Corsia cordata ist eine blattgrünlose Pflanzenart aus der Familie der Corsiaceae. Sie wurde 1913 von Friedrich Richard Rudolf Schlechter erstbeschrieben.
Merkmale Wie alle Arten der Gattung hat auch Corsia cordata die Photosynthese aufgegeben und bildet dementsprechend kein Chlorophyll mehr. Stattdessen lebt sie myko-heterotroph von einem Mykorrhizapilz.
Corsia cordata ist eine krautige Pflanze mit kurzem, kriechendem Rhizom. Sie wird 12 bis 24 cm hoch. Die Blätter sind bräunlich-purpurn bis gelblich und 10–20 × 3–5 mm groß. Sie besitzen 5 bis 10 Nerven.
Der Blütenstiel ist 10 bis 40 mm lang. Das oberste sechste Blütenblatt, das sogenannte Labellum, ist bräunlich-rosa bis purpurn oder bleich geblblich-cremefarben. Es ist herzförmig (cordat), 9–18 mal 8–15 mm groß. Die Spitze ist spitz bis abgerundet, die Basis ist deutlich herzförmig. Auf jeder Seite besitzt sie 6 bis 9 Nerven, die vom der proximalen Hälfte des Labellums ausgehen. Sie verzweigen sich zu den Rändern hin. Die Nerven sind bräunlich-rosa bis purpurn. Der basale Kallus hat einen erhabenen, halbkreisförmigen Rand, der in der Mitte unterbrochen ist. Der erhabene Rand ist bräunlich-rose bis bleich gelb, an der Basis mit dem Labellum verschmelzend. Die zentralen und basalen Teile sind dunkel purpurn bis rötlich-braun, der Rand ist fein mit Papillen besetzt, und 2–4 mal 2–5 mm groß. Die Fläche um den basalen Kallus am Labellum ist mit 5–7 (selten bis 9) Nebenkalli an jeder Seite besetzt. Diese sind gelblich bis rötlich.
Die fünf seitlichen Tepalen sind weißlich bis bleich gelb linealisch bis manchmal lanzettlich in der basalen Hälfte. Sie sind 10–15 mal 1–2 mm groß. Alle weisen nach unten, die Basis ist manchmal schwach pfeilförmig, manchmal schwach mit Papillen entlang des Randes besetzt. Sie besitzen 1 bis 3 Nerven.
Die Staubfäden sind 0,5 bis 1 mm lang, die Antheren sind gelb und 0,5 bis 1 mm lang. Der Fruchtknoten ist rötlich-purpurn bis gelb mit rötlich-purpurnen Streifen. Er ist 10–20 mal 2–3 mm groß. Der Griffel ist 0,5–1,5 mm lang.
Die Frucht ist purpurn und rund 20 × 4 mm groß.
Verbreitungsgebiet Corsia cordata wächst in schattigen, moosigen Bergwäldern in Höhenlagen von 670 bis 2269 m Seehöhe. Das Verbreitungsgebiet befindet sich in Papua-Neuguinea von East Sepik und Enga bis zur Milne Bay Province.
Systematik Die Art Corsia cordata wurde durch Schlechter 1913 erstbeschrieben. Sie wurde auch von van Royen 1972 in seiner Gattungsbearbeitung als gültig anerkannt. In ihrer Gattungsrevision haben Hatt und Lamei 2026 die beiden bis dahin eigenständigen Arten Corsia brassii , Corsia papuana unter Corsia cordata synonymisiert. Die Untersuchung des den Autoren vorliegenden Materials zeigte, dass diese beiden keine eigenständigen Arten sind, sondern innerhalb der Schwankungsbreite von Corsia cordata liegen.
Weblinks
Einzelnachweise R. Schlechter: Neue Corsiaceae Papuasiens. In: Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie. Vol. 49, pp. 109–112, 1913, Stuttgart, Onlineversion Sebastian A. Hatt, Penniel Lamei: Taxonomic Revision of Corsia (Corsiaceae) Reveals Over-Estimated Mycoheterotroph Diversity in Papuasia: 25 Species Become 10. In: Feddes Repertorium, Band 137, e70129, S. 1–23, 2026,
Kategorie:Corsiaceae Kategorie:Corsiaceen Kategorie:Mykoheterotrophe Pflanze