Helmut Debus (* 3. Mai 1949 in Hartenrod) ist ein niederdeutscher Liedermacher.

Leben Helmut Debus wurde in Hessen geboren und wuchs in Brake auf. Zu Hause wurde vor allem Hochdeutsch gesprochen, die niederdeutsche Sprache lernte er auf der Straße beim Spielen. Nach einer Lehre als Buchhändler folgten verschiedene Tätigkeiten, unter anderem als Hafenarbeiter. Schließlich studierte er über den zweiten Bildungsweg.

Debus macht seit den 1960er Jahren Musik, zunächst als Schlagzeuger in der Beatband The Madmen.

1976 erschien Debus’ erste Langspielplatte. Seitdem sind zahlreiche weitere Alben und eine DVD sowie ein Liederbuch erschienen. Die Texte entstanden in der Anfangszeit in Zusammenarbeit mit dem Dichter Oswald Andrae. Allan Taylor spielt auch auf einigen von Debus’ CDs als zweiter Gitarrist mit. Tourneen führten Debus durch Deutschland (einschließlich der DDR), Dänemark, die Niederlande, England, Italien, Schweden und Österreich.

Mit Schallplatten von Helmut Debus regte Hans-Joachim Theil vom Volkstheater Rostock 1977 die beiden Liedermacher Joachim Piatkowski und Wolfgang Rieck (Folk-Duo Piatkowski & Rieck) an, sich mit plattdeutschen Liedern zu beschäftigen, worauf sie beschlossen, künftig ihre Texte in der Mecklenburger Variante der Niederdeutschen Sprache zu verfassen.

Das von Oswald Andrae 1979 veröffentlichte Lied Dat Leed van den Häftling Nr. 562 zu Ehren von Carl von Ossietzky wurde von Helmut Debus vertont und auf seiner LP „Kaamt tohoop“ (1979) im deutschen Sprachraum veröffentlicht. Später erlangte es in der englischen Übersetzung unter dem Titel „Prisoner 562“ durch die Interpretation des schottischen Folksängers Dick Gaughan weltweite Bekanntheit.Die Deutsche Nationalbibliothek enthält hierzu eine Dokumentation mit weiterführenden Informationen: 1981 veröffentlichte er auf seinem Album „As een Stroom“ mit Suldat Janssen eine plattdeutsche Version von The Green Fields of France von Eric Bogle, das in Deutschland vor allem in der Version Es ist an der Zeit von Hannes Wader bekannt ist.

Debus wurde 1989 mit dem Bad Bevensen-Preis, 1990 mit dem Niedersächsischen Künstlerstipendium, 1999 mit dem Niederdeutschen Literaturpreis der Stadt Kappeln und 2004 mit dem Kulturpreis der Oldenburgischen Landschaft ausgezeichnet. 2014 war Debus für den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA nominiert.

Viele der veröffentlichten Songs waren in den TOP 10 der Liederbestenliste. Das letzte Album „Angst legg di slapen“ (2022) wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Die drei vorherigen Alben „Dreihen un Weihen“ (2012), „Liekut un annersrum“ (2015) und „Frömde Frünnen“ (2019) waren alle für selbigen Preis nominiert.

Einige Songs entstanden für Filme, Theaterstücke und Radio-Features. Lieder oder auch das Gesamtwerk wurden als Thema für Diplom- und Hausarbeiten von Universitätsstudenten behandelt.

Etliche Songs und Texte finden sich in Lieder- und Schullesebüchern sowie in Literatur-Anthologien.

Helmut Debus lebt in Brake. Mit seiner Frau hat er zwei Söhne.

Diskografie 1976: Wo ik herkam 1977: Wat ik meen 1978: För all dat 1979: Kaamt tohoop 1980: In dit platte Land 1981: As een Strom 1982: Waterland 1983: Wohen 1985: Vullmaand 1988: Morgenfloot 1991: Wille Harten 1994: Afsiet vun Tiet 1997: Möven seilt up Wind 1999: Vullmaand & Morgenfloot (Neuauflage der beiden gleichnamigen LPs auf einer CD) 2000: Twuschen Ankommen un Afscheed 2005: Steern un Strom 2009: Sacht bi Nacht 2012: Dreihen un weihen 2015: Liekut un anners rum 2019: Frömde Frünnen 2022: Angst legg di slapen

Literatur Helmut Debus, Peter K. Kirchhof (Hrsg.): Mien plattdüütsch Singbook. Florian Noetzel Verlag, Wilhelmshaven 2005, ISBN 3-7959-0565-6

Weblinks Website über Helmut Debus (autorisiert)

Einzelnachweise

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