mini|Magdalena Jetelová (2025) mini|Felsenbrunnen in München (1992) mini|Skulptur Was war zuerst? (2007) bei Bad Berleburg

Magdalena Jetelová (* 4. Juni 1946 in Semily) ist eine tschechische Bildhauerin und Fotografin, die überwiegend in Deutschland lebt und arbeitet.

Leben Jetelová wurde als Tochter einer Deutschen in Semely geboren. Von 1964 bis 1971 studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste Prag sowie zwischenzeitlich von 1967 bis 1968 an der Mailänder Accademia di Brera bei Marino Marini. Ein zweimonatiges Arbeitsstipendium der Stadt München führte sie 1984 in die Villa Waldberta. Im Jahr 1985 emigrierte sie mit ihren beiden Kindern nach Deutschland.

1988 übernahm Jeletová eine Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste München, 1989 folgt eine Professur an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg. Von 1990 bis 2004 hatte sie eine Professur an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf inne. Von 2004 bis 2011 war sie Professorin für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München.

1992 wurde sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin, 1994 Konsultantin des Rates der Prager Burg. mini|Installation Venceremos/Sale seit 2006 am Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg

Werk Jetelovás Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt; Skulpturen, Arbeiten auf Papier und Fotografien der Künstlerin sind in vielen internationalen Museen vertreten.

Magdalena Jetelová wurde bekannt mit großen Holzskulpturen von Tischen, Stühlen oder Treppen, die sie aus Eichenstämmen schlug. Neue Arbeiten entstehen auch aus anderem Material, zum Beispiel Beton. Für Fotografien installierte sie in den 1990er Jahren sehr starke Lichtquellen, die einen gebündelten Lichtstrahl erzeugten, in menschenleeren Landschaften. Der Lichtstrahl durchschnitt die Natur oder projizierte Zitate in ihr. Außerhalb des Lichtstrahls blieben die Schwarzweißfotografien sehr dunkel, ließen aber immer noch Details der Umgebung erkennen.

Anlässlich der Verleihung des Lovis-Corinth-Preises und ihrer Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie (KOG) in Regensburg 2006 ummantelte Jetelová die vier Säulen des Portikus mit Holzkonstruktionen, die in unterschiedliche Richtungen kippen und mit rotem Teppich bekleidet sind. Die Installation blieb danach als Leihgabe im KOG und wurde 2011 angekauft. Sie wurde zum Markenzeichen des Museum, das sie seit 2017 im Museumslogo führt.

Auszeichnungen 1985: Kunstpreis Philip Morris 1986: Preisträgerin des Wettbewerbs dimension V, Philip Morris GmbH; Förderstipendium der Landeshauptstadt München 1988: Overbeck-Preis für Bildende Kunst, Lübeck; Förderpreis Glockengasse, Köln 1989: Kunstpreis der Stadt Darmstadt 1991: Max-Lütze-Preis, Stuttgart 1997: Robert-Jacobsen-Preis 1999: Jill Watson Award Pittsburgh 2006: Lovis-Corinth-Preis 2025: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Quelle

Ausstellungen (Auswahl)

1986: Biennale of Sydney 1986: Kunsthalle Baden-Baden

1987: Documenta 8, Kassel 1987: Projects 5, Museum of Modern Art, New York 1988: Hamburger Kunsthalle 1988. Ausstellung Vorsatz 2 der Galerie Vorsetzen 1992: Domestication of the Pyramid, Museum für angewandte Kunst, Wien 1994: Translocation, Kunstverein Hannover 1996: Translocation II, Mathildenhöhe, Darmstadt 1996: Museu d’Art Contemporani de Barcelona 1997: Badisches Landesmuseum, Karlsruhe 2000: Institut für moderne Kunst Nürnberg 2004: Gwangju Biennale, Südkorea 2006: Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg 2007: Kunsthalle Recklinghausen 2010: Kunsthalle Mannheim 2011: Glasstress 2011, Biennale di Venezia 2013: Die Bildhauer, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2014: Creacio continua, Haus der Kunst, München 2015: Skulptur, Museum Würth, Künzelsau 2017: Touch of Time, Nationalgalerie Prag 2023: Alle Macht der Imagination!, Kunsthalle im Lipsius-Bau, Dresden 2024: Abstrakte Horizonte, Pinakothek der Moderne, München

Quelle

Werke in Sammlungen Henry Moore Foundation, Leeds Kunsthalle Hamburg Leeds City Art Gallery Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen Musée National d’Art Moderne, Paris Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington Lehmbruck Museum, Duisburg Museum für angewandte Kunst, Wien Museum für Neue Kunst Karlsruhe Museum im Kulturspeicher, Würzburg Von der Heydt-Museum, Wuppertal Volpinum Kunstsammlung, Wien

Literatur Peter Noever (Hrsg.): Magdalena Jetelová – Domestizierung einer Pyramide. Rauminstallation im Museum für Angewandte Kunst (MAK) Wien, 13. Mai bis 12. Juli 1992. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung. MAK, Wien 1992, ISBN 3-900688-17-6.

Weblinks

Website von Magdalena Jetelová (englisch) Magdalena Jetelová bei Walter Storms Galerie Interview mit Magdalena Jetelová (2008) von Ulrike Ritter, archiviert vom Original im Internet Archive am 27. August 2008

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Tschechien) Kategorie:Hochschullehrer (Kunstakademie Düsseldorf) Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der Bildenden Künste München) Kategorie:Träger des Lovis-Corinth-Preises Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Tscheche Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Frau