Reutow () ist eine an Moskau angrenzende Stadt mit 118.000 Einwohnern (Stand: 2025). in der Oblast Moskau in Russland.
Lage Reutow liegt 12 km östlich des Moskauer Stadtzentrums. Unmittelbar westlich von Reutow verläuft der Moskauer Autobahnring MKAD, der in diesem Bereich die Stadtgrenze zu Moskau bildet, im Osten schließt sich die Großstadt Balaschicha an. Weitere nahe gelegene Städte sind unter anderem Schelesnodoroschny (9 km östlich von Reutow), Ljuberzy (11 km südlich) und Kotelniki (12 km östlich).
Geschichte miniatur|links|Ein Springbrunnen in Reutow Der Ort wurde, zunächst als Dorf Reutowo, im Jahr 1573 erstmals schriftlich erwähnt. Die Ortsbezeichnung könnte laut einigen Vermutungen von den als reut bezeichneten Glockentürmen abstammen, von denen aus Moskau einst vor herannahenden Angreifern aus östlicher Richtung mit Glockenläuten gewarnt wurde.
Im 17. und 18. Jahrhundert gehörte das Dorf den Fürstenfamilien Turenin, Dolgorukow und Maslow und war im Wesentlichen von der Landwirtschaft geprägt. Anfang des 19. Jahrhunderts ging der Ort an den Offizier Andrei Pochwistnew, der dort 1824 eine Textilfabrik bauen ließ. Hierdurch entwickelte sich Reutowo ab den 1820er-Jahren zu einem Industrieort, der in den 1840er-Jahren um eine Ziegelei des Moskauer Kaufmanns Sergei Masurin sowie um Arbeiterviertel erweitert wurde. 1913 entstand in Reutowo eine Eisenbahnstation an der Strecke von Moskau nach Nischni Nowgorod. 1928 wurde Reutowo zu einer Arbeitersiedlung und 1940 zur Stadt Reutow erklärt.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden in Reutow weitere Industriebetriebe und Forschungseinrichtungen, unter anderem im Bereich des Maschinenbaus. 2003 erhielt Reutow als wichtiger russischer Forschungs- und Entwicklungsstandort den Status einer Naukograd, wörtlich „Wissenschaftsstadt“.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1926 6.500 1939 14.768 1959 24.268 1970 50.150 1979 60.306 1989 68.326 2002 76.805 2010 87.314 Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)
Religion In Reutow gibt es sechs russisch-orthodoxe Kirchen und eine Synagoge.
Wirtschaft und Verkehr Der Ort ist heute eine bedeutende Industriestadt und eine der Satellitenstädte Moskaus. Neben der seit dem 19. Jahrhundert bestehenden Textilindustrie wird das wirtschaftliche Leben der Stadt vor allem vom Maschinenbau geprägt – der wichtigste Betrieb auf diesem Gebiet ist das Luft- und Raumfahrtunternehmen NPO Maschinostrojenija.
Reutow hat einen Eisenbahnanschluss mit dem Bahnhof Reutowo an der Hauptstrecke Moskau – Nischni Nowgorod, von der hier eine Nebenstrecke nach Balaschicha abzweigt.
Städtepartnerschaften , Großbritannien , Belarus
Söhne und Töchter der Stadt
Pawel Syssojew (1901–1981), General Anatoli Baschaschkin (1924–2002), Fußballspieler Alexei Papin (* 1987), Kickboxer und Profiboxer Juri Borissow (* 1992), Schauspieler Daniil Kulikow (* 1998), Fußballspieler Marija Sotskowa (* 2000), Eiskunstläuferin
Einzelnachweise
Weblinks
Offizielle Website der Stadt (russisch) Reutow auf mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort in der Oblast Moskau Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1940 Kategorie:Namensgeber für einen Marskrater