Die Ungarische Arbeiterpartei () ist eine 1989 entstandene Partei in Ungarn. Sie vertritt einen marxistisch-leninistischen Standpunkt.
1989 als Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei gegründet, hieß die Partei von 1993 bis 2005 bereits einmal Ungarische Arbeiterpartei. Von 2005 bis 2013 nannte sie sich Ungarische Kommunistische Arbeiterpartei.
Geschichte und Namensgebung Entstanden ist die Partei am 17. Dezember 1989 aus Mitgliedern der bis dahin regierenden Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei (MSZMP), die Reformen hin zu einer Marktwirtschaft und die Aufgabe des bisherigen sozialistischen Systems ablehnten, während die bisherige MSZMP zur sozialdemokratisch orientierten Ungarischen Sozialistischen Partei transformiert wurde.
Die Partei hat bislang niemals Sitze im ungarischen Parlament erringen können. Auf kommunaler Ebene stellte die Partei einen Bürgermeister, zwei Vizebürgermeister und fünf kommunale Abgeordnete (Stand 2009).
Die Partei trat zum 1. Mai 2009 aus der EU-Partei Europäische Linke aus, zu deren Gründungsmitgliedern sie gehört hatte.
Am 11. Mai 2013 musste die Partei die Bezeichnung als kommunistisch aus ihrem Namen streichen, da ein Gesetz den öffentlichen Gebrauch von „mit den autoritären Regimen des 20. Jahrhunderts“ verbundenen Namen unter Strafe stellte. Darunter werden auch Begriffe wie Befreiung, Marxismus, Sozialismus oder eben Kommunismus gefasst. Seitdem trägt die Partei ihren heutigen Namen.
Von ihrer Gründung 2013 bis zu ihrer Auflösung 2023 war Munkáspárt Mitglied der Initiative kommunistischer und Arbeiterparteien Europas.
Abspaltungen 1993 kam es in Folge der Namensänderung zu einer größeren Abspaltung unter dem bisherigen Namen Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei.
2005 kam es in Folge der erneuten Namensänderung unter der Führung von János Fratanolo ebenfalls zu einer Abspaltung unter dem Namen Ungarische Arbeiterpartei – Europäische Linke.Kommunismus in Ungarn heute Budapester Zeitung, 14. Januar 2008, abgerufen am 5. Januar 2012 Diese ist seit 2009 Mitglied der Europäischen Linkspartei.
Medien Die Partei gibt die Wochenzeitung A Szabadság (deutsch Die Freiheit) heraus.
Wahlergebnisse JahrWahlStimmen%1990Ungarisches Parlament131.4443,68 %1994Ungarisches Parlament177.4583,18 %1998Ungarisches Parlament165.4613,95 %2002Ungarisches Parlament108.7322,16 %2004Europäisches Parlament56.2211,83 %2006Ungarisches Parlament21.955 0,41 %2009Europäisches Parlament27.8170,96 %2010Ungarisches Parlament5.6060,11 %2014Ungarisches Parlament12.7120,56 %2018Ungarisches Parlament13.6130,25 %2022Ungarisches Parlament8.6780,16 %
Parteitage Die Zählung der Parteitage beginnt nach dem XIII. Parteitag der MSZMP 1985. Deren XIV. Parteitag bedeutete die Umwandlung in die MSZP und wird von der Munkáspárt daher nicht mitgezählt.
BezeichnungDatumXIV. ParteitagDezember 1989XV. Parteitag1992XVI. Parteitag1994XVII. Parteitag1998XVIII. Parteitag1999XIX. Parteitag2001XX. Parteitag2003XXI. Parteitag4. Juni 200517. Dezember 2005DatumBezeichnungXXII. Parteitag4. November 2006XXIII. Parteitag11. Dezember 201014. Mai 2011XXIV. Parteitag26. Mai 2012XXV. Parteitag11. Mai 2013XXVI. Parteitag2015XXVII. Parteitag2018
Weblinks Offizielle Website (ungarisch, englisch, russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Partei (Ungarn) Ungarn Ungarn Kategorie:Parteigründung 1989