Die als Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (kurz BMBWK, Bildungsministerium oder seinerzeit Zukunftsministerium) bezeichnete österreichische Verwaltungseinrichtung des Bundes war vor allem zuständig für das Schulwesen, die wissenschaftliche Forschung und Lehre (Universitäten, Universitätskliniken, Fachhochschulen; Bibliothekswesens), die Museen und den Denkmalschutz.
Das Ministerium wurde 2000, in den ersten zwei Monaten nach Antritt der Regierung Schüssel I, durch die Umbildung aus dem Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten (BMUK) und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr (BMWV) geschaffen. 2007, in der Regierung Gusenbauer, wurde es in das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK, Unterrichtsministerium) und das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF, Wissenschaftsministerium) aufgeteilt.
Es war ein klassisches Gesamt-Kulturministerium, wie es das in Österreich bis 1970 gegeben hatte.
Bundesminister
In der Zeit des Bestehens dieses Ministeriums war Bundesministerin: Elisabeth Gehrer (ÖVP) Sie war schon seit 1995 Unterrichtsminister (für Schulbildung) gewesen und leitete dann das vereinte Bildungsministerium (für Schul- und Hochschulbildung).
Nach der Nationalratswahl 2006, im Vorfeld der Angelobung der Bundesregierung Gusenbauer, waren Claudia Schmied (SPÖ) als designierte Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur und Johannes Hahn als designierter Bundesminister für Wissenschaft und Forschung für die wieder getrennten Ressorts zuständig.
Kompetenzen Das BMBWK war zuständig für: Schulwesen Schulerhaltung, Schulerrichtung und Schulauflassung mit Ausnahme der Schulerhaltung Aus- und Weiterbildung sowie Dienstprüfung der Lehrer Mitwirkung des Bundes in Angelegenheiten des Dienstrechts und der Erstellung der Stellenpläne für Landeslehrer (soweit sie nicht in den Wirkungsbereich des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft fällt) Kindergarten- und Hortwesen u. a. auch: Bildungsevidenz Angelegenheiten der Wissenschaften (wissenschaftliche Forschung und Lehre) Universitäten (einschließlich betriebswirtschaftlicher Angelegenheiten sowie Angelegenheiten der Kostenbeteiligung des Bundes an der Errichtung, Ausgestaltung und dem Betrieb von Universitätskliniken) Angelegenheiten der studentischen Interessenvertretung und der Studienbeihilfen und Stipendien Fachhochschulen wissenschaftliche(s) Anstalten und Forschungseinrichtungen (einschließlich der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Geologische Bundesanstalt, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) Berufsvorbildung, Berufsausbildung und Berufsfortbildung Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesen Sammlungen und Einrichtungen Forschung und der internationalen Mobilitätsprogramme sowie europäischen Rahmenprogramme Lebenswissenschaften und Förderung von Ersatzmethoden zum Tierversuch Museen (soweit diese Angelegenheiten nicht in den Wirkungsbereich des Bundesministeriums für Inneres oder des Bundesministeriums für Landesverteidigung fallen); Denkmalschutz; Österreichischen Nationalbibliothek, Österreichischen Phonothek, Hofmusikkapelle Kultus Volksbildung schulischen, wissenschaftlichen, kulturellen und kirchlichen Stiftungen und Fonds Förderung der Schul- und Kulturfilme
Organisation Das BMBWK war in Sektionen, Abteilungen und Referate gegliedert:
Bundesminister Zentralsektion: Personal- und Organisationsangelegenheiten der Zentralstelle; Budget, Raum. Öffentlichkeitsarbeit; Förderungen Sektion I: Allgemein bildendes Schulwesen; Bildungsplanung; Internationale Angelegenheiten Sektion II: Berufsbildendes Schulwesen Sektion III: Personal- und Schulmanagement; Legistik Sektion IV: Kultur Sektion V: Statistik; Allgemeine pädagogische und IT-Angelegenheiten; Erwachsenenbildung Sektion VI: Wissenschaftliche Forschung; Internationale Angelegenheiten – Bereich Wissenschaft Sektion VII: Universitäten, Fachhochschulen Zentralausschüsse Einrichtungen zur Beratung der Bundesministerin (u. a. Schulreformkommission, Elternbeirat, Akkreditierungsrat zur Anerkennung als Privatuniversitäten)
Historische Entwicklung
Zeitraum Unterrichtsministerium Wissenschaftsministerium 1848 Ministerium des öffentlichen Unterrichts 1849 Ministerium für Cultus und Unterricht 1861–1867 sistiert 1867–1918 Ministerium für Cultus und Unterricht 1918–1920 Staatsamt für Inneres und Unterricht 1919–1923 Bundesministerium für Inneres und Unterricht 1923–1938 1945–1970 Bundesministerium für UnterrichtInnenpolitik dem Bundeskanzleramt eingegliedert 1970–1984 Bundesministerium für Unterricht und KunstKunstangelegenheiten in Abgrenzung zum neuen Wissenschaftsministerium betont Bundesministerium für Wissenschaft und ForschungNeu begründet 1985–1991 Bundesministerium für Unterricht, Kunst und SportSportressort von Sinowatz betont 1991–1994 Bundesministerium für Unterricht und KunstSportressort in das neue Bundesministerium für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz eingegliedert 1994–2000 Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten 1995–1996 Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und KunstKunstangelegenheiten vom Unterrichtsministerium 1996–1997 Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und KunstVerkehrspolitik vom aufgelösten Bundesministerium für öffentliche Wirtschaft und Verkehr1997–2000 Bundesministerium für Wissenschaft und VerkehrDie Kunstagenden wurden 1997 an das Bundeskanzleramt übergeben. 2000–2007 x16pxBundesministerium für Bildung, Wissenschaft und KulturIn der Regierung Schüssel I wurden die Wissenschaftsagenden in das bisherige Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten eingegliedert; die Verkehrsagenden wurden dem neu geschaffenen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie zugeteilt. 2007 x16pxBundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur x16pxBundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Spätere Wahrnehmung der Zuständigkeiten 2007, mit Antritt der Regierung Gusenbauer, wurde das Gesamt-Bildungsministerium wieder aufgetrennt, und mit Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung wieder zwei Spezialministerien für die beiden Sektoren eingerichtet. Nachdem für Wissenschaft und Forschung von 2014 bis 2018 das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zuständig war, wurde 2018 mit Antritt der Regierung Kurz I erneut ein Gesamtbildungsministerium, allerdings ohne Kultur, mit dem Namen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung geschaffen.
Sonstiges Als erstes österreichisches Ministerium hat das BMUKK eine offizielle Fanseite auf dem Social Network Facebook eingerichtet.
Weblinks
Einzelnachweise
Bildung, Wissenschaft und Kultur Osterreich !2018 Osterreich †2000 Osterreich †2000 Kategorie:Behördengründung 2000