Oberthölau ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern). Oberthölau liegt in der Gemarkung Thölau. Zum Gemeindeteil zählt die Einöde Schletzenmühle.
Geographie Das Dorf, das unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben ist, wird im Süden von der Röslau passiert; durch den Ort fließt ein namenloser linker Zufluss der Röslau. Die Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau tangiert den Ort südwestlich, die Kreisstraße WUN 14 nordöstlich. Sie verläuft weiter nach Wunsiedel zur Staatsstraße 2177 (5,5 km westlich) bzw. zur Anschlussstelle 12 der Bundesautobahn 93 (1,5 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur WUN 14 (0,3 km östlich) bzw. die Bahnstrecke unterquerend nach Unterthölau (0,7 km südlich), ein Anliegerweg die Bahnstrecke ebenfalls unterquerend zur Hammermühle (0,4 km südwestlich).
Geschichte Oberthölau wurde im Jahre 1312 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte schon damals zur Pfarrei Redwitz. 1322 wurde der Ort „Telein“ genannt.D. Herrmann, H. Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 674. Die Burggrafschaft Nürnberg war an den Erwerb von Ober- und Unterthölau interessiert. Jedoch verblieben die beiden Orte beim Spital der Reichsstadt Eger, lediglich das Hochgericht ließ man von der Burggrafschaft übernehmen zum besseren Schutz der Orte. In deren Rechtsnachfolge ging dieses an das brandenburg-kulmbachische Amt Arzberg über. 1499 bestand Oberthölau aus zehn Gütern. 1782 erhielt Oberthölau die Schankgerechtigkeit für Bier und Branntwein. 1787 gab es zwölf Mannschaften auf vier Ganzhöfen, zwei Dreiviertelhöfen und fünf Halbhöfen.Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 208f.
Von 1797 bis 1810 unterstand Oberthölau dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel. Mit dem Gemeindeedikt wurde Oberthölau dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Lorenzreuth und der mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstandenen Ruralgemeinde Lorenzreuth zugewiesen. 1821 entstand die Ruralgemeinde Oberthölau, zu der Unterthölau gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wunsiedel und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel. Ab 1862 wurde die Gemeinde Thölau genannt. Am 1. Juli 1974 wurde Oberthölau im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktredwitz eingemeindet.
Baudenkmäler In Oberthölau gibt es zwei Baudenkmäler: Haus Nr. 10: Bauernhof Haus Nr. 11: Wohnstallhaus
ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 8: Sehr hübsche Haustüre mit kanneliertem Gewände, etwa um 1820. Galt in den 1950er Jahren bereits als ruiniert.J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 223.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 95 124 133 97 108 194 131 112 115 109HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 18 17 17 17 20 32Quelle Dort als Oberthelau aufgelistet.
Religion Oberthölau ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Marktredwitz) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Josef (Marktredwitz) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Kategorie:Geographie (Marktredwitz) Kategorie:Gemeindegründung 1821 Kategorie:Ersterwähnung 1312 Kategorie:Ort an der Röslau