Remich () ist eine Stadt und eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg sowie Hauptort des gleichnamigen Kantons Remich.

Geografie Remich liegt am westlichen Ufer der Mosel, die hier die Staatsgrenze zu Deutschland bildet. Das Dreiländereck Deutschland/Frankreich/Luxemburg (Schengen) liegt etwa 10 km südlich. Die weiteren Nachbargemeinden sind: im Westen Bous, im Norden Stadtbredimus und auf der deutschen Seite die Gemeinde Nennig.

Geschichte Das antike Remacum der Römerzeit war eine kleine Ansiedlung von Fischern und Schiffern. Es wurde im Lauf der Jahrhunderte von den jeweiligen Eroberern der Moselregion mehrmals in Schutt und Asche gelegt, was den Bau der Schutzwälle erforderlich machte, deren Spuren man noch immer erkennen kann.

Erstmals urkundlich erwähnt wird „Remacum“ 768 in einem Güterverzeichnis des Hochstifts Trier (Wampach, Urkunden- und Quellenbuch ... Nr. 028).

Am 11. April 882 stellte sich in der Schlacht bei Remich ein kleines Aufgebot, angeführt von den Bischöfen Wala von Metz und Bertolf von Trier sowie von dem Metzer Grafen Adalhard II., den Wikingern entgegen, die nach der Einnahme und Plünderung von Trier auf Metz vorstoßen wollten (Ann.Fuld. Nr. 882 = Reginonis Chronicon 882).

Im „Prümer Urbar“, einem Besitzverzeichnis des Klosters Prüm in der Eifel, ist für das Jahr 893 Landbesitz (1 Manse) „in Remeghe“ angegeben (MRhUB, 135, 033).

Remich in der Gegenwart Heute ist Remich – an der Europastraße 29 zwischen Saarbrücken und Luxemburg gelegen – eine kleine, blühende Touristenstadt sowie – als Kantonshauptstadt – Verwaltungs- und Einkaufszentrum des gleichnamigen Kantons. Vor allem aber ist Remich das Zentrum des luxemburgischen Weinbaus mit dem Sitz des Institut Viti-Vinicole und der Marque nationale für Luxemburgs Weine.

Das Panorama der Stadt wird von Weingärten und dichten Wäldern bestimmt, die Remich wie ein Amphitheater umgeben.

Die katholische Kirche St. Stephan von 1817 mit spätbarocker Fassade und einem romanischen Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert ist als nationales Kulturgut denkmalgeschützt.

Am Ufer der Mosel lädt eine drei Kilometer lange Promenade dazu ein, die zahlreich vorüberfahrenden Lastkähne und Jachten zu beobachten. Dort steht auch der Bacchus-Brunnen des luxemburgischen Künstlers Wil Lofy.

An Aschermittwoch wird ein besonderer Brauch begangen: Mit dem Verbrennen einer Strohpuppe auf der Moselbrücke wird die Fastnacht beendet. Nach dem ursprünglichen Brauch sollen die Flammen die bösen Geister der Winterzeit vertreiben und den Frühling willkommen heißen. Die Strohpuppe heißt „Stréimännchen“; in Schaltjahren wird ein „Stréifrächen“ (Strohfrauchen) verbrannt.

Einwohnerentwicklung

Politik Gemeinderat Die Gemeinde Remich wird von einer Koalition aus der liberalen DP und der christlich-konservativen CSV regiert.

Zur Kommunalwahl 2023 traten fünf Parteilisten an, wovon alle fünf den Einzug in den Gemeinderat schafften. +Wahlergebnis Gemeinderatswahl Remich 2023ParteiSitze: 11StimmenanteilStimmenanteilDemokratesch Partei (DP)434,58 %Chrëschtlech-Sozial Vollekspartei (CSV)322,36 %Déi Greng217,08 %Piratepartei114,65 %Lëtzebeurger Sozialistesch Aarbechterpartei (LSAP)111,32 % Bei der Kommunalwahl am 8. Oktober 2017 errang die Liste der CSV mit 26,40 Prozent der abgegebenen Stimmen drei Mandate, die Grünen mit 20,42 Prozent zwei Mandate, die DP mit 29,00 Prozent vier Mandate, die LSAP mit 10,18 Prozent ein Mandat und die Piraten mit 14,00 Prozent ein Mandat.https://elections.public.lu/fr/elections-communales/2017/resultats/communes/remich.html Die Amtszeit des Gemeinderats beträgt sechs Jahre; sie endet für die derzeitige Legislaturperiode Ende 2023.

Kommunalverbände Die Gemeinde ist Mitglied folgender Kommunalverbände: SIAER, SICEC, SIGI, SIGRE, SIDERE, SYVICOL., Syvicol

Gemeindepartnerschaft Seit 2005 ist Bessan im Süden Frankreichs Partnergemeinde von Remich.

Sport

Söhne und Töchter der Stadt Remigius Winckel (1604–1654), Benediktinerabt Kari Peters (* 1985), Skilangläufer

Bilder

Siehe auch Liste der Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg

Weblinks

Website der Gemeinde Remich

SYVICOL

Einzelnachweise

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