mini|Erich Langjahr (2015) mini|Erich Langjahr und Silvia Haselbeck während Dreharbeiten an der Rigi (2011) Erich Langjahr (* 27. April 1944 in Baar ZG) ist ein Schweizer Filmgestalter, Filmregisseur und Filmproduzent. Seit 1971 produzierte und drehte er Dokumentarfilme in der Schweiz. Einen grossen Erfolg erzielte Langjahr 2003 mit Hirtenreise ins dritte Jahrtausend. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise, darunter 2003 den Schweizer Filmpreis als bester Dokumentarfilm. Für sein gesamtes Schaffen erhielt Langjahr 2002 den Innerschweizer Kulturpreis.

Leben und Werk Erich Langjahr (Bürger von Freienbach SZ und Rüti ZH) ist zusammen mit seinem Bruder Fritz Langjahr bei seinen Eltern in der schweizerischen Stadt Zug aufgewachsen. Sein Vater Fritz Langjahr (1905–1991) war Prokurist und Personalchef in der Metallwarenfabrik Zug, seine Mutter Martha Langjahr-Mistelberger (1911–1978) war die Tochter von Johann Mistelberger (1876–1952), Rektor der Kaufmännischen Berufsschule in Zug. Sein Bruder Fritz Langjahr (1938–2003) war Technischer Leiter bei Radio Studio Zürich SRG.

Erich Langjahr besuchte die Primar- und Sekundarschule in Zug. Anschliessend absolvierte er bei André Samuel Dreiding am organisch-chemischen Institut der Universität Zürich eine Lehre als Chemielaborant. Im Weiteren machte er verschiedene Weiterbildungen in Zürich (Juventus, Minerva und Mössinger) sowie an der Kunstgewerbeschule Basel.

Seit 1971 ist Langjahr selbständiger Filmschaffender. 1973/74 besuchte er die Vorlesung «Nonverbale Kommunikation auf Film» von Walter Marti und Reni Mertens am Pädagogischen Institut der Universität Zürich. Anschliessend arbeitete er unter der ehemaligen Firma «Teleproduction» mit Walter Marti und Reni Mertens zusammen und verleiht seither ihre Filme. 1994 gründete er zusammen mit seiner Frau Silvia Haselbeck die «Langjahr Film GmbH». Das Paar hat zwei Söhne.

Erich Langjahr hat neben vielen Kurzfilmen bisher dreizehn abendfüllende Kinofilme realisiert. Er ist Mitglied des Verbandes «Filmregie und Drehbuch Schweiz» (FDS) und des Vereins «Film Zentralschweiz», sowie Mitglied der Schweizer Filmakademie und Vorstandsmitglied des FLIZ (Kinoklub in Zug). Er erhielt diverse nationale und internationale Auszeichnungen, unter anderen den Innerschweizer Kulturpreis, im Rahmen des Innerschweizer Filmpreises der Albert Köchlin Stiftung den Ehrenpreis, den Schweizer Filmpreis «Bester Dokumentarfilm», die Goldene Taube des Internationalen Dokumentarfilmfestivals Leipzig und den Anerkennungspreis der Stadt Luzern.

Das Stadtkino Basel widmete Erich Langjahr im Jahr 2021 eine umfassende Retrospektive. Den ganzen Monat Oktober über wurden elf von Langjahrs Langfilmen und einige seiner Kurzfilme vorgeführt. Auch fand ein Gesprächsabend mit Erich Langjahr statt. Dieser wurde von Jean Perret, dem langjährigen Leiter der Visions du Réel in Nyon und Direktor der Abteilung Film an der HEAD (Haute école d’art et de design) in Genf, moderiert.

Aus Anlass des 80. Geburtstags von Erich Langjahr 2024 machte das Filmfestival Der neue Heimatfilm in Freistadt eine Werkschau mit einer Auswahl seiner Filme. Gezeigt wurden Ex Voto, Männer im Ring, Made in Switzerland, Hirtenreise ins dritte Jahrtausend und Sennen-Ballade.

2002 eröffneten Erich Langjahr und Silvia Haselbeck in der Luzerner Gemeinde Root ein Dorfmuseum, das Museum Root.

Filmografie (Auswahl)

Abendfüllende Filme 2024: Die Tabubrecherin 2021: Paracelsus – Ein Landschaftsessay 2019: Das Rössli, die Seele eines Dorfes 2016: Für eine schöne Welt 2012: Mein erster Berg, ein Rigi Film 2009: Geburt 2006: Das Erbe der Bergler 2002: Hirtenreise ins dritte Jahrtausend 1998: Bauernkrieg 1996: Sennen-Ballade 1990: Männer im Ring 1986: Ex Voto 1978: Morgarten findet statt

Mittellangfilme 1992: Unter dem Boden

Kurzfilme

1993: Portrait d’un coureur cycliste 1984: Der Papst und sein Publikum 1983: O.K. 1982: Do it yourself 1981: Made in Switzerland 1980: Achtung Kinder Pumm 1976: Sieg der Ordnung 1975: Athene Ade 1975: USA-Time 1974: Canaria Report 1973: Bahnhof 1973: Justice 1973: Der Fluss

Auszeichnungen für das Schaffen von Erich Langjahr

2020: Kulturpreis Root 2017: Ehrenpreis der Albert Koechlin-Stiftung 2004: Würdigungspreis der Stadt Freistadt (AT) für das Werk von Erich Langjahr 2003: Solothurner Filmtage, «Prix d'honneur», Preis der Gemeinden im Wasseramt 2002: Innerschweizer Kulturpreis 1999: Anerkennungspreis des Kantons Zug 1997: Werkbeitrag des Kantons und der Stadt Luzern 1987: Kunstpreis (Anerkennungspreis) der Stadt Luzern 1987: Förderungspreis der Innerschweizer Radio- und Fernsehgesellschaft IRG

Preise und Auszeichnungen für einzelne Filme Paracelsus – Ein Landschaftsessay2022Verdienstorden Pro Merito Melitensi des Malteser OrdensFür eine schöne Welt20162. Dokumentarfilmpreis am 42. Internationalen Filmwochenende WürzburgGeburt2009Dokumentarfilmpreis 36. Int. Filmfestival WürzburgDas Erbe der Bergler (Alpine Saga)2007Nomination für den Schweizer Filmpreis (bester Dokumentarfilm)Hirtenreise ins dritte Jahrtausend2002Goldene Taube, Int. Dokwoche Leipzig2002Grand Prix der ökumenischen Jury, Int. Dokwoche Leipzig2003Schweizer Filmpreis «Bester Dokumentarfilm»2004Natasha Isaacs Cinematography Award, Chicago Int. Documentary Festival2004Prix Spécial du Jury au Festival Pastoralisme et Grands Espaces Grenoble (F)2004Publikumspreis Freistadt (A)Bauernkrieg1998Festivalpreis der ökumenischen Jury, Int. Dokwoche Leipzig1998Sonderpreis des Deutschen Bundesumweltministeriums1999Nomination Schweizer Filmpreis «Bester Dokumentarfilm»Sennen-Ballade1996Sonderpreis des Deutschen BundesumweltministeriumsMänner im Ring1990Mention spéciale Jury du public, Festival international Nyon1990Ehrendiplom der Internationalen Jury, Leipziger Dokfilmwoche1991Le grand prix documentaire, Festival du Film de Strasbourg de l’Institut International des Droits de l'Homme1992Honorable Mention at the Society for visual anthropology film and video festival, San Francisco1993Honorable Mention at the International Ethnographic Film Festival Göttingen1994The award issue by The Baltic Independent, International Visual Anthropology Festival, Pärnu EstoniaEx Voto1986Premier Prix du Jury Oecuménique Festival international Nyon1987Spezialpreis der Internationalen Jury, Dokumentarfilmwoche Leipzig1987Prix spécial au Cinéma du réel, Centre national d’art et de culture Georges Pompidou, Paris1987Ausgewählt Best european films, Europacinema, Rimini1987Förderungspreis der Innerschweizer Radio- und Fernsehgesellschaft (IRG)1987Kunstpreis (Anerkennungspreis) der Stadt Luzern Qualitätsprämien Eidgenössisches Departement des Inneren (EDI) für die Filme: Hirtenreise, Bauernkrieg, Ex Voto, Männer im Ring. Zahlreiche weitere Preise und Auszeichnungen für einzelne Filme bei internationalen Festivals; siehe unter den einzelnen Filmen.

Literatur Elke Bartel: Langjahr, Erich. In: Ian Aitken (Hrsg.): The Concise Routledge Encyclopedia of the Documentary Film. Routledge, London/New York 2013, ISBN 978-0-415-59642-8, S. 517–519.

Weblinks Langjahr-Film

Erich Langjahr bei Swiss Films 80 Jahre Erich Langjahr. memobase.ch, April 2024

Einzelnachweise

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:Träger des Schweizer Filmpreises Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Mann