Tsuruga (, -shi) ist eine Stadt in der Präfektur Fukui in Japan.
Geographie
Geographische Lage Tsuruga liegt südlich der Präfekturhauptstadt Fukui und nördlich von Kyōto an der Wakasa-Bucht. Sie ist die größte Stadt in der Provinz Wakasa.
Angrenzende Städte und Gemeinden
Präfektur Fukui
Mihama Minami-Echizen
Präfektur Shiga
Takashima Yogo Nishiasai
Geschichte Tsuruga war früher ein wichtiger Ort in der historischen Provinz Echizen und ein bedeutender Standort japanischer Fürsten, allen voran in der Sengoku-Zeit. 1899 etablierte man Tsuruga als offenen Handelshafen für Schiffe aus den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich. Die Ernennung zur Stadt, also Shi, erfolgte am 1. April 1937 mit dem Zusammenschluss der gleichnamigen Chō (, -chō) und dem Mura Matsubara (, -mura) zur Gun ().
Zu Anfang des Zweiten Weltkrieges spielte Tsuruga trotz der Kollaboration des japanischen Kaiserreiches mit dem NS-Staat eine wichtige Rolle bei der Rettung polnischer Juden. Nach dem Überfall Deutschlands auf Polen flohen 1939 ungefähr 10.000 polnische Juden in das zunächst neutrale Litauen. Dem japanischen Konsul in Litauen, Chiune Sugihara, gelang es mittels ausgestellter Visa und weiterer Bemühungen insgesamt 3.500 der polnischen Juden eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn bis an die Pazifikküste nach Nachodka zu ermöglichen, von wo sie schließlich mit dem Schiff nach Tsuruga übersetzen konnten. Der Hafen von Tsuruga erhielt später aus diesem Grund den Namen „Port of Humanity“ (dt. Hafen der Menschlichkeit) verliehen. Ein Museum in Tsugura erinnert an die Rettung der polnischen Juden.mini|156x156px|links|Großtorii (, Ō-Torii) des Kehi-jingū
Sehenswürdigkeiten Sehenswert ist der Shintō-Schrein Kehi-jingū ().
In Tsuruga befinden sich etwa 20 Bronzestatuen von Charakteren und Szenen aus bekannten 1970er-Jahre Anime-Serien Uchū Senkan Yamato und Galaxy Express 999. Obwohl deren Schöpfer Leiji Matsumoto woanders geboren wurde, wurden sie im Rahmen einer Ausstellung seines Werkes im Jahre 1999 hier errichtet.
Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen In Tsuruga liegen im Ortsteil Myōjinchō auch das Kernkraftwerk Tsuruga, aus dem wiederholt Radioaktivität ausgetreten ist, und der stillgelegte ATR-Prototyp Fugen sowie im Ortsteil Shiraki der Brutreaktor Monju.
Bildung Im Jahr 2014 wurde die Städtische Universität für Pflegewissenschaft Tsuruga gegründet. Zudem existiert die Tsuruga-Highschool.
Verkehr
Straßen Hokuriku-Autobahn Nationalstraße 8 Nationalstraße 27 Nationalstraßen 161, 162, 476
Züge JR Hokuriku-Shinkansen nach Takasaki bzw. Tokio JR Hokuriku-Hauptlinie nach Maibara und Joetsu JR Obama-Linie JR Kosei-Linie
Söhne und Töchter der Stadt Hashimoto Shinkichi (1882–1945), Linguist
Städtepartnerschaften Mito, Japan, seit 1965 Donghae, Südkorea, seit 1981 Nachodka, Russland, seit 1982 Kakamigahara, Japan, seit 1989 Taizhou, Volksrepublik China, seit 2001
Literatur S. Noma (Hrsg.): Tsuruga. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1633.
Weblinks
mini|links|Rathaus von Tsuruga
Kategorie:Ort in der Präfektur Fukui Kategorie:Ort mit Seehafen