Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Fläche: 396 km² Gliederung: 39 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 38.285 (31. Dez. 2009) Adresse desDekanatamtes: Mauerstraße 574523 Schwäbisch Hall Dekan:in: Christof Messerschmidt Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Schwäbisch Hall innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg

Der Evangelische Kirchenbezirk Schwäbisch Hall war ein Kirchenbezirk der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet war deckungsgleich mit dem Dekanat Schwäbisch Hall. Er fusionierte zum 1. Januar 2025 mit dem Kirchenbezirk Gaildorf zum Kirchenbezirk Schwäbisch Hall-Gaildorf.

Geographie Der Kirchenbezirk Schwäbisch Hall lag im Norden der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste den Südwesten des Landkreises Schwäbisch Hall, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Braunsbach (nur teilweise), Ilshofen (ohne Stadtteil Ruppertshofen), Mainhardt, Michelfeld, Rosengarten, Schwäbisch Hall, Untermünkheim, Vellberg und Wolpertshausen.

Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Schwäbisch Hall grenzte an folgende Kirchenbezirke, die alle zur Prälatur Heilbronn gehören (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Künzelsau, Crailsheim-Blaufelden, Gaildorf, Backnang, Weinsberg-Neuenstadt und Öhringen.

Geschichte mini|St. Michael, eine gotische Hallenkirche mit romanischem Turm Das Gebiet des Kirchenbezirks Schwäbisch Hall gehörte vor 1803 überwiegend zur Reichsstadt Hall. Diese führte 1522 die Reformation ein, so dass das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt ist. Der Prediger an St. Michael war zugleich Dekan der Reichsstadt. Kleinere Gebiete waren auch hohenlohisch, ansbachisch oder gehörten zu kleineren Herrschaften. Auch diese Landesherren führten früh die Reformation ein. Nach dem Übergang an Württemberg 1802 wurde die Stadt ab 1803 Sitz eines württembergischen Dekanats, das zunächst zum Generalat Schwäbisch Hall gehörte. Nach dessen Auflösung 1913 kam es zum Generalat Heilbronn, aus der die heutige Prälatur Heilbronn hervorging.

Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinden Gnadental und Neunkirchen vom Kirchenbezirk Öhringen sowie die Kirchengemeinde Mainhardt vom Kirchenbezirk Weinsberg in den Kirchenbezirk Schwäbisch Hall umgegliedert.

Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks oblag der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Letzter Dekan war seit 2022 Christof Messerschmidt, der zugleich Pfarrer auf der 1. Pfarrstelle an St. Michael und St. Katharina in Schwäbisch Hall war.

Dekane des Kirchenbezirks Schwäbisch Hall seit 1803 1803–1812 Johann Christian Friedrich Dötschmann; bereits ab 1789 Prediger und Superintendent in Hall 1812–1830 Franz Christian Neuffer 1830–1853 Christian Ludwig Eytel 1853–1877 Dr. Wilhelm Ludwig Wullen 1878–1882 D. Rudolf von Schmid (1828–1907) 1882–1891 Oskar Achilles von Schwarzkopf (1838–1903) 1891–1913 Christian Friedrich Lang (1841–1913) 1913–1920 D. Gustav Groß (1864–1943) (1920 war Eugen Majer Dekanatsverweser) 1920–1929 Johann Georg Horn (1858–1936) 1929–1934 Paul Metzger (1869–1937) 1935–1951 Hermann Roller (1889–1958) 1951–1965 Julius Eichler (1900–1977) 1965–1973 Karl Friz (1907–1998) 1973–1992 Ernst Brennberger (1927–1996) 1992–1999 Paul Dieterich (* 1941) 2000–2011 Richard Haug (* 1948) 2011–2022 Anne-Kathrin Kruse ab 2022 Christof Messerschmidt

Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Schwäbisch Hall gab es 39 Kirchengemeinden. Davon war mehrere Kirchengemeinden zu Gesamtkirchengemeinden zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.

Bis 31. Dezember 2006 gehörte auch die Kirchengemeinde Untersontheim zum Kirchenbezirk Schwäbisch Hall. Diese wechselte zum 1. Januar 2007 zum Kirchenbezirk Gaildorf.

Das Gebiet des Kirchenbezirks Schwäbisch Hall gehörte überwiegend zur Reichsstadt Schwäbisch Hall, welche ab 1522 die Reformation einführte. Daher ist das Gebiet überwiegend evangelisch geprägt. Es gibt daher fast in jedem Dorf auch eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte Kirche. In den meisten Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.

Kirchengemeinde Bibersfeld Die Kirchengemeinde Bibersfeld (ca. 1.200) umfasst den Stadtteil Bibersfeld mit den zugehörigen Weilern (ohne Sittenhardt) der Stadt Schwäbisch Hall sowie den Weiler Raibach der Gemeinde Rosengarten. Der zu Bibersfeld gehörige Weiler Starkholzbach wurde erst mit Wirkung vom 11. November 2007 von der Kirchengemeinde Michelfeld in die Kirchengemeinde Bibersfeld umgegliedert. Ferner gehörte der Weiler Wielandsweiler bis 1947 teilweise zur Nachbarkirchengemeinde Rieden und wurde durch Bekanntmachung vom 7. März 1947 ganz der Kirchengemeinde Bibersfeld zugeordnet.

Die 1397 erwähnte Margarethenkapelle im Dorfkern von Bibersfeld gehörte als Filiale zu Westheim. 1453 wurde sie eigene Pfarrei. Das Patronat hatte das Kloster Murrhardt. Nach der Reformation fiel es an Württemberg, das es gemeinsam mit der Reichsstadt Schwäbisch Hall ausübte. Die heutige Kirche wurde 1869 im neugotischen Stil erbaut. Dabei wurde der Turm der Vorgängerkirche beibehalten. 1995 erhielt die Gemeinde ein Gemeindehaus.

Gesamtkirchengemeinde Braunsbach Die Gesamtkirchengemeinde BraunsbachWebsite der Gesamtkirchengemeinde Braunsbach. ist mit Wirkung vom 1. Januar 2011 aus den (Gesamt-)Kirchengemeinden Braunsbach, Döttingen-Steinkirchen, Orlach-Jungholzhausen und Geislingen entstanden.

Kirchengemeinde Braunsbach mini|links|120px|Evang. Kirche Braunsbach Die Kirchengemeinde Braunsbach (ca. 530) umfasst den Kernort der Gemeinde Braunsbach. Der Ortsteil Geislingen am Kocher bildet eine eigene Kirchengemeinde. Der Ortsteil Arnsdorf gehört zur Nachbarkirchengemeinde Eschental (Kirchenbezirk Öhringen). Bis zum 1. April 1947 gehörte die Kirchengemeinde zum Kirchenbezirk Künzelsau.

Die Bonifatiuskirche wurde 1310 erstmals erwähnt, ist aber wohl älter. Sie stammt wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert. Von der alten Kapelle ist der Turm mit seinem romanischen Chor und die Nordwand der Kirche erhalten. 1529 predigte hier der erst evangelische Pfarrer des Ortes. 1607 ließ Wolfgang von Crailsheim die alte romanische Kirche nach Südwesten hin im spätgotischen Stil erweitern.

Kirchengemeinde Döttingen mini|120px|Evang. Kirche Döttingen Die Kirchengemeinde Döttingen (ca. ) umfasst den Ortsteil Döttingen der Gemeinde Braunsbach. Eine Kirche St. Martin wird bereits 1307 erstmals erwähnt. Hohenlohe kaufte das Patronatsrecht und führte die Reformation ein. 1564 wurde die Pfarrei des benachbarten Dorfes Jungholzhausen eingegliedert. Dieser Ort wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 15. August 1934 in den Kirchenbezirk Schwäbisch Hall umgegliedert und der Pfarrei Orlach (Gemeinde Braunsbach) zugeordnet.

Die heutige Pfarrkirche in Döttingen wurde 1783 als Saalbau neu erbaut. Die Pfarrei in Döttingen betreut auch die Nachbarkirchengemeinde Steinkirchen.

Ehemalige Gesamtkirchengemeinde Döttingen Die 1972 bis 2010 bestehende Gesamtkirchengemeinde Döttingen (ca. 400) umfasste die Ortsteile Döttingen und Steinkirchen der Gemeinde Braunsbach. Sie wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 31. Juli 1972 errichtet und bestand aus den beiden nachfolgenden Kirchengemeinden Döttingen und Steinkirchen. Das Kultusministerium hatte die Gesamtkirchengemeinde Döttingen mit Schreiben vom 12. Mai 1972 als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.

Bereits bis 1934 gab es eine Gesamtkirchengemeinde Döttingen, bestehend aus den beiden Kirchengemeinden Döttingen und Jungholzhausen. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 15. August 1934 wurde die damalige Kirchengemeinde Jungholzhausen von der Gesamtkirchengemeinde Döttingen gelöst, in den Kirchenbezirk Schwäbisch Hall umgegliedert und der dortigen Pfarrei Orlach zugeordnet, mit deren Kirchengemeinde Jungholzhausen seither die neue Gesamtkirchengemeinde Orlach bildet.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2011 wechselte die Gesamtkirchengemeinde in den Kirchenbezirk Schwäbisch Hall und bildete dort zusammen mit den anderen Braunsbacher Kirchengemeinden die neue Gesamtkirchengemeinde Braunsbach.

Kirchengemeinde Steinkirchen mini|links|120px|Evang. Kirche Steinkirchen Die Kirchengemeinde Steinkirchen (ca. ) umfasst den Ortsteil Steinkirchen der Gemeinde Braunsbach. Eine Michaelskirche im ummauerten Kirchhof wurde 1248 erstmals erwähnt, ist aber wohl älter. Über das Kloster Comburg gelangte das Patronatsrecht der Kirche in Steinkirchen zusammen mit Reinsberg und Michelfeld 1287 an Würzburg, das die Obley Steinkirchen bildete. Danach war der Ort mehrfach verpfändet und fiel im 16. Jahrhundert wieder an Comburg. Hohenlohe konnte dennoch die Reformation einführen. Die Chorturmkirche mit frühgotischem Gewölbe hat im Untergeschoss ein Quadermauerwerk mit Fachwerk und Ziegeldach darüber. Das Schiff, ein einfacher Saal, wurde 1756 vergrößert. Die Kirchengemeinde wird vom Pfarramt Döttingen mitbetreut.

Kirchengemeinde Geislingen am Kocher Die Kirchengemeinde Geislingen am Kocher (ca. 300) umfasst den Ortsteil Geislingen am Kocher der Gemeinde Braunsbach. Kirchlich gehörte Geislingen am Kocher zunächst zu Untermünkheim, doch ist bereits 1382 eine Kapelle genannt, die ab 1470 St. Veit-Kapelle genannt wurde, als dort eine Frühmesspfründe gegründet wurde. Nach der Reformation wurde Geislingen am Kocher eigene Pfarrei. Die heutige Kirche hat ein zum Turm quergestelltes Schiff aus dem Jahr 1788 mit gotischem Sockel. 1963 wurde die Kirche umgestaltet. Seither dient der Turmchor als Taufkapelle.

Kirchengemeinde Jungholzhausen mini|120px|Evang. Kirche Jungholzhausen Die Kirchengemeinde Jungholzhausen umfasst den Ortsteil Jungholzhausen und die zugehörigen Weiler der Gemeinde Braunsbach. Eine Pfarrei wird in Jungholzhausen bereits 1285 genannt, als das Patronat von Limpurg an die Reichsstadt Schwäbisch Hall überging. 1565 wurde es an Hohenlohe vertauscht. Danach gehörte der Ort kirchlich bis ins 20. Jahrhundert zur Pfarrei Döttingen im Kirchenbezirk Künzelsau. Durch Bekanntmachung vom 15. August 1934 wurde die Kirchengemeinde Jungholzhausen vom Kirchenbezirk Künzelsau in den Kirchenbezirk Schwäbisch Hall umgegliedert. Danach wurde die Kirchengemeinde vom Pfarramt Orlach betreut, mit dessen Kirchengemeinde sie bis 2010 die Gesamtkirchengemeinde Orlach bildete. Die heutige Kirche St. Laurentius in Jungholzhausen wurde 1777 neu gebaut. Dabei wurden Mauerreste des 14. Jahrhunderts einbezogen. Das Altarkruzifix stammt von 1717.

Kirchengemeinde Orlach mini|links|120px|Evang. Kirche Orlach Die Kirchengemeinde Orlach umfasst den Ortsteil Orlach mit den zugehörigen Weilern der Gemeinde Braunsbach. In Orlach wird bereits 1236 eine Pfarrei genannt. Über Würzburg und Crailsheim kam der Ort an 1697 an die Reichsstadt Schwäbisch Hall. Die Reformation war bereits 1540 eingeführt worden. Die heutige Kiliankirche stammt aus dem Jahr 1705, als an einen romanischen Turm ein neues Schiff mit flachgedecktem Saal angebaut wurde. Das Vorgängerschiff fiel evtl. einem Brand zum Opfer. Der Turm wurde wohl im 12. Jahrhundert erbaut. Bei der Renovierung 2002 fand man im Turm Fresken aus dem 12. Jahrhundert.

Im Inneren sind ein barockes Kruzifix, eine Täuferfigur und ein silberner Leuchter sowie ein Bild vom letzten Abendmahl Jesu erhalten. Bis 1701 gehörten auch die Orte Altenberg und Niedersteinach zur Pfarrei Orlach. 1934 wurde die Kirchengemeinde Jungholzhausen, zuvor zu Döttingen gehörig, der Pfarrei Orlach zugeordnet. Beide Kirchengemeinden bilden somit eine Gesamtkirchengemeinde.

Gesamtkirchengemeinde Gailenkirchen-Gottwollshausen