mini|hochkant=1.8|Wohngebiet der Metoac und benachbarter Stämme um 1600

Die Metoac oder Montauk waren Algonkin sprechende Indianer, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf Long Island östlich der heutigen Stadt New York lebten und eine Konföderation aus einer Anzahl einzelner Stämme bildeten.

Siedlungsgebiet und Name Die Metoac lebten auf einer Insel von fast 200 Kilometer Länge ohne nennenswerte Erhebungen, die im 17. Jahrhundert von dichten, wildreichen Wäldern bedeckt und von sandigen Stränden umgeben war. Offenbar hatten sie keine Eigenbezeichnung. Man vermutet, dass Metoac Inselvolk heißt. Bei anderen Stämmen hießen sie Sewanakie, das bedeutet Salzwasservolk. Häufig werden die Metoac nach dem größten Stamm der Konföderation, den Montaukett, auch Montauk genannt. Weiterhin gab es nachweislich die Formen Mirrachtauhacky, ein von den Hudson-Munsee abgeleiteter holländischer Name, und Munnawtawkit, vermutlich die Narragansett-Bezeichnung für Montauk.

Sprache Die Metoac sprachen zwei verschiedene Dialekte des Ost-Algonkin. Die Sprache der Montauk und Shinnecock im östlichen Long Island war eng mit Idiom der Pequot, Mohegan, Narraganset und Niantic auf dem benachbarten Festland verwandt, während die Metoac-Stämme im zentralen und westlichen Teil der Insel einen Dialekt sprachen, der mit dem der Wappinger und Mattabesic auf der Ostseite des unteren Hudson Rivers vergleichbar war.Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians, Vol. 15. Kapitel: Indians of Southern New England and Long Island: Early Period, Seite: 160ff.

Gruppen der Metoac StammSiedlungsgebietCanarseewestliches Long Island, heutiges BrooklynCorchaugnordöstliche Spitze von Long IslandManhansetnordöstliches Long Island, auf Shelter IslandManhattanInsel Manhattan, heutiges New York CityMassapequasüdwestliches Long Island an der South Oyster BayMatinecocknordwestliches Long IslandMerrickSüdwestküste, heutiger Ortsteil MerrickMontaukett, Montauksüdöstliches Ende von Long IslandNesquakeNordküste im zentralen Long Island, heutiger Ortsteil SmithtownPatchogueSüdküste im zentralen Long Island, heutiger Ortsteil PatchogueRockawayHalbinsel an der Südwestküste, heutiger Ortsteil QueensSecatoagSüdküste im zentralen Long IslandSetauketNordküste im zentralen Long Island, heutiger Ortsteil SetauketShinnecockSüdostküste, westliche Nachbarn der MontaukettUnquachog, PoosepatuckSüdküste im zentralen Long Island Metoac Subnations

Jedoch muss hierbei beachtet werden, dass die Stämme der Lenni Lenape (Delaware), Wappinger, Mahican, Mattabesic sowie der Metoac wie bereits erwähnt alle den Östlichen Algonkin angehörten und sich somit kulturell als auch sprachlich von Außenstehenden kaum unterscheiden ließen.Carl Waldmann: Encyclopedia of Native American Tribes, ISBN 978-0-8160-6274-4

Manche Historiker zählen die Manhattan, Nochpeem, Kichtawank, Rechgawawanc, Sintsink, Wechquaesgeek und Wappinger zu den Munsee (den sogenannten Nördlichen Delaware, einer Dialektgruppe der Lenni Lenape), die Hammonasset, Massaco, Menunkatuck, Paugussett, Podunk, Poquonock, Quinnipiac (auch Quiripi), Sicaog und Tunxis werden jedoch oft zu den Mattabesic gezählt.

Die Manhattan werden auch manchmal zu den Wappingern gezählt, während die Paugussett und Mattabesic oft als eigenständige Stämme oder Stammesgruppen angesehen werden. Die Canarsee, Massapequa, Matinecock und Rockaway wiederum werden manchmal zu den Munsee oder Westlichen Metoac gezählt.

Bevölkerung Zu Beginn des 17. Jahrhunderts betrug die Gesamtzahl der Ureinwohner auf Long Island vermutlich mehr als 10.000 Menschen. Doch die Auswirkungen von häufigen Kriegen, verheerenden europäischen Epidemien und Abwanderung in den folgenden Jahren waren so dramatisch, dass es um 1659 nur noch 5 % dieser Zahl, also etwa 500 Metoac, auf Long Island gab. 1788 war ihre Bevölkerungszahl sogar auf 162 geschrumpft und der Zensus von 1910 ergab 167 Shinnecock, 29 Montaukett und einen Unquachog.

Kultur Die Stämme auf Long Island waren in ihrer Lebensweise nicht nur untereinander sehr ähnlich, sondern auch mit den Stämmen an der Südküste Neuenglands kulturell vergleichbar. Allerdings gibt es unter den Ethnologen keinen Konsens bezüglich ihrer Klassifikation. Die Metoac waren ein Ackerbau treibendes Volk, das die pflanzliche Nahrung mit der Jagd und dem Fischfang ergänzte. Obwohl sie in Dörfern lebten, gab es regelmäßige saisonale Umzüge zu den wichtigsten Nahrungsquellen im Wald, auf dem Feld und im Wasser. Die Dörfer waren überwiegend klein und kaum befestigt, bis sich nach 1630 die Lage änderte und sie einer ständigen Bedrohung durch andere Stämme ausgesetzt waren. Obwohl sie zeitweise in lockeren Konföderationen verbunden waren, stellt das Fehlen einer starken zentralen Führung ein Indiz dafür dar, dass es vor dem Kontakt mit Europäern kaum intertribale Konflikte gab. Das wichtigste Kulturmerkmal, das die Metoac von anderen Stämmen unterschied, war ihre führende Rolle beim Wampum-Handel der Ureinwohner untereinander.

Die Nordküste Long Islands war der Fundort für den besten Wampum-Rohstoff im gesamten amerikanischen Nordosten. In jedem Sommer sammelten die Metoac unzählige Muschelschalen am Strand, die man im Winter sorgfältig zu kleinen Perlen verarbeitete. Diese wurden zu langen Ketten aufgereiht und Wampompeag genannt, ein Begriff, den die Engländer später zu dem bekannten Wort Wampum verkürzten, während die Holländer Sewan dazu sagten. Von den Metoac aus kam der Wampum zunächst zu den benachbarten Mahican und wurde so von Stamm zu Stamm weitergereicht, bis er sogar die Stämme in den Black Hills in South Dakota weit im Westen erreichte. Die Stränge aus Muschelperlen entwickelten sich schließlich zu einem wichtigen Zahlungsmittel beim Handel der Ureinwohner Nordamerikas, doch sie wurden auch als persönlicher Schmuck geschätzt. Mit Mustern aus den verschiedenfarbigen Perlen konnten Informationen dargestellt werden, so dass Wampum in der Diplomatie an wichtige Ereignisse erinnerte und Abkommen oder Verträge gewissermaßen besiegelte.

Wampumperlen konnten weiß oder dunkel sein, wobei die dunklen von Tiefrot bis Schwarz variierten. Der Wert des dunklen Wampum betrug allgemein etwa das Doppelte des hellen. Die weißen wurden zumeist aus der 12 bis 15 cm langen Schnecken-Muschel der Gattung Venus buccinum angefertigt. Die dunkleren stellte man aus dem Gehäuse der Venus mercenaria her. Man reihte sie auf Tiersehnen oder Schnüre, die dann auch zu einem handbreiten Geflecht, den so genannten Wampumgürtel, verarbeitet wurden. Die Muscheln, aus denen Wampum hergestellt wurde, fand man auf beiden Seiten des Long-Island-Sundes, so dass die Metoac niemals allein das Monopol der Wampumherstellung besaßen. Andere Stämme wie die Lenni Lenape, Mattabesic, Niantic, Pequot und Narraganset waren ebenfalls an der Herstellung beteiligt, doch der an der Nordküste Long Islands gefertigte galt als der beste und wertvollste Wampum. Zusammengebunden und in Faden gemessen wurde Wampum auch beim Handel zwischen Indianern und Weißen zeitweilig als Zahlungsmittel anerkannt und hatte damit eine erhebliche Wertsteigerung zur Folge.Metoac Culture

Geschichte Durch ihr relativ isoliertes Wohngebiet auf Long Island blieben die Metoac über lange Zeit unbehelligt von den kriegerischen Auseinandersetzungen der Stämme auf dem Festland im Norden. Ihre Dörfer waren zumeist unbefestigt, was darauf hinweist, dass sie keinen ernsthaften Bedrohungen ausgesetzt waren, obwohl sie wegen ihres schwunghaften Wampumhandels mit Sicherheit von den Nachbarn beneidet wurden. Nach dem Kontakt mit Europäern kam es jedoch zu dramatischen Veränderungen, vor allen Dingen wegen der verheerenden Epidemien zwischen 1614 und 1619, die auch die Inselbewohner nicht verschonten.

250px|mini|Henry Hudson aus der Cyclopaedia of Universal History von 1885.

Der Pelzhandel Im September 1609 drang Hudson im Dienst der holländischen Vereinigten Ostindischen Kompanie auf der Suche nach einem verkürzten Seeweg nach Ostasien in die Bucht von New York vor und nutzte den folgenden Monat zur Erforschung des Hudson (bis in die Gegend der heutigen Stadt Albany, etwa 240 Kilometer nördlich der heutigen Stadt New York). Er fand bekanntlich den verkürzten Seeweg nach Asien nicht, kehrte jedoch mit einer Ladung Pelze nach Europa zurück. Die holländischen Kaufleute erkannten den Wert des neuen Handelsgutes und bereits im folgenden Jahr fuhr das nächste holländische Schiff den Hudson River hinauf, um bei den Mahican europäische Waren gegen Pelze zu tauschen. Die Metoac waren zunächst vom Pelzhandel ausgeschlossen, da es in ihrem Wohngebiet keine Biber und entsprechend wertvolle Pelzträger gab. Aber sie hatten etwas anderes von Wert zu bieten, nämlich Wampum.

Wampum als Zahlungsmittel Die Europäer erkannten schon bald den Wert von Wampum als Geldersatz. Als man begann, Wampum als Zahlungsmittel für Handelsgüter zu akzeptieren, stieg dessen Wert dramatisch und wurde 1637 offizielles Zahlungsmittel in Neuengland. Die Stämme im östlichen Connecticut, die Pequot und Westlichen Niantic, hatten zwar keine Biberfelle, sie konnten jedoch Wampum herstellen, allerdings nicht annähernd so viel, um ihren Bedarf an europäischen Gütern zu decken. Die Pequot hatten eine Lösung für das Problem. Sie stiegen in ihre Kanus, fuhren über den Long-Island-Sund und überfielen einige Metoac-Dörfer. Wenig später hatten sie die Stämme an der Nordküste Long Islands unterworfen und diese gezwungen, ihnen Tribut in Form von Wampum zu zahlen. Der wachsende Bedarf an Wampum und dessen Wertsteigerung zwang die Metoac, ihre saisonalen Wanderungen aufzugeben und sich fast völlig auf das Sammeln und die Herstellung der Muschelperlen zu konzentrieren. In jedem Jahr mussten sie nun Kanu-Ladungen von Wampum über den Sund als Tribut an die Pequot liefern. Die Engländer kamen auf die Idee, selber Wampum herzustellen, indem sie Stahlbohrer für das Durchlöchern der Muschelperlen verwendeten und damit die Fertigung wesentlich beschleunigten. Die Indianer in der Region bevorzugten allerdings die handgefertigte, ungleichmäßigere Variante aus der eigenen Produktion.Metoac History

Der Pequot-Krieg und seine Folgen Im Jahr 1636 kam es zwischen den englischen Kolonisten in Connecticut und den Pequot zum Pequot-Krieg, in dessen Verlauf die Pequot nahezu vernichtet wurden. Die Metoac waren nominell die Verbündeten der Pequot, doch es gelang ihnen, sich weitgehend aus diesem Konflikt herauszuhalten. Nachdem die Engländer und ihre Verbündeten das Pequot-Fort am Mystic River zerstört hatten, wobei 500 Bewohner den Tod fanden, verließen die übrigen Pequot ihre Dörfer und flüchteten. Gejagt von englischen Kolonisten, Narraganset- und Mohegan-Kriegern suchten viele der fliehenden Gruppen Zuflucht bei den Metoac auf Long Island. Diese fürchteten sich vor der Rache der Engländer und hatten wenig Lust, ihre früheren Unterdrücker zu beschützen. So fuhren zum Beispiel die Montauk nach Fort Saybrook an der Mündung des Connecticut Rivers und suchten dort selbst Schutz bei den Engländern. Andere Stämme Long Islands bewiesen den englischen Kolonisten ihre Loyalität, indem sie geflohene Pequot töteten und deren Köpfe nach Fort Saybrook schickten. 1638 wurde in Hartford ein Friedensvertrag unterzeichnet und einige Pequot, die frühzeitig kapituliert hatten, durften unter Aufsicht der Metoac auf Long Island siedeln. Als Gegenleistung mussten die Montauk einen jährlichen Tribut in Form von Wampum an den englischen Gouverneur von New Haven zahlen.

Manhattan und Brooklyn