Die Borstendolden oder Klettenkerbel (Torilis) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Beschreibung mini|Torilis africana mini|Torilis leptophylla mini|Knotiger Klettenkerbel (Torilis nodosa) mini|Illustration des Gewöhnlichen Klettenkerbel (Torilis japonica)

Vegetative Merkmale Torilis-Arten sind ein- bis zweijährige, außerhalb Europas selten auch mehrjährige krautige Pflanzen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind meist kurz und anliegend, rau behaart. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreiten sind ein- bis zweifach gefiedert oder fiederschnittig. Die Endabschnitte sind dabei lanzettlich bis länglich und tief fiederig gezähnt oder gelappt.

Generative Merkmale In end- oder blattachselständigen, lockeren bis dichten, doppeldoldigen Blütenständen befinden sich viele Blüten. Hüllblätter sowie Hüllchenblätter fehlen oder sind nur sehr wenige vorhanden.

Die Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die haltbaren, kleinen bis sehr kleinen Kelchzähne sind dreieckig oder lanzettlich. Die weißen oder manchmal rosafarben überlaufenen oder rötlichen Kronblätter sind verkehrt-eiförmig; am oberen Ende mit einem eingeschlagenen Läppchen. Die äußeren sind oft etwas größer.

Der Kelch ist an der Frucht vorhanden. Die rundlich-eiförmigen, eiförmigen oder länglichen Doppelachänen sind seitlich abgeflacht, mit schmaler Fugenfläche. Die fast stielrunden Teilfrüchte besitzen fünf dünnen Hauptrippen sind mit Stacheln oder Borsten besetzt, die durch 20 bis 50 µm hohe Papillen rau sind und bei den meisten Arten an der Spitze hakenförmig gekrümmt sind. Das Karpophor ist zweiteilig.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Torilis wurde 1763 durch Michel Adanson in Familles des Plantes, Band 1, S. 99 aufgestellt. Synonyme für Torilis sind Chaetosciadium und Lappularia .

Die Gattung Torilis gehört zur Subtribus Torilidinae aus der Tribus Scandiceae in der Unterfamilie Apioideae innerhalb der Familie Apiaceae.

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Torilis umfasst Eurasien, Afrika, die Neue Welt und Neuseeland. Von den weltweit 15 bis 20 Torilis-Arten kommen in Europa etwa zehn Arten vor. In Deutschland gibt es vier Arten: Acker-Klettenkerbel (Torilis arvensis), Gewöhnlicher Klettenkerbel (Torilis japonica), Feinblättriger Kletterkerbel (Torilis leptophylla) und Knotiger Klettenkerbel (Torilis nodosa).

Es gibt 15 bis 20 Torilis-Arten: Torilis africana (Syn.: Torilis arvensis subsp. heterophylla () , Torilis arvensis subsp. purpurea () ): Sie ist im Mittelmeerraum und in Vorderasien ostwärts bis Afghanistan weitverbreitet. Acker-Klettenkerbel (Torilis arvensis ): Das Verbreitungsgebiet umfasst West- und Mitteleuropa, den Mittelmeerraum, Vorder- und Zentralasien sowie das tropische Afrika. Es gibt mehrere Unterarten: Torilis arvensis subsp. arvensis Torilis arvensis subsp. neglecta Torilis arvensis subsp. recta Torilis arvensis subsp. turcomanica Torilis chrysocarpa : Sie kommt im Libanon, Irak und im westlichen Iran vor. Torilis elongata (Syn.: Torilis arvensis subsp. elongata ): Sie ist in Südeuropa, Vorderasien und Nordafrika verbreitet. Torilis gaillardotii : Sie kommt nur in Israel und Syrien vor. Gewöhnlicher Klettenkerbel (Torilis japonica , Syn.: Torilis anthriscus ): Er ist als Ruderalpflanze in Eurasien weitverbreitet. Torilis leptocarpa (Syn.: Torilis sintenisii , Torilis stenocarpa ): Sie kommt im östlichen Anatolien, Syrien, Irak und nördlichen Iran vor. Feinblättriger Klettenkerbel (Torilis leptophylla ): Er ist in Südeuropa, Nordafrika und in Vorderasien ostwärts bis Pakistan verbreitet. Torilis nemoralis : Sie kommt nur auf Sizilien vor. Knotiger Klettenkerbel (Torilis nodosa ): Er ist in West- und Mitteleuropa, Makaronesien, dem Mittelmeerraum und in Südwest- und Südasien weitverbreitet. Torilis pseudonodosa (Syn.: Torilis webbii ): Sie ist in Südeuropa, Nordafrika und Vorderasien verbreitet. Torilis scabra : Sie ist in der Volksrepublik China, Japan sowie Korea verbreitet. Torilis stocksiana : Sie ist vom Irak über Aserbaidschan und Transkaukasien ostwärts bis Pakistan und südwärts bis zur Arabischen Halbinsel verbreitet. Torilis tenella : Sie ist im östlichen Mittelmeerraum und in Vorderasien bis zum westlichen Iran verbreitet. Torilis trichosperma (Syn.: Chaetosciadium trichospermum () ): Sie ist in Vorderasien von Syrien bis zur Sinai-Halbinsel verbreitet. Torilis triradiata : Dieser Endemit kommt nur in Anatolien vor. Torilis ucranica : Sie ist in Ost- und Südosteuropa sowie in der Türkei verbreitet.

Literatur

John Francis Michael Cannon: Torilis L. In: Georg Philippi: Torilis. In: Clifford Charles Townsend: 111. Apiaceae (Umbelliferae).: 65. Torilis Adans. S. 265–282. In: S. A. Ghazanfar, J. R. Edmondson (Hrsg.): Flora of Iraq, Volume 5, Part 2: Lythraceae to Campanulaceae. Ministry of Agriculture & Agrarian Reform, Baghdad, 2013.

Einzelnachweise Ralf Hand: Apiaceae.: Datenblatt Torilis In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011. She Menglan (佘孟兰 Sheh Meng-lan), Mark F. Watson: Torilis. In: D. Peev: Torilis. In: Karl Heinz Rechinger (Hrsg.): Flora Iranica. Flora des Iranischen Hochlandes und der umrahmenden Gebirge. Band 162: Umbelliferae (Hauptband). Akademische Drucks- und Verlagsanstalt, Graz 1987, S. 121–130. Michel Adanson: Familles des Plantes. Band 2, Vincent, Paris 1763, S. 99 (). Vlifforn Charles Townsend: 111. Apiaceae (Umbelliferae).: 65. Torilis Adans. S. 265–282. In: S. A. Ghazanfar, J. R. Edmondson (Hrsg.): Flora of Iraq, Volume 5, Part 2: Lythraceae to Campanulaceae. Ministry of Agriculture & Agrarian Reform, Baghdad, 2013. PDF.

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Kategorie:Doldenblütler