Swetlana Schönfeld (* 9. September 1951 im Lager Kolyma, Oblast Magadan, Sowjetunion; † 17. Mai 2026 in Berlin, Deutschland) war eine deutsche Schauspielerin und Theaterregisseurin.

Leben und Wirken Swetlana Schönfeld wurde in einem Lager in Kolyma geboren. Ihre Mutter, eine überzeugte Kommunistin, war im Zuge der stalinschen Säuberungen in Moskau verhaftet und zu fünf und später zu zehn Jahren Straflager verurteilt worden. Ihr Vater wurde im Lager ermordet. Mit sechs Jahren kam sie mit ihrer Mutter nach Ost-Berlin. Die gelernte Kindergärtnerin absolvierte von 1967 bis 1971 ein Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Von 1973 bis 1993 gehörte sie dem Ensemble des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin an, gefolgt von Engagements am Deutschen Theater, der Schaubühne am Lehniner Platz und dem Berliner Ensemble.

Parallel zu ihrer Karriere als Theaterdarstellerin begann sie eine umfangreiche Film- und Fernsehkarriere bei der DEFA und dem Fernsehen der DDR, wo sie ab Mitte der 1970er-Jahre in verschiedenen Produktionen mitspielte.Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8, S. 341. Häufig war sie in Literaturadaptionen zu sehen, wie beispielsweise im Jahr 1984 in Thomas Langhoffs Drei Schwestern, nach dem gleichnamigen Drama von Anton Tschechow, oder in Herrmann Zschoches Filmbiografie des deutschen Dichters Friedrich Hölderlin: Hälfte des Lebens.

Schönfeld war auch als Synchronsprecherin tätig und lieh dabei unter anderem Aurore Clément ihre Stimme.

Nach der Wende stand sie bei verschiedenen Fernsehproduktionen vor der Kamera, so etwa in vier Teilen der Reihe Polizeiruf 110 und in Fernsehserien wie Für alle Fälle Stefanie, In aller Freundschaft und Der Landarzt. In den Tatort-Episoden mit den Leipziger Ermittlern Saalfeld und Keppler verkörperte sie von 2008 bis 2012 die Mutter der Kriminalhauptkommissarin Eva Saalfeld (Simone Thomalla). Insgesamt wirkte Schönfeld im Laufe ihrer Karriere in über 90 Film-und-Fernsehproduktionen mit.

Ihre Familiengeschichte stand Pate für das Drehbuch des Spielfilms Und der Zukunft zugewandt (2019, Regie und Drehbuch: Bernd Böhlich).

Schönfeld lebte in Berlin. Sie starb am 17. Mai 2026 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren.

Filmografie (Auswahl) 1975: Pirat mit Hindernissen (Fernsehfilm) 1976: Ein altes Modell (Fernsehfilm) 1977: Dantons Tod (Studioaufzeichnung) 1978: Sabine Wulff 1979: Die Rache des Kapitäns Mitchell (Fernsehfilm) 1981: Nora S. (Fernsehfilm) 1982: Melanie van der Straaten (Fernsehfilm) 1984: Kaskade rückwärts 1984: Drei Schwestern (Fernsehfilm) 1984: Hälfte des Lebens 1985: Unternehmen Geigenkasten 1985: Die Hose 1985: Der Staatsanwalt hat das Wort – Das Biest 1988: Ich liebe dich – April! April! 1988: Polizeiruf 110 – Eifersucht 1988: Der Staatsanwalt hat das Wort: Billig zu verkaufen 1990: Das Land hinter dem Regenbogen 1990: Die Übergangsgesellschaft (TV-Aufzeichnung 1990) 1991: Landschaft mit Dornen (Fernsehfilm) 1993: Polizeiruf 110 – Blue Dream – Tod im Regen 1995: Polizeiruf 110 – Alte Freunde 1996: Tatort – Buntes Wasser 1997: Flammen im Paradies 1998: Abgehauen (Fernsehfilm) 1999: Anna Marx (Fernsehfilm) 2000: Julias Geist 2001: Tanz der Schwestern (Fernsehfilm) 2001: Große Mädchen weinen nicht 2002: Fahr zur Hölle, Schwester! 2003: Tatort – Hexentanz 2004: Stubbe – Von Fall zu Fall: Tödliches Schweigen 2005: Polizeiruf 110 – Vergewaltigt 2006: Inga Lindström: Die Frau am Leuchtturm 2008: Tatort – Unbestechlich 2008: Tatort – Ausweglos 2009: Tatort – Falsches Leben 2010: Tatort – Schön ist anders 2010: Notruf Hafenkante – Herr Mubiru im Paradies 2010: Tatort – Heimwärts 2010: Tatort – Absturz 2011: Tatort – Nasse Sachen 2012: Tatort – Kinderland 2014: Notruf Hafenkante – Hausmusik 2015: Vorsicht vor Leuten (Fernsehfilm) 2015: Eins ist nicht von dir 2016: Der letzte Cowboy (Miniserie) 2017: Ein starkes Team – Tod und Liebe 2017: Die Unsichtbaren – Wir wollen leben seit 2017: Das Institut – Oase des Scheiterns 2018: Großstadtrevier (Fernsehserie, Folge Eine Frage der Gerechtigkeit) 2019: Und der Zukunft zugewandt 2019: Frau Jordan stellt gleich (Fernsehserie, Folge Siegerinnen und Verlierer) 2019: Bonusfamilie (Fernsehserie) 2020: Rentnercops (Fernsehserie) 2020: Wolfsland – Das Kind vom Finstertor (Fernsehreihe) 2021: Praxis mit Meerblick – Hart am Wind (Fernsehreihe) 2021: Tatort – Unsichtbar (Fernsehreihe) 2022: Praxis mit Meerblick – Mutter und Sohn (Fernsehreihe) 2023: WaPo Elbe (Fernsehserie, Folge Ewiges Leben) 2024: Die Notärztin (Fernsehserie, Folge Der ganz normale Wahnsinn) 2025: WaPo Elbe (Fernsehserie, Folge Schorf) 2025: Bettys Diagnose (Fernsehserie, Folge Verfahren)

Hörspiele 1975: Linda Teßmer: Der Fall Tina Bergemann (Elvira) – Regie: Hannelore Solter (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1978: Jan Eik: Kleines Haus am Wald (Ina) – Regie: Achim Scholz (Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR) 1980: Jorge Amado: Der gestreifte Kater und die Schwalbe Sinhá (Schwalbe) – Regie: Manfred Täubert (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1981: Christoph Hein: Jakob Borgs Geschichten (Katinka, Teil 3–5) – Regie: Flora Hoffmann (Kinderhörspiel (5 Teile) – Rundfunk der DDR) 1982: Brüder Grimm: Das singende springende Löweneckerchen (Hanna) – Regie: Jürgen Schmidt (Kinderhörspiel – Litera) 1984: Zlatko Seselj: Die Abenteuer der kleinen Magdica (Füchsin) – Regie: Albrecht Surkau (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1987: Katrin Lange: Die Brandstifterin (Schulz) – Regie: Werner Grunow (Hörspielreihe Tatbestand, Nr. 35 – Rundfunk der DDR) 1987: Russisches Volksmärchen: Auf des Hechtes Geheiß (Wonja) – Regie: Rüdiger Zeige (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1989: Vijay Tendulkar: Der leere Stuhl der Miss Shaku Dalvi (Shaku) – Regie: Beate Rosch (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 2018: Juli Zeh: Unterleuten – Regie: Judith Lorentz (NDR/rbb)

Auszeichnungen (Auswahl) 1977: Ernst-Zinna-Preis der Stadt Berlin für hervorragende künstlerische Leistungen 1991: Kritikerpreis der Berliner Zeitung

Weblinks

Swetlana Schönfeld Schauspielerprofil bei Agentur Windhuis

Einzelnachweise

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