mini|hochkant|Juri Nikulin, 1977 Juri Wladimirowitsch Nikulin (, wiss. Transliteration ; * 18. Dezember 1921 in Demidow, Sowjetrussland; † 21. August 1997 in Moskau) war ein russischer Clown und Filmschauspieler.

Leben mini|Als Soldat im Zweiten Weltkrieg: 1. Reihe, Zweiter von links Nikulin war Sohn eines Journalisten und Satirikers. Er leistete von 1939 bis 1946 Militärdienst in der Roten Armee und nahm zunächst am Winterkrieg gegen Finnland teil. Im Deutsch-Sowjetischen Krieg wurde er 1942 während der Leningrader Blockade eingesetzt und entging einige Male knapp dem Tod. 1944 entdeckte ein Politkommissar sein komödiantisches Talent für die Truppenbetreuung. Nach Kriegsende bewarb sich Nikulin erfolglos um die Aufnahme in die Filmhochschule WGIK, die Schauspielschule GITIS sowie die Schauspielschule des Maly-Theaters. Schließlich wurde er durch eine Zeitungsannonce auf den Zwetnoi-Boulevard-Zirkus aufmerksam und absolvierte dort bis 1950 eine Ausbildung zum Zirkusclown.

1958 gab er in Das Mädchen mit der Gitarre sein Spielfilmdebüt. Dennoch avancierte er nicht durch große Produktionen zu einem der beliebtesten Filmstars der russischsprachigen Welt, sondern durch einige Kurzfilme unter der Regie von Leonid Gaidai, in denen er in einem Trio mit Georgi Wizin und Jewgeni Morgunow seine physische Komik ausspielen konnte. 1983 spielte er an der Seite von Kristina Orbakaite in dem Film Vogelscheuche den Großvater.

Als Solokünstler wurde Nikulin vor allem durch Komödienfilme berühmt wie Der Brillantenarm (, Brilliantowaja ruka). In Gaidais Komödie 12 Stühle () hatte er auch eine kleine Rolle. Er spielte aber auch in Filmen über den Krieg wie Als die Bäume groß waren (), Zwanzig Tage ohne Krieg ().

Daneben war er ein viel beschäftigter Fernsehkomiker und Moderator der Fernsehsendung Weißer Papagei (), in der Prominente sich gegenseitig Witze erzählen mussten.

Die Popularität des zweifachen Trägers des Leninordens war auch nach dem Zerfall der Sowjetunion ungebrochen. Nikulin, ein enger Freund des ehemaligen Moskauer Bürgermeisters Juri Luschkow, engagierte sich auch als Unterstützer von Boris Jelzin bei dessen Wiederwahl 1996.

Von 1982 bis zu seinem Tod war Nikulin außerdem Direktor des nach ihm benannten Nikulin-Zirkus auf dem Zwetnoi-Boulevard, seinem früheren Ausbildungsort. Seinen Namen trägt auch der Asteroid (4434) Nikulin.

Nikulin ist auf dem Nowodewitschi-Friedhof in Moskau begraben.

Filmografie (Auswahl) mini|Grab Juri Nikulin 1958: Das Mädchen mit der Gitarre (Dewuschka s gitaroi) 1959: Versuch’s mit der Liebe (Nepoddajuschtschijesja) 1961: Als die Bäume groß waren (Kogda derewja byli bolschimi) 1963: Ohne Furcht und Tadel (Bes stracha i uprjoka) 1965: Von einem, der auszog, das Lügen zu lernen (Fantasjory) 1965: Operation „Y“ und andere Abenteuer Schuriks (Operazija «Ы» i drugije prikljutschenija Schurika) 1965: Bitte, das Beschwerdebuch (Daitje schalobnuju knigu) 1965: Polizeihund Muchtar (Ko mne, Muchtar!) 1966: Der kleine Ausreißer (Malenki beglez) 1966: Andrej Rubljow (Andrej Rubljow) 1967: Entführung im Kaukasus (Kawkasskaja plenniza, ili Nowyje prikljutschenija Schurika) 1969: Der Brillantenarm (Brilliantowaja ruka) 1971: Die Alten, diese Räuber (Stariki-rasboiniki) 1975: Sie kämpften für die Heimat () 1976: Trawkas Abenteuer (Prikljutschenija Trawki) 1976: 20 Tage ohne Krieg (Dwadzat dnei bes woiny) 1986: Vogelscheuche (Tschutschelo)

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