Das Dorf Klosterfelde ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Wandlitz, das erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Die Gemeinde gehört zum brandenburgischen Landkreis Barnim. Bis zum Jahr 2003 war Klosterfelde eine selbstständige Gemeinde innerhalb des Amtes Wandlitz. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Klosterfelde. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.Brandenburgische Kommunalverfassung - BbgKVerf; Abschnitt 2, Ortsteile In: bravors.brandenburg.de.
Geografische Lage Übersicht Klosterfelde befindet sich auf dem nordwestlichen Teil der Barnim-Hochfläche, im sogenannten Niederbarnim. Der höchste Punkt mit 64,7 Meter über Normalhöhennull (NHN) liegt in der Nähe der östlichen Ortsteilgrenze zu Prenden am Ostrand der Seeger-Siedlung. Mit 39 Meter über NHN ist die Fläche des Großen Lottschesees an der Nordgrenze der niedrigste Punkt des Ortes. Die Höhe der Ortsmitte an der Kirche beträgt 49 Meter über NHN.
Nachbarorte Klosterfelde liegt etwa 16 Kilometer nördlich der Berliner Stadtgrenze direkt an der ehemaligen Bundesstraße 109, heute L100, entlang der Chaussee Richtung Prenzlau und der Regionalbahnlinie RB 27, auch Heidekrautbahn genannt. Nördlich grenzt Klosterfelde an den Ortsteil Kreuzbruch der Stadt Liebenwalde, die zum Landkreis Oberhavel gehört. Östlich schließt sich Prenden, westlich Stolzenhagen und südlich der Ortsteil Wandlitz an, allesamt Ortsteile der Großgemeinde Wandlitz.
Ortsteilgliederung Neben dem Hauptort, dem in Nord-Süd-Richtung angelegten Straßendorf des alten Ortskerns mit der unmittelbar angrenzenden Bahnhofssiedlung im Osten und der Rückersiedlung im Norden, gibt es fünf Siedlungsgebiete außerhalb dieser geschlossenen Bebauung. Dabei handelt es sich um die Seegersiedlung im Osten, die Heyert- und die Paradiessiedlung im Süden Richtung Wandlitz, Marienwalde im Nordwesten und die Siedlung am Lottschesee im Norden.
Naturraum Der Ort Klosterfelde liegt innerhalb eines der Brandenburger Großschutzgebiete, dem Naturpark Barnim, und ist von mehreren Seen, dem Stolzenhagener-, dem Wandlitz- und dem Liepnitzsee, umgeben. Einziger zum Ortsteilgebiet gehörender See ist der Große Lottschesee nördlich des Ortskerns. Außerdem hat Klosterfelde Anteil am Westufer des angrenzenden Kleinen Lottschesees. Weitere Wasserflächen sind einige Gräben innerhalb des Ortsgebietes und zwei Becken eines ehemaligen Torfstichs Richtung Lottschesee. Der östliche Teil des Torfstichs ist inzwischen Naturschutzgebiet.
Die Waldfläche des Ortes ist sehr unterschiedlich verteilt. Östlich der Bahnlinie der Heidekrautbahn befindet sich ein geschlossenes Waldgebiet, das bis Prenden, Lanke und zum Liepnitzsee reicht. Westlich der Ortsbebauung schließt fast ausschließlich landwirtschaftliche Nutzfläche an. Im Norden bildet die Waldgrenze gleichzeitig die Kreisgrenze zum Landkreis Oberhavel.
Geschichte Vom 13. bis zum 19. Jahrhundert Der Ort wurde das erste Mal 1240 erwähnt als Closterveld und war bis 1242 in landesherrschaftlichem Besitz, danach ging Closterveld an das Kloster Lehnin. Damals erkaufte sich das Kloster Lehnin vom Landesvater für 312 Mark Silber mehrere Dörfer, darunter Arnesee (Arendsee), Tribnisdorf mit dem Lozilitz See (Lottsche See), Bredewisch, Wandelitz (Wandlitz) und halb Stolzenhagen von Johann I und Otto II.
20. Jahrhundert 1931 ging von Klosterfelde ein Holzarbeiterstreik aus, der weite Teile der Region erfasste, und an den ein Denkmal im Ort erinnert.Ausführliche Information zum Streik & zum Denkmal, übernommen aus dem Heidekrautjournal mit Bild.
Im Wald nordwestlich von Klosterfelde befand sich nach 1955 bis 1990 die Fla-Raketenabteilung 4123 der NVA. Von den Anlagen sind nur noch Ruinen zu sehen (Stand 2015).
Am 31. Dezember 1982 kam es zu einem Vorfall, als der Ofensetzer Paul Eßling in die Wagenkolonne vom DDR-Staatschef Erich Honecker eindrang. Eßling beging nach einem Schuss auf Honeckers Begleitmannschaft nach offiziellen Angaben Suizid.
21. Jahrhundert Klosterfelde war bis zum 25. Oktober 2003 eine selbstständige Gemeinde. Per Landesgesetz erfolgte eine Eingemeindung in die aus den Gemeinden des Amtes Wandlitz neu gebildete Großgemeinde Wandlitz.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003 Eine Verfassungsbeschwerde aller amtsangehörigen Gemeinden gegen die kommunale Neugliederung wurde am 16. Juni 2005 zurückgewiesen.
Bevölkerungsentwicklung
Politik Ortsbeirat + Ortsbeirat Klosterfelde 2024 Partei / Wahlbewerber Stimmenanteil (Prozent) Sitze Bündnis Klosterfelde 43,8 4 AfD 18,2 1 F.Bg.W. 9,5 1 CDU 11,5 1 Die Linke 6,9
Kommunalwahl 2024 Am 9. Juni 2024 fanden die letzten Kommunalwahlen statt, aus der das Bündnis Klosterfelde mit 43,8 % der Stimmen als deutlicher Sieger hervorging.
+ Ortsbeirat Klosterfelde 2014 Partei / Wahlbewerber Stimmenanteil (Prozent) Sitze Freie Bürgergemeinschaft Wandlitz 39,5 4 SPD 28,4 3 CDU 13,5 1 Die Linke 11,9 1
Kommunalwahl 2014 Die Kommunalwahl fand am 25. Mai 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 46,9 Prozent der wahlberechtigten Einwohner statt. Der Ortsbeirat besteht aus neun Personen. Die Tabelle zeigt die Ergebnisse dieser Wahl.Offizielles Wahlergebnis der Kommunalwahl in der Gemeinde Wandlitz 2014 für den Ortsbeirat in Klosterfelde, abgerufen am 10. August 2014.
Der Ortsbeirat hat beratende Funktion für die Gemeindevertretung von Wandlitz bezüglich der Entscheidungen des Gremiums, die den Ortsteil Lanke betreffen. Einige der Vertreter des Ortsbeirates sind gleichzeitig Gemeindevertreter. Ortsvorsteher, früher Bürgermeister Das frühere Amt des Bürgermeisters wird seit der Fusion mit Wandlitz von einem Ortsvorsteher, zunächst auch Ortsteilbürgermeister genannt, wahrgenommen. Am 13. Oktober 2008 wurde Klaus Pawlowski (damals Wählervereinigung Klosterfelder Bürgerkreis e. V.) in dieses Amt gewählt und bei der Kommunalwahl 2014 darin bestätigt. Zum 31. Dezember 2018 legte Pawlowski sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Zum Nachfolger mit Amtsantritt Mitte Februar 2019 wählte der Ortsbeirat den Rechtsanwalt Rico Brauer aus der Gruppe der Freien Bürgergemeinschaft Wandlitz.Amtsblatt für die Gemeinde Wandlitz, 15. Jg., Ausg. 1/2019, S. 44.
Kultur und Sehenswürdigkeiten (Auswahl) mini|Baudenkmal in der Hauptstraße Bau- und Bodendenkmale Jedes der Wandlitzer Ortsteile besitzt Baudenkmale, auch sind einige Bodendenkmale entdeckt worden, die allesamt in der Brandenburgischen Denkmalliste aufgeführt sind.
→ Übersicht: Liste der Baudenkmale in Klosterfelde
Kirche
mini|Kirchenschiff bei einer Messe Die evangelische Kirche Klosterfelde wurde im 13. Jahrhundert als Feldsteinbau errichtet. Im 15. und 18. Jahrhundert wurde sie mehrfach umgebaut und vergrößert, vor allem erhielt sie im Jahr 1742 einen zweigeschossigen haubenbekrönten Glockenturm auf der Westseite. In den Jahren 2002 bis 2010 konnte mit aktiver Unterstützung des Fördervereins Dorfkirche Klosterfelde e. V. und zahlreicher Sponsoren eine große Sanierung der Kirche vorgenommen werden: der Dachstuhl wurde gereinigt, das Dach neu gedeckt, die Turmhaube erneuert und eine neue Wetterfahne aufgebracht. Die im Frühjahr 2004 feierlich wieder aufgesetzte Turmkugel erhielt aktuelle Zeitzeugnisse und eine Vergoldung. Im Inneren erhielt die Apsis frischen Putz, die Ausmalung wurde erneuert, alle Bleiglasfenster nach alten Vorbildern neu gestaltet, und schließlich wurde eine umfassende Restaurierung des Altars und der Kanzel vorgenommen.Flyer Dorfkirche Klosterfelde vom Mai 2010
Die verschiedenen Gebäudeteile sind im Inneren mit Spitzbögen voneinander getrennt. Kreuzrippengewölbe überspannen Chorraum und Apsis, während das Kirchenschiff mit einer Stuckdecke versehen ist. Der Altar von 1719, die Kanzel aus dem Jahr 1690 sowie eine dreibeinige Taufe (diese aus einer anderen Kirche) sind Holzschnitzarbeiten. Auf der das Kirchenschiff hufeisenförmig umziehenden Empore steht die um 1884 gefertigte Orgel des Wittstocker Orgelbauers Friedrich Hermann Lütkemüller.
Denkmale An der Hauptstraße stehen drei Kriegerdenkmale. Sie ehren die Toten des Jahres 1813, die gefallenen Klosterfelder des Ersten und des Zweiten Weltkriegs und in einer gesonderten Grünanlage die im Zweiten Weltkrieg im Kampf gefallenen Soldaten der Roten Armee. Anlässlich der 750-Jahr-Feier von Klosterfelde ließ die Gemeinde einen Gedenkstein aufstellen.
Ein weiteres Denkmal in der Hauptstraße, welches an den Klosterfelder Holzarbeiterstreik von 1931 erinnert, wurde von Herdegen Fehlhaber (1931–2023) aus Frankfurt/Oder geschaffen. Es trägt die Inschrift: [ Gedenkstein für die Klosterfelder Arbeiter.] In: Heidekraut-Journal, 2017.
mini|Triketreffen (Mai 2008)
Regelmäßige Veranstaltungen Seit 2002 gibt es jedes zweite Jahr zu Pfingsten das privat organisierte Triker-Treffen am Rande von Klosterfelde neben dem Sportplatz. Dazu reisen mehr als 100 Triker aus Deutschland und den Nachbarländern an. Mehrere Tausend Menschen besuchen die dreitägige Schau.Jahresbericht 2008 der Gemeinde Wandlitz.Kloster Triker – Triketreffen
Dazu kommen regionale Veranstaltungen wie ein Vereins- und Dorffest (das im Jahr 2022 unter dem Motto 780-Jahr-Feier von Klosterfelde stand),Amtsblatt für die Gemeinde Wandlitz, 6. Juli 2022: Nachrichten aus den Ortsteilen > Klosterfelde; S. 33. Dorftalk, ein Kürbisfest oder Sommerfeste der Freiwilligen Feuerwehr.
Die bundesweite Initiative Offene Gärten und Höfe hat sich im 21. Jahrhundert auch in Klosterfelde etabliert, jährlich an einem Sommerwochenende öffnen Gartenbesitzer ihr grünes Refugium für Besucher.
Museum (aufgelöst) Das privat betriebene Internationale Artistenmuseum, Liebenwalder Damm 2, bot Informationen zu Artistik, Attraktionen von Volksfesten, Kabarett, Magie, Unterhaltungsmusik und Tanz in Bild und Wort, oft auch gegenständlich. Es wurde 1997 eröffnet und im Jahr 2000 mit dem Barnimer Kulturpreis ausgezeichnet. Wegen des Todes des Gründers, Roland Weise, musste diese Einrichtung im Sommer 2013 vorübergehend geschlossen werden. Gemeinderat, Förderverein und das Kulturministerium Brandenburgs suchten zwar nach Lösungen, fanden jedoch keine. So wurde das Inventar an Trödler verkauft und die Räume leer geräumt. Das Museum ist nun selbst Geschichte.. Auf: www.mzvd.de (Magischer Zirkel von Deutschland), abgerufen am 26. Juni 2017.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch den Ort verläuft die L 100 zwischen den Ortsteilen Wandlitz und Zerpenschleuse, die erst nach dem Jahr 2000 als Teilstück aus der ehemaligen Bundesstraße 109 herausgelöst wurde. – Die nächstgrößere Stadt Bernau ist von Klosterfelde aus per Linienbus über Wandlitz und über die Regionalbahn über Berlin (Karow) erreichbar. Zur Verbesserung der Infrastruktur wurden in den Jahren 2007/2008 die großen Straßen Bahnhofstraße und Lange Gasse ausgebaut und es entstanden Rad- und Gehwege oder die vorhandenen wurden verbessert.
Die Heidekrautbahn, befahren als Regionalbahnlinie 27 von der Niederbarnimer Eisenbahn, bietet seit ihrer Einweihung im Jahr 1901 südwärts eine Direktverbindung nach Berlin (Berlin-Wilhelmsruh bis 1961; Blankenfelde bis 1983; danach Berlin-Karow) oder nordwärts nach Groß Schönebeck am Rand der Schorfheide. Dazu erhielt der Ort einen der typischen Bahnhofsbauten: ein unverputztes zweistöckiges Backstein-Empfangsgebäude mit angebautem langgestrecktem Güterschuppen. Kurz nach der Wende waren auf dieser Strecke Doppelstock-Zuggarnituren im Einsatz und auch an diesem Bahnhof zu sehen.Jürgen Opravil: Die Heidekrautbahn, Hrsg. Chronik Pankow, 1996, S. 125.
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