Seulbitz ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Bayreuth in Oberfranken. Die Gemarkung Seulbitz hat eine Fläche von 5,221 km². Sie ist in 818 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6383 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Ortsteile Grunauermühle und Juchhöh.

Geographie Durch die ehemals selbständige Gemeinde und den alten Dorfkern am Westhang des Pensen verläuft die Kreisstraße BTs 6/BT 6, die über Eremitenhof nach Sankt Johannis (2 km westlich) bzw. über Lankendorf nach Weidenberg zur Staatsstraße 2463 führt (5,5 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Neunkirchen am Main (2,2 km südlich).

Name Der Name gilt, wie die übrigen auf -itz endenden Namen im Bayreuther Raum, als slawischen Ursprungs (→ Bavaria Slavica).

Geschichte Seulbitz musste den Zehnt nach Würzburg entrichten und existierte daher nachweislich bereits vor der Gründung des Bistums Bamberg im Jahr 1007. 1035 wurde der Ort als salisches Königsgut „Silevvize“ in einer Urkunde Kaiser Konrads II. anlässlich einer Schenkung an einen Bamberger namens Luitpold mit allen Liegenschaften beschrieben. Die umfangreiche Aufzählung von Gebäuden, Mühlen und Fischereianlagen deutet auf eine schon länger bestehende stattliche Siedlung hin. 1137 erwarb Bischof Otto von Bamberg das ehemalige Königsgut von Luitpold von Zirkendorf und schenkte es dem Bamberger Kloster St. Getreu.Karl Müssel, op. cit., S. 13

Der Ort im Radenzgau befand sich an einer bedeutenden Steigung der mittelalterlichen Handelsstraße nach Weidenberg, die von Laineck kommend über die Hochfläche des Pensen verlief. Die spätere Entwicklung war weitgehend bäuerlich geprägt. Reste der alten Bebauung sind nicht mehr feststellbar, nur noch Flurnamen deuten auf die einstige Bedeutung hin. mini|Eingangsbereich derLohengrin Therme

Zu der Realgemeinde Seulbitz gehörte Grunauermühle. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Seulbitz 20 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (3 Höfe, 8 Halbhöfe, 2 Söldengüter, 2 Tropfhäuser, 2 Häuser davon eines mit Zapfenschenke), die Pfarrei Bindlach (1 Halbhof) und die Gemeinde Seulbitz (1 Gemeindeschmiede, 1 Gemeindehirtenhaus).

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Seulbitz bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Seulbitz dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Sankt Johannis zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Seulbitz, zu der Grunauermühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Etwas später wurde auf dem Gemeindegebiet Juchhöh gegründet. Ab 1862 gehörte Seulbitz zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt). Die Gemeinde hatte eine Fläche von 5,230 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Seulbitz am 1. Juli 1976 nach Bayreuth eingemeindet. Diese Maßnahme war nicht unumstritten und von den Seulbitzern mehrheitlich nicht gewollt.Als Laineck sich teuer verkaufte in: Nordbayerischer Kurier vom 10. Januar 2022, S. 8. Vor die Wahl gestellt, nach Bayreuth eingemeindet zu werden oder eine Einheitsgemeinde mit Weidenberg zu bilden, entschieden sich indes am 25. August 1975 234 von 251 wahlberechtigten Bürgern für Bayreuth.Vor 50 Jahren. Klares Ja für Bayreuth in: Nordbayerischer Kurier vom 25. August 2025, S. 10.

Heute besteht Seulbitz aus einem alten bäuerlichen Teil und mehreren modernen Siedlungen. Im Jahr 1999 wurde der Heilquellenkurbetrieb Lohengrin Therme am westlichen Ortsrand eröffnet. Nahe der Lohengrin Therme soll ab September 2023 eine Reha-Klinik der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern entstehen.Rehaklinik: Baustart im September in: Nordbayerischer Kurier vom 13. Juni 2023, S. 11.

Baudenkmäler Seulbitzer Straße 45: Wohnhaus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Seulbitz Jahr 1822 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 178 226 220 223 235 239 249 242 256 245 230 223 216 203 206 200 183 179 169 260 225 224 195 232HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 22 28 29 30 30 35 34 40 Quelle

Ort Seulbitz Jahr 1819 1822 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 157 173 198 225 227 192 173 210 150 181 534Häuser 21 27 26 32 32 32 145Quelle Im Original 57.

Religion Seulbitz ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannis gepfarrt.

Persönlichkeiten Seulbitz war Wohnort des 2023 verstorbenen Skilangläufers Walter Demel, der von 1996 bis 2008 Mitglied des Stadtrates Bayreuth war.

Literatur

Weblinks

Die Geschichte von Seulbitz bei seulbitz.info Der Pensen. Wälle, Hügelgräber und eine geheimnisvolle Stele bei Seulbitz

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Bayreuth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Bayreuth) Kategorie:Ersterwähnung 1035 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Bayreuth