mini|Hamburger Flughafen Terminal 2 – Abflugebene
Der Flughafen Hamburg (, Eigenbezeichnung Hamburg Airport, seit 2016 auch Hamburg Airport Helmut Schmidt, früher Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel) ist der internationale Verkehrsflughafen der Stadt Hamburg (mit einem kleinen Teil auf der Gemarkung der Stadt Norderstedt). Er ist der älteste noch in Betrieb befindliche und fünftgrößte Flughafen Deutschlands. Im Jahr 2024 wurde er von etwa 14,8 Millionen Passagieren genutzt. Der Flughafen ist eine Basis von Eurowings und Condor.
Geschichte mini|Von links nach rechts: Terminal 1, Baustelle Airport Plaza, Terminal 2 (2007) mini|Bahnsteig der S-Bahn-Haltestelle Hamburg Airport mini|Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel Ende der 1960er Jahre mini|hochkant|Lageplan des Flughafens Hamburg
Am 10. Januar 1911 wurde mit privaten Mitteln in Höhe von 685.000 Mark die Hamburger Luftschiffhallen GmbH (HLG) gegründet. Im Januar 1912 wurde der Luftschiffhafen auf rund 45 Hektar in Betrieb genommen. Zunächst wurde der Flughafen daher vor allem von Luftschiffen genutzt. Im Jahr 1913 wurde die Fläche auf rund 60 Hektar ausgedehnt, wobei der nördliche Bereich den Luftschiffen vorbehalten war, und die Flugzeuge nur den südöstlichen Teil nutzen konnten.
Im Ersten Weltkrieg wurde die Luftschiffhalle ausschließlich vom Militär genutzt, bis sie am 16. September 1916 durch ein Feuer zerstört wurde, als die Marineluftschiffe L 6 und L 9 sich beim unsachgemäßen Nachfüllen von Traggas entzündeten. Die HLG baute die Einrichtungen wieder auf, musste diese jedoch aufgrund des Versailler Vertrags wieder unbrauchbar machen.
Im Februar 1919 gab es für den Flughafen einen Neubeginn, mit der Aufnahme einer Verbindung nach Berlin durch die Deutsche Luft-Reederei (DLR). Ab 1920 benutzte auch die KLM den Flughafen als Zwischenstopp auf einer Linienverbindung, die Rotterdam und Amsterdam mit Kopenhagen verband. Im selben Jahr wurde auch die erste Statistik erstellt, wobei man 348 Starts und Landungen mit 241 Passagieren zählte. Im Jahr 1929 entstand das erste Terminal und Anfang 1934 wurde auf Betreiben des Hamburger Innensenators Alfred Richter ein Denkmal eingeweiht, das den Versailler Vertrag und die damit einhergehenden Einschränkungen anprangerte. Mitte der 1930er-Jahre war der Flughafen mit der Strecke Hamburg, Belgrad, Athen, Rhodos, Damaskus und Bagdad Ausgangspunkt der damals längsten Flugroute der Welt.Hamburg Airport wird 100. In: FliegerRevue, Januar 2011, S. 14 f. Während des Zweiten Weltkriegs wurden ab 1942 Zwangsarbeiter bei der Tarnung des Flughafens eingesetzt.
Seinen Namen Hamburg Airport erhielt der Flughafen 1945 durch die britische Besatzungsmacht. Am 3. Mai 1945 wurde der fast unzerstörte und funktionsfähige Flughafen im Zuge der Übergabe der Stadt Hamburg an britische Streitkräfte vom Fliegerhorstkommandanten an einen Offizier der Royal Air Force (RAF) übergeben. Im Herbst 1945 wurde von der RAF eine 1600 Yard (rund 1465 Meter) lange, provisorische Start- und Landebahn (Behelfsbahn) einschließlich Rollstreifen () aus durchlochten Stahlblechen (, auch PSP-Platten oder Marston mats genannt) angelegt. Ab dem Sommer 1946 wurde der Flughafen wieder für zivile Zwecke genutzt und am 1. September 1946 nahm British European Airways die erste Linienverbindung (London–Amsterdam–Hamburg–Berlin) auf. Anfang 1947 folgte die Scandinavian Airline System (SAS) auf der Strecke Kopenhagen–Hamburg, die wenig später nach Frankfurt am Main verlängert wurde. Außerdem flog die Sabena die Strecke Brüssel–Hamburg und die KLM Amsterdam–Hamburg. Im Herbst 1947 übertrug die RAF dem Civil Aviation Branch (CAB), der Luftfahrtbehörde der Control Commission for Germany/British Element, die Flughafenaufsicht über den Hamburger Flughafen. Wegen des stark angestiegenen Flugverkehrs wurde ein weiterer Ausbau des Flughafens erforderlich. Im Winter 1947/1948 beauftragte die RAF das Tiefbauamt der Hamburger Baubehörde damit, den notwendigen Ausbau vorzunehmen. Entsprechend der vorherrschenden Windrichtungen sollte eine 2000 Yard (rund 1830 Meter) lange Hauptlandebahn (auch Schlechtwetterbahn bzw. Startbahn I) in Nordost-Südwest-Richtung und eine 1600 Yard (rund 1465 Meter) lange Nebenlandebahn (auch Schönwetterbahn bzw. Startbahn II) in Nordwest-Südost-Richtung angeordnet und so angelegt werden, dass sich ein hindernisfreier Anflug ergab. Am 6. April 1948 wurde mit durchschnittlich 800 Arbeitern der Ausbau begonnen. Die Planung sah vor, die ersten 1600 Yards der Hauptlandebahn bis zum 31. Dezember 1948 fertigzustellen. Nachdem die RAF in Absprache mit der Combined Airlift Task Force (CALTF) im Oktober 1948 entschied, Fuhlsbüttel in die Berliner Luftbrücke einzubinden, wurde die vollständige Fertigstellung auf 2000 Yards Länge bis zum Dezember 1948 angeordnet. Zur Beschleunigung der Arbeiten wurden daraufhin bis zu 1400 Arbeiter in zwei, teilweise sogar in drei Schichten pro Tag eingesetzt. Am 15. Dezember 1948 um 11:50 Uhr landete die erste Avro Anson Mk. IV auf der fertiggestellten neuen Betonpiste. Der Hamburger Flughafen war der einzige zivile deutsche Flugplatz, der in die Luftbrücke einbezogen wurde. Hier wurden alle an der Luftbrücke teilnehmenden zivilen britischen Chartergesellschaften stationiert. Am 15. August 1949 endete die Teilnahme des Flughafens an der Luftbrücke. Am 1. Oktober 1950 wurde die Verwaltung des Flughafens zurück in deutsche Hände übergeben und von der Hamburger Flughafenverwaltung GmbH übernommen. Zum ersten Direktor ernannte der Hamburger Senat den ehemaligen Luftwaffen-Oberst Max Wachtel. Als die Lufthansa im April 1955 zuerst den innerdeutschen Flugbetrieb nach München und im Juni den internationalen Flugbetrieb nach New York wieder aufnahm, war Hamburg ihr Heimatflughafen, bis Frankfurt diese Rolle übernahm; die Zentrale von Lufthansa Technik ist heute immer noch in Hamburg beheimatet. Im Oktober 1959 nahm Pan Am den ersten Linienflug mit einem Düsenflugzeug, der damals fortschrittlichen Boeing 707, nach Hamburg auf. Das Routing war New York – London – Hamburg – Kopenhagen.
Im Jahre 1960 bekam Hamburg eine Jet-Verbindung nach Tokio: Air France stoppte auf ihren neuen Flügen von Paris über die Polroute via Anchorage nach Tokio in Hamburg, geflogen wurde mit damals nagelneuen Boeing 707. Kurz darauf nahm auch Lufthansa den Jet-Verkehr nach Japan auf und flog mit Boeing 707 die Strecke Frankfurt – Hamburg – Anchorage – Tokio. 1965 startete Japan Air Lines als dritter Mitbewerber eine Direktverbindung von Tokio nach Hamburg, geflogen wurde mit Douglas DC-8 via Anchorage und ab Hamburg weiter nach London. Ab Mitte der 1960er-Jahre wurde die Verlegung des Flughafens nach Heidmoor bei Kaltenkirchen angestrebt. Gründe dafür lagen unter anderem in der Umweltbelastung durch Fluglärm, der die Bevölkerung in Hamburg, Norderstedt, Quickborn und Hasloh ausgesetzt war, sowie im Flugzeugunglück am 17. Dezember 1960 in München.
In den letzten Jahren haben die Bestrebungen, mit dem Bau des Großflughafens Kaltenkirchen den Hamburger Flughafen zu ersetzen, durch negative Erfahrungen mit stadtfernen Flughäfen und Veränderungen in der Verteilung der Großflughäfen im norddeutschen Raum auch von Seiten der Wirtschaft scharfen Widerspruch erhalten. Die vor allem auf Dienstleistungen ausgerichtete Wirtschaft in Hamburg ist auf einen schnell erreichbaren Stadt-Flughafen mit europäischen Verbindungen angewiesen. 1965 und 1971 erhielt Hamburgs Flughafengesellschaft jeweils eine Baugenehmigung. Zuletzt waren vier Landebahnen und sechs Terminals im Bauplan vorgesehen. Ziel war es, 60 Millionen Passagiere jährlich abzufertigen. Bis heute besitzt der Betreiber Flächen in Kaltenkirchen. Einer Realisierung der seit den 1960er-Jahren laufenden Umzugsplanung wurde 2013 eine Absage erteilt.Norddeutsches Luftverkehrskonzept ohne Flughafen Kaltenkirchen. airliners.de, 27. August 2013. Abgerufen am 30. März 2016. Ab 1970 setzte Air France die damals neue Boeing 747 auf der Polroute Richtung Tokio ein und war damit die erste Fluggesellschaft, die diesen Flugzeugtyp im Liniendienst nach Hamburg brachte. Wenig später stellte auch Japan Air Lines ihre Flüge auf Boeing 747 um, Lufthansa hingegen erst Mitte der 1970er. Wenige Jahre nach Indienststellung der Boeing 747 entfiel Hamburg für Air France als Stopp auf der Polroute.
Im Juni 1980 nahm Northwest Orient Hamburg als ihr erstes deutsches Ziel in ihren Flugplan auf, dreimal wöchentlich wurde die Strecke Minneapolis – London/Gatwick – Hamburg mit Boeing 747 bedient. Ab Sommer 1981 wurde das Angebot durch zwei wöchentliche Flüge auf der Strecke New York/JFK – Kopenhagen – Hamburg erweitert. Anfang 1985 stellte Northwest Orient den Flugbetrieb nach Hamburg ein, stattdessen flog man nach Frankfurt.
Am 29. April 1985 startete Pan Am das erste Mal seit über zehn Jahren wieder Direktflüge von New York nach Hamburg: täglich und nonstop ging es mit Boeing 747 von New York/JFK nach Hamburg. Im Frühjahr 1986 gehörte die Route zu den ersten, auf denen Pan Am (durch die damals neuen ETOPS-Regularien ermöglicht) zweistrahlige Airbus A310-200 auf Transatlantikflügen einsetzte. Im Sommer 1988 stoppte Japan Air Lines ihre Flüge nach Hamburg, ein Jahr später stellte dann auch Lufthansa ihre Flüge von Hamburg nach Tokio ein. Im Mai 1989 startete Delta Air Lines erstmals Flüge nach Hamburg, die Strecke Atlanta – London/Gatwick – Hamburg wurde mit Flugzeugen des Typs Lockheed L-1011 Tristar täglich bedient. Einige Tage später startete American Airlines einen täglichen Direktflug von New York/JFK über Brüssel nach Hamburg, als Fluggerät wurden Boeing 767-200ER eingesetzt. American Airlines beendete ihr Engagement in Hamburg im März 1990 wieder, da auf neu erworbenen Strecken nach Südamerika Kapazitäten gebraucht wurden.