Die Feuerreiter Seiner Majestät (Originaltitel: Temeraire) ist eine abgeschlossene Fantasyromanreihe mit historischen Elementen der US-amerikanischen Schriftstellerin Naomi Novik. In Deutschland sind die neun Bände der Reihe im Zeitraum von Sommer 2007 bis Frühjahr 2017 erschienen.

Der Temeraire-Zyklus spielt in einer Parallelwelt, in der Drachen existieren und gezielt gezüchtet werden, um mit einer Besatzung als Luftkampfeinheiten zu dienen. Die Bücher spielen zur Zeit der Napoleonischen Kriege und integrieren zahlreiche historische Persönlichkeiten in die Handlung.George Leonard Staunton, Vertreter der Britischen Ostindien-Kompanie in Kanton/Guangzhou, Louis Ferdinand von Preußen, Friedrich Ludwig zu Hohenlohe-Ingelfingen, Friedrich Wilhelm III., Napoléon Bonaparte, François-Joseph Lefebvre, Horatio Nelson, 1. Viscount Nelson, Luise von Mecklenburg-Strelitz, William Wilberforce, Moshoeshoe I., Kaiser Jiaqing, Selim III.

In die deutsche Sprache wurden die Romane übertragen von Marianne Schmidt.

Die Bücher Band 1: Drachenbrut

(Originaltitel: His Majestys Dragon)

Das britische Marineschiff Reliant unter der Führung von Kapitän William Laurence kapert das französische Schiff Amite und entdeckt dabei ein Drachenei, das eigentlich für den französischen Kaiser Napoléon Bonaparte bestimmt war. Es steht kurz vor dem Schlüpfen, und so wird unter den Offizieren durch das Los entschieden, wer sich dem Drachen als Kapitän anbieten soll. Dies ist in der Welt des Romans dringend erforderlich, denn nur ein Drache, der kurz nach seiner Geburt von einem Menschen angeschirrt wird, ist im Kampf einsetzbar – dabei entsteht zwischen Drache und „Flieger“ eine tiefe Bindung, die den Drachen lenkbar macht.

Der junge Offizier, der für diese Aufgabe vorgesehen war, wird jedoch von dem frisch geschlüpften Drachen abgelehnt. William Laurence gelingt es im letzten Moment, den Drachen, dem er den Namen Temeraire gibt, an sich zu binden. Er ist zunächst sehr unglücklich darüber, denn die Flieger genießen einen schlechten Ruf und sind keine erstrebenswerte Waffengattung für einen Gentleman. Im Laufe der Zeit entsteht dennoch eine tiefe Bindung zwischen ihm und Temeraire, der für einen äußerst seltenen Kaiserdrachen gehalten wird.

Laurence wird, wie er bereits befürchtet hatte, aus dem Marinedienst entlassen, um fortan als Mitglied des Luftkorps der englischen Krone zu dienen. Dort hat er anfangs einen schweren Stand, da die meisten Angehörigen des Luftkorps viele Jahre auf die Gelegenheit warten, sich einem Drachen als Kapitän präsentieren zu dürfen und nicht wie Laurence praktisch über Nacht zum Drachenreiter werden. Insbesondere die zwanglosen Umgangsformen sind für den äußerst förmlichen Laurence zunächst eine Herausforderung.

Temeraire und er werden einem harten Training unterzogen, um ihre Aufgabe als Teil einer Drachenformation erfüllen zu können. Laurence gelingt es nach und nach, sich den Respekt der Flieger durch seine Fürsorge für Temeraire und seine Tapferkeit im Kampf zu verdienen. Als jedoch die meisten der kampfstarken englischen Schwergewichts- und Säurespuckerdrachen in der Schlacht von Trafalgar gebunden sind, nutzt Napoleon die Gunst der Stunde und versucht, mittels von Drachen getragener Lufttransporter England zu erobern.

Die Lage wird zunehmend verzweifelter, als Temeraire eine besondere Fähigkeit entdeckt: Der göttliche Wind, ein fokussierter und kraftvoller Schallstoß, erlaubt es ihm, einige von Drachen getragene Lufttransporter der Franzosen zu zerstören und so die feindlichen Truppen zum Rückzug zu zwingen. Wie sich später herausstellt, ist Temeraire ein Himmelsdrache, eine der seltensten und edelsten chinesischen Züchtungen.

Am Ende des ersten Bandes hat sich Laurence mit seiner neuen Stellung angefreundet und sich im Luftkorps etabliert.

Ausgaben:

Naomi Novik: Drachenbrut, Blanvalet Verlag, München 2007, ISBN 978-3442244430 (Taschenbuch) Naomi Novik: Drachenbrut, cbt, München 2007, ISBN 978-3570304105 (Taschenbuch) Naomi Novik: Drachenbrut, Weltbild Verlag, Augsburg 2008, ISBN 978-3828989276 (Gebundene Ausgabe) Naomi Novik: Drachenbrut + Drachenprinz, RM-Buch und Medien 2008, Rheda-Wiedenbrück & Gütersloh 2008, DNB 99191564X (Taschenbuch, Sammelband) Naomi Novik: Drachenbrut, Audible Studios, Newark 2008, gesprochen von Detlef Bierstedt (Hörbuch) Naomi Novik: Drachenbrut, Blanvalet Verlag, München 2012, ISBN 978-3641091798 (E-Book)

Band 2: Drachenprinz

(Originaltitel: Throne of Jade)

In England ist eine chinesische Delegation eingetroffen, welche die Rückgabe von Temeraire fordert. Hintergrund ist, dass Himmelsdrachen in China nur Mitgliedern der kaiserlichen Familie zustehen, und es daher undenkbar ist, dass einer von ihnen im englischen Luftkorps dienen soll. Laurence muss zudem erfahren, dass Temeraire ursprünglich als Geschenk an Napoléon gedacht war und die Delegation aus dem Reich der Mitte ihn als Partner nicht-kaiserlicher Abstammung für inakzeptabel hält.

Nachdem mehrere Versuche, Laurence und Temeraire zu trennen, gescheitert sind, werden die beiden mitsamt ihrer Mannschaft auf einem Drachentransportschiff nach China geschickt. Während der Seereise kommt es zu mehreren erfolglosen Anschlägen auf Laurence Leben. Temeraire lernt aufgrund seiner exzellenten Auffassungsgabe innerhalb von kürzester Zeit die chinesische Sprache und beginnt sich für die Kultur seiner Vorfahren zu interessieren.

Am kaiserlichen Hof angekommen, werden die Engländer nicht nur mit weiteren Mordversuchen konfrontiert, sondern müssen auch einige diplomatischen Verwicklungen durchstehen: Frankreich versucht, die Position Englands im Reich der Mitte zu schwächen. Dieser Plan wird unter anderem vom Bruder des Kaisers, Prinz Yongxing, unterstützt, der zugleich auch Partner des Albino-Himmelsdrachenweibchens Lien ist und versucht, einen eigenen Kandidaten zum Nachfolger für den kaiserlichen Thron aufzubauen.

Temeraire muss zudem feststellen, dass sich die gesellschaftliche Stellung der chinesischen Drachen grundlegend von der jener Drachen in den europäischen Staaten unterscheidet: Sie werden im Reich der Mitte wie vollwertige Bürger behandelt. Auch Drachen ohne menschlichen Reiter haben diesen Status und können sich z. B. mit der Beförderung von Personen ihren Lebensunterhalt verdienen. In Europa hingegen werden solche „wilden“ Drachen meist in abgelegenen Zuchtgehegen festgehalten und haben dort keine anderen Aufgaben, als sich fortzupflanzen.

Schließlich wird Yongxings Intrige aufgedeckt und es kommt zum Kampf zwischen Temeraire und Lien, bei dem der Prinz unabsichtlich sein Leben verliert. Das weiße Drachenweibchen wird in Folge zu einer erbitterten Feindin von Temeraire und Laurence.

Der chinesische Kaiser wiederum adoptiert Laurence schlussendlich, damit Temeraire und er weiterhin vereint bleiben können. Laurence bietet seinem Drachen an, mit ihm in China zu bleiben, da er bemerkt hat, wie wohl sich Temeraire dort fühlt. Temeraire beschließt jedoch, nach England zurückzukehren. Zum einen möchte er seine Kameraden dort in Kriegszeiten nicht im Stich lassen, zum anderen will er dafür kämpfen, die Situation der Drachen in Europa zu verbessern.

Ausgaben: Naomi Novik: Drachenprinz, Blanvalet Verlag, München 2007, ISBN 978-3442244447 (Taschenbuch) Naomi Novik: Drachenprinz, cbt, München 2007, ISBN 978-3570304112 (Taschenbuch) Naomi Novik: Drachenbrut + Drachenprinz, RM-Buch und Medien 2008, Rheda-Wiedenbrück & Gütersloh 2008, DNB 99191564X (Taschenbuch, Sammelband) Naomi Novik: Drachenprinz, Audible Studios, Newark 2008, gesprochen von Detlef Bierstedt (Hörbuch) Naomi Novik: Drachenprinz, Blanvalet Verlag, München 2012, ISBN 978-3641091804 (E-Book)

Band 3: Drachenzorn

(Originaltitel: Black Powder War)

Auf dem Rückweg aus dem Reich der Mitte nach England erhalten Laurence und Temeraire den Auftrag, drei Dracheneier von Istanbul aus nach Großbritannien zu bringen. Da ihr Drachentransporter durch einen Brand beschädigt wird, sind sie gezwungen, den Landweg zu wählen. Ihr Führer durch die Gebirge Zentralasiens ist Tharkay, eine anfangs recht zwielichtige Gestalt, der sich dann aber doch als vertrauenswürdig herausstellt.

Die Gruppe kreuzt den Weg einiger wilder Drachen unter der Führung des Wilddrachen Arkady, mit denen Temeraire aufgrund seiner sprachlichen Begabung rasch Kontakt aufnehmen kann. Die wilden Drachen begleiten die Reisenden bis nach Istanbul, kehren dann jedoch wieder in ihre Heimat nach Turkmenistan zurück.

In Istanbul angekommen, werden die Briten um die versprochenen Dracheneier betrogen, unter denen sich auch das eines dringend benötigten feuerspuckenden Kazilikdrachen befindet. Zudem treffen sie auf das weiße Himmelsdrachenweibchen Lien, welche ihnen die Absicht eröffnet, sich auf die Seite der Franzosen stellen, um Rache an Temeraire für ihren getöteten Partner zu üben. Es gelingt den Briten dennoch, die versprochenen Eier zu stehlen. Während der Flucht wird durch ein Unglück ein Drachenei zerstört und ein Mitglied von Temeraires Besatzung getötet.

Der weitere Verlauf der Reise führt sie nach Preußen, das von den napoleonischen Truppen bedroht wird. Die Preußen warten verzweifelt auf die Unterstützung durch das britische Luftkorps, die aber unerklärlicherweise ausbleibt. Trotz der Unterstützung durch Laurence und Temeraire unterliegt Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstedt. Anschließend findet sich die britische Besatzung in der Festung Danzig wieder, die kurz vor einer Belagerung steht. Schlussendlich gelingt den Engländern dennoch die Flucht nach Dover, das zu ihrer Überraschung nahezu unbewacht ist.

Ausgaben: Naomi Novik: Drachenzorn, Blanvalet Verlag, München 2007, ISBN 978-3442244454 (Taschenbuch) Naomi Novik: Drachenzorn, cbt, München 2007, ISBN 978-3570304129 (Taschenbuch) Naomi Novik: Drachenzorn + Drachenglanz, RM-Buch und Medien 2008, Rheda-Wiedenbrück & Gütersloh 2008, DNB 992180775 (Taschenbuch, Sammelband) Naomi Novik: Drachenzorn, Audible Studios, Newark 2008, gesprochen von Detlef Bierstedt (Hörbuch) Naomi Novik: Drachenzorn, Blanvalet Verlag, München 2012, ISBN 978-3641091811 (E-Book)

Band 4: Drachenglanz

(Originaltitel: Empire of Ivory)

Nachdem Laurence und Temeraire in ihre Heimat zurückgekehrt sind, erfahren sie den Grund für die mangelnde Präsenz des britischen Luftkorps bei der Schlacht von Jena und Auerstedt: Unter den englischen Drachen hat sich eine neuartige Seuche ausgebreitet, selbst die Verteidigung der englischen Küste ist nunmehr kaum noch möglich.

Sie erinnern sich daran, dass Temeraire während der vergangenen Reise nach China (in Drachenprinz) an einer ganz ähnlichen Erkrankung litt, jedoch nach einigen Tagen wieder genesen war. Da der Drache sich zu diesem Zeitpunkt in Afrika aufhielt und man die Besserung seines Zustandes auf einen Umstand zurückführt, der nur dort vorherrscht, werden er und Laurence gemeinsam mit ihrer Formation zu diesem Kontinent verschifft, um vor Ort nach einem Heilmittel suchen zu können.

Das Heilmittel – ein einheimischer Pilz – wird zwar gefunden, dabei schließen die Briten jedoch unfreiwillig Bekanntschaft mit den afrikanischen Drachen. Diese leben, ähnlich wie auch ihre chinesischen Artgenossen, als gleichberechtigte Mitglieder der einheimischen Gesellschaft der Tswana, und werden von den eingeborenen Stämmen als ihre Ahnen verehrt. Laurence und Teile der englischen Drachenmannschaften geraten in Gefangenschaft; dabei erfahren sie, dass die afrikanischen Stämme planen, sich gegen die britischen Kolonialisatoren zur Wehr zu setzen.

Kurz nachdem es den verbliebenen Mitgliedern der britischen Formation gelingt, die Gefangenen zu befreien, beginnen die afrikanischen Drachen damit, die englischen Kolonien an der afrikanischen Küste zu zerstören; Laurence und seine Begleiter können das nicht mehr verhindern. Glücklicherweise wurde das Heilmittel zuvor bereits in ausreichender Menge gesammelt und nach England geschickt.