Der Zuckervogel (Coereba flaveola) oder Bananaquit ist ein Sperlingsvogel (Passeriformes) aus der Familie der Tangaren (Thraupidae).
Verbreitung Die Vögel leben im tropischen Süd- und Mittelamerika, vom nördlichen Argentinien bis zum südlichen Mexiko und auf den Inseln der Karibik. Einige verirrte Tiere kamen auch bis Florida. Sie leben in feuchten Wäldern, Parks und Gärten.
Merkmale Zuckervögel erreichen eine Länge von 10–12 Zentimetern. Wobei die auf der Dominikanischen Republik vorkommende Unterart Coereba flaveola bananivora mit 10 Zentimetern der kleinste ist. Oberseits sind sie dunkelgrau mit einer schwarzen Kappe auf dem Kopf. Brust, Bauch und Bürzel sind gelb. Oberhalb des Auges befindet sich ein weißer Strich. Der Schnabel ist schlank und gebogen. Die Zunge ist zur Aufnahme von Nektar gespalten, vorn röhrenförmig und mit Hornschuppen bedeckt. Die Geschlechter sehen gleich aus. Die weite Verbreitung hat zur Bildung verschiedener Unterarten geführt. Coereba flaveola caboti von Cozumel vor der Küste Yucatáns hat eine weiße Kehle. Auf Grenada und St. Vincent lebt Coereba flaveola atrata die meistens schwarz sind. Auf der Karibikinsel Tobago lebt die Unterart Coereba flaveola luteola, die eine graue Kehle aufweist. Auf den Bahamas (Grand Bahama und Little Abaco) sowie auf Grand Turk kommt Coereba flaveola bahamensis vor. Bei diesem Vogel sind Wange, Kinn, Kehle und die Flanken weiß.
Ernährung Die Vögel ernähren sich von Nektar, Insekten oder saugen den Saft aus Beeren. Sie können nicht wie Kolibris in der Luft stehen, sondern müssen sich zur Nahrungsaufnahme hinsetzen. Schwer zugängliche, schlauchförmige Blüten durchbohren sie mit dem Schnabel von der Seite.
Fortpflanzung mini|Eier des Zuckervogels Zuckervögel brüten mindestens zweimal im Jahr. Ihr Nest wird aus Grashalmen errichtet und ist kugelförmig oder oval mit einem Einflugloch an der Seite. Es werden zwei bis drei Eier gelegt. Das Männchen beteiligt sich an der Brutpflege. Es baut für sich noch zusätzlich ein Schlafnest.
Unterarten mini|200px|Einfarb-Hakenschnabel, Panamapitpit & Zuckervogel (ssp. C. f. caboti) gemalt von John Gerrard Keulemans mini|200px|C. f. martinicana & C. f. bartholemica gemalt von Joseph Smit, 1886 mini|Zuckervogel der Unterart C. f. luteola auf Tobago links|mini|Verbreitungsgebiet des Zuckervogels (grün) Es sind 41 Unterarten des Zuckervogels bekannt. Es handelt sich dabei alphabetisch sortiert um:IOC World bird list Tanagers and allies
Coereba flaveola alleni , 1912Percy Roycroft Lowe (1912), S. 86 kommt vom östlichen Bolivien bis ins zentrale Brasilien vor. Coereba flaveola aterrima (, 1830)René Primevère Lesson (1830), S. 303 ist auf Grenada und auf den Grenadinen verbreitet. Coereba flaveola atrata (, 1878)George Newbold Lawrence (1878), S. 149 ist auf St. Vincent verbreitet. Coereba flaveola bahamensis (, 1853)Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach (1853), S. 253 kommt auf den Bahamas vor. Coereba flaveola bananivora (, 1789)Johann Friedrich Gmelin (1789), S. 951 ist auf Hispaniola und den angrenzenden Inseln verbreitet. Coereba flaveola barbadensis (, 1873)Spencer Fullerton Baird (1873), S. 612 kommt auf Barbados vor. Coereba flaveola bartholemica (, 1788)Anders Sparrman (1788), Tafel 57 & Text ist auf den nördlichen und zentralen Kleinen Antillen vor. Coereba flaveola bolivari & , 1946John Todd Zimmer u. a. (1946), S. 20 ist im östlichen Venezuela verbreitet. Coereba flaveola bonairensis , 1955Karel Hendrik Voous (1955), S. 83 kommt auf Bonaire vor. Coereba flaveola caboti (, 1873) ist im östlichen Teil der Yucatán-Halbinsel und den angrenzenden Inseln verbreitet. Coereba flaveola caucae , 1914Frank Michler Chapman (1914), S. 186 ist im westlichen Kolumbien verbreitet. Coereba flaveola cerinoclunis , 1901Outram Bangs (1901), S. 52 kommt auf den Perleninseln vor. Coereba flaveola chloropyga (, 1851)Jean Louis Cabanis (1851), S. 97 ist vom östlichen zentralen Peru über das zentrale Bolivien und östlich bis ins östliche Brasilien, das nördliche Uruguay, und das nordöstliche Argentinien und Paraguay verbreitet. Coereba flaveola columbiana (, 1866)Jean Louis Cabanis (1866), S. 411–412 kommt vom östlichen Panama bis in den Südwesten Kolumbiens und den Süden Venezuelas vor. Coereba flaveola dispar , 1942John Todd Zimmer (1942), S. 4 ist vom nördlichen zentralen Peru bis ins westliche Bolivien verbreitet. Coereba flaveola ferryi , 1909Charles Barney Cory (1909), S. 221–222 kommt auf La Tortuga vor. Coereba flaveola flaveola (, 1758)Carl von Linné (1758), S. 119 ist auf Jamaika vor. Coereba flaveola frailensis & , 1946William Henry Phelps u. a. (1946), S. 158 kommt auf Los Frailes und Los Hermanos vor. Coereba flaveola gorgonae & , 1905John Eliot Thayer u. a. (1905), S. 97 ist auf Gorgona verbreitet. Coereba flaveola guianensis (, 1851) ist vom südöstlichen Venezuela bis Guyana verbreitet. Coereba flaveola intermedia ( & , 1899)Tommaso Salvadori u. a. (1899), S. 13 kommt im südwestlichen Kolumbien, dem westlichen Ecuador und dem nördlichen Peru östlich bis ins südliche Venezuela und das westliche Brasilien vor. Coereba flaveola laurae , 1908Percy Roycroft Lowe (1908), S. 108–109 ist auf Los Testigos verbreitet. Coereba flaveola lowii , 1909Charles Barney Cory (1909), S. 217 kommt auf Los Roques vor. Coereba flaveola luteola (, 1851)Jean Louis Cabanis (1851), S. 96 kommt an den Küsten des nördlichen Kolumbien und nördlichen Venezuela sowie auf Trinidad und Tobago vor. Coereba flaveola magnirostris (, 1880)Władysław Taczanowski (1880), S. 193 ist im entfernten südöstlichen Ecuador und dem nördlichen Peru verbreitet. Coereba flaveola martinicana (, 1853)Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach (1853), S. 252, Tafel 561 Abbildung 3824 kommt auf Martinique und St. Lucia vor. Coereba flaveola melanornis & , 1954William Henry Phelps u. a. (1954), S. 112 ist auf Cayo Sal verbreitet. Coereba flaveola mexicana (, 1857)Philip Lutley Sclater (1857), S. 286 ist vom südöstlichen Mexiko bis westliche Panama verbreitet. Coereba flaveola minima (, 1854)Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1854), S. 259 kommt vom Osten Kolumbiens und dem Süden Venezuela bis Französisch-Guayana und das nördliche zentrale Brasilien vor. Coereba flaveola montana , 1912Percy Roycroft Lowe (1912), S. 509 kommt in den Anden im Nordwesten Venezuelas vor. Coereba flaveola nectarea , 1929Alexander Wetmore (1929), S. 118 ist auf Île de la Tortue verbreitet. Coereba flaveola newtoni (, 1873)Spencer Fullerton Baird (1873), S. 611 kommt auf Saint Croix vor. Coereba flaveola oblita , 1923Ludlow Griscom (1923), S. 7 ist auf San Andrés heimisch. Coereba flaveola obscura , 1913Charles Barney Cory (1913), S. 291 ist im nordöstlichen Kolumbien und dem westlichen Venezuela verbreitet. Coereba flaveola pacifica , 1912Percy Roycroft Lowe (1912), S. 85 kommt im westlichen Peru vor. Coereba flaveola portoricensis (, 1866)Henry Bryant (1866), S. 252 ist auf Puerto Rico verbreitet. Coereba flaveola roraimae , 1929Frank Michler Chapman (1929), S. 6 in der Gegend der Tepuis im südöstlichen Venezuela, dem südwestlichen Guyana und dem nördlichen Brasilien verbreitet. Coereba flaveola sanctithomae (, 1870)Carl Jakob Sundevall (1869), S. 621 ist auf Vieques, Culebra und den nördlichen Jungferninseln verbreitet. Coereba flaveola sharpei (, 1886)Charles Barney Cory (1886), S. 497 kommt auf Cayman Islands vor. Coereba flaveola tricolor (, 1884)Robert Ridgway (1884), S. 178 ist auf Providencia verbreitet. Coereba flaveola uropygialis , 1892Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1892), S. 77 kommt auf Aruba und Curaçao vor.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Zuckervogels erfolgte 1758 durch Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen Certhia flaveola. Als Verbreitungsgebiet nannte er Amerika. 1809 führte Louis Pierre Vieillot die für die Wissenschaft neue Gattung Coereba für den Zuckervogel ein.Louis Pierre Vieillot (1809), S. 70. Der Begriff leitet sich von Guiracoereba aus der Tupi-Sprache ab und steht dort für einen blau, schwarzen und gelben finkengroßen Vogel, den Zuckervogel.Coereba The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname flaveola stammt von ab.flaveola The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alleni ist Joel Asaph Allen (1838–1921) gewidmet, caboti Samuel Cabot III (1815–1885), ferryi John Farwell Ferry (1877–1910), laurae Laura Caroline Russell, nach erster Ehe Laura Carolin Egerton Gräfin von Wilton und nach zweiter Ehe Laura Caroline Lady Johnstone (1842–1916), lowii Percy Roycroft Lowe (1870–1948), newtoni Alfred Newton (1829–1907) und sharpei Richard Bowdler Sharpe. Bahamensis bezieht sich auf die Bahamas, barbadensis auf Barbados, bartholemica auf Saint-Barthélemy, bolivari auf Ciudad Bolívar, bonairensis auf Bonaire, caucae auf das Departamento del Cauca, columbiana auf Kolumbien, frailensis auf Los Frailes, gorgonae auf Gorgona, guianensis auf Guyana, martinicana auf Martinique, mexicana auf Mexiko, portoricensis auf Puerto Rico, roraimae auf den Roraima-Tepui und sanctithomae auf Saint Thomas. Aterrima hat seinen Ursprung in aterrima The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, atrata in atrata The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, bananivora vermutlich aus dem Wolof-Sprache und von den Portugiesen im 16. Jahrhundert in Europa eingeführten Wort banana für Banane und bananivora The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, cerinoclunis in und cerinoclunis The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, chloropyga in und chloropyga The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, dispar in dispar The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, intermedia in intermedia The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, luteola in luteola The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, magnirostris in und magnirostris The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, melanornis in und melanornis The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, minima in minima The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, montana in montana The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, nectarea von nectarea The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, oblita in oblita The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, obscura in obscura The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, pacifica von und und bezieht sich auf den Pazifischen Ozeanpacifica The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, tricolor in und tricolor The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling und uropygialis in .uropygialis The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur betrachtete nur das Synonym Certhiola palmarum , 1901Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 144–146 zu C. f. chloropyga aus dem Departamento Alto Paraná als Nachweis für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 193–194 Palmarum stammt von ab.palmarum The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling
Sonstiges Ein Zuckervogel ist zentral auf dem Siegel der Amerikanischen Jungferninseln abgebildet.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Tangaren