Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 12. Wiener Gemeindebezirks Meidling

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A mini|Gemeindebau Am Schöpfwerk Abermanngasse (Hetzendorf), 1894 benannt nach dem deutschen Historiker Heinrich Abermann (1583–1621), ab 1610 Professor an der Universität Wien, ab 1614 deren Rektor. Seine besondere Bedeutung liegt darin, dass er 1616–1619 die deutsche Übersetzung der Vienna Austriae des Wolfgang Lazius veröffentlichte, die zur ersten Stadtgeschichte Wiens in deutscher Sprache wurde. Siehe auch die Laziusstraße im 23. Bezirk, Liesing. Die Gasse hieß vorher Gloriettegasse. Aichholzgasse (Meidling), 1894 benannt nach dem Großindustriellen Josef von Miller zu Aichholz (1797–1871); er gründete 1819 die Firma Öhler & Miller. 1826 kaufte er die Drogerie Grittner und konnte 1839 eine der ersten inländischen Rohrzucker-Raffinerien in Wien erwerben. Während der Revolution von 1848 war er Hauptmann der Nationalgarde und im Wiener Gemeindeausschuss tätig. 1852 wurde er Direktor der Österreichischen Nationalbank. Die Gasse hieß ursprünglich bis 1864 Blindegasse und dann 1864–1894 Millergasse. Aichhorngasse (Gaudenzdorf), 1894 benannt nach dem Gastwirt Josef Aichhorn (1823–1889), Gemeinderat und Vizebürgermeister (1880–1889) in Gaudenzdorf. Die Gasse hieß davor Feldgasse. Albrechtsbergergasse (Meidling), 1894 benannt nach dem Komponisten und Musiktheoretiker Johann Georg Albrechtsberger (1736–1809); er wurde 1770 Organist zu St. Stephan und 1771 Regens chori der Karmelitenkirche. 1772 ernannte ihn Kaiser Joseph II. zum 2. Hoforganisten. Sein kompositorisches Werk umfasst u. a. 279 Kirchenkompositionen, 278 Werke für Tasteninstrumente und 193 weltliche instrumentale Werke. Die Gasse hieß vorher Pfarrgasse. Altmannsdorfer Anger (Altmannsdorf), 1908 benannt nach dem Anger der ehemals selbstständigen Gemeinde Altmannsdorf. Der Begriff Anger (mhd. anger, ahd. angar) bezeichnete eine Wiese oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte (Allmende). Altmannsdorfer Straße (Meidling, Hetzendorf, Altmannsdorf; Fortsetzung im 23. Bezirk bis zur südlichen Stadtgrenze), 1894 benannt nach dem ehemaligen Vorort Altmannsdorf, dessen Name sich auf den Bischof und Heiligen Altmann von Passau bezieht. Die Straße hieß um 1742 Laxenburger Allee und danach Laxenburger Straße, weil sie ursprünglich (zumeist schnurgerade) von Schönbrunn zum Schloss Laxenburg führte, beides kaiserliche Residenzen. Altomontegasse (Inzersdorf), 1936 benannt nach dem Barockmaler Martino Altomonte (eigentlich Martin Hohenberg, 1657–1745); er schuf vor allem Altarbilder („Heilung des Lahmen durch Petrus und Johannes“ in der Peterskirche, „Erweckung des Jüngling von Naïn“ in der Karlskirche, „Hl. Januarius“ im Stephansdom), sowie Deckenfresken im Unteren Belvedere. Amalie-Seidel-Weg (Altmannsdorf, Wohnanlage „Kabelwerk“), 2006 benannt nach der Politikerin und Frauenrechtlerin Amalie Seidel (1876–1952); sie war in der Konsum-Bewegung führend tätig und engagierte sich in der Frauenbewegung. 1919–1923 war sie Gemeinderätin und 1919–1934 Abgeordnete zum Nationalrat. 1920 begründete sie das Wiener Jugendhilfswerk und initiierte die Kinderfreibäder in Wien. Am Europlatz (Altmannsdorf), 2002 benannt nach der Währung Euro, die ab 2001 in Österreich eingeführt wurde und den Schilling ablöste; siehe die Schillingstraße im 22. Bezirk Donaustadt. Die Bezeichnung „Am …“ verweist darauf, dass der eigentliche, an die Gasse anschließende Europlatz sich auf Privatgrund befindet; die Eigentümer nennen ihn „Euro Plaza“. Am Fasangarten (Hetzendorf), 1905 benannt nach einer ehemaligen Fasanerie beim Schloss Schönbrunn. In Fasangärten wurden Fasane und andere schöne Vögel, z. B. Pfaue, zur Erbauung der Adeligen gehalten. Der Teil des Schlossparks südlich der Gloriette scheint bis heute als Fasangarten auf dem Stadtplan auf. Siehe auch Fasangartengasse. Am Fuchsenfeld (Meidling, Wohnhausanlage Fuchsenfeldhof), 1925 benannt nach einem Flurnamen. Der Name geht auf Michael Fuchs zurück, der aus der Pfalz nach Wien eingewandert war und hier 1852 das Gasthaus Zum Fuchsen eröffnet hatte. Die umliegenden Wiesen wurden Fuchsenfeld genannt. Am Kabelwerk (Altmannsdorf), 2006 benannt nach der Kabel- und Drahtwerke AG, die hier 100 Jahre lang einer der bedeutendsten Betriebe Meidlings war.Stadtteil Kabelwerk auf www.kabelwerk.at, abgerufen am 2. Jänner 2015 Gründer und Inhaber war der Unternehmer Otto Bondy; siehe den Otto-Bondy-Platz. Die Fabrik wurde 1997 geschlossen, an ihrer Stelle entstand ab 2001 der Stadtteil Kabelwerk, bestehend aus 17 Bauteilen mit 1.049 Wohneinheiten und der zugehörigen Infrastruktur. Am Rosenhügel (Hetzendorf), 1922 benannt nach dem 258 m hohen, nahegelegenen Rosenhügel; er gehört zum nordöstlichen Hügelland des Wienerwalds und ist damit Teil der Nördlichen Kalkalpen. Der Rosenhügel hat seinen Namen von ausgedehnten Rosenkulturen, die sich früher an dieser Stelle befanden. Am Rosenhügel ist der Name der Kreuzung der Atzgersdorfer Straße mit Rosenhügelstraße, Wundtgasse und Riedelgasse an der Grenze zwischen 12., 13. und 23. Bezirk. Siehe auch Rosenhügelstraße. Am Schöpfwerk (Altmannsdorf, Inzersdorf), 1912 benannt nach dem Schöpfwerk des dortigen Eiswerkes. Dieses Wasserhebewerk war auch namensgebend für die zwei Wohnhausanlagen Am Schöpfwerk. Der Weg hieß vorher Inzersdorfer Weg, weil er, von Altmannsdorf aus gesehen, dorthin führte. An den Eisteichen (Altmannsdorf, Siedlung „Am Schöpfwerk“), 1912 benannt nach den Teichen des Eiswerkes, die im Winter zur Gewinnung von Eis dienten. An den Froschlacken (Altmannsdorf), 1912 benannt nach den „Lacken“ (Tümpeln) in dieser Gegend, in denen sich viele Frösche aufhielten. Andersengasse (Altmannsdorf), 1953 benannt nach dem dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen (1805–1875). Angelehnt an dänische, deutsche und griechische Sagen und inspiriert von literarischen Strömungen seiner Zeit, schuf Andersen die bedeutsamsten Kunstmärchen des Biedermeier. Andersens Märchen sind nicht nur zeitlos; sie gehören mittlerweile zur Weltliteratur. Auf seinen 29 Auslandsreisen besuchte Andersen sechsmal Wien. Anton-Scharff-Gasse (Gaudenzdorf), 1906 benannt nach dem Medailleur Anton Scharff (1845–1903); er war ab 1881 Leiter und ab 1896 Direktor der Graveurakademie des Wiener Hauptmünzamtes. Die Münzen der Kronenwährung wurden 1892 von ihm geschaffen. Arndtstraße (Meidling, Gaudenzdorf), benannt 1894 nach dem deutschen Schriftsteller Ernst Moritz Arndt (1769–1860), sowie der deutschen Gastwirtin Ilse Arndt (geb. Löwenberg, 1913–2003). Ernst Moritz Arndt war 1848–1849 Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung; er widmete sich hauptsächlich der Mobilisierung gegen die Besetzung Deutschlands durch Napoleon. Er gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der Epoche der Freiheitskriege. Ilse Arndt war eine jüdische Zeitzeugin der Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie überlebte unter anderem die Deportationen in die Konzentrationslager Auschwitz, Ravensbrück und Neustadt-Glewe. Die Straße hieß davor Lainzer Straße. Im Historikerbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ aus dem Jahr 2013 ist die Straße Gruppe C (demokratiepolitisch relevante biographische Lücken) zugeordnet. Arnsburggasse (Meidling), 1930 benannt nach dem deutschen Schauspieler Friedrich Ludwig Arnsburg (1816–1891); nach Engagements in Brünn, Danzig, Braunschweig, Köln, Riga und Königsberg kam er 1848 nach Wien und spielte bis zu seinem Tod am Burgtheater. Hier war er auch Professor an der Schauspielschule des Konservatoriums. Aßmayergasse (Meidling), 1894 benannt nach dem Komponisten und Kirchenmusiker Ignaz Aßmayer (1790–1862); er war ab 1824 Regens chori am Wiener Schottenstift, ab 1825 2. Hoforganist neben Simon Sechter; siehe auch Sechtergasse. Nach dem Tod von Joseph Weigl wurde er 1846 dessen Nachfolger als Hofkapellmeister; siehe die Weiglgasse im 15. Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Die Gasse hieß vorher Rudolfsgasse, ein Teil Lechnergasse. Atzgersdorfer Straße (Hetzendorf), 1918 benannt nach dem ehemaligen Vorort und heutigen Liesinger Bezirksteil Atzgersdorf, der bereits 1130 als „Azichinstorf“ urkundlich erwähnt wurde. Der Name Atzgersdorf ist eine Kombination aus dem Personennamen „Atzichî“ und dem Wort Dorf. Von ihrem nördlichen Ende bis zu Am Rosenhügel (Wundtgasse) bildet die Straße (zumeist die östliche Seitenfahrbahn) die Grenze zwischen dem 12. und dem westlich angrenzenden 13. Bezirk; die Straße setzt sich von dort südwärts im 23. Bezirk fort.

B mini|Der Stempelbrunnen, vulgo Längenfeldbrunnen, auf dem Bruno-Pittermann-Platz Bartschweg (Altmannsdorf), 1937 benannt nach dem Lehrer Gregor Magnus Bartsch (1839–1918), Direktor der Volksschule Nymphengasse; er betätigte sich als Heimatforscher und gab die erste umfangreiche Topografie Meidlings heraus (Meidling und dessen Umgebung, 1877).Gregor Magnus Bartsch auf http://thesaurus.cerl.org/, abgerufen am 9. November 2010 Baumhaselweg (Hetzendorf), 2018 benannt nach der Baum-Hasel, einer Pflanzenart aus der Gattung Hasel innerhalb der Familie der Birkengewächse. Aufgrund ihrer Robustheit und ihres schlanken Wuchses wird die Baum-Hasel in Mitteleuropa gerne als Straßenbaum gepflanzt. Belghofergasse (Hetzendorf), 1903 benannt nach dem flämischen Zimmermeister Johann Belghofer (1763–1821); er erbaute 1820 in Hetzendorf den ersten artesischen Brunnen Österreichs; 1839 besaß er in Hetzendorf bereits sechs solcher Brunnen. Bendlgasse (Meidling), 1894 benannt nach dem Unternehmer Bendl (Vorname und Lebensdaten unbekannt), Kattunfabrikant; er stellte in seiner Fabrik im Jahr 1834 die erste Dampfmaschine Untermeidlings auf. Die Gasse hieß vorher Schulgasse. Benyastraße (Hetzendorf), 2017 benannt nach Anton Benya (1912–2001); er war Mechaniker, Politiker, Gewerkschaftsfunktionär und Präsident des Nationalrates. Als langjähriger Präsident des ÖGB prägte er die österreichische Sozialpartnerschaft entscheidend mit. Es wurde der nördliche Abschnitt des Franz-Egermaier-Weges umbenannt. Bethlengasse (Hetzendorf), 1894 benannt nach Dominik Graf Bethlen von Iktar (1810–1866); er kaufte 1839 vom Freiherrn Sigismund Pronay die Herrschaft Hetzendorf; siehe auch Pronaygasse. Betty-Roose-Weg (Meidling), 1930 benannt nach der deutschen Schauspielerin Betty Roose (1778–1808); sie spielte von 1798 bis zu ihrem frühen Tod am Burgtheater. Als jugendliche Heroine und sentimentale Liebhaberin wurde sie zum Wiener Publikumsliebling Bickellgasse (Altmannsdorf), 1922 benannt nach dem deutschen Theologen und Orientalisten Gustav Bickell (1838–1906); 1874 wurde er an der Universität Innsbruck Professor für Christliche Archäologie und Semitische Sprachen. Ab 1891 wirkte er als Professor für semitische Sprachen an der Universität Wien. Er galt als einer der besten Kenner der syrischen Sprache und verfasste zahlreiche Schriften über syrische Handschriften, die syrischen Kirchenväter und das Alte Testament. Biedermanngasse (Altmannsdorf, Hetzendorf), 1894 benannt nach dem Unternehmer Michael Lazar Biedermann (1769–1843), Großhändler, Juwelenhändler, kaiserlicher Siegelstecher und Gründer der Ersten Woll-Assortierungsanstalt. Er kaufte den Bauplatz für die Synagoge in der Seitenstettengasse in der Altstadt. Die Gasse hieß davor Gärtnergasse und 1938–ca. 1947 Lagardegasse.