Wilhelmine Goldmann (geboren 1948 in Traisen, Niederösterreich) ist eine österreichische Managerin.

Leben und Wirken Wilhelmine Goldmann ist die Tochter von Wilhelmine Lettner, Prokuristin und Co-Chefin eines Zink- und Aluminiumwalzwerkes, und Franz Lettner, ehemaliger SPÖ-Bürgermeister (1961–1968) von Traisen. Sie wuchs mit einer älteren Schwester auf und besuchte ab 1959 ein Mädchengymnasium in Wien. Nach der Matura studierte sie Welthandel an der Wirtschaftsuniversität Wien und schloss ihr Studium als Diplom-Kaufmann ab.

Ab dem Start ihrer Berufstätigkeit war sie 20 Jahre lang in der Kammer für Arbeiter und Angestellte tätig. Hier lag der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im Wirtschaftsbereich. In der Folge arbeitete sie an Sanierungs- und Privatisierungsprojekten in der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG).WU-Alumni-Club: (vom 2. Mai 2006)

Nach vier Jahren Leitung und erfolgreicher Sanierung der Österreichischen Postbus AG (heute ÖBB-Postbus GmbH) übernahm sie 2005 die Position der Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG für den Bereich Nah- und Regionalverkehr, die sie 2007 niederlegte.

Nach dieser Tätigkeit war Wilhelmine Goldmann bis zum 31. Dezember 2009 Aufsichtsrätin der Salzburger Festspiele.

Von 2005 bis 2008 war sie Präsidentin der Österreichischen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft. Ab 2008 war sie Aufsichtsratsvorsitzende des MuseumsQuartier WienMuseumsQuartier: und der Global Sozial AG. Ab Juli 2013 war sie Vorsitzende des Universitätsrats der Kunstuniversität Graz, ab Juni 2018 dessen stellvertretende Vorsitzende.

Goldmann ist Musikliebhaberin, sie spielt seit ihrem 16. Lebensjahr Cello.Der Wirtschaftsverlag (vom 4. Oktober 2005) Sie gehört als Cellistin dem Orchester der „Wiener Konzertvereinigung“ an.

Wilhelmine Goldmann hat erwachsene Kinder und lebt in Wien.

ÖBB-Kontroverse Als Wilhelmine Goldmann 2006, ohne dies vorher mit ÖBB-Holding-Vorstand Martin Huber abzusprechen, öffentlich mehr Geld für die Bahn forderte, kam es zum ersten Zerwürfnis, dem Machtspiele und Intrigen folgten. Die Vorwürfe gegen Wilhelmine Goldmann wurden in einem zwölfseitigen Papier zusammengefasst. Unter anderem wurde ihr vorgeworfen, sie habe für den Verein Opernwerkstatt Wien in größerem Umfang Betriebsmittel der ÖBB verwendet und teile Mitarbeiter für Zwecke der Opernwerkstatt in erheblichem Umfang ein. Im Sommer 2006 erreichten die Auseinandersetzungen ihren Höhepunkt, als Holdingvorstand Martin Huber die Entlassung Goldmanns forderte, was jedoch vom Aufsichtsrat der Personenverkehr AG abgelehnt wurde. Nachdem das Mobbing intern weiterging und Wilhelmine Goldmann von diesen Querelen, die ebenso persönliche wie politische Hintergründe hatten (Huber wurde seitens der ÖVP unterstützt, Goldmann wurde der SPÖ zugerechnet), genug hatte, gab sie am 25. Juni 2007 ihren Rücktritt bekannt und schied einvernehmlich aus dem Vorstand der ÖBB-Personenverkehr AG aus.APA OTS: ÖBB-Presseerklärung zu Wilhelmine Goldmann (vom 27. Juni 2007) Ihr Vertrag wäre noch bis Jänner 2009 gelaufen. Auf Wunsch von Verkehrsminister Werner Faymann blieb sie bis März 2008 Beraterin des ÖBB-Holding-Aufsichtsratsvorsitzenden Horst Pöchhacker.Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: (27. Juni 2007)

Veröffentlichungen Rote Banditen. Geschichte einer sozialdemokratischen Familie. Promedia, Wien 2023, ISBN 978-3-85371-523-9 (politische Geschichte ihrer eigenen Familie).

Einzelnachweise

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