mini|hochkant|Wegekreuz bei Heilder mini|Reetdachhaus mini|Straßenbezeichnung

Heilder ist ein Ortsteil der Gemeinde Selfkant, der westlichsten Gemeinde Deutschlands im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Geographie Geographische Lage Die Ortschaft Heilder liegt zwischen den Ortschaften Saeffelen und Höngen im Gemeindegebiet von Selfkant. Im Südwesten wird die Grenze zur Ortschaft Höngen durch den Saeffelbach gegeben. Im Westen ist die L 410 (ehem. N274 Transitstraße) die Grenze zu der Ortschaft Saeffelen. Die Grenze zu den Niederlanden ist im Norden nur wenige hundert Meter entfernt.

Naturschutzgebiete Höngener und Saeffeler Bruch. Das Naturschutzgebiet Hoengener und Saeffeler Bruch (HS-011)http://www.naturschutz-fachinformationssysteme-nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/HS_011

Gewässer Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus den Bereich Heilder über den Saeffeler Bach in den Rodebach (GEWKZ 281822)http://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/wasser/pdf/Gewaesserverzeichnis%20GSK3C.xls und dann weiter in die Maas. Der Rodebach hat eine Länge von 28,918 km bei einem Gesamteinzugsgebiet von 173,385 km².

Nachbarorte

Siedlungsform Heilder ist ein locker bebauter Weiler am Saeffelbach.

Geschichte mini|Heilder auf der Tranchotkarte 1803–1820 mini|Heilder auf der Urkatasterkarte von 1846 mini|Heilder auf der Neuaufnahme von 1912

Ortsname 14. Jahrhundert Heylair 15. Jahrhundert Heylare 1803 Heilder

Ortsgeschichte Heilder gehörte bis 1282 zunächst zu Millen, dem Sitz des Geschlechts der Herren von Millen, das im Jahre 1282 in die Herrschaft Heinsberg eingegliedert wurde. Im Jahre 1499 erwarb der Herzog von Jülich die Herrschaft Heinsberg und Millen und wurde zum Sitz eines herzoglich-jülichschen Amtmannes.

Von 1794 bis 1815 gehörte Heilder zum französischen Kanton Sittard (siehe Verwaltungseinheiten im Großherzogtum Berg). Nach dem Wiener Kongress 1815 kam Heilder an die preußische Rheinprovinz.

Die Niederlande forderten nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges eine Entschädigung für die erlittenen Kriegsschäden in Form einer Gebietsforderung (siehe Niederländische Annexionspläne). Hierzu wurde der Selfkant seit dem 23. April 1949 entsprechend der Schlusserklärung der Londoner Deutschland-Konferenz unter niederländische Auftragsverwaltung gestellt.

In den Nachkriegsjahren verlief die Grenze zu Saeffelen und damit zu Deutschland innerhalb der heutigen Ortschaft Saeffelen. Nach der Rückgabe des Gebietes am 1. August 1963 gehört das Gebiet Selfkant inklusive Heilder wieder zur Bundesrepublik Deutschland. Die Schlagbäume wurden entfernt und die Zollkontrollhäuser zu Wohnhäusern umgebaut. Diese Holzbauten bestehen heute noch und tragen im Volksmund den Namen ‚Kamissebuud‘. Der Teil des Ortes Heilder, welcher östlich der L 410 liegt, wurde durch das Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg abgetrennt und der Ortschaft Saeffelen zugeschlagen. Im Volksmund wird dieser Teil von Saeffelen immer noch mit ‚Op de Helder‘ bezeichnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle Grundstücke von Deutschen, die sich auf niederländischem Boden befanden, von den niederländischen Behörden enteignet. Die deutsche Regierung versprach eine Ausgleichszahlung, die bis heute noch nicht für Privatpersonen ausbezahlt wurde (Traktatland-Entschädigung). Die Grundstücke im kirchlichen Besitz wurden kurze Zeit später zurückgegeben.

Heilder wird im 15. Jahrhundert als Heylare erwähnt. Ob das Beiwort sich auf Heide bezieht, ist nicht sicher. Das Grundwort -lar könnte Weide oder Sumpf bedeuten

Religionen mini|hochkant|Kapelle

Die Konfession ist überwiegend katholisch; Heilder ist der Pfarre Saeffelen angegliedert.

Im Ort Heilder befindet sich auch eine katholische Kapelle, im alten Ortsteil (jetzt Saeffelen) befand sich eine evangelische Kirche, die zurzeit als Wohnhaus benutzt wird.

Im Zuge der Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Lucia Saeffelen in die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Servatius Selfkant eingegliedert, die ihrerseits 2025 in den Pastoralen Raum Gangelt/Selfkant überging.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Kapelle enthält einen geweihten Stein; sie wird für Hochzeiten und Taufen benutzt. Weiterhin ist eine alte Molkerei vorhanden.

Wirtschaft und Infrastruktur Straßenverkehrsanbindung mini|hochkant|Transitstraße 410 in Heilder

Landesstraße 228 Sittard (Niederlande) – Heinsberg Landesstraße 410 Koeningsbosch (Niederlande) – Brunssum (Niederlande) Fahrradwegenetz des Kreises Heisberg und Radverkehrsnetz NRW.

Autobahnanbindung BAB Streckenabschnitt Anschlussstelle Entfernung A 46 Heinsberg – Düsseldorf AS Heinsberg 15 km A 44 Aachen – Mönchengladbach AS Aldenhoven 30 km A 4 Aachen – Köln AS Weisweiler 40 km

Bahnanbindung Ab Bahnhof Geilenkirchen (ca. 15 km Entfernung)

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf Wupper-Express Aachen–Mönchengladbach–Düsseldorf–Dortmund Rhein-Niers-Bahn Aachen–Mönchengladbach–Krefeld–Duisburg

Busanbindung Die AVV-Linien 434, 436 und 475 der WestVerkehr verbinden Heilder wochentags mit Höngen, Geilenkirchen und Heinsberg.

Zudem verkehrt der Multi-Bus seit dem 9. Juni 2024 kreisweit erweitert und zu einheitlichen Bedienzeiten. Mehr Informationen gibt es bei WestVerkehr.

Linie Linienverlauf

Landwirtschaft Die Landwirtschaft in Heilder ist im Süden durch Bruchland, Bachgründe bzw. Wald geprägt. Im Norden wird der Anbau von Zuckerrüben, Getreide und Erdbeeren betrieben.

Vereine Freiwillige Feuerwehr Selfkant, Löscheinheit Höngen-Saeffelen St. Sebastianus Schützenbruderschaft Saeffelen Sozialverband VdK Deutschland – Ortsverband Selfkant betreut Heilder

Regelmäßige Veranstaltungen Vogelschuss der Bruderschaft in Saeffelen Patronatsfest und Kirmes in Saeffelen

Straßennamen Am Saeffelbach, Am Sportplatz, An der Mühle, Selfkantstraße

Literatur Handbuch des Bistums Aachen. 3. Auflage. Kühlen, Mönchengladbach 1994, ISBN 3-87448-172-7, S. 693–694 Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg, ISBN 3-925620-13-3, S. 247 Leo Gillessen: Zur Ortsnamen- und Siedlungskunde des südlichen Selfkantkreises, In: Heimatkalender 1971, S. 41–50 Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830

Weblinks

Website der Gemeinde Selfkant Denkmale in der Gemeinde Selfkant Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Selfkant

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Heinsberg Kategorie:Geographie (Selfkant)