Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 13. Wiener Gemeindebezirks Hietzing

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In Klammern ist hinter dem Verkehrsflächennamen die jeweilige Katastralgemeinde (KG.) des Grundbuches angeführt. Die KG Auhof umfasst den Lainzer Tiergarten und somit auch die Siedlungen in ehemaligen Teilen davon (z. B. Friedensstadt oder Siedlung Auhofer Trennstück).

A mini|Am Platz mini|Anatourgasse mini|Aschergasse

Adolf-Lorenz-Gasse (Hietzing), 1959 benannt nach dem Orthopäden Adolf Lorenz (1854–1946); als Chirurg spezialisierte er sich auf die operative Heilung von anatomischen Missbildungen. Da es bei diesen Methoden immer wieder zu Todesfällen kam, begann er, an alternativen Heilmethoden zu arbeiten. Er baute in der Folge das Fach Orthopädie an der Universität Wien und am Allgemeinen Krankenhaus auf. 1889 wurde er der erste Professor für Orthopädie an der Wiener Universität. Adolf Lorenz ist der Vater des Verhaltensforschers Konrad Lorenz. Adolfstorgasse (Ober-St.-Veit), 1894 benannt nach dem Adolfstor, einem der Tore in der 22 km langen Umfassungsmauer des Lainzer Tiergartens, auf das die Gasse zuläuft. Sie hieß früher Bergstraße. Aichbühelgasse (Hacking), 1961 benannt nach dem Beamten Johann Carl Aichbühel (1598–1658), Hofkammersekretär, Regimentsrat (1654–1657), Professor für Poetik und Eloquenz an der Wiener Universität sowie deren Rektor (1649). Um 1654 ist Aichbühel als Besitzer der Herrschaft Hacking bezeugt; der Aichbühelhof in Grinzing war möglicherweise auch in seinem Besitz. Vor 1961 hieß eine andere Gasse Aichbühelgasse; diese ist heute Teil der Lilienberggasse. Alban-Berg-Weg (Lainz), 1969 benannt nach dem Komponisten Alban Berg (1885–1935); sein Werk vereint Einflüsse der Mahlerschen Spätromantik mit Arnold Schönbergs freier Atonalität und später der Zwölftontechnik. Obwohl Berg sich selbst immer als „natürlicher Fortsetzer richtig verstandener, guter, alter Tradition“ verstand, gehört er zu den großen Neuerern der Musik des 20. Jahrhunderts. Hauptweg der Josef-Afritsch-Siedlung auf dem Küniglberg. Alois-Kraus-Promenade (Hietzing, Lainz), 1955 benannt nach dem Beamten und Manager Alois Kraus (1840–1926); er war von 1879 bis 1919 Direktor der Menagerie Schönbrunn. Unter seiner Leitung erreichte der Tierbestand mit 3.442 Tieren in 712 Arten einen Höhepunkt. Kraus baute den Tiergarten von einer bloß höfischen Schauzwecken dienenden Menagerie zu einer der Wissenschaft und Volksbildung dienenden Institution um. Der Weg am Fuß des Wäldchens auf dem Küniglberg hieß vorher Promenadenweg. Altgasse (Hietzing), benannt (Datum unbekannt; in der ersten Lehmann-Ausgabe, 1859, enthalten) nach dem ältesten Teil der bis 1890 selbstständigen Ortschaft Hietzing. Die ältesten Anwesen lagen im Bereich der Altgasse, nördlich davon (Richtung Wienfluss) waren Viehweiden, südlich wenige Äcker und ausgedehnte Weingärten. Amalienstraße (Ober-St.-Veit), 1869 benannt nach Kaiserin Amalia Wilhelmine (1673–1742), Ehefrau des Kaisers Joseph I. Da sie von ihrem Mann mit einer Geschlechtskrankheit infiziert worden war, konnte sie keinen (überlebenden) männlichen Thronfolger gebären, sodass die Kaiserkrone nach Josephs Tod an seinen jüngeren Bruder Karl VI. überging. Die Straße wurde nach dem Ende der Monarchie 1919 in Goldmarkstraße umbenannt (siehe Goldmarkplatz), aber 1922 wieder in Amalienstraße zurück benannt. Am Fasangarten (Schönbrunn), 1905 benannt nach einer Fasanerie, die südlich der Gloriette an den Park von Schloss Schönbrunn anschloss und bis heute als Fasangarten auf dem Stadtplan aufscheint (der südlichste Teil wurde später mit der Maria-Theresien-Kaserne verbaut). In Fasangärten wurden Fasane und andere schöne Vögel, z. B. Pfaue, zur Erbauung der Adeligen gehalten. Siehe auch Fasangartengasse. Am Hans-Moser-Park (Hietzing), 1998 benannt nach dem gleichnamigen Park; dieser ist benannt nach dem Volksschauspieler Hans Moser (Johann Julier, 1880–1964); er begann seine Karriere als Kabarettist und erzielte den Durchbruch 1923 mit dem Sketch „Der Dienstmann“. In der Folge spielte er in rund 150 Filmen, war ein populärer Interpret von Wienerliedern und wurde nach 1945 auch in ernsten Rollen am Burgtheater eingesetzt. Moser wohnte jahrzehntelang im 13. Bezirk („Moser-Villa“, Auhofstraße 76–78 / Hügelgasse). Die Verkehrsfläche befindet sich vor dem Haupteingang des Magistratischen Bezirksamtes für den 13. und 14. Bezirk, zwischen dem Hietzinger Kai und der Eduard-Klein-Gasse. Am Meisenbühel (Ober-St.-Veit), 1975 benannt nach einem alten Flurnamen, der sich wahrscheinlich auf die Vogelartenfamilie der Meisen bezieht. Bühel ist ein altes Wort für Hügel, entstanden aus dem althochdeutschen buhil (Hügel, Anhöhe). Am Platz (Hietzing), 1894 benannt nach dem seit dem Mittelalter gewohnten sonntäglichen Versammlungsplatz vor der Pfarrkirche Maria Hietzing „Mariä Hietzing“. Der Platz hieß ursprünglich St. Marienplatz nach der vor der Kirche aufgestellten Mariensäule, und danach bis 1894, wie die einschlägigen Plätze anderer eingemeindeter Vororte, Kirchenplatz. Am Rosenberg (Rosenberg), 1965 benannt nach einem Flurnamen, der auch für die heutige Katastralgemeinde Rosenberg namensgebend war. Am Rosenhügel (Speising, Rosenberg), 1922 benannt nach dem 258 m hohen Rosenhügel, auf dessen Höhe sich der Platz vor dem 1873 in Betrieb genommenen Wasserbehälter Rosenhügel, dem städtischen Endpunkt der I. Wiener Hochquellenwasserleitung, befindet. Der Hügel gehört zum nordöstlichen Hügelland des Wienerwalds und ist damit Teil der Nördlichen Kalkalpen; er hat seinen Namen von ausgedehnten Rosenkulturen, die sich früher an dieser Stelle befanden. Siehe auch Rosenhügelstraße. Anatourgasse (Auhof; Siedlung im ehemaligen Lainzer Tiergarten), 1955 benannt nach der Schauspielerin und Soubrette Marie Anatour (1857–1929); sie wirkte schon ab ihrem sechsten Lebensjahr in Theatern in Nordböhmen und Sachsen. 1876 kam sie nach Graz, 1882 wirkte sie am Wiener Carltheater und 1893 am Theater in der Josefstadt. 1895 verließ sie Wien und ging nach Breslau. Die Gasse hieß früher Bürgergasse. Angermayergasse (Ober-St.-Veit), 1894 benannt nach dem Geistlichen Anton Angermayer (1803–1874), Pfarrer von Ober-St.-Veit (1847–1861). Die Gasse hieß zuvor Mayergasse. Anna-Strauss-Platz (Hietzing), 2006 benannt nach Anna Strauss (1801–1870), Ehefrau von Johann Strauss (Vater) und Mutter von Johann Strauss (Sohn); dieser sollte nach dem Wunsch seines Vaters Beamter oder Kaufmann werden, Anna Strauss ermöglichte Johann junior jedoch ein Musikstudium. Wenn er eigene Kompositionen auf dem Klavier spielte, begleitete sie ihn auf der Gitarre. auf portraetgalerie.wordpress.com, abgerufen am 21. September 2010 Ihre Söhne Josef Strauss und Eduard Strauß wurden ebenfalls erfolgreiche Musiker. (Obwohl der Name „Strauss“ in modernen Nachschlagewerken häufig mit „ß“ zu finden ist, schrieben die Mitglieder der Familie Strauss selbst ihren Namen immer mit „ss“, ausgenommen Eduard Strauß.) Der Platz weist keine Adressen auf, da die angrenzenden Gebäude zur Hietzinger Hauptstraße, zur Auhofstraße und zur Dommayergasse zählen. Anton-Langer-Gasse (Speising), 1894 benannt nach dem Schriftsteller und Journalisten Anton Langer (1824–1879); von 1850 bis zu seinem Tod war er Herausgeber der Zeitschrift Hans Jörgl. Langer schrieb mehr als 100 Romane, zumeist so genannte 5-Groschen-Romane. Seine zahlreichen Dramen gelten, mit wenigen Ausnahmen, als verloren. Die Gasse hieß früher Parkgasse. Aschergasse (Auhof; Siedlung Auhofer Trennstück), 1955 benannt nach dem Komponisten Leo Ascher; der promovierte Jurist betätigte sich als Komponist, von 1905 bis 1932 komponierte er 32 Operetten sowie Wienerlieder und Chansons. 1938 emigrierte Ascher nach New York, wo er als Jurist lebte. In den Vereinigten Staaten verfasste er Musicals, patriotische Lieder und Unterrichtsliteratur für Kinder. Die Gasse hieß früher Waldmüllergasse. Atzgersdorfer Straße (Rosenberg, Speising), 1918 benannt nach dem ehemaligen Vorort und heutigen Liesinger Bezirksteil Atzgersdorf, der bereits 1130 als „Azichinstorf“ urkundlich erwähnt wurde. Der Name Atzgersdorf ist eine Kombination aus dem Personennamen „Atzichî“ und dem Wort Dorf. Die Straße verläuft neben dem Wiener Endpunkt der 1. Hochquellenwasserleitung; siehe Am Rosenhügel. Von ihrem nördlichen Ende bis zu Am Rosenhügel (Wundtgasse) bildet die Straße (zumeist die östliche Seitenfahrbahn) die Grenze zwischen 13. und 12. Bezirk; von dort südwärts bis zur Schluckergasse die Grenze zwischen 13. und 23. Bezirk (meist in der Straßenmitte). August-Reuss-Gasse (Hietzing), 1959 benannt nach dem Kinderfacharzt August Reuss (1879–1954); er führte Verbesserungen auf dem Gebiet der Kinderheilkunde ein, insbesondere für Neugeborene. So gliederte er die Säuglingsstationen aus der allgemeinen Gynäkologie aus. Er erreichte die Anerkennung der Pädiatrie als eigenes medizinisches Fachgebiet und gilt damit als erster Sozialpädiater Österreichs. Im Historikerbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ aus dem Jahr 2013 ist die Straße Gruppe C (demokratiepolitisch relevante biographische Lücken) zugeordnet. Auhofstraße (Hietzing, Unter-St.-Veit, Ober-St.-Veit, Hacking), benannt (Datum unbekannt; 1859 in der ersten Lehmann-Ausgabe enthalten) nach dem „Auhof“, einem seit dem Mittelalter nachgewiesenen Hof („Hof in der Au“) am nördlichen Rand des Lainzer Tiergartens. Das Gut wurde 1194 erstmals urkundlich erwähnt; bis ins 16. Jahrhundert unterstand es der Grundherrschaft der Johanniter und war dann im Besitz reicher Wiener Bürger. Ab 1560 war es Amtssitz des kaiserlichen Forstmeisters. Lang vor dem Bau des später Hietzinger Hauptstraße genannten Verkehrswegs schien die Auhofstraße bereits als Verbindung parallel zum rechten Wienflussufer in historischen Plänen auf. Siehe auch Café Dommayer auf Nr. 2, die ehem. Villa Hügel auf Nr. 15, die Moser-Villa auf Nr. 76–78 und das Areal der ehem. Hutfabrik Giuseppe Bossi (siehe Bossigasse) auf Nr. 84.Giuseppe Bossi, in: Die Fabriken des Wientals, veröffentlicht auf Ober St. Veit an der Wien (1133.at); zusammengestellt von Josef Holzapfel, April 2005, ergänzt im Jänner 2021; abgerufen am 23. März 2022

B mini|Brammergasse mini|Buchbindergasse

Beckgasse (Lainz, Unter-St.-Veit, Ober-St.-Veit), 1949 benannt nach dem Politiker Max Wladimir von Beck (1854–1943), Sektionschef im Ackerbauministerium (1898–1906), k.k. Ministerpräsident (1906–1908), später kaiserlicher und republikanischer Rechnungshofpräsident. Er führte zahlreiche Reformen durch; vor allem gelang es ihm 1906, in beiden Häusern des Reichsrats Mehrheiten für das allgemeine, gleiche Wahlrecht für Männer zu gewinnen. Die Gasse hieß früher Reichgasse nach Josef Reich, der das erste Haus in der Gasse erbaute; von 1938 bis 1949 hieß sie Gustav-Groß-Gasse nach dem deutschliberalen mährischen Politiker Gustav Groß, 1918 letzter Präsident des Abgeordnetenhauses des k.k. Reichsrats. Siehe die „Villa Langer“ auf Nr. 30 mit Fassade von Josef Plečnik. Bei den Meierhöfen (Speising), 1911 benannt nach einst hier situierten Meierhöfen. Als Meierhof wird ein Bauerngehöft oder -gebäude bezeichnet, in dem der Verwalter (der Meier) eines Gutshofes gelebt hat. Benkgasse (Speising), 1924 benannt nach dem Bildhauer Johannes Benk (1844–1914); er war wichtiger Vertreter der Ringstraßenperiode mit teilweise neobarockem Einschlag. Tätig war er vor allem als Schöpfer von Bauplastiken, Denkmälern und Grabmonumenten. Sein bekanntestes Werk ist das Deutschmeister-Denkmal vor der Roßauer Kaserne (1906).