mini|Günther Brendel im Februar 2008 Günther Brendel häufig auch Günter Brendel (* 17. Januar 1930 in Weida; † 8. Januar 2026 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafiker. Viele Jahre war er Professor für Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.
Leben Nach einer Ausbildung und Arbeit als Dekorationsmaler 1944–1948 in Weida studierte Günther Brendel bis 1951 an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar bei Otto Herbig, Hans Hoffmann-Lederer und Hermann Kirchberger. Nach der Neuausrichtung der Hochschule hin zur Architektur setzte er sein Studium bis zum Diplom von 1951 bis 1953 in Dresden an der Hochschule für Bildende Künste bei Fritz Dähn und Rudolf Bergander fort. Als Diplomarbeit schuf er das Tafelbild Kindergarten. Hilfe für die werktätige Frau (Öl, 162 × 130 cm), das auch auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung in Dresden ausgestellt wurde. 1954 arbeitete er kurzzeitig freischaffend in Dresden. Nach seinem Umzug nach Berlin übernahm er 1954 dort eine Assistentenstelle an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee, wo er 1956 bis 1959 als Aspirant, von 1959 bis 1964 als Oberassistent für Malerei und danach als Dozent arbeitete. 1969 übernahm er die Professur für Malerei.
Brendel war ab 1967 Mitglied des Präsidiums des Verbands Bildender Künstler der DDR und ab 1978 Vorsitzender des Berliner Bezirksverbands. Er hatte in der DDR eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. an der Dritten Deutschen Kunstausstellung 1953 bis zur X. Kunstausstellung der DDR in Dresden 1987/1988. 1980 wurde er im Berliner Ausstellungszentrum am Fernsehturm mit der Ausstellung Günther Brendel und seine Schüler geehrt.
Studienreisen führten Brendel in die Sowjetunion, nach Rumänien und nach Bulgarien. So hatte er 1972 und 1973 mit Siegfried Besser, Eberhard Hückstädt, Dieter Rex und Wolfram Schubert Studienaufenthalte im Donbassgebiet, wo sie insbesondere im Stahlwerk Asow-Stahl künstlerisch arbeiteten und Kontakt zu den Arbeitern fanden.Siegfried Besser: Zu Gast im Stahlwerk „Asowstahl“. In: Bildende Kunst, Berlin, 10/1977, S. 507
Werke (Auswahl) Brendel stellte meist Natur- und Stadtlandschaften, Szenen aus dem Arbeitsleben und Porträts dar.Ingeborg Ruthe: Mit seinen Bildern wuchsen Generationen auf. Berliner Zeitung, (Printausgabe) 16. Januar 2026, S. 12. online. Das Kunstarchiv Beeskow bewahrt viele Bilder von Brendel auf.
Tafelbilder (Auswahl)
Zeichnungen, Lithografien (Auswahl) Ansicht eines Dorfes mit Industrieanlage, Aquarellzeichnung 1968: Marokkanische Straßenszene (Lithografie, 52 × 64,5 cm)Marokk. Straßenszene auf www.irrgangfinearts.de 1992: Pythagoras mit Spiralen (Tusche auf Karton, 60 × 50 cm, 1992; Kunsthalle der Sparkasse Leipzig)
Baugebundene Kunst (Auswahl) 1964: Entwurf des 30 Meter langen Bildfrieses Das Leben in der DDR aus Meißner Porzellan, der im Bankettsaal des damaligen Staatsratsgebäudes in Berlin an der Wand platziert wurdeGünther Brendel zum 90., auf moderne-regional.de 1965: Stadt Neubrandenburg (Fresko, 1024 × 158 cm), im Stadtarchiv Neubrandenburg(Wandbild ohne Titel) von Günter Brendel, abgerufen am 16. Januar 2026.
Einzelausstellungen 1956, 1980, 2007 und 2008 Berlin 1967 Casablanca 1968 Weißenfels 1970 Rudolstadt
Auszeichnungen 1960 Erich-Weinert-Medaille (insbesondere für sein Gemälde Fest der Jugend) 1964, 1969 und 1975 Kunstpreis des FDGB 1967 Kunstpreis der DDR 1969 und 1979 Goethepreis der Stadt Berlin 1971 Nationalpreis der DDR 1973 Theodor-Körner-Preis 1976 Orden Banner der Arbeit
Literatur Karl-Heinz Klingenburg: Atelierbesuch bei Günther Brendel. In: Bildende Kunst, Berlin 1/1967, S. 14–17 Karl-Heinz Klingenburg: Günther Brendel. In: Weggefährten. 25 Künstler der Deutschen Demokratischen Republik. VEB Verlag der Kunst, Dresden, 1970. S. 32–47 Brendel, Günther. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 109/110 Ausstellungskatalog Günther Brendel und seine Schüler; Kulturdirektion Berlin, 1980 Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1983; S. 64 ff. u. a. Schichtwechsel – Kunst aus 40 Jahren DDR / Katalog: Eine Ausstellung des Kunstarchivs Beeskow mit einem Beitrag von Dr. Herbert Schirmer. 2010 bis 2013.
Weblinks
Günther Brendel beim Bildindex der Kunst & Architektur Günther Brendel beim Verbundprojekt Bildatlas Kunst in der DDR Information des DHM zu Bild „Großes Stilleben“ Günther Brendel zum 90.
Einzelnachweise Günther Brendel (*1930), abgerufen am 16. Januar 2026. Bilder von Günther Brendel aus Auktionen zwischen 2011 und 2024. (Ansichten nur mit Abonnement), abgerufen am 16. Januar 2026.
Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Weißensee Kunsthochschule Berlin) Kategorie:Träger des Banners der Arbeit Kategorie:Träger des Goethepreises der Stadt Berlin Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur Kategorie:Bildender Künstler (Berlin) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann