Hub: 70 mm × 35 mm, Hubverhältnis = 0,5) ausgeführt, damit er in die Nabe des Turbinenverdichters passte. Das integrierte Planetengetriebe war 4,8:1 untersetzt.Geräte-Beschreibung zum Riedel-Benzinanlasser Die Anlassdrehzahl eines BMW-003-Triebwerkes lag bei 1200 min−1. Er wurde bei Victoria in Nürnberg produziertMit Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 endete bei Victoria die gesamte Zweiradproduktion bis auf die „KR 35 Pionier“. und diente als Anlasser für die Strahltriebwerke Junkers Jumo 004 und BMW 003. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt Riedel überraschend den Auftrag der US-Streitkräfte zur Fertigung einer Kleinserie von 10 Anlassermotoren. Die dazu nötigen Produktionswerkzeuge wurden von den Amerikanern von den Produktionswerkstätten der Junkerswerke zu Riedel in Muggendorf geschafft, was dem Betrieb auch später geholfen hat. Ansonsten produzierte Riedel in jener Zeit Kochtöpfe und Fleischwölfe, um seinen Betrieb am Laufen zu halten.
1947 gründete Riedel in Immenstadt im Allgäu die Riedel Motoren AG, um das von ihm konstruierte Leichtmotorrad Imme R 100 in Serie zu fertigen. Das Fahrzeug war sowohl in Belangen der Fertigung wie auch für den Fahrbetrieb ökonomisch optimiert. Technische Besonderheiten dieses Modells waren die Triebsatzschwinge und die einseitige Radaufhängung mit Zentralfedern für Vorderrad und Hinterrad; die fliegende Lagerung der Kurbelwelle mit nur einem Lager wurde im Laufe der Serienfertigung aufgegeben. Mit seiner Fahrwerkskonstruktion war das Modell Imme R 100 jener Zeit weit voraus. Einarmschwingen gab es in den 1940er Jahren nur bei Rollern (Vespa), BMW baute erst in den 1980er Jahren Motorräder mit Einarmschwinge in Serie. Bis zum Produktionsende 1951 wurden etwa 12.000 Stück der Imme R 100 gebaut.
Im Dezember 1949 begann er mit Entwurfsarbeiten für den Roller Riedel Till, der jedoch wegen der Insolvenz der Riedel Motoren AG im Oktober 1951 nicht mehr in Produktion ging. Riedel ließ sich einige seiner Konstruktionsdetails zur Rollerentwicklung mit dem deutschen Patent-Nr. 1686773 schützen. In Entwicklung war auch ein Motorradmodell der Bauart „Imme“ mit Zweizylindermotor, das allerdings nicht fertig gestellt werden konnte.
Nach dem Konkurs der Riedel Motoren AG ging Riedel zurück zu Victoria und entwickelte dort die Modelle Victoria Swing und den 200-cm³-Zweitakt-Roller Victoria Peggy. Die „Peggy“ hatte eine neuartige elektromagnetische Drucktastenschaltung, Elektrostarter, Gebläsekühlung und eine Triebsatz-Hinterradschwinge. Auch die „Swing“ war mit der Drucktastenschaltung und Ziehkeilgetriebe ausgestattet. Beim Goggomobil wurde ein von Riedel entwickeltes Ziehkeilgetriebe als „Selectromat“ bekannt und von Getrag gefertigt.
Patentanmeldungen (Auswahl)
Literatur
Weblinks
museum-digital:baden-württemberg: Motorrad Imme R 100 (mit Information zum Unternehmen). Private Vereinsseite: (die Website wurde 2020 gehackt und ist nicht mehr verfügbar.) The Riedel Starter Motor In: Messerschmitt Me 262B in Detail; The airframe, engines and canopy (englisch) The Riedel Starter Motor In: Air Victory Museum – German WWII Junkers Jumo 004 Turbojet (englisch) Luca Fusari: Riedel-Anlasser RBA/S10 (englisch) classic-automotive.blogspot.com: Classic Car and Motorcycle Heritage: Die Imme 100 (englisch) Bernies Bike Shed: Imme R100 (Riedel) 1950
Einzelnachweise
Kategorie:Maschinenbauingenieur Kategorie:Unternehmer (Deutschland) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Person (Immenstadt im Allgäu) Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1963 Kategorie:Mann