U 24 war ein U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine.
Bau und Indienststellung Das Boot war ein sogenanntes Zweihüllenboot, als Hochseeboot in einem Amtsentwurf konzipiert.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 47.Eberhard Möller/Werner Brack: Enzyklopädie deutscher U-Boote Von 1904 bis zur Gegenwart, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02245-1, S. 29. Der Auftrag zum Bau des Bootes wurde am 18. März 1911 an die Germaniawerft in Kiel erteilt.uboat.net, englisch, abgerufen am 1. August 2024. Am 21. Dezember 1911 wurde es auf Kiel gelegt und der Stapellauf erfolgte am 24. Mai 1913. Die Indienststellung war am 6. Dezember 1913 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Rudolf Schneider.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 67.
Technik Das Boot war 64,7 m lang und 6,32 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,45 m sowie eine Verdrängung von 669 Tonnen über und 864 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 35 Mann, darunter vier Offiziere. Die Maschinen für die Überwasserfahrt waren zwei Sechs-Zylinder-Zweitakt Dieselmotoren mit zusammen 1.324 kW (1.800 PS) und wurden auf der Germaniawerft in Kiel gebaut. Zur Unterwasserfahrt kamen zwei SSW-Doppel-Modyn-Elektromotoren mit zusammen 883 kW (1.200 PS) zum Einsatz. Damit waren Geschwindigkeiten von 16,7 kn über Wasser bzw. 10,3 kn unter Wasser möglich. Der Aktionsradius des Boots betrug bis zu 9910 NM bei Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn Marschgeschwindigkeit wurden bis zu 85 NM erreicht. Die maximale Tauchtiefe betrug 50 Meter. Die sechs mitgeführten Torpedos konnten über zwei Bug- und zwei Heckrohre verschossen werden. Das 8,8-cm-Geschütz wurde 1916 durch ein weiteres 8,8-cm-Geschütz ergänzt.Ulf Kaack: Die deutschen U-Boote Die komplette Geschichte, GeraMond Verlag GmbH, München 2020, ISBN 978-3-96453-270-1, S. 36.
Einsätze und Verbleib U 24 unternahm insgesamt 26 Feindfahrten, auf denen es 33 Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 105.732 BRT und ein Kriegsschiff mit 15.250 Tonnen versenkte.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 101.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 123. Nach anderen Quellen versenkte das U-Boot insgesamt 34 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 106.122 BRT und ein Kriegsschiff mit 15.000 BRT. Drei Schiffe mit einer Tonnage von 14.318 BRT wurden beschädigt und 1 Schiff mit 1.925 BRT wurde als Prise aufgebracht.Versenkungsliste von U 24 auf uboat.net englisch, abgerufen am 1. August 2024.
Am 26. Oktober 1914 torpedierte das Boot als erstes ohne Vorwarnung ein unbewaffnetes Handelsschiff. Bei dem Schiff handelte es sich um die Amiral Ganteaume; sie konnte zu einem Hafen geschleppt werden.
Am Neujahrstag 1915 versenkte U 24 mit zwei Torpedotreffern das britische Linienschiff Formidable (15.800 Tonnen) im Ärmelkanal vor der Isle of Portland. Dabei verloren 547 Menschen ihr Leben.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 120.Eintrag der Formidable in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 2. August 2024.
Am 28. Juni 1915 verfolgte das Boot vor der Küste Cornwalls den Maultier-Transporter Armenian (8.825 BRT) und versenkte ihn durch Artillerie und Torpedos. Bei dem Untergang starben 29 Menschen, darunter auch US-amerikanische Maultierführer, sowie 1.400 Maultiere.www.uboat.net: Ships hit during WWI – Armenian (englisch), ZDF-Dokumentation zum Untergang und Fund der Armenian, 15. November 2013.Eintrag der Armenian in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 2. August 2024.
Am 19. August 1915 versenkte U 24 vor dem Old Head of Kinsale an der südirischen Küste ohne Vorwarnung den britischen Passagierdampfer Arabic (15.801 BRT) der White Star Line. 44 Menschen kamen ums Leben, darunter wiederum zwei US-Amerikaner.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 119.Eintrag der Arabic in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 2. August 2024.
Vom 24. August 1917 bis Kriegsende wurde U 24 zu Übungs- und Ausbildungszwecken eingesetzt.
Das Boot wurde am 22. November 1918 an Großbritannien ausgeliefert und 1922 in Swansea abgewrackt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 88.
Versenkte Schiffe (Auswahl) Die folgende Liste enthält Schiffe mit einer Tonnage von mehr als 1000 Bruttoregistertonnen, die von U 24 versenkt wurden:
Kommandanten + Kommandanten von U 24 Dienstgrad Name von bis Kapitänleutnant Rudolf Schneider 6. Dezember 1913 3. Juni 1916 Kapitänleutnant Walter Remy 4. Juni 1916 10. Juli 1917 Kapitänleutnant Otto von Schubert 11. Juli 1917 1. August 1917KapitänleutnantWaldemar Haumann??In der Zeit von Juli 1917 bis Januar 1918 war er an der U-Boots-Schule und in diesem Zeitraum Kommandant des Bootes.KapitänleutnantMax Bräutigam??In der Zeit von Dezember 1917 bis Juli 1918 Kommandant von U 2, U 24 und U 3.KapitänleutnantBruno KrumhaarMärz 1918April 1918Oberleutnant zur SeeEugen von Beulwitz??In der Zeit von April 1918 bis Juli 1918 Kommandant von U 24 und UB 25.KapitänleutnantErnst Bücker??In der Zeit ab Oktober 1917 Kommandant von U 1 und U 24.Oberleutnant zur SeeKurt LedderhoseJuli 1918?
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Einzelnachweise
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