MyVideo [] war ursprünglich ein mit YouTube vergleichbares deutschsprachiges Videoportal, das später in ein Informationsportal umgewandelt und zuletzt von der maxdome GmbH in München betrieben wurde, einer hundertprozentigen Tochter der ProSiebenSat.1 Media SE. Vor der Einstellung Ende September 2017 stellte MyVideo Hintergrundinformationen und Trailer zu aktuellen Kinofilmen und Computerspielen bereit und bewarb Inhalte des kommerziellen Angebots von maxdome.
Geschichte 132px|mini|Logo bis Januar 2011 132px|mini|Logo bis Juni 2006
MyVideo wurde im April 2006 durch die Brüder Samwer als Videoportal gegründet und bot nach eigenen Angaben 3,8 Millionen Videoclips an, davon etwa 150.000 im Premium-Bereich. Laut der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e. V. zählte MyVideo 2013 mit 7,69 Millionen Benutzern zu den fünfundzwanzig reichweitenstärksten Internet-Auftritten in Deutschland und verzeichnete bis zu zehn Millionen Unique Visits im Monat.
Im September 2006 übernahm die SevenOne Intermedia GmbH, ein Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1 Media SE, zunächst 30 Prozent an MyVideo. Im Juli 2007 folgten zu einem Kaufpreis von 19 Millionen Euro die restlichen 70 Prozent.Samwer-Brüder verkaufen MyVideo an ProSiebenSat.1, abgerufen am 12. Mai 2014. Betrieben wurde das Angebot zu diesem Zeitpunkt durch die MyVideo Broadband S.R.L. mit Sitz in BukarestGeschäftsbericht ProSiebenSat.1 Media AG 2007 und die Plattform war, hinter YouTube, eines der größten Videoportale im deutschsprachigen Raum.
2011 startete MyVideo das Webprojekt „MyVideo TV“, bei dem MyVideo-Inhalte mit online präsentierten Formaten der Fernsehsender der ProSiebenSat1-Gruppe kombiniert wurden. 2013 beschäftigte das Unternehmen 35 Mitarbeiter.Überblick über die größten Videoportale, abgerufen am 12. Mai 2014.
Am 30. Oktober 2015 kündigte ProSiebenSat.1 an, MyVideo zum 30. November 2015 auf die in Berlin ansässige Firma Magic Internet Holding GmbH zu übertragen, die auch schon zuvor die strategische und technische Entwicklung der Plattform betreute.MyVideo.de: vom 30. Oktober 2015, abgerufen am 5. November 2015 Im Rahmen der Übertragung kam es zu einer Änderung des Geschäftsmodells: Es wurden keine Inhalte von Nutzern mehr angeboten, sondern ausschließlich anbieterseitig bereitgestellte Inhalte.
Am 2. Mai 2016 wurde die Website ohne Vorankündigung in ein Werbeportal umgewandelt. Im Rahmen dieser Umstrukturierung wurden sämtliche Videoinhalte von der Webseite entfernt, das App-Angebot eingestellt und ein Teil der Belegschaft entlassen. Seitdem wurde das Angebot durch die maxdome GmbH in München betreut und in der Rubrik Serien und Filme deren Angebot beworben.
Ab Januar 2017 konnten Filme und Fernsehserien aus dem Angebot von maxdome über den MyVideo-Store im kostenpflichtigen Einzelabruf geliehen oder gekauft werden; das Angebot wurde mit einer Ankündigung vom 22. August 2017 zugunsten des maxdome Stores aufgegeben und Ende September 2017 komplett eingestellt.
Angebot und Geschäftsmodell bis Mai 2016 Das werbefinanzierte Angebot des MyVideo-Videoportals umfasste ursprünglich von Benutzern bereitgestellte Videoclips und Community-Funktionen, die sich an der Plattform von YouTube orientierten. Später folgten Musikvideos, Spielfilme, kurze Ausschnitte und Trailer aus Fernsehformaten von ProSiebenSat1 sowie Webserien (Webisodes). Benutzergenerierte Inhalte (engl. User-generated content) sowie Interaktionsmöglichkeiten für Benutzer wurden mit November 2015 eingestellt, was zu einem erheblichen Rückgang der Benutzerzahlen und von Abrufen führte.
Weitere Schwerpunkte bildeten sogenannte Themenwelten, Anime-Serien, Let’s Play-Formate sowie Livestreams. Die Inhalte waren, bis zur Einstellung von MyVideo als Videoportal, mittels Webbrowser und mobile Apps für Smartphones, Tabletcomputer sowie Smart-TV-Geräte abrufbar.
Sparten Musik Erotik Filme Themenwelten Auto & Motor Sport Politik TV & Film Lifestyle Talente Infotainment Webisodes Serien Webstars
Werbung Das Angebot von MyVideo finanzierte sich weitestgehend über Werbung, die in Form von Bannern, Pop-Ups und Videowerbespots geschaltet wurde.hna.de Die Videowerbung, von MyVideo selbst als VideoAd bezeichnet,Werben auf MyVideo wurde dabei vor und zum Teil während des Betrachtens von Videos eingeblendet. Die Werbespots ließen sich nicht vorspulen oder überspringen und konnten, ebenso wie die Bannerwerbung und die Popup-Fenster, nur mit Werbeblockern ausgefiltert wurden.Test auf getestet.de
Urheberrecht In den AGB wies MyVideo darauf hin, dass eingestellte Inhalte nicht gegen geltende Gesetze (insbesondere Patente, Marken- und Urheberrechte) verstoßen durften. Im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben behielt man sich vor, entsprechende Inhalte im sog. Notice-and-take-down-Verfahren sofort zu entfernen.myvideo.de
Zudem setzte MyVideo eine softwarebasierte Lösung (Video-Fingerprint) ein, die markante Eigenschaften eines Videos beim Hochladen speicherte. Wurde ein beanstandetes Video im Zuge des Notice-and-take-down-Verfahrens entfernt, war dieser Beitrag künftig für die Plattform gesperrt und konnte kein weiteres Mal eingestellt werden. Wenn Nutzer feststellten, dass Inhalte anderer Nutzer gegen die AGB oder gesetzliche Bestimmungen verstießen, konnten sie dies über ein Abuse-Report-Formular melden.
Nach der Änderung des Geschäftsmodells im Oktober 2015 bestand das Angebot ausschließlich aus anbieterseitig bereitgestellten Inhalten, wodurch das Urheberrechtsproblem durch hochgeladene Videos entfiel.
Sendungen Zwischen 2012 und 2015 produzierte ProSiebenSat.1 Digital mehrere Websendungen exklusiv für MyVideo. In diesen live übertragenen Shows traten in der Regel etablierte „Webstars“ als Moderatoren oder Teilnehmer auf. Hierfür nutzte man ab Dezember 2012 Studios in Köln-Hürth. Zu den regelmäßigen Formaten zählten etwa Let's Play Together und Hard Reset mit PietSmiet bzw. Rocket Beans TV, zudem gab es Eventsendungen.
MyVideo RushHour MyVideo RushHour war eine einstündige Websendung, die von 2012 bis 2013 ausgestrahlt wurde. Neben den Moderationen von Tahnee und Daniele Rizzo gab es mit Aequitas eine Studiomusikerin. Pro Folge war ein Webstar zu Gast.
Let’s Play Together Bereits am 18. Mai 2012 fand mit den beiden Let’s Playern Gronkh und Sarazar auf MyVideo ein erster Livestream namens Let’s Play Together statt.gronkh-wiki.de Seither wurde das Format wöchentlich freitags um 18 Uhr (mit Unterbrechungen) ausgestrahlt. In der Sendung wurden Neuigkeiten aus der Videospielbranche diskutiert und Spiele angespielt und getestet. Die Aufzeichnungen wurden monatlich teilweise über eine Million Mal abgerufen. Die hundertste Ausgabe fand am 28. November 2014 statt und war gleichzeitig die letzte Ausgabe mit Gronkh und Sarazar.Folge 100 von Let’s Play Together auf MyVideo Die Winterpause sollte genutzt werden, um ein „neues“ Let’s Play Together vorzubereiten.Facebook-Post von Let’s Play Together, 21. Januar 2015, abgerufen am 13. März 2015
Am 13. März 2015 wurde dann bekannt gegeben, dass in der Neuauflage, die seit dem 20. März gesendet wurde, die YouTuber Fabian Siegismund und David Hain anstelle von Gronkh und Sarazar moderieren werden.Let’s Play Together kommt zurück!, hochgeladen am 13. März 2015, abgerufen am 13. März 2015 Seit Folge 103 fand der Livestream donnerstags statt und seit der Folge 131 wurden die Folgen auch auf Twitch gestreamt. Seit der Folge 122 gab es für die beiden Unterstützung durch die Youtuber LeFloid und Frodoapparat, wodurch es in den nachfolgenden Sendungen verschiedene Konstellationen bei der Moderation gab. In der Folge 132 vom November 2015 wurde bekannt gegeben, dass es keine weiteren Folgen mehr geben wird.Folge 131: Letzte Folge von Let’s Play Together, hochgeladen am 5. November 2015, abgerufen am 17. April 2016 Auf YouTube, wo die Videos von Let’s Play Together ebenfalls abrufbar sind, wurde der Upload bereits nach Folge 130 eingestellt.
Last Man Standing Der Bereich Webstars wurde auf MyVideo.de ausgebaut, da dieser gute Zuschauerzahlen erreichte. So fand am 1. März 2013 ein größeres Event namens Last Man Standing und am 30. November 2013 die Fortsetzung Last Man Standing 2 statt. Hierbei traten unter anderem die YouTuber Gronkh und Sarazar als Team LPT gegen das Team PietSmiet an. Beide Events begannen um 18 Uhr und wurden acht Stunden lang ebenfalls auf MyVideo gesendet.MyVideo.de Die beiden Teams forderten sich gegenseitig in verschiedenen Videospielen heraus. Ab 23 Uhr wurden dann auch Spiele, die ab 18 Jahren freigegeben sind, gespielt.News bei MyVideo: Last Man Standing – Das Duell der bekanntesten Let’s Player Deutschlands. 1. März 2013. Nicht erreichbar am 12. Januar 2019. Am 8. August 2015 fand die dritte Ausgabe unter dem Titel Last Man Standing Generations statt. In dieser Ausgabe, die auf der Gamescom vor etwa 3000 Zuschauern stattfand und von den YouTubern David Hain und Fabian Siegismund moderiert wurde, trafen nicht wie in den vorherigen Ausgaben Team PietSmiet und Team LPT aufeinander, sondern die sogenannten Teams Team Veteranen und Team Rookies spielten gegeneinander.Pia Krauß: , 10. Juli 2015. Nicht erreichbar am 12. Januar 2019.Pia Krauß: broadmark.de: So war Last Man Standing Generations, 16. August 2015. Nicht erreichbar am 12. Januar 2019.
Let’s Play Poker Am 21. März 2013 wurde bekannt gegeben, dass ein weiterer Livestream unter dem Namen Let’s Play Pokermyvideo.de geplant sei. Der Livestream, welcher am 23. März 2013 erstmals produziert wurde, wurde von dem Onlinepokerraum PokerStars gesponsert. Es spielen in der Regel acht bekannte YouTuber gegeneinander Poker. Der Sieger spendete seinen Gewinn an eine gemeinnützige Organisation. Zusätzlich gab es die Möglichkeit für einen Zuschauer als sogenannter Wildcard-Teilnehmer beim Event teilzunehmen.Let’s Play Poker auf pokerstars.de, abgerufen am 5. November 2014gronkh-wiki.de Alle Folgen wurden zusätzlich auf dem offiziellen YouTube-Kanal hochgeladen.YouTube-Kanal von Let’s Play Poker Ab der zehnten Ausgabe wurde die Show auf YouTube live übertragen, in der elften Ausgabe sogar vor Publikum. Insgesamt wurden dreizehn Ausgaben ausgestrahlt, die letzte im November 2015. Alle Sendungen wurden nach dem Live-Stream auf MyVideo zum Abruf bereitgestellt.
Bootcamp Am 2. April 2014 wurde auf dem HauptkanalYouTube-Kanal von Studio71 eine Ankündigung für das Studio71 Bootcamp veröffentlicht.Studio71 Bootcamp – Bewirb dich jetzt!, hochgeladen am 2. April 2014 Dabei handelte es sich um ein Projekt, bei dem man sich mit seinem YouTube-Kanal, sofern er weniger als 50.000 Abonnenten hat, bewerben konnte und vom Netzwerk Unterstützung und Hilfe bei der Produktion und Verbreitung von eigenen Videos und der Gestaltung des Kanals bekommt. Gleichzeitig wurde man Partner im Netzwerk. Die Teilnehmer wurden, ebenfalls auf dem Hauptkanal von Studio71, von den beiden YouTubern Fabian Siegismund und Dan the man vorgestellt, wobei sie auf satirische Art erklärten, was der Kandidat an seinen Videos verbessern könnte.YouTube-Playlist mit allen Videos zum Studio71 Bootcamp
Das Ankündigungsvideo für das Bootcamp 2.0 wurde am 31. März 2015, also fast ein Jahr nach dem ersten, veröffentlicht.Studio71 Bootcamp 2.0 mit Kelly aka MissesVlog und Michael Buchinger – Bewerbt euch jetzt!, hochgeladen am 7. April 2015. Diesmal konnte jeder mitmachen, der einen YouTube-Kanal mit weniger als 1.000 Abonnenten hatte. Die Jugendzeitschrift Bravo diente hierbei als offizieller Medienpartner., abgerufen am 7. April 2015.
Magic Internet und Quazer 132px|mini|Quazer Logo (2016) Die in Berlin ansässige Magic Internet Holding GmbH war als ProSiebenSat.1-Tochter von Dezember 2015 bis Mai 2016 Betreiberin von MyVideo und betreute operativ die von der TVRL GmbH übernommene Musikvideo-Plattform Ampya (vormals Putpat) sowie das Portal songtexte.com. Magic Internet war neben dem Betrieb auch für die Entwicklung von MyVideo verantwortlich.