Portland ist die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum des Bundesstaates Oregon im Nordwesten der Vereinigten Staaten.
Mit 652.503 Einwohnern (Census 2020) ist Portland nach Seattle im benachbarten Bundesstaat Washington und dem kanadischen Vancouver die drittgrößte Stadt in der Region Pazifischer Nordwesten. Im Großraum Portland leben über 2,3 Millionen Einwohner. Die Stadt ist Hauptstadt (County Seat) des Multnomah County und Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Portland in Oregon.
Geografie Lage und Ausdehnung des Stadtgebietes Portland liegt am nordwestlichen Rand Oregons an der Mündung des Willamette River in den Columbia River. Die Metropole hat eine Gesamtfläche von 376,5 km², bestehend aus 347,9 km² Land und 28,6 km² Wasser.
Klima Laut der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger herrscht in Portland ein Warm-Sommer-Mittelmeerklima (Csb). Die höchste Temperatur im Sommer beträgt ca. 29 °C, die tiefste Temperatur im Winter beträgt ca. −2 °C. Portland gehört mit ca. 1075 mm Niederschlag im Jahresmittel zu den regenreichen Gebieten in Oregon. In den Monaten November bis Januar fällt statistisch am meisten Niederschlag. Im Sommer regnet es dafür eher selten, sodass die jährliche Niederschlagsmenge im für diese Breiten üblichen Rahmen bleibt.
Luftqualität Während der Waldbrände an der Westküste der Vereinigten Staaten im Sommer und Herbst 2020 verzeichnete Portland mit einem gemessenen Luftqualitätsindex von 206 die größte Luftverschmutzung aller Städte weltweit. Es handelte sich bei dem Luftschadstoff um den besonders gefährlichen PM2,5.Portland, Oregon Ranked as Worst City in the World for Air Pollution thedailybeast.com, 12. September 2020, abgerufen am 16. September 2020 (englisch)
Bevölkerung Demografie Die Bevölkerung bestand laut dem Zensus von 2020 zu 77,4 Prozent aus Weißen und zu 5,8 Prozent aus Afroamerikanern; 8,2 Prozent waren asiatischer Herkunft; 0,8 Prozent waren Indianer. 9,7 Prozent der Bevölkerung waren Hispanics. Der Median des Einkommens je Haushalt lag 2015 bei 55.003 US-Dollar. 13,7 Prozent der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze.
Einwohnerentwicklung
Metropolregion Zur Metropolregion Portland (Metropolitan Statistical Area Portland – Vancouver – Hillsboro) gehören nach der Definition des U.S. Census Bureau von 2015 58 Städte mit dem Status 'City'. Größte Städte sind Vancouver im Bundesstaat Washington sowie Gresham, Hillsboro und Beaverton in Oregon. Kleinste Stadt ist Prescott mit 55 Einwohnern.
Die letzte Volkszählung 2020 ergab eine Einwohnerzahl von 2.512.859, davon entfallen rund 24 % auf die Stadt Portland selbst.
Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung der Metropolitan Statistical Area Portland – Vancouver – Hillsboro nach der Definition des U.S. Census Bureau 2015:
JahrEinwohner¹1990 1.523.7412000 1.927.90420102.226.0122020 2.512.859
¹ 1990–2020: Volkszählungsergebnisse
Aus der Tabelle ergibt sich ein Anstieg der Einwohnerzahl von 1990 bis 2020 um 65 %.
Geschichte Portland entstand als Siedlung zu Beginn der 1840er Jahre und wurde zunächst The Clearing (Die Lichtung) oder Stumptown (Baumstumpfstadt) genannt. Letztere Bezeichnung geht auf die zahlreichen Baumstümpfe zurück, die eine Zeit lang Teile des Ortsbilds prägten. Aufgrund des raschen Wachstums wurden zahlreiche Bäume gefällt, um Platz für den Ort und Baumaterial zu beschaffen. Dabei beließ man die Baumstümpfe zunächst längere Zeit im Boden.Trudy Flores, Sarah Griffith: Stumptown. Oregon Historical Society, 2002Margit Brinke: USA – Westen. Tipps für individuelle Entdecker. 16. Auflage. Iwanowski’s Reisebuchverlag, Dormagen 2011, ISBN 978-3-86197-013-2, S. 459.
1843 besaßen zwei Siedler aus Neuengland die Rechte zur Errichtung einer Siedlung am Ufer des Willamette River, an der Stelle, bis zu der ozeantüchtige Schiffe den Fluss befahren konnten: Asa Lovejoy aus Boston und Francis Pettygrove aus Portland, Maine. 1845 suchten sie für die wachsende Ansiedlung einen Namen. Beide wollten diese nach ihrer jeweiligen Herkunftsstadt benennen. Sie beschlossen, die Entscheidung durch einen Münzwurf herbeizuführen. Pettygrove gewann und die Siedlung hieß Portland.
Viele Jahre stand Portland im Schatten der damaligen Hauptstadt Oregon City. Im Jahr 1850 hatte Portland etwa 800 Einwohner. Bis in die 1890er Jahre hatte der Hafen von Portland noch eine enorme Bedeutung in der Region. Aufgrund des Ausbaus der Eisenbahn und der neuen Eisenbahn-Verbindung der Region zum Tiefwasser-Hafen Seattle verlor der Hafen in Portland jedoch an Bedeutung.
Portland war, wie auch andere Hafenstädte an der Westküste der USA, berüchtigt für das sogenannte Schanghaien von Seeleuten. Ein ursprünglich für legale Zwecke angelegtes Tunnelsystem, das sich über mehrere Häuserblöcke der Innenstadt erstreckte, stand daher im Ruf, als Shanghai-Tunnel für Entführungen genutzt zu werden.
Politik mini|Derzeitiger Bürgermeister Keith Wilson Seit 2025 wird Portland durch einen Bürgermeister, einen 12-köpfigen Stadtrat (City Council) und einen „City Auditor“ regiert. Der Bürgermeister wird direkt gewählt, die Mitglieder des Stadtrats werden in 4 Wahlbezirken gewählt. Aus jedem Wahlbezirk werden die 3 Kandidaten mit den meisten Stimmen in den Stadtrat berufen. Der Stadtrat übernimmt die legislativen Aufgaben, der Bürgermeister ist für die exekutiven Aufgaben zuständig. Der Bürgermeister ist kein Mitglied des Stadtrats. Der „City Auditor“ agiert unabhängig vom Bürgermeister als eine Kontrollinstanz. Der Bürgermeister ernennt (mit der Zustimmung des Stadtrats) einen City Manager (vergleichbar einem Oberstadtdirektor) der die tägliche Verwaltung leitet und weitere administrative Aufgaben übernimmt. Vor 2025 wurde Portland durch einen Bürgermeister, vier city commissioners und einen auditor regiert. Der Stadtrat bestand aus dem Bürgermeister und den commissioners.
Portland und Umgebung wird vom Metro Oregon regional government regiert, einer Art Bezirksregierung. Diese Verwaltungseinheit stellt die einzige direkt gewählte Regionalverwaltung der Vereinigten Staaten dar. Das Metro Oregon regional government ist Betreiber und Eigentümer des Oregon Convention Center, des Oregon Zoo, des Portland Center for Performing Arts und des Portland Metropolitan Exposition Center.
Bürgermeister der Stadt ist seit Januar 2025 Keith Wilson. Er ist Nachfolger von Ted Wheeler.
Portland hat neun Partnerstädte und mit einer Stadt gibt es eine Städtefreundschaft:
Kultur mini|Oregon Convention Center
Museen Oregon Historical Society Oregon Jewish Museum (OJMCHE – Oregon Jewish Museum and Center for Holocaust Education) wurde im Juni 2017 eröffnet und widmet sich vor allem der Geschichte der Juden in Oregon. Dazu zählt auch, den Holocaust aus der Perspektive Oregons aufzuarbeiten und darzustellen sowie die Geschichten von Holocaust-Überlebenden aus Oregon zugänglich zu machen.Homepage des Oregon Jewish Museum and Center for Holocaust Education Oregon Museum of Science and Industry an der Eastbank Esplanade mit dem 1990 außer Dienst gestellten U-Boot Blueback der Barbel-Klasse mit einer Länge von 66,9 Metern. Pioneer Courthouse wurde von 1869 bis 1903 erbaut und ist das älteste Gebäude einer Bundesbehörde im Pazifischen Nordwesten Pittock Mansion, eine Villa aus dem frühen 20. Jahrhundert (heute ein Museum) Das Portland Art Museum wurde 1892 eröffnet und ist das älteste Kunstmuseum des Pazifischen Nordwestens. Es hat eine Fläche von 22.000 m² und zeigt 35.000 Kunstwerke aller Art, zum Beispiel Fotografien, Gemälde, Zeichnungen und Kunsthandwerk. Das PAM ist unter anderem mit den Thematiken Kunst der nordamerikanischen Ureinwohner, Kunst des Nordwestens und asiatische Kunst befasst. Es hat außerdem einen Skulpturengarten. Portland Institute for Contemporary Art Shanghai-Tunnel Bathtub Art Museum World Forestry Center
Musik Portlands Independent- und Alternativ-Szene ist seit Anfang der 1980er Jahre eine der lebendigsten im Nordwesten der USA. Am Anfang der 1980er Jahre war Hardcore Punk mit Bands wie den Wipers und Poison Idea ein wichtiges Genre. Zur Portlander Independent-Szene gehören international bekannte Indiebands wie Courtney Love, Stephen Malkmus and the Jicks, Sleater-Kinney, Team Dresch, Blitzen Trapper, Portugal. The Man, Quasi, The Decemberists, Modest Mouse, The Gossip, The Shins, Heatmiser, und Musiker wie John McEntire (Tortoise, The Sea and Cake, Gastr del Sol, My Dad Is Dead), Elliott Smith, Dave Allen (Gang of Four und Shriekback), Johnny Marr (The Smiths, The Cribs), Laura Veirs u. a. Dieser Szene steht der Portlander Filmemacher Gus Van Sant nahe. Weitere bekannte Musiker aus der Stadt sind unter anderem die Bands The Dandy Warhols, Dan Reed Network, das Musikprojekt King Yosef und der Gitarrist der Band Kiss, Tommy Thayer.
Die Comedy-Serie Portlandia, in der bekannte Portlander Musiker Gastauftritte haben, karikiert diese Alternativszene.
Orchester und Chöre Die Oregon Symphony ist ein 1896 gegründetes national bedeutendes Sinfonieorchester mit 88 hauptberuflichen Musikern, das in der Arlene Schnitzer Concert Hall beheimatet ist.
Die Gruppe Pink Martini stammt aus Portland und wurde hier 1994 von Thomas M. Lauderdale gegründet. Einer ihrer bekanntesten Hits ist der Titel Sympathique aus dem gleichnamigen Album.
Libertäre Moral Portland und Oregon haben eine lang anhaltende Tradition einer libertären und individualistischen Moral.
Öffentliche Nacktheit war jahrzehntelang gleichermaßen für etablierte Kunst wie für pornographische Aufnahmen erlaubt. Ungewöhnlich für die USA gibt es schon seit langem Nacktbadestrände, ebenso wie Nacktheit auf County Fairs (Jahrmärkten) erlaubt ist. Mindestens eine County Fair ist überregional für nackte Menschen und offensichtlichen Cannabis-Konsum bekannt.Sanchez S. 247 Jeweils Ende Juni findet in Portland das World Naked Bike Ride statt.
Nachtleben Portland hat eines der lebhaftesten Nachtleben der USA. Die Stadt streitet sich mit San Francisco und Los Angeles um die höchste Dichte an Strip-Clubs. Das Nachtleben in seiner heutigen Ausprägung begann sich 1989 zu entwickeln, als der Berufungsrichter des 9. Gerichtskreises gänzliche gewerbliche Nacktheit im Bundesstaat Oregon erlaubte. Das städtischerseits erlassene Verbot, gleichzeitig Alkohol zu verkaufen und ein volles Nachtclubprogramm zu bieten, diskriminiere Geschäfte mit Alkohollizenzen. In den drei Jahren bis 1992 eröffneten auf der Eastside der Stadt 50 Strip-Clubs, bis 1997 war die Zahl auf 80 gestiegen. Dazu kam ein wachsender Markt an Begleitservices „Unterwäsche-Clubs“, „Bräunungssalons für Gentlemen“ und Ähnliches.Sanchez S. 239
Während wenige Clubs sich extra neu gründeten, bestehen die meisten Clubs aus älteren Kneipen und Pool-Hallen, die eine zusätzliche Bühne in ihre Räumlichkeiten eingebaut haben. Die meisten dieser Clubs liegen an den Hauptstraßen und sind aufgrund minimaler Auflagen, was ihre Werbung angeht, von außen problemlos als Strip-Clubs erkennbar. Sie haben sich als Teil des Nachtlebens etabliert, in dem zumindest Männer auch ganz normal und öffentlich ausgehen, Freunde treffen oder Partys feiern.Sanchez S. 248
Verschiedene Versuche der Gesetzgeber, das Geschäft einzudämmen, scheiterten. Während die Gerichte Nackttanzen als Art des Ausdrucks deuteten, womit es unter die Meinungsfreiheitsklausel fiel, erklärten sie mehrere Versuche für unrechtmäßig, das Gewerbe einzudämmen. Weder hatten städtische Pläne Erfolg, mindestens 1000 Fuß Abstand zwischen Nachtclubs und Wohnbebauung zu fordern, noch mindestens zwei Fuß Abstand zwischen Tänzerin und Kunden.
1994 erlaubte die Stadt zudem mit Video-Poker eine Form des Glücksspiels in den Kneipen und Clubs. Da Oregon keine Umsatzsteuer erhebt, waren die öffentlichen Zusatzeinnahmen aus den Glücksspielkonzessionen ein Argument, das Stadtverordnete und Bevölkerung relativ problemlos von dem Projekt überzeugte.
Sport mini|Rose Garden Arena