Corsia unguiculata ist eine blattgrünlose Pflanzenart aus der Familie der Corsiaceae.

Merkmale Wie alle Arten der Gattung hat auch Corsia unguiculata die Photosynthese aufgegeben und bildet dementsprechend kein Chlorophyll mehr. Stattdessen lebt sie myko-heterotroph von einem Mykorrhizapilz, der in Symbiose mit einer weiteren Pflanze lebt.

Corsia unguiculata ist eine ausdauernde Pflanze, die nur zur Blütezeit oberirdisch wächst. Aus dem kurzen, kriechenden Rhizom sprießen dann zwei bis drei zylindrische und fein geriffelte, unverzweigt und aufrecht wachsende Stängel. Die ganze Pflanze ist 6 bis 17 cm hoch.

Die Blätter sind bräunlich-purpurn bis gelblich und 10 bis 25 × 4 bis 6 mm groß. Sie haben 3 bis 7 Nerven.

Die Einzelblüten stehen endständig am Stängel. Der Blütenstiel ist 25 bis 60 mm lang. Von den sechs Blütenblättern (je drei Tepalen in zwei Blütenblattkreisen) sind fünf pink-purpurn und schmal ovat-zugespitzt bis elliptisch-zugespitzt, im basalen Bereich selten ein wenig pfeilförmig. Sie sind 5 bis 9 × 2 bis 3 mm groß und leicht nach innen gebogen. Sie sind einnervig und ohne Papillen.

Das oberste sechste Blütenblatt, das sogenannte Labellum, ist vergrößert und 10 bis 27 mm × 10 bis 28 mm groß. Es ist bräunlich-rosa und manchmal an der Basis einen gelblich-weißen Rand. Es ist herzförmig bis oval, selten breit elliptisch. Da der Fruchtknoten gedreht ist, weist das Labellum nach unten. Die Spitze des Labellums ist spitz bis stumpf, manchmal zweispitzig. Die Basis ist herzförmig bis truncat. An jeder Seite besitzt es rund 5 bis 10 Nerven, die hauptsächlich von der unteren Hälfte des Labellums austehen und sich zum Rand hin verzweigen. Die Nerven sind bräunlich-pink bis purpurn. Der Hauptkallus ist ein gerillter, zahnähnlicher Vorsprung und 1 bis 2 (selten bis 4) mm lang. Der gezähnte Teil ist dunkler als das restliche Labellum. Manchmal fehlt der Zahn fast ganz. Es gibt keine Nebenkalli.

Die Staubfäden sind 1 bis 1,5 mm lang, die Staubbeutel sind gelb und 1 bis 2 mm lang. Der Fruchtknoten ist bräunlich-purpurn und 8 bis 20 × rund 1,5 mm groß. Der Griffel ist rund 1,5 mm lang. Die Frucht steht aufrecht, ist purpurn und 20 bis 35 × 2 bis 2,5 mm groß.

Verbreitungsgebiet Corsia unguiculata kommt von der Japen-Insel im indonesischen Teil Neuguineas über Papua-Neuguinea bis Neuirland vor und ist damit die am weitesten verbreitete Art der Gattung Corsia. Die Art wächst in primären und sekundären Berg-Regenwäldern in 600 bis 2300 m Seehöhe vor.

Systematik Corsia unguiculata wurde 1905 von Friedrich Richard Rudolf Schlechter erstbeschrieben anhand von Material, das 1902 im Torricelli-Gebirge auf Neuguinea aufgesammelt worden war.

In seiner Familienmonographie hat 1972 P. Van Royen die Art anerkannt.

Hatt und Lamei haben in ihrer Gattungsrevision die Art erweitert und folgende Arten zu Corsia unguiculata gestellt (synonymisiert): Corsia cornuta , ursprünglich 1972 erstbeschrieben anhand von Material, das 1936 in 2590 m Seehöhe in der Oro Province Corsia purpurata , ursprünglich 1946 erstbeschrieben anhand von Material aus dem Hochland von Papua am Bele-Fluss. Corsia triceratops , ursprünglich 1972 erstbeschrieben vom Kap Soemboi auf Yapen Corsia viridopurpurea , ursprünglich 1972 erstbeschrieben vom Mount Piora, Eastern Highlands Province in 2500 m Seehöhe Corsia wiakabui ), ursprünglich von Takeuchi und Pipoly 1998 als Corsia purpurata var. wiakabui beschrieben, dann 2008 von Jones und Gray als C. wiakabui in Artrang erhoben.

C. unguiculata ist die Typusart der Sektion Unguiculatae. Diagnostisches Hauptmerkmal der Sektion ist der verlängerte Steg aus Kallusgewebe, der das Labellum mit dem Gynostemium verbindet, im Gegensatz zur Sektion Sessilis, bei der das Kallusgewebe unmittelbarer mit dem Gynostemium verbunden ist. Auf diese Eigenart bezieht sich auch das Epitheton, unguiculata (vom Lateinischen unguiculus für Fingernagel) bedeutet so viel wie „am Ansatz krallenförmig“.

Literatur Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den folgenden Quellen:

Karl Schumann, Karl Lauterbach: Nachträge zur Flora der deutschen Schutzgebiete in der Südsee mit Ausschluss Samoa's und der Karolinen, Leipzig, 1905, Onlineversion S.74 und Tafel III

P. Van Royen: Sertulum Papuanum 17. Corsiaceae of New Guinea and surrounding areas in: Webbia 27: 223–255, 1972

Einzelnachweise P. Van Royen: Sertulum Papuanum 17. Corsiaceae of New Guinea and surrounding areas. In: Webbia. 27: 223–255, 1972 Sebastian A. Hatt, Penniel Lamei: Taxonomic Revision of Corsia (Corsiaceae) Reveals Over-Estimated Mycoheterotroph Diversity in Papuasia: 25 Species Become 10. In: Feddes Repertorium, Band 137, e70129, S. 1–23, 2026,

Kategorie:Corsiaceae Kategorie:Corsiaceen Kategorie:Mykoheterotrophe Pflanze