mini|Der Stadtteil Itzling
Itzling ist ein Stadtteil und eine Katastralgemeinde im Norden der Stadt Salzburg in Österreich an der rechten Seite der Salzach.
Lage mini|160px|Altes Hausnummernschild im Stadtteil Schallmoos; die Bezeichnung Itzling verweist auf die Lage in der Katastralgemeinde
Der Siedlungsraum des Stadtteils wird im Westen von der Salzach, im Norden von den Abhängen des Plainberges und der Westautobahn (A1), im Osten durch die Westbahn, im Südosten durch die Gleisanlagen des Hauptbahnhofs von Salzburg und im Süden durch die August-Gruber-Straße sowie die Erzherzog-Eugen-Straße begrenzt. Im Stadtteil Itzling leben etwa 9.000 Bewohner.
Die Katastralgemeinde Itzling ist größer als der Stadtteil. Zu dieser zählen auch nördliche Randgebiete des Stadtteils Schallmoos sowie Flächen auf der orografisch linken Seite der Salzach, vor allem das Salzburger Messezentrum nächst der Itzlinger Au (Stadtteil Liefering) und das Wohngebiet südlich davon bis zur Franz-Martin-Straße (Stadtteil Lehen).
Geschichte Im Raum Itzling war bereits eine kleine bronzezeitliche Siedlung bekannt. Als Ortsbezeichnung (Uzilinga) geht der Begriff auf die bajuvarische Landnahme zurück und leitet sich von einer Verkleinerungsform von Utto (Udo), U(t)zilo, ab; mit der typischen bajuwarischen Endsilbe -ing wurden Orte als Siedlungsstätte einer Person und seiner Angehörigen bezeichnet. Das einstige Dorf Itzling lag an der damals wenig bedeutsamen Straßenverbindung zwischen Salzburg und Bergheim. Es wird als „Uzilinga“ bereits 790 in der Notitia Arnonis genannt und besaß damals 20 Hufen, teils bewirtschaftet teils unbewirtschaftet.
Anlässlich seiner Ernennung zum Bayernherzog im Jahr 711 schenkte Theodbert, Sohn des Theodo dem Salzburger Bischof den Ort. Da die Hauptverkehrsader nach Norden stets am anderen Ufer der Salzach lag und über Liefering-Rott und das heute auf bayrischer Seite liegende Saaldorf nach Laufen führte, blieb Itzling lange wenig bedeutsam. Der Ort entwickelte sich sehr langsam auf einer Siedlungskante, an die im Westen die Salzach mit ihren breiten Schotterbänken und vielen Nebenarmen anschloss und wo sich zeitweise auch ein schmaler Auwald entwickeln konnte („Caspisau“). Im Osten lag das weite Itzlinger Moos, dessen westlicher Teil Schallmoos hieß (das Wort leitet sich vom „schalen“ Moos her) und dessen östlicher Teil das Langmoos war. Die Häuser von Itzling lagen vermutlich weit verstreut am Rande dieses großflächigen Itzlinger Moores. Im Mittelalter befand sich in der Nähe des heutigen Itzling – möglicherweise am Plainberg – der Landsitz eines ministerialen Ritters.
Wolf Dietrich von Raitenau, der ganz am Rand des Itzlinger Moores mit dem Schloss Altenau (heute Mirabell) die stadtnahe Gegend vor der Stadt erstmals kleinräumig urbar zu machen versuchte, gab diesen moorigen Raum zur Besiedlung frei. Zuvor waren vermutlich im Weiler Itzling (abseits des ritterlichen Landhauses und allenfalls einer Mühle am Alterbach) wohl nur wenige Fischer ansässig. 1552 befanden sich im gesamten Landschaftsraum vor dem Linzertor nur zwölf Häuser, und diese lagen großteils nicht in Itzling, sondern an der damaligen Linzerstraße gegen Gnigl zu beziehungsweise am Kapuzinerberg.
Die ersten Bauerngüter entstanden vermutlich erst nach der Teil-Trockenlegung des Itzlinger Mooses (genauer des westlichsten Teils des Schallmooses) unter Erzbischof Paris von Lodron. Diese Trockenlegung erfolgte 1625–1644 durch die vielen hier stationierten, aber nicht unmittelbar kämpfenden Soldaten. Lodron errichtete dabei auch als schmalen fürsterzbischöflichen Fahrweg den Fürstenweg quer durch das Itzlinger Moos, die heutige Vogelweiderstraße, an dem sich nach und nach Herrenhöfe und zugehörige Meierhöfe ansiedelten, die teils dem Domkapitel, teils den Grafen Lodron, dem Hofurbar oder wenigen Freieigenen Bürgern gehörte.
mini|Josef Mayburger: Ansicht der Stadt Salzburg vom Plainberg aus (1881), mit Blick auf den Raum Itzling Um 1800 war Itzling (historischer Ortskern ohne verstreute Landhäuser) noch ein verschlafener Weiler mit etwa sechs kleinen Bauerngütern, der noch über keine eigene Kirche verfügte. Das einzige aus dieser Zeit erhaltene Haus im Siedlungskern von Itzling ist das einstige Höschmanngut (Itzlinger Hauptstraße 58). Damals befanden sich unweit des Ortes Itzling am Alterbach auch zwei Mühlen, die Graben- und die Kreuzermühle. Im Zuge der Nutzung der bis über 40 m mächtigen Lehmschicht unter dem Torf des Moores für die Ziegelgewinnung entstanden östlich des Ortes Itzling verschiedenste Teiche und Weiher, die fast alle später wieder zugeschüttet wurden.
Vor 1848 war Itzling eine kleine eigenständige Gemeinde. 1848 kam Itzling als Ortsteil zur Gemeinde Gnigl und bildete nach einer Gemeindereform die Doppelgemeinde Gnigl-Itzling. Einen Aufschwung, aber auch einen gleichzeitigen Wandel zum Arbeiter- und Eisenbahnerort erlebte das Dorf durch den Bau der Westbahn (1860), der Giselabahn (1875) und der 1891 eröffneten und 1957 eingestellten Salzkammergut-Lokalbahn (im Volksmund „Ischlerbahn“). Die 1896 erbaute Bahnstrecke Salzburg–Lamprechtshausen verbindet heute die Stadt mit dem umgebenden nördlichen Flachgau, sie wird von der Salzburg AG betrieben und ist in das Netz der S-Bahn Salzburg integriert.
mini|hochkant=1.4|Rechtes Salzachufer mit Itzling und Maria Plain Durch den Bau und Betrieb der neuen Bahnlinien nahm Itzling in kurzer Zeit einen gewaltigen Aufschwung und wurde zum Eisenbahnerort bzw. Arbeiterort. 1868 hatte Itzling 400 Einwohner, 1910 waren es bereits zehnmal so viele (3980 Einwohner). 1903 erst wurde die heutige Pfarrkirche (seit 1912 eigene Pfarre) zum heiligen Antonius von Padua eingeweiht. Der stadtnahe Teil von Itzling wurde 1935, der restliche, größere Teil 1939 eingemeindet. Der durch die Eingemeindung 1939 ebenfalls zur Stadt Salzburg gekommene und an Itzling grenzende Plainberg mit der Wallfahrtskirche Maria Plain wurde 1950 im Zuge eines Gebietstausches mit der Ursprungsgemeinde Bergheim bei Salzburg gegen einen schmalen Gebietsstreifen rechts der Salzach bis zum neuen Schlachthof wieder ausgemeindet. Dieser eingetauschte Teil mit der Schlachthofsiedlung wird heute als Itzling-Nord bezeichnet.
Itzling heute mini|Fassade der „Salzburg Milch“ Heute ist Itzling ein in weiten Bereichen dicht verbautes Wohngebiet und entlang der Schiller- und Raiffeisenstraße mit den parallel dazu verlaufenden Gleisen der Lokalbahn ein pulsierendes Gewerbegebiet. Dort befinden sich große Betriebe, vor allem der Salzburger Milchhof und das Getreidesilo des Raiffeisenverbandes an der Itzlinger Hauptstraße. Hier befindet sich aber auch das „Techno-Z“, ein Zentrum für Firmen im High-Tech-Bereich sowie Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen.
Im Herbst 2006 wurde mit dem radikalen Umbauprojekt Raiffeisenstraße/Schillerstraße begonnen und sämtliche bahnseitigen Häuser der Schillerstraße abgerissen. In einem Großbauprojekt wurden die Schillerstraße und die OMV-Tankstelle an die Bahn verlegt, um so Erweiterungsbauten des Salzburger Milchhofes, der wegen einer dringenden Expansion eine Abwanderung erwog, zu ermöglichen. Im Zuge dessen entstand auch mehr Platz für das Techno-Z. Die neu errichtete, parallel zur Lokalbahn liegende Rosa-Kerschbaumer-Straße erinnert an die erste in Österreich praktizierende Ärztin Rosa Kerschbaumer-Putjata (1851–1923).
Das Techno-Z und die Science City Der Stadtteil Itzling hat sich seit 1980 zu einem bedeutenden Schul- und Bildungsstandort entwickelt (Berufsschulen, musisches Gymnasium, Höhere Technische Bundeslehranstalt, Techno-Z/Universität).
mini|Ein Teil des Techno-Z Das Techno-Z wurde im Jahr 1988 gegründet mit dem Ziel Forschung, Ausbildung und Vernetzung zu fördern. Neben verschiedenen Firmen siedelten sich nach und nach öffentliche Einrichtungen wie die Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research, die Fachbereiche Artificial Intelligence and Human Interfaces, Informatik und Geoinformatik der Fakultät für Digitale und Analytische Wissenschaften der Universität Salzburg und die Österreichische Domainverwaltung (Nic.at) dort an. Von 1995 bis zum Umzug nach Puch/Urstein im Jahr 2005 war auch die Fachhochschule Salzburg dort beheimatet. Im Jahr 2005 übernahm das Berufsförderungsinstitut (BfI) das Gebäude der Fachhochschule.https://www.techno-z.at/ Benachbart zum Techno-Z ist auch die Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt Salzburg angesiedelt. Im Jahr 2002 beschloss die Stadt Salzburg die Errichtung einer Science City als Standort für Ausbildung, Forschung und Entwicklung. In diesem Rahmen wurde parallel zur neu angelegten Rosa Kerschbaumer Straße das Gebäude IQ - Internationales Quartier errichtet und im Jahr 2008 fertiggestellt. Dorthin übersiedelten mehrere Firmen und öffentliche Einrichtungen wie das Studio iSPACE der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft und das Salzburger Institut für Raumordnung & Wohnen – SIR. Mit März 2017 wurde das Laborgebäude für den Fachbereich Chemie und Physik der Materialien eröffnet und in Betrieb genommen werden.
Im Bereich der Science City gibt es infrastrukturelle Einrichtungen wie Lokale, Wohnungen für Studierende und Forscher, ein Jugendzentrum, eine Krabbelstube und die Polizei Itzling.
Itzling und seine Teile Itzling Mitte mit dem Itzlinger Kirchenviertel
mini|Itzling Mitte – Ischlerbahnstraße
Die heutige städtisch geprägte Kirchsiedlung entstand aus einem alten Bauerndorf bereits um 1900 und entwickelte sich in der Zwischenkriegszeit noch in der alten selbstständigen Gemeinde Gnigl-Itzling zu einem geschlossenen Siedlungsraum beiderseits der Itzlinger Hauptstraße. Es gab zudem größere Siedlungskerne südlich der heutigen Höheren Technischen Bundeslehranstalt und im Nordosten zwischen dem Alterbach im Norden und der Westbahn im Osten.
Im Zuge der weiteren Bebauung nach dem Zweiten Weltkrieg wurden schrittweise die Wiesen und Felder zwischen der Itzlinger Hauptstraße und der Lokalbahnlinie sowie die Freiflächen zwischen der Itzlinger Hauptstraße und der heutigen Ischlerbahnstraße verbaut.
Itzling West
Die Austraßensiedlung Der Name der Siedlung erinnert an den schmalen Auwaldstreifen, der sich nach der Regulierung der Salzach westlich der Itzlinger Hauptstraße bildete. Die Verbauung dieses Austreifens erfolgter beiderseits der Austraße bereits in den Jahren 1926–1928. Ein wesentlicher Teil dieser Siedlung wurde darauf in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in den Jahren 1939 bis 1945 verbaut. Die heute weitgehend geschlossene und durchgehende Verbauung der noch unbebauten Siedlungsteile erfolgte vor allem in der Zeit zwischen 1960 und 1980. Heute ist in diesen Siedlungsraum auch ein Sportplatz integriert.
Die Wasserfeldsiedlung Diese Siedlung mit der zentralen Wasserfeldstraße erinnert an das nächstgelegene frühere Wasserfeld, das direkt am Ufer der unregulierten Salzach gelegen war. Der Raum der heutigen Siedlung war vor der Salzachregulierung Teil des Flussbettes der Salzach und danach noch längere Zeit im Hochwasserabflussbereich dieses Flusses. Das wohl älteste Haus (Wasserfeldstraße 22) wurde erst in der Zeit des Zweiten Weltkrieges errichtet. Fast alle übrigen Wohnobjekte wurden in der Nachkriegszeit in der Zeit zwischen 1960 und 1980 gebaut. An den Siedlungswohnbau schließt nördlich das Gelände des Fernheizwerks Nord der Salzburg AG an.
Die Goethesiedlung mini|150px|Der Alterbach am Rande der Goethesiedlung
Die Goethesiedlung, benannt nach der zuerst weitestgehend unbebauten Goethestraße, wurde in den Jahren nach 1970 als damals größtes Wohnbauvorhaben in der Stadt errichtet. Die Siedlung zählt zu den dichtest verbauten Wohnsiedlungen der Stadt Salzburg: Auf etwa 13 ha leben hier 2500 Bewohner.
Die Grabenbauernsiedlung